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Alkoholkrankheit


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Die Alkoholkrankheit - meist noch als Alkoholismus bezeichnet - zählt zu den stoffgebundenen Suchtkrankheiten bzw. laut ICD-10 zu den Psychischen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10.-). Der die Abhängigkeit und körperlichen verursachende Stoff ist der Alkohol genauer der Äthylalkohol (Ethanol) der bei der alkoholischen Gärung entsteht.

Die Verbreitung und die Folgen der werden meist unterschätzt. Nach Schätzungen der Betriebskrankenkassen es 2 5 Millionen alkoholabhängige Menschen in darunter 30 % Frauen. Man geht von 12 Millionen Deutschen aus die alkoholkrank sind.
Das Statistische Bundesamt zählte 16 000 Tote durch im Jahr 2000. Dabei trat der Tod 9 550 Fällen durch Leberzirrhose ein.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung die Staatsekretärin im Bundesgesundheitsministerium Marion Caspers-Merk spricht für 2003 von 40 000 Todesfällen Folge von Alkoholkonsums in Deutschland (Zum Vergleich: Drogentod durch illegale Drogen 1 477 Tod als des Tabakrauchens : 110 000).
(Quelle: Drogen- und Suchtbericht 2004)

Alkohol ist in vielen Kulturen eine anerkannte Droge deren Konsum in manchen Situationen geradezu wird. Dies erschwert die Auseinandersetzung mit dem und fördert die Alkoholsucht wesentlich. Dabei beginnt Alkoholkrankheit oft bereits bei regelmäßigem (z.B. wöchentlich Konsum kleinerer Mengen durch Gewöhnung und wird durch häufige Rauschzustände des Kranken auffällig. Um Krankheitswert der Störung zu betonen aber auch die Hemmsschwellen bezüglich Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe abzubauen heute auf den Terminus "Alkoholismus" verzichtet werden.

Übermäßiger Alkoholkonsum verursacht schwere und bleibende wie körperliche Folgeerkrankungen. Die Alkoholkrankheit verläuft relativ und langsam. Sie kann tödlich verlaufen. Den Personen wird die Schwere ihrer Erkrankung und nicht bewusst. Im fortgeschrittenem Zustand leiden sie dem körperlichem Verfall durch Folgeerkrankungen geschwächten Abwehrkräften einem schlechtem allgemeinen Zustand durch den beeinträchtigten ebenso unter sozialer Isolation (Verlust von Freunden hinzu kommen Wahrnehmungs- und Hirnstörungen sowie Psychosen. Alkoholiker sterben daher unbeschwert. In manchen Fällen die Alkoholkrankheit aber auch lange durch die Einbindung der Menschen moderat.

Grundlage des Missbrauchs scheinen Persönlichkeitsdefizite zu die durch den Genuss von Alkohol teilweise werden können. So sind viele Alkoholkranke kaum der Lage in nüchternem Zustand eine Bitte (so genannte Ja-Sager ) weil sie Angst vor Ablehnung haben. gelingt erst mit Hilfe des Alkohols dann häufig als Überreaktion.

Die Defizite eines Alkoholpatienten werden oft dessen Lebenspartner mitgetragen oder (über-)kompensiert wodurch der keine Möglichkeit/Notwendigkeit zur Entwicklung und Überwindung seiner hat. Meistens zieht der Lebenspartner aus den Aufgaben mit dem Alkoholpatienten eine persönliche oder Anerkennung weshalb er z. T. die Beziehung mit Alkoholiker für sein persönliches Selbstwertgefühl benötigt ( "dass du das mit so einem aushältst ich toll" ). Daher werden die Partner eines Alkoholikers Co-Alkoholiker bezeichnet. Eine dauerhafte alkoholfreie Beziehung ist nur möglich wenn beide dies erkennen und ändern.

Doch Alkoholismus betrifft nicht nur den sondern das gesamte Familiensysten. Kinder von Alkoholikern später oft bestimmte Verhaltensmuster auf und sind gefährdet selbst abhängig zu werden bzw. sich einen abhängigen Partner zu binden.

