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Arianismus


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Der Arianismus ist eine christliche theologische Lehre die nach einem ihrer Vertreter Arius benannt ist und die bezüglich Christologie im Gegensatz zur Trinitätslehre steht.

Lehre

Arianismus war die Gegenbewegung gegen den Sabellianismus der vertrat dass Jesus mit Gott identisch sei. Sie vertraten vor allem die ( Subordination ) von Jesus Christus unter Gott den die sie so ausdrückten:
  1. Jesus Christus ist von Gott geschaffen und nicht Gott wesensgleich.
  2. Gott selber wird als ungeschaffen und ohne angesehen. Der Sohn sei jedoch aus oder von Gott und sei daher nicht ebenfalls Gott. Der Sohn sei zwar besonders und habe auch eine besondere Stellung aber weniger als Gott.

Einige meinen dass die Argumente für Arianismus philosophisch waren - mittelplatonisch auf die Transzendenz Gottes (siehe: negative Theologie) hin orientiert sie Gottes Unantastbarkeit und Würde allein durch strikten Monotheismus gewährleistet sahen. Andere meinen dagegen der Arianismus im Unterschied zur Trinität biblisch ist.

Trinitarier hielten u.a. dagegen der Arianismus zwei Götter einen ungeschaffenen und einen geschaffenen höchsten und einen untergeordneten Gott und fiele in den heidnischen Polytheismus zurück. Ebenso stelle der Arianismus die Heilslehre in Frage da nur Gott die erlösen könne ein Geschöpf könne dies nicht. Christus nicht göttlich sei können auch die nicht Kinder Gottes werden.

Arianer sagten dazu dass gerade die eigentlich von drei Göttern ("Personen") rede während in großer Klarheit nur einen Gott (Unterordner) alle sähen den Vater. Gott habe außerdem der Bibel Seinen Sohn beauftragt die Schöpfung erlösen womit Gott natürlich der eigentliche Urheber Zudem ist Christus stets Mittler d.h. Menschen durch Christus Kinder Gottes (des Vaters).

Bedeutende Vertreter des Arianismus waren neben Eusebius von Nikomedia Eunomius Gegenpapst Felix II. Wulfila und die konstantinopolitanischen Patriarchen Macedonius (342-346 Eudoxius von Antiochia (360-370) Demophilus (370-379) und Maxentius (380).

Der Arianismus spaltete sich bald in Hauptrichtungen die radikalen Arianer die sich wieder in Exukontianer (Gott-Sohn geschaffen aus dem "Nichtseienden") Anomoianer (von griechisch ανoμoιoς anomoios unähnlich nach allem und nach dem und Heterousiasten (ein anderer nach dem "Wesen" als unterteilten die Homöaner (von griechisch oμoιoς "homoios" ähnlich) die dass der Vater und der Sohn ähnlich und die der trinitarischen Lehre nahestehenden Semi-Arianer oder Homöusianer (von griechisch oμoιoυσιoς homoiousios wesensähnlich) die vertraten dass der Sohn der Vater wesensähnlich aber unterschiedlich seien. Diese Hauptrichtungen bekämpften sich untereinander.

Geschichte

Die arianische Lehre ist erstmals überliefert der Mitte des dritten Jahrhunderts bei Paul von Samosata . Die Lehre wurde zwar auf mehreren Synoden verurteilt hatte aber weiterhin Anhänger.

Der Arianische Streit die Auseinandersetzungen zwischen Trinitariern und Arianern die Kirchengeschichte im 4. Jahrhundert wobei auch der Arianismus nur zwischenzeitlich politisch stärkere Stellung (Kaiserhaus und kaiserliche Garden) während der Trinitarismus aber letztlich siegte und auch einflussreichere Theologen wie z.B. Athanasius von Alexandria Basilius von Caesarea Gregor von Nazianz Ambrosius von Mailand aufbieten konnte.

Der Streit gliedert sich in drei detailliert geschildert im Artikel arianischer Streit und erstes Konzil von Nicäa :

  • ca. 318-325 ein lokaler Streit zwischen von Alexandria und Arius eskaliert so weit dass Kaiser Konstantin I. um die Parteien zu einigen das erste ökumenische Konzil von Nicäa einberuft das die ersten Fassung des Nicänischen Glaubensbekenntnisses aufstellt.
  • 325-361: Reaktion der Arianer die zu politischen und religiösen Vormachtstellung führt
  • 361-381: Wiederaufschwung der Trinitarier initiiert durch Theodosius der mit dem ersten ökumenischen Konzil von Konstantinopel und der endgültigen Form des Nicänisch-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses endet. Das Dogma wird römisches Gesetz dass alle die nicht an die Trinität per römischem Gesetz gezwungen waren sich entweder ihrem Glauben loszusagen oder aber die Konsequenzen Strafe zu tragen.

Erst nach dem Konzil von Konstantinopel 381 stand die Lehrentscheidung der Kirche die antisubordinatianisch-trinitarische Lehre fest.

Die Germanenstämme die um die Mitte vierten Jahrhunderts von der Ostsee an die Nordostgrenzen des Römischen Reiches gezogen waren wurden während der Vorherrschaft Arianismus christianisiert. Der gotische Bischof Wulfila verfasste eine Bibel in gotischer Sprache zum einigenden Band der arianischen Germanenstämme wurde.

Während der Völkerwanderung kamen diese Stämme ( Burgunder Wandalen Ostgoten Westgoten Langobarden ) in Gebiete des ehemaligen römischen Reichs die von trinitarischen Christen bewohnt waren. kam dabei mehrfach zu Konstellationen wo eine oder heidnische Minderheit über eine überwältigende trinitarische herrschte wobei diese Mehrheit in der Regel über die (noch) höhere Zivilisation verfügte. In meisten Fällen führte das dazu dass die mit der Zeit die Sprache Kultur und der Mehrheit übernahm. So liessen sich der fränkische König Chlodwig I. 496 der arianische burgundische König Sigismund und der arianische Westgotenkönig Recared 589 trinitarisch Im Vandalenreich in Nordafrika gab es bis Eroberung durch die Moslems parallel lateinisch-trinitarische griechisch-trinitarische arianische Christen.

In neuerer Zeit haben arianische Richtungen des Christentums zum Unitarismus geführt. Neben anderen vertreten auch die Zeugen Jehovas eine arianische Lehre.

Das Verschwinden der organisierten Teilkirche bzw. konfessionellen Richtung des Arianismus und die offizielle der überbleibenden Kirchen auf die Wesensgleichheit änderte nichts daran dass die Fragestellung der Natur Jesu als theologisches Problem die Zeiten bis überdauerte.

siehe auch Apollinarismus



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