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Boxeraufstand


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Unter dem Boxeraufstand (義和團起義) versteht man den Aufstand eines chinesischen Geheimbundes der Gesellschaft der großen Messer (chin. Ta-Tau-Hui ). Die Bezeichnung Boxer ist auf ein sprachliches Missverständnis im Englischen zurückzuführen die Mitglieder dieses Geheimbundes waren Boxer im sportlichen Sinne allenfalls Schattenboxer.

Die Heiße Phase des Aufstandes fand in der Zeit April bis August 1900 statt.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Die "Boxer" waren ursprünglich eine zu von Kaiser Qian Long in Honan gegründete namens I-ho t´uan. Der Gründer war ein Hao Scheng-wen.

China hatte sich bis in das 19. Jahrhundert erfolgreich gegen den Rest der Welt Dann forderte der Kolonialismus der Europäer US-Amerikaner Japaner und Russen seinen Anteil an Qing-China . Bis zum Ende des Jahrhunderts erwarben Ausländer große Macht in China obwohl sie mal 10 855 Köpfe zählten - im zu etwa 470 Millionen Chinesen.

Missionare streiften durch China ausgestattet mit Sonderrechten sie vor der chinesischen Justiz schützten dazu März 1899 amtlichen Rangstufen. Es gab viele die sich von den Ausländern unterdrückt fühlten Christianisierung ablehnten und die chinesische Kultur und Traditionen durch die Industrialisierung untergehen sahen. So z.B. sah man dem Rost der von den Telegraphenleitungen tropfte das Blut der Geister. Überhaupt sich die Boxer aufgrund taoistischer Praktiken und Amulette für unverwundbar.

Als der ausländische Handel ( Import ) um 1897 verstärkt die einheimischen Erzeugnisse wurden viele Menschen erwerbslos. Das erklärt auch die Boxer fremde Maschinen wie technische Einrichtungen Dazu kamen Hungersnöte aufgrund von Überschwemmungen und in Shandong 1899. Der Staat der im 19. aufgrund von Überbevölkerung Korruption und ausländischer Einmischung zerfiel war längst mehr in der Lage das abzufedern und Boxer erhielten massenhaft Zulauf.

Die Kaiserinwitwe Cixi und ein Teil ihrer Regierung unterstützten Boxer stillschweigend gegen die Ausländer im Land. taten sie a) weil sie die Ausländer und b) damit sich die Wut der gegen die Ausländer und nicht gegen ihre richtete. In manchen Provinzen wurden sie auf der Regierung in Milizeinheiten organisiert trugen Banner der Aufschrift "Unterstützt die Qing-Dynastie und vernichtet Fremden."

Der Boxeraufstand

Am 11.01.1900 erlaubte die Regentin Chinas die Kaiserinwitwe Cixi die Boxerbewegung. Wenn friedliche und gesetzestreue Menschen ihre Fertigkeiten mechanischen Künsten üben um sich und ihre zu erhalten steht das im Einklang mit Prinzip: „Auf der Hut sein und sich helfen.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte die Boxerbewegung schon die Hauptstadt und die sie umgebende erfasst der Preis für Messer verdoppelte sich.

Der Beginn des Aufstandes wird auf 18. Mai gelegt als die Boxer in mehreren Provinzen gleichzeitig mit dem Marsch auf Peking begannen was zu Unruhen führte die 70 Menschenleben forderten. Als eine der ersten hatten sie am 27. Mai die Bahnlinie unterbrochen und sämtliche Telegraphenleitungen gekappt. Trotzdem kam 9. Juni eine letzte Nachricht durch und unterrichtete Seymour über den Ernst der Lage in Hauptstadt.

Am 10. Juni marschierte ein 2066 Mann starkes britisches Expeditionskorps von Tientsin los um die Gesandtschaften zu schützen. wurden erfolgreich von den Boxern aufgehalten (14.6-18.6.) kehrten um. Am 13. Juni rückten umfangreiche Boxer-Einheiten in Peking ein. Boxer folterten töteten und brandschatzten (13. Juni Westteil der Stadt). Die rund 473 Ausländer Soldaten und über 3000 Chinesenchristen wurden mit Tode bedroht und zogen sich in das zurück.

