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Bad Wimpfen


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Bad Wimpfen ist eine schöne und sehr alte am Neckar im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg. Die Stadt hat ca. Einwohner (Stand: Mai 2004).

Inhaltsverzeichnis

Erste Besiedlung durch die Kelten

Erste Siedlungsspuren auf der Gemarkung der Stadt Bad Wimpfen sind für die jüngere und die Bronzezeit nachgewiesen. Eine alte Völkerstraße von Frankreich kommt gabelt sich hier längs Jagst in Richtung Nürnberg und über Öhringen Donau und wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit was durch zahlreiche Funde dokumentiert wird.

Um 450 v. Chr. siedelten Kelten vom Stamm der Helvetier an Neckar und Jagst im Raum Bad Wimpfen auch "Neckarschwaben" (Suebi Nicreti) werden von römischen Quellen Die Kelten gaben vermutlich den genannten Flüssen auch der Siedlung Wimpfen ihre Namen. "Wimpfen" nach dem deutsch-keltischen Wörterbuch von Obermüller (1872) keltische Wortschöpfung aus "uimpe" (umwallt) und "bin" sein und in etwa "Wall am Berg"

Kastell der Römerzeit

Um 90 n.Chr. sicherten die Römer unter Kaiser Domizian eroberte Gebiet in Südwestdeuschland so genannte Dekumatland) durch ein System von die im Abstand von 12-15 Kilometern angelegt Gegenüber der Jagstmündung entstand so das Kastell im Tal als Teil des Neckarlimes.Wie bei meisten Kastellen üblich bildete sich schon früh umgebende Siedlung in der sich vor allem und Handwerker ansiedelten.

Nach der Verlegung der Reichsgrenze zum Limes bei Jagsthausen unter Kaiser Antonius Pius n.Chr.) verlor das Kastell seine militärische Bedeutung 260 n. Chr. zerfällt der Neckarlimes endgültig.

Die Siedlung auf dem Gebiet von im Tal wurde zur Stadt mit Mauer Graben sowie einer hölzernen Brücke über den ausgebaut die erst im frühen Mittelalter durch zerstört worden sein soll. Die Neckarbrücken bilden in die Gegenwart im dicht besiedelten Neckartal Verkehrsknotenpunkte.

Entwicklung bis zum Mittelalter

Nach dem Abzug der Römer beherrschten Alemannen ab dem 3. Jhd. n. Chr. Neckarbecken. Unter ihnen erfolgte die weitgehende Zerstörung römischen Bauten. Um 500 wurde Wimpfen fränkisch. der Besiedlung durch die Franken unter Chlodwig auch das Christentum einher so dass die der frühen christlichen Kirchen auf den Überresten Kultstätten ebenfalls auf diese Zeit zurückdatieren.

Im 9. Jhd. n. Chr. gelangte in den Besitz der Bischöfe von Worms. dieser Zeit drangen die Ungarn in den vor und verwüsteten die meisten der dortigen darunter auch Wimpfen. Im Rahmen des anschließenden wurde auf den Ruinen der fränkischen Kirche größerer Petrus als Patron des Bistums Worms Kirchenneubau errichtet. Über mehr als drei Jahrhunderte nun die dortigen Stiftsherren die geistliche Gerichtsbarkeit mittleren und unteren Neckarraum zwischen Kirchheim und aus.

Marktrecht und Stauferpfalz

Durch eine Urkunde von Kaiser Otto gelangte Wimpfen im Jahr 965 in den des Marktrechts . Durch die verkehrsgünstige Lage und den der Gerichtsbarkeit entwickelte sich der Marktflecken prächtig. Wimpfener Talmarkt wird heute noch jährlich begangen gehört mit seiner über 1000-jährigen Geschichte zu traditionsreichsten Marktveranstaltungen Deutschlands.

