Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 21. September 2019 

Biedermeier / Vormärz


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Der Ausdruck Biedermeier / Vormärz bzw. Restaurationsepoche umfasst die literarische Epoche die im durch den Biedermeier und den Vormärz von 1815 bis 1848 gekennzeichnet ist.

Die Literatur dieser Epoche ist sehr und geprägt durch christliche Erweckungsliteratur und das Biedermeier auf der einen die engagierte Literatur Vormärz und des jungen Deutschland sowie die Agitationsgedichte eines Georg Herwegh auf der anderen Seite bis zu nihilistischen Erzählung Lenz von Georg Büchner . Trotzdem ist es möglich die Literatur Epoche als Einheit zu betrachten.

Allen Autoren gemeinsam war dass sie bewusst waren in einer Umbruchzeit zu leben. hatten die große Französische Revolution miterlebt und 1815 erfahren dass mit Wiener Kongress die alten Zustände weitgehend wieder hergestellt Aber den Zeitgenossen war klar dass dies so bleiben würde sondern dass der Fortschritt nicht aufhalten ließ. Kirche und Religion hatten Revolution scheinbar unbeschadet überstanden aber Atheismus wurde die aufgeklärten Intellektuellen zur Möglichkeit. Die Wirtschaft noch immer am Ideal des Handwerkers orientiert die Zünfte waren in Preußen aufgehoben die Gewerbefreiheit war eingeführt und Industrialisierung brach sich Bahn. Die alten politischen waren restauriert aber die territorialen Verschiebungen der napoleonischen Ära blieben bestehen und die liberale Bewegung kämpfte für politische Beteiligung des Bürgertums.

Die Dichter empfanden diese Zeit und Menschen in ihr als zerrissen und zerrissene Gegensätzen schwankende Personen die nicht in der sind konsequente Entscheidungen zu treffen sind typisch die Literatur der Epoche. Immermann beschreibt dieses Lebensgefühl in seiner autobiographischen Die Jugend vor 25 Jahren als gespalten doppelt krankhaft nervös und lebensschwach. Dies spiegelt auch in den Romanfiguren etwa Mörikes Maler Nolten und dort besonders in Freund der Titelfigur Larken.

Prägend für die Dichter der Epoche auch die Auseinandersetzung mit Goethe . Sie waren sich bewusst dass ihre nach dem Höhepunkt der deutschen Klassik nur epigonal sein konnten. August Graf Platen-Hallermünde und Friedrich Rückert versuchten im Rückgriff auf antike und Vorbilder der Dichtung neue Formen zu eröffnen scheinen ihre Werke vor allem artifiziell und allem Rückert wurde dann auch gern parodiert. gelang es dagegen in seinen Gedichten nach Vorbild antike Formen produktiv weiterzuentwickeln.

Auch im Drama etwa bei Franz Grillparzer wirkte das klassische Vorbild Schillers fort. der Gegenseite erfolgte eine bewusste Abwendung von klassischen Literatur. Bei den Dichtern des Vormärz Erlebnislyrik im Grunde nur noch parodistisch vor. Christian Dietrich Grabbe schrieb mit Napoleon oder die Hundert Tage ein Drama der offenen Form und Georg Büchner verfasste mit Dantons Tod ein Dokumentardrama.

In der Prosa aber die ja immer viel freier war weil sie nicht antike Traditionen gebunden war explodierten die Formen Reisebeschreibungen Reportagen Essais Charakterskizzen entwickelten sich zu Gattungen.

Es ging den Dichtern dieser Epoche nicht nur um die Auseinandersetzung mit den Formen der Klassik. Sie warfen Goethe auch 'olympische' Kälte vor und setzte ihm ihr entgegen. Heinrich Heine fasste das Gefühl vieler zusammen als schrieb der Tod Goethes bedeute das Ende Kunstepoche. In diesem Ausspruch ist beides enthalten: Distanz zu einer Zeit wo man Kunst um der Kunst Willen trieb und die Realitäten ignorierte gleichzeitig aber auch die Trauer den Verlust der Möglichkeit einer autonomen Kunst




Bücher zum Thema Biedermeier / Vormärz

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Biedermeier_/_Vorm%E4rz.html">Biedermeier / Vormärz </a>