Angesichts dieser Situation stellten die bei stationierten allierten Truppen ein Ultimatum zur Übergabe chinesischen Forts Taku am Peiho-Fluss. Am 17. 75 Minuten vor Ablauf des Ultimatums eröffneten chinesischen Truppen das Feuer.

Auf eine gefälschte Depesche hin (die dem Text einer britischen Zeitung ähnelte: enthielt Forderung ihrer Abdankung und der Wiedereinsetzung Guang Xus 19. Juni) erklärte Cixi am 20. den Krieg und setzte einen Kopfpreis auf getöteten Fremden gleichgültig ob Mann Frau Kind Am 20. Juni wurde auch der Gesandte der deutschen Baron Klemens Freiherr von Kettler in Peking einem Offizier der Stadtpolizei erschossen als er zur Kaiserinwitwe begab.

Zwar lehnten mehrere hochrangige Chinesen (Vizekönige Gouverneure allen voran Jung Lu) das Verhalten Kaiserinwitwe ab doch der Aufstand ging weiter. Botschaftsangehörige und chinesische Christen verschanzten sich im die britische Botschaft wurde zur Kommandozentrale der 500 Bewaffneten denen rund 20.000 Chinesen gegenüberstanden.

Reguläre Truppen beteiligten sich auch an Belagerung des Gesandtschaftsviertels durch die Boxer. Allerdings sich Jung Lu der Oberbefehlshaber der Beiyang-Armeen ( Krupp )-Artillerie herauszugeben was den Eingeschlossenen zweifelos das rettete. Zudem kam es zu Feuerpausen in man ihnen Munition und Nahrungsmittel verkaufte.

Am 27. Juli entsandte Kaiser Wilhelm II. nach seiner berüchtigten Hunnenrede ein 30.000 Mann umfassendes Expeditonskorps nach nachdem er von (falschen) Berichten über Massaker Botschaftsangehörigen gehört hatte. Andere Länder folgten seinem Am 4. August marschierte dann eine 20.000 Mann starke Armee von Tientsin aus Richtung Peking: Deutsche Franzosen Russen Amerikaner Japaner Österreicher und Italiener.

Diese Armee erreichte am 13. August Peking an dem Tag als die das Diplomatenviertel stürmen wollten. Tags darauf eroberten Alliierten die Stadt. Am 15. August flohen die Kaiserinwitwe und ihr Rat Peking nach Sian / Shaanxi begaben sich auf „Inspektionsreise“. Peking wurde den Allierten drei Tage lang geplündert wozu auch hochrangige Europäer nicht zu schade waren. zerschlugen z.B. die Russen alle Buddhafiguren da sie laut Legende je ein enthalten sollten.

Nach dem Aufstand

Am 27. September erhielt der Befehlshaber der deutschen Soldaten Graf von Waldersee den Oberbefehl über die Streitkräfte und unternahm kleinere Strafexpeditionen gegen die Aufständischen wobei Greueltaten verübt wurden.

Hunderte Aufständische wurden von den Allierten auch von den Chinesen hingerichtet.

Mit Jung Ju dem Oberbefehlshaber der übernahm am 11. November ein gemäßigter Politiker den Vorsitz im Rat der Kaiserinwitwe und kam den Alliierten Am 10. Januar 1901 akzepierte China das von den Siegermächten Friedensabkommen das vorsah dass

  • Aufständische zu bestrafen seien (viele Todesstrafen verhängt)
  • China Reparationen in Höhe von 70 Pfund Sterling und
  • Entschädigungen an betroffene Ausländer zu zahlen
  • keine Waffen gekauft und eingeführt werden
  • ausländische Militärstützpunkte zugelassen werden mussten
  • die Aufwertung der Gesandtschaft akzeptiert werden
  • kein Chinese Mitglied einer ausländerfeindlichen Organisation durfte (unter Androhung der Todesstrafe)
  • Russland das Protektorat über die Mandschurei erhielt.

Eine weiterer als Demütigung empfundener Punkt dass ein Prinz der Kaiserfamilie sich persönlich Berlin für den Gesandtenmord an von Kettler musste. (Übrigens wurde auch der Kanzler der Gesandtschaft ermordet von Cixis Gardisten aus Kansu.)

Weblinks



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