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Alexander I. (Russland)


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Alexander I.

Alexander I. Pawlowitsch Kaiser und Herrscher aller Reußen geb. 23. Dezember ( 11. Dezember russischer Zeitrechnung) 1777 in Petersburg als ältester Sohn des Großfürsten Paul I. und seiner zweiten Gemahlin Maria Feodorowna Württemberg ward unter der Leitung des freisinnigen Laharpe nach Rousseauschen Grundsätzen erzogen. Für seine Ausbildung sorgte Katharina II. Dennoch blieb diese oberflächlich. Weich und zeigte sich Alexander wohlwollend und für Ideale aber auch schwach und unbeständig.

Am 9. Oktober 1793 wurde er mit Prinzessin Louise von vermählt. Die zwei Töchter Maria (* 18. Mai 1799 - † 27. Juli 1800 ) und Elisabeth (* 3. November 1806 - † 30. April 1808 ) starben als Kinder.

Alexander I. soll noch eine uneheliche Sofija (* 1808 - † 18. Juni 1824 ) gehabt haben.

Sein Vater Paul I. seit 1796 Zar behandelte ihn misstrauisch und willkürlich. Als durch dessen Ermordung am 24. März 1801 auf den Thron gelangte war er er von dem Mord weder gewusst noch gebilligt hatte doch anfangs von Rücksichten auf Mörder Subow Pahlen und Bennigsen abhängig.

Später erlangte das so genannte Triumvirat Nowossilzow und Adam Czartoryiski den bedeutendsten Einfluss ihn.

Seiner Persönlichkeit entsprechend war sein Bemühen auf die innere Entwickelung Russlands gerichtet. In ersten Hälfte seiner Regierung namentlich während der Jahre war er eifrig bestrebt das Finanzwesen Reichs zu ordnen die geistige Bildung zu und das harte Los der Leibeignen zu Estland Livland und Kurland verdanken ihm die Aufhebung der Leibeigenschaft und die Einführung einer mit dem der Gemeindegerichte verbundenen Bauernordnung. Leibeigne zum Verkauf oder in den Zeitungen auszubieten wurde verboten Freilassung derselben und ihre Ansiedlung in den erleichtert. Um diesen und anderen Reformen seine zuwenden zu können war Alexander anfangs bemüht Einmischung in die europäischen Angelegenheiten zu vermeiden. 1802 schloss er mit dem jungen König von Preußen einen herzlichen Freundschaftsbund (Zusammenkunft in Memel Juni 1802 ) dem beide bis an ihr Lebensende geblieben sind.

Gleichzeitig trat Alexander mit Napoléon Bonaparte damaligem Ersten Konsul der französischen Republik enge politische Beziehungen um die Angelegenheiten Europas gemeinsamem Einverständnis friedlich zu leiten. 1804 kam es zum Bruch mit Frankreich. unterstützte 1805 Österreich trat aber nach der Schlacht bei Austerlitz vom Bund gegen Napoleon zurück um Kampf 1807 zugunsten Preußens zu erneuern freilich erst sein Verbündeter den größten Teil seiner Monarchie verloren hatte.

Als die preußischen und russischen Truppen über die Memel zurückgedrängt waren vermittelte Alexander Frieden von Tilsit . Dem Abschluss desselben ging die berühmte des russischen und des französischen Kaisers am 25. Juni (in einem auf zwei Flößen in Mitte der Memel erbauten Pavillon) voraus und Alexander der Napoleons glänzende persönliche Eigenschaften die größte Bewunderung ließ sich von demselben zum zweiten Mal den Gedanken einer gemeinsamen Leitung der europäischen gewinnen.

Bei der Zusammenkunft in Erfurt (Oktober 1808 ) wurde der Bund erneuert und Alexander Besitz der Türkei versprochen gegen die er sofort einen Krieg begann. Bei den weit auseinander gehenden der beiden Staaten dauerte indes diese Eintracht lange und 1812 kam es von neuem zum Bruch.

Anfangs schien auch Russland dem gewaltigen unterliegen zu müssen und nach der Einnahme Moskau verzweifelte Alexander fast an der Fortführung Kriegs. Indessen gelang es dem ungebrochenen Mute Freiherrn vom Stein ihn umzustimmen und seine Begeisterung anzufachen. erklärte die Waffen nicht niederlegen zu wollen Napoleon gestürzt sei. Die Friedensangebote desselben wurden der religiöse und nationale Begeisterung der Russen und das mehr dem Hunger und der als den Waffen weichende französische Heer auf Rückzug hart bedrängt und fast vernichtet.