Alkoholpatienten werden z. T. der Gruppe der Borderline-Störungen zugeordnet. Damit werden Patienten mit grenzwertigen Defiziten beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Die Hauptursache für die Erkrankung scheinen der psychosozialen Entwicklung der Person zu liegen wenn immer wieder eine genetische Komponente diskutiert Sicherlich bestimmen auch Glück oder Unglück bei Partnerwahl ob die Krankheit auftritt oder nicht.

Behandlung

Nach der vorherrschenden Auffassung auch in medizinischen Praxis kann nur der absolute Verzicht Alkohol sowie eine so genannte Nachreife zur Korrektur der psychosozialen Probleme und Bereitschaft zur Änderung des Lebenspartners zu einem Leben führen. Als praktisch unverzichtbar gilt auch für einige Jahre) die Mitarbeit in einer vielen Selbsthilfegruppen für Alkoholiker und/oder deren Angehörige.

Die Notwendigkeit des absoluten Verzichts wird anderem damit begründet dass der Körper auf Mengen Alkohols ähnlich wie bei einer Allergie so dass der Patient nicht mehr in Lage sei die Trinkmenge selbst zu bestimmen. bleibe nur der absolute Verzicht.

Empirische Untersuchungen zeigen allerdings dass ein Teil von Alkoholkranken ohne jegliche Behandlung (inklusive Selbsthilfegruppen) entweder zu einem Leben ohne Alkohol zu einem unproblematischen moderaten Alkoholkonsum übergehen während anderer Teil der Alkoholkranken aus allen sozialen fällt: die Familie wendet sich ab die geht verloren Obdachlosigkeit ist nicht selten. Zuletzt das Leben als chronisch mehrfachgeschädigter Alkoholiker (CMA) Korsakow-Syndrom oder Amnestischem Syndrom sowie vielfältigen Begleit- Folgekrankheiten in einer Pflegeeinrichtung.

Bedauerlicherweise lässt sich der Verlauf der nicht zuverlässig vorhersagen so dass die Entscheidung oder gegen Abstinenz zur existenziellen Frage wird.

Siehe auch: Jugendalkoholismus Abstinenzverein Todesursache Entgiftung Anonyme Alkoholiker

Phasen

Prof. E. M. Jellinek formulierte 1951 bis heute weit verbreitetes Modell vom Verlauf Alkoholkrankheit. Er unterscheidet vier Phasen :

1. Die voralkoholische symptomatische Phase : Der Beginn des Konsums alkoholischer Getränke immer sozial motiviert. Im Gegensatz zu durchschnittlichen empfindet der spätere Alkoholiker befriedigende Erleichterung . Entweder weil seine inneren Spannungen größer oder er im Gegensatz zu anderen nicht hat mit ihnen umzugehen. Anfangs schreibt der seine Erleichterung eher der Situation zu (lustige als dem Trinken. Er sucht Gelegenheiten bei den beiläufig getrunken wird. Im von Monaten bis Jahren lässt seine Toleranz seelische Belastungen so sehr nach dass er tägliche Zuflucht im Alkohol sucht. Da er nicht betrunken ist erscheint sein Trinken weder ihm seiner Umgebung verdächtig. Mit der Zeit erhöht die Alkoholtoleranz. Der Alkoholiker entwickelt einen gesteigerten Bedarf . Nach weiteren Monaten bis Jahren geht Stadium vom gelegentlichen zum dauernden Erleichterungs- /Entlastungstrinken über. Für die gleiche Wirkung wird mehr Alkohol benötigt.

2. Die prodomale Phase oder Vorläufer-Phase der Sucht ist gekennzeichnet durch plötzlich Erinnerungslücken oder Amnesien . Sie können ohne Anzeichen von Trunkenheit Der Trinker kann Unterhaltungen führen und Arbeiten sich aber am nächsten Tag tatsächlich nicht erinnern. Bier Wein und Spirituosen hören auf zu sein werden zur dringend benötigten "Medizin". Trinker wird allmählich bewusst dass er anders als andere. Er beginnt sich zu schämen vor Beurteilung durch andere zu fürchten. Er trinkt heimlich bei geselligen Gelegenheiten und legt sich mit größeren Alkoholvorräten an. Der Alkoholiker denkt dauernd an Alkohol . Wegen der verstärkten Abhängigkeit tritt das Trinken" auf das Herunterkippen des oder der Gläser. Der Alkoholiker spürt dass etwas nicht und entwickelt Schuldgefühle und Scham wegen seiner Trinkart. Er vermeidet Anspielungen auf Alkohol und Trinkverhalten in Gesprächen. Der Alkoholkonsum bisher schon sehr hoch fiel aber noch auf da er zu keinem deutlichen Rausch Diese Phase endet mit "zunehmenden Gedächtnislücken". Durch täglichen Betäubungen mit Alkohol verändern sich Nerven- Stoffwechselvorgänge. Der Alkohol wird zur Droge.

