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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 26. Juni 2019 

Le sacre du printemps


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Das am 29. Mai 1923 uraufgeführte Ballett „Le Sacre du Printemps“ Igor Strawinsky löste beim Premierenpublikum heftige Reaktionen aus. die Ursachen hierfür aufzudecken soll zunächst der dargestellt werden. Es gibt zahlreiche Metaphern die eine bestimmte Vorstellung von der zur Gesellschaft tragen. Zunächst einmal bildet der Hintergrund des Stückes Basis für alle weiteren auf inhaltlicher Ebene. Doch allein schon diese ist weit von dem entfernt was die des Bürgertums Anfang des 20. Jahrhunderts ausmacht: Im hoch zivilisierten Paris bleibt nicht viel Verständnis für „Wilde“ Naturgötter verehren. Und schon diese Verehrung offenbart Denkrichtung die für die „aufgeklärten“ Bürger der als hoffnungslos überholt galt: Gott als personifizierte und ein ganzer Haufen von Göttern macht Sache nicht besser. Die Verherrlichung einer Macht die die Menschen insbesondere der einzelne Mensch Subjekt nichts auszurichten vermag spiegelt sich auch folgender Bemerkung Strawinskys über das was er Russland am meisten geliebt habe wieder: „Den russischen Frühling er schien in einer Stunde beginnen und die ganze Erde schien mit aufzubrechen.“.

Unterwerfung des Subjekts?

Ein weiteres Motiv das eine Unterwerfung Subjekts zum Ausdruck bringt ist der Vollzug Ritualen. Rituale gelten als nicht hinterfragt von Gesellschaft auferlegt und von jedem Einzelnen unreflektiert befolgen. Das Subjekt wird zu dem gemacht es im eigentlichen Sinn des Wortes immer ist: Zum Unterworfenem. Am stärksten zeigt sich in der Opferung des jungen Mädchens mit mehrere Fruchtbarkeitsgötter zu ihrem Segen über die Ernte bewegt werden sollen: Die Einzelne opfert – ob sie nun will oder nicht dahingestellt – für das Wohl der Gemeinschaft. hier auf inhaltlicher Ebene dargestellt wird sind Grunde vor barocke Formen: Die Unterwerfung des Einzelnen wird dennoch fehlt die für den Barock typische So wird die Unterwürfigkeit als ursprünglich und dargestellt und als solche gepriesen.

Musikalische Aspekte

Wird das romantische Schönheitsideal zum Maßstab genommen sind die vorerst ungewohnt. Bei harmonischer Analyse der Klänge man aber an vielen Stellen dass Strawinsky zwei klassische aber auf dem Quintenzirkel weit voneinander entfernte Akkorde ineinander verschachtelt um so einen dissonanten zu erzeugen. Kadenzen gibt es allerdings nicht; die Harmonien stehen in keinem spannungsbezogenen Verhältnis zueinander. rhythmischer Ebene ist festzustellen dass er „immer klare in einfachen Zahlen auszudrückende Gliederungen benutzt obgleich auch des öfteren bewusst gegen den Takt und in unregelmäßigen Abständen betont wird. Unregelmäßigkeit zeigt sich auch bei den häufigen „Einwürfen“ die nicht selten auf Triolen aufbauen und somit rhythmisch nicht mit Rest des Taktes harmonieren. Melodisch betrachtet ergibt sich ein ähnliches Bild: meisten Stücke sind auf nur wenigen Phrasen aufgebaut die zu unvorhersehbaren Zeiten wiederkehren; durchgängige Melodie gibt es aber nicht. Alle Aspekte zusammengenommen lassen den Verlauf des „Sacre“ einem Wort treffend beschreiben: überraschend. Die Mittel sich Strawinsky bedient um seine Stücke zu sind seit der Einführung des tonalen Systems Die Komposition dieser Mittel ist allerdings neu und an kein System gebunden. Versucht Strawinsky also Altes und Abgedroschenes als etwas Neues zu

Theodor W. Adorno dazu:

Adorno bezeichnet Strawinskys Musik als „infantilistisch“ als „permanente Regression“ spricht von „Depersonalisierung“. Diese Haltung sich in der romantischen Anschauung dass Genie hauptsächlich darin bestehe Regeln zu brechen. und Konventionen nämlich seien dieser Anschauung nach von außen auferlegt. Der Fortschritt des Menschen diese Regeln reflektieren zu können um die zu erkennen. Nun sei aber die Handlung „Sacre“ Symbol für die Unterwerfung unter Regeln Zeichen dafür dass Strawinsky Adornos Ansichten zur sich bewusst für die Regeln entschieden habe; nicht fortschrittlich sei da er auf die verzichtet.

Reflexion

Nun bleibt zu untersuchen ob Strawinsky wirklich unreflektiert Regeln unterordnen will oder er eben durch kritische Betrachtung dieser Konventionen zu neuem fortschrittlichem gelangt. Dazu möchte ich zunächst die von Adorno geteilte aufklärerische Anschauung eingehen seien willkürlich und auferlegt. Zweifelsohne greift Strawinskys auf lang gebräuchliche Regeln zurück; auch dem des Balletts ist eine Verherrlichung von Unterwerfung nicht Allerdings besteht ein großer Unterschied zwischen den Regeln die die Aufklärer anprangern und den Regeln denen Strawinsky unterordnet: Erstere sind hauptsächlich dadurch schlecht dass nicht allen Menschen gleich sind sondern einigen und andere knechten. Dies zeigt sich