Im Jahr 1182 wird ein Aufenthalt Friedrich Barbarossas in Wimpfen vermutet. Sein mittelalterliches Reich wurde dezentral verwaltet. Die Staufer errichteten an vielen Orten ihres Reiches so genannte Kaiserpfalzen - große bewehrte Burganlagen in denen Kaiser Hof hielten und Recht sprachen. Die in Wimpfen wurde auf dem zum Kraichgau ansteigenden Bergrücken oberhalb der Siedlung im errichtet wo sich zuvor nur eine unbedeutende Siedlung befunden hatte. Die Pfalz und die umgebende Siedlung wuchsen in der Folgezeit stark so dass das staufische Wimpfen am Berg eine stärkere Bedeutung gewann als die ungleich Talstadt. Um das Jahr 1200 datieren die der heute noch erhaltenen Bauten der Kaiserpfalz auch das Wahrzeichen der Stadt der 58 hohe "Blaue Turm" der als westlicher Burgfried wurde und bis ins frühe 20. Jahrhundert Wachturm diente.

Stauferkaiser Heinrich VI. hat nachweislich mindestens Mal in Wimpfen Hof gehalten Friedrich II. acht Mal. Noch heute gilt die Stauferpfalz Wimpfen als die größte erhaltene Kaiserpfalz nördlich Alpen.

Im 13. Jahrhundert veranlasste Richard von den Umbau der Stiftskirche im Stil der Zeit der Gotik. Zur gleichen Zeit wurde der Stadt auch ein Dominikanerkloster gegründet sowie großes Spital errichtet. Mit dem Niedergang des ging um das Jahr 1300 der Stand als Freie Reichsstadt einher infolgedessen sich zahlreiche hier niederließen und auch das Bürgertum eine erlebte. Zahlreiche Bauten der Stadt sind aus Zeit erhalten.

Kaiser Friedrich III. verlieh der Stadt Jahr 1487 das Recht nebem dem zu Zeit bereits etwa 500 Jahre etablierten Talmarkt noch vor Weihnachten einen Markt den damals genannnten Katharinenmarkt abhalten zu dürfen. Auch die dieses Weihnachtsmarktes wird bis in die Gegenwart

Zeitalter der Reformation


Im 16. Jahrhundert war Wimpfen eine der Reformation. In den Stadtarchiven und im Museum in der Pfalzkapelle sind Namen und örtlicher Reformatoren überliefert deren wichtigster wohl Erhard gewesen sein dürfte der von 1523 bis als evangelischer Prediger wirkte. Sein Zeitgenosse Heinrich verfasste in Wimpfen zahlreiche Reformationsschriften und -lieder. die katholische Geistlichkeit vor Ort erbitterten Widerstand die Reformatoren leistete zählen die Einwohnerlisten des 1588 nur noch etwa 30 Katholiken am Der protestantische Stadtrat vergab fortan Katholiken kein mehr und die Kirchen der Stadt wurden protestantischen Gemeinde übereignet oder aber von beiden genutzt was insbesondere für Auseinandersetzung mit den und den Wormser Domherren führte.

Dreißigjähriger Krieg

Die religiösen Auseinandersetzungen in der Stadt jedoch alsbald in den Hintergrund als im 1622 unweit der Stadt die Truppen des Generals Johann Tserclaes Graf von Tilly auf Heer des Markgrafen Georg Friedrich von Baden Diese "Schlacht bei Wimpfen" war eine der und blutigsten des Dreißigjährigen Krieges. Tilly hatte die Schlacht bei Wiesloch verloren und hatte mit seinem 15.000 Mann starken katholischen Heer durch das Kraichgau zum Neckar bei Wimpfen Der badische Markgraf folgte ihm mit 20.000 Soldaten. Am 6. Mai 1622 trafen die Truppen zwischen Wimpfen und dem heute zu gehörenden Biberach aufeinander. Binnen weniger Stunden hatten Soldaten ihr Leben verloren die Explosion des der markgräflichen Truppen kostete weiteren Hunderten von das Leben.

Wimpfen wurde im weiteren Verlauf des mehrfach geplündert Häuser und Felder wurden abgebrannt Krankheiten und Seuchen rafften die Bevölkerung dahin. nach Ende des Krieges war die Bevölkerung ein Zehntel des Vorkriegsstandes reduziert. Viele prächtige waren zerstört und zur Sanierung bestehender Gebäude für Neubauten wurden in der Folgezeit Teile früheren staufischen Burganlagen abgetragen.