3. Mit der kritischen Phase beginnt die Alkoholsucht. Der Trinker erleidet Kontrollverluste . Schon nach dem Konsum kleiner Mengen entsteht ein intensives Verlangen nach mehr dass endet wenn der Trinker zu betrunken oder krank ist um mehr zu trinken. Ein von Kontrolle besteht noch. Der Betroffene versucht zu "beherrschen". Er verspricht Abstinenz und versucht auch einzuhalten scheitert damit aber auf Dauer. sucht Ausreden für sein Trinken. Jeder Kontrollverlust einen guten äußeren Grund gehabt. Diese Erklärungsversuche seines Verhaltens sind ihm wichtig da außer dem Alkohol keine anderen Lösungen seiner kennt. Sie erweitern sich zu einem ganzen Erklärungssystem das sich auf auf sein gesamtes ausdehnt. Er wehrt sich damit gegen soziale Belastungen durch immer häufigere Konflikte im privaten und beruflichen Bereich wegen Persönlichkeitsveränderungen. Der Süchtige kompensiert sein schrumpfendes Selbstwertgefühl übergroße Selbstsicherheit nach außen.

Das Erklärungssystem isoliert den Kranken zunehmend. sucht aber die Fehler nicht bei sich den anderen und entwickelt ein auffällig aggressives Verhalten . Als Reaktion auf den sozialen Druck der Kranke Perioden völliger Abstinenz . Er versucht eine andere Methode sein zu kontrollieren. Er ändert das Trinksystem und stellt Regeln auf (nur bestimmte an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten). Auf Verständnis seiner Umgebung ("ein Bier ist doch für sein Leiden reagiert der Süchtige mit "sozialer Isolation". Er zieht sich von Freunden und wechselt Arbeitsplätze . Der Trinker "verliert Interesse" an seiner er richtet seine Tätigkeiten nach dem Trinken und entwickelt ein "auffallendes Selbstmitleid". Die soziale und die Verstrickung in Lügen und Erklärungen unerträglich der Alkoholiker flüchtet in Gedanken oder durch tatsächliche Ortswechsel.

Das Familienleben ändert sich . Die Familie die den Trinkenden oft "deckt" (Koalkoholismus Koabhängigkeit) isoliert sich gesellschaftlich oder im Gegenteil flüchtet sich vor dem häuslichen in ausgiebige Aktivitäten. Der Alkoholiker reagiert mit grundlosem Unwillen . Wenn der "Stoff" fehlt startet er Beschaffungsversuche. Er versucht seinen Vorrat zu sichern er Alkohol an den ungewöhnlichsten Orten versteckt. Körperliche Folgen treten auf wie Händezittern Schweißausbrüche und Störungen. Sie werden verstärkt durch "Vernachlässigung der Die ersten Krankenhauseinweisungen wegen alkoholbedingter Schwierigkeiten erfolgen. Es kommt morgendlichen Trinken . Tägliche Trunkenheit wird zur Regel. In kritischen Phase kämpft der Süchtige gegen den der sozialen Basis.