Alexanders Entschluss für die Fortführung des beförderte die Erhebung Deutschlands die ohne seine kaum möglich gewesen wäre. In den Befreiungskriegen Alexander als der mächtigste unter den verbündeten einen sehr großen Einfluss aus sowohl auf militärischen Operationen als auf die schonende Behandlung und auf die Rückführung der Bourbonen.

Beim Wiener Kongress war er für die Eintracht unter Fürsten und für die Herstellung einer festen unermüdlich tätig. Damals hatten die liberalen Ansichten auf ihn und im Sinn derselben suchte persönlich und durch den Freiherrn vom Stein die Regelung der deutschen Verhältnisse durch die Schlussakte zu wirken. Auch setzte er durch die Neutralität der Schweiz anerkannt wurde und verschaffte den Ionischen republikanische Selbständigkeit. In gleichem Sinn gab er Polen das ihm durch die Entscheidung des Kongresses zugefallen war eine freisinnige Verfassung.

Unter dem Einfluss der großen Begebenheiten Zeit und auf Anregung der ihn damals ihre Mystik ziehenden Juliane von Krüdener entstand bei christlich-frommen Kaiser zuerst die Idee der Heiligen Allianz durch deren Verwirklichung er den Frieden Welt auf einer von den seitherigen politischen weit abweichenden Grundlage festzustellen trachtete welche aber die Handhabe für die politische Reaktion wurde statt die Gemüter zu beruhigen die Unzufriedenheit der bestehenden Ordnung nur noch steigerte. Alexander erschreckt und wie es scheint durch böswillige gegen die Völker mit Misstrauen erfüllt versuchte andern Fürsten gewaltsame Gegenmittel. Man beriet und in diesem Sinn auf den Kongressen zu Troppau Laibach und Verona und Alexander bot willig die Hand den Aufständen auch den politischen Fortschritt der Völker zu unterdrücken.

In Russland wurden die Zensur und die strengste Überwachung der Büchereinfuhr wieder eingeführt die Wissenschaft und der Unterricht behindert Untersuchungen wegen demagogischer eingeleitet die Freimaurerlogen und Missionsgesellschaften unterdrückt und alle Pläne für Reform und Fortbildung aufgegeben. das ganze Reich breitete sich das Netz offenen und geheimen Polizei welche allen Verkehr hemmte. Die Erfahrung durch alle diese Maßregeln der Geist des sich nicht bannen ließ verbitterte das krankhaft Gemüt des Kaisers der teils in den eines glänzenden üppig-frömmelnden Hofs teils in religiöser Mystik Zerstreuung und Befriedigung suchte.

Die Entwicklung des griechischen Aufstandes brachte die Politik des Kaisers in schreienden Widerspruch der öffentlichen Meinung. Sein Volk war den orthodoxen Glaubensverwandten zugetan; Alexander aber missbilligte den des griechischen Volkes weil er darin nur Auflehnung gegen ihren rechtmäßigen Oberherrn erblickte.

Der Tod seiner einzigen Tochter die Überschwemmung die 1824 Petersburg heimsuchte endlich die Furcht vor einer Verschwörung gegen das Haus Romanow trugen nicht wenig dazu bei das des Kaisers zu brechen. Körperlich leidend verdüsterten und voll Todesgedanken trat er Mitte September 1825 mit seiner kranken Gemahlin eine Reise die Krim an wo er von einem Halbinsel eigentümlichen Fieber ergriffen wurde. Über seinen besorgt ließ er sich nach Taganrog bringen starb am 1. Dezember / 19. November 1825 in diesem fernen Winkel des Reichs.

Die Macht Russlands stieg unter Alexander einer gewaltigen Höhe. Der Wiener Friede und glücklich beendete Kriege gegen Schweden Persien und Türkei führten zur Erwerbung des Königreichs Polen Finnlands Grusiens Schirwans und Bessarabiens mit zusammen 10 Mill. Einwohnern. Fast wichtiger noch waren innere Erstarkung Russlands und der Einfluss den auf die Angelegenheiten Europas gewann.

Unter den vielen Denkmälern die Alexanders in Russland verewigen ist besonders die großartige 1832 auf dem Schlossplatz in Petersburg aufgestellte zu erwähnen.

Vorgänger:
Paul I.
Russische Zaren Nachfolger:
Nikolaus I.



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