An den verheerenden Folgen des Dreißigjährigen hatte die verwüstete Stadt noch über 150 zu leiden. Obwohl die Kelten im Neckarbecken in vorchristlicher Zeit Salz aus Sole gewonnen schlugen im frühen 18. Jahrhundert zunächst Versuche Salz in Salinen zu gewinnen. Es herrschte bittere Armut. In dieser Zeit erfuhr Wimpfen Unterstützung durch die Reichsstadt Nürnberg.

Aus dem Jahr 1783 wird von "Wimpfener Holzrevolution" berichtet. Das Holz aus den Wäldern stand den Bürgern bis dahin kostenlos Verfügung. Um die Stadtkasse aufzubessern sollte hierauf eine Abgabe erhoben werden die die ebenfalls Bürger nicht erbringen konnten. Die daraus resultierenden konnten nur durch ein starkes Aufgebot an unterdrückt werden. Im Jahr 1802 verlor Wimpfen das Attribut der Freien Reichsstadt und wurde Hessen als Exklave zugesprochen.

Soleförderung und Kurbad

Im Jahr 1817 gelang in der Ludwigshalle erstmals erfolgreich die Soleförderung in Wimpfen. als technischer Grundstoff für die beginnende Industrialisierung die Sole auch therapeutisch genutzt werden und hat bereits 1835 das erste Kurhotel seine geöffnet. Ein Zeichen der beginnenden wirtschaftlichen Prosperität auch das 1836 errichtete neue Rathaus der Trotz dieser neuen Perspektiven wurden viele staufische der Stadt weiterhin abgerissen oder umgenutzt. Die bereits über 600 Jahre alte Pfalzkapelle wurde im Jahr 1837 zu einer Scheune umgenutzt sollte erst 70 Jahre später wieder in ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

Nachdem in den 1860er Jahren die von Heilbronn nach Heidelberg und damit der Bahnhof 1868 in Betrieb genommen wurde erfuhr Kurbetrieb einen großen Auftrieb. Bäder und Kureinrichtungen nun kontinuierlich ausgebaut und führten zu einer wirtschaftlichen Blüte. Hierüber berichtet beispielsweise auch Mark Twain in den Schilderungen seiner Europareise im 1867. Am 26. April 1930 erhielt die den offiziellen Bädertitel.

Gegenwart

Den Zweiten Weltkrieg hat die Stadt unbeschadet überstanden. Die Stadt bot durch ihre vielen Flüchtlingen Unterkunft so bezogen im Jahr aus Grüssau vertriebene Benediktinermönche die frühere Ritterstiftskirche.

Allerdings wurde die Stadt in einer Gebietsreform der alliierten Besatzung nach Kriegsende der der badischen Kreissatdt Sinsheim zugeschlagen. Dies erregte den Missmut der die sich teils traditionell Hessen teils pragmatisch der nahen württembergischen Kreisstadt Heilbronn zugehörig fühlte. Das badische Intermezzo endete einer Volksabstimmung im Jahre 1951 in der die Bevölkerung mehrheitlich für die Eingliederung in Landkreis Heilbronn aussprach was am 1. Mai vollzogen wurde.

In der Gegenwart beeindruckt Bad Wimpfen durch seine Kureinrichtungen als auch durch seinen Bestand an Bau- und Kunstdenkmälern aus zwei Die historische Altstadt ist komplett denkmalgeschützt. Ein Sanierungsprogramm konnte ab 1976 zur Aufwertung der historischen Gebäude beitragen. Seit der Rezesson der Jahre geht jedoch die weitere Sanierung von und Kunstdenkmälern zumeist nur noch auf private zurück.

Literatur

Wimpfen Geschichte und Kunstdenkmäler R. Bührlen Wimpfen 1980

  

Weblinks

http://www.badwimpfen.de
http://www.badwimpfen.org
http://www.sgbadwimpfen.de


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