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Baum des Wissens


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Als Baum des Wissens bezeichnet man ein klassisches epistemologisches Ordnungssystem das der botanischen Semantik entlehnt ist; es geht zurück auf aristotelische Kategorienlehre und wurde im Arbor porphyriana in Porphyrs Isagoge erweitert und präzisiert.

Der Baum des Wissens wird traditionell mit einer Baummetaphorik veranschaulicht kann visualisiert werden mit einem Baumdiagramm.

Inhaltsverzeichnis

Baum des Wissens als Dispositionsmetapher

Die meisten spätantiken und mittelalterlichen Enzyklopädien bedienen sich der Metapher des Baums des Wissens zur systematischen Disposition des Wissens; ein Beispiel für die aristotelisch-ramistische Methode ist Theodor Zwingers Theatrum humanae vitae ( 1565 ; vgl. Ramismus ).

Ein Vorläufer der visualisierten Baummetapher ist Darstellung der Sieben Freie Künste die beispielsweise im mittelalterlichen Hortus deliciarum der Herrad von Landsberg (um 1180) als Kreis dargestellt wird.

Stammbaum menschlichen Wissens in der "Encyclopédie"


Die Encyclopédie ist die letzte bedeutende Enzyklopädie die Stammbaum des Wissens nach Art Francis Bacons (vgl. Stammbaum der Wissenschaften ) bietet aber bereits an mehreren bedeutsamen von diesem abweicht; sie leitet damit einen "erkenntnistheoretischen Richtungswechsel [ein] der die Topographie allen Wissens verwandelte" ( Robert Darnton ); das Système figuré des connoissances humaines bildet einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis innteren Logik der Encyclopédie .

Der Stammbaum des menschlichen Wissen zu Beginn Band 1 der "Encyclopédie" (Des connoissances humaines. Memoire Raison Imagination)

Das figürlich dargestellte System der Kenntnisse des (deutsche Übersetzung)

Ausschnitt aus dem Stammbaum des menschlichen Wissens der "Encyclopédie" (1750)

Kritik

In der Neuzeit wurde das klassische fundamental hinterfragt; Wittgenstein bewies die Unmöglichkeit einer Klassifikation bestimmter Kategorien und führte als Alternative Begriff der Familienähnlichkeit ein.

Auch der Philosoph Michel Foucault kritisiert in Die Ordnung der Dinge ( 1974 ) die Fragwürdigkeit jeglicher Kategoriensysteme da sie Raum-Zeit-Gebundenheit unterliegen; er zeigt in seiner Archäologie des Wissens dass jedes Kategoriensystem willkürlich wirkt wenn von einer Außenperspektive aus betrachtet wird (vgl. Taxonomie ).

Weitere postmoderne Kritik äußerten Deleuze und Guattari die als neue Wissensmetaphern das Rhizom das Netz bzw. das Netzwerk einführten.

Siehe auch




Bücher zum Thema Baum des Wissens

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