Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Antonin Artaud (* 4. September 1896 ; † 4. März 1948 ) war ein französischer Schauspieler Dramatiker Regisseur Dichter und Theater-Theoretiker.
Artaud propagierte eine völlig utopische Idee einem Theater des Mangels und der Krise Theater der Grausamkeit . In dieser Form sollten Text Sprache Bewegung auf der Bühne keine Einheit mehr Vielmehr wollte Artaud die zentrale Rolle des im Theater mindern und dafür sorgen dass Aufführung also das Spektakel der Inszenierung in Vordergrund rückte. Eine Inszenierung bedeutete für Artaud immer schon einen in sich geschlossenen Text so dass die an sich einen geringeren Stellenwert bekamen.
Geboren am 4.9.1896; Mitwirkung in ca. Filmen Verfasser von 26 Büchern Tätigkeit im in Paris wird gemeinhin als Mitbegründer der angesehen. Mitglied der Bewegung des Surrealismus mit der er 1926 brach. Ab Patient in geschlossenen psychistrischen Kliniken für neun wegen Gefahr für die öffentliche Ordnung und dort Behandlung mit Elektroschocks Lithium Quecksilber - und Wismutpräparaten. Er selbst konsumierte über Opium und Heroin . Am 4. März 1948 wird er aufgefunden in sitzender Haltung im Bett mit Schuh in der Hand.
Artaud stellte sein Theater der Grausamkeit drei Prämissen:
1. Der zerstreute Text - das von Text auf der Bühne folgt keinen Zusammenhängen wie es sonst in der traditionellen Inszenierungspraxis der Fall ist. Diese Fragmentierung von stellte für Artaud eine Rebellion gegen die Zivilisation und Kultur dar.
2. Der entstellte Körper - hierbei Artaud viel Inspiration im traditionellen balinesischen Theater. Eigenmächtigkeit von Zeichen wie einer bestimmten Gestik Mimik eines Kostüms oder nur dem Auftreten Körpers an sich war für seine Theatertheorie Aggressionen und Wünsche sollten durch solche körperlichen dargestellt werden. Die Körperlichkeit des Atems war Artaud wichtig; der Atem war für ihn von Darstellenden und Zuschauern Geteiltes und somit Verbindung zwischen Bühne und Publikum.
3. Die unterdrückte Stimme - die der Stimme der Artikulation und des Gehört-Werdens bei Artaud eine wichtige Rolle. Für ihn die eigene Unterdrückung durch einen stummen Schrei und in gewisser Weise gerade durch die auch hörbar. Es ging ihm weniger um als um Geräusche die den Zuschauer schmerzhaft sollten.
Artaud sah als Double des Theaters Pest die Metaphysik und die Grausamkeit. Eine Aufführung sollte ihn keine Mimesis also Nachahmung der Wirklichkeit sondern war eine Wirklichkeit für sich. Das ist also kein Double der Realität sondern Realität die für Artaud immer grausam war die Wirklichkeit des Theaters.
Die von Artaud erstmals in ihrer Schärfe artikulierte Idee eines "nicht-repräsentativen" Theaters eines der direkt umgesetzten Energien des Seins selbst auf viele KünstlerInnen und TheoretikerInnen des 20. großen Einfluss ausgeübt: u.a. auf Jerzy Grotowski Kantor und Sarah Kane auf die Performance - und Aktionskunst aber auch auf Philosophen wie Gilles Deleuze und Félix Guattari .