4. Die chronische Phase endet in der Zerstörung des Menschen. Alkoholiker baut ethisch ab . Räusche werden länger. Bei einigen treten alkoholische Psychosen auf. Der Alkoholiker trinkt mit Personen weit unter Niveau . Falls keine alkholischen Getränke verfügbar sind er auch technischen Alkohol wie vergällten Alkohol Ein Verlust der Alkoholtoleranz fällt auf der Alkoholiker verträgt weniger. treten undefinierbare Ängste und Zittern auf. Auf die Entzugssymptome reagiert der mit besessenem Trinken . Viele Alkoholiker entwickeln unbestimmte religiöse Wünsche . Die Erklärungsversuche werden schwächer es kommt Punkt an dem das Erklärungssystem versagt . Der Süchtige gibt seine Niederlage zu. Kranke bricht zusammen nicht wenige begehen Selbstmordversuche. Manche Kranke weiter entwickeln sich zu gespaltenen Menschen. Im Alkoholdelirium treten Alkohol psychosen auf mit Halluzinationen Stimmenhören Angst Desorientierung. Die schwerste Form ist das Delirium tremens das bei plötzlichem Alkoholentzug auftreten kann. dieser (End)phase ist der Kranke am ehesten Hilfe anzunehmen. Eine Einweisung in eine spezielle ist für ihn lebensrettend – und der Einstieg in ein Entwöhnungsbehandlung.

Typen

Auf Jellinek geht auch die gebräuchlichste von Erscheinungsformen des Alkoholismus zurück:

Der Alpha-Typ (Erleichterungstrinker) trinkt um innere Spannungen und zu beseitigen. Die Menge hängt ab von jeweiligen Stress-Situation. Es besteht vor allem die psychischer Abhängigkeit da noch keine körperliche Abhängigkeit ist. Alphatrinker sind nicht alkoholkrank aber gefährdet.

Der Beta-Typ (Gelegenheitstrinker) trinkt bei sozialen Anlässen große bleibt aber sozial und psychisch unauffällig. Betatrinker einen alkoholnahen Lebensstil. Gesundheitliche Folgen entstehen durch Alkoholkonsum. Sie sind weder körperlich noch psychisch aber gefährdet.

Der Gamma-Typ (Rauschtrinker Alkoholiker) hat längere abstinente Phasen sich mit Phasen starker Berauschung abwechseln. Typisch der Kontrollverlust. Er kann nicht zu trinken auch wenn er bereits das Gefühl hat zu haben. Auch wenn er sich wegen Fähigkeit zu längeren Abstinenzphasen sicher fühlt ist alkoholkrank.

Der Delta-Typ (Spiegeltrinker Alkoholiker) bleibt lange Zeit sozial weil er selten erkennbar betrunken ist. Dennoch eine starke körperliche Abhängigkeit so dass er Alkohol trinken muss um Entzugssymptome zu vermeiden. das ständige Trinken entstehen körperliche Folgeschäden. Deltatrinker nicht abstinenzfähig und alkoholkrank.

Der Epsilon-Typ (Quartalssäufer Alkoholiker) erlebt in unregelmäßigen Intervallen exzessiven Alkoholkonsums mit Kontrollverlust die Tage oder dauern können. Dazwischen kann er monatelang abstinent Epsilontrinker sind alkoholkrank.

Alkoholfolgekrankheiten

  • Leberzirrhose
    • Speiseröhrenvarizen
    • Magenblutungen
    • Aszites
  • Pankreatitis
  • Epilepsie
  • Psychosen
  • Mund- und Speiseröhrenkrebs
  • Myokarditis (Entzündung des Herzmuskel)
  • Myositis
  • Immunschwäche mit vermehrten Pneumonien und TBC
  • Rippenfrakturen und andere Unfallfolgen
  • Hirnleistungsstörungen wie das Korsakowsyndrom

Erstaunlich ist die geringe subjektive Beeinträchtigung Alkoholikers durch seine Erkrankungen. Trotz objektiv katastrophalen wird dies vom Betroffenen oft nicht so Viele Alkoholiker sterben deswegen relativ unbeschwert.

Sozialmedizinische Bedeutung und Kosten

Die Folgekosten der Alkoholkrankheit sind enorm auch indirekte Kosten wie die Arbeitsunfähigkeit und der verlorene Führerschein und verursachte Verkehrsunfälle sowie erhöhte Scheidungsraten von Alkoholkranken zu berücksichtigen sind. ist aus sozialmedizinischer Sicht zu fordern dass Steuereinnahmen des Staates für die verschiedenen Alkoholika in Höhe des abschätzbaren Gesundheitskosten liegen sollten. ist das wahrscheinlich noch nicht gewährleistet.

Die Steuereinnahmen sollten den Krankenkassen zur stehen um die Alkoholfolgekrankheiten unabhängig vom allgemeinen finanzieren zu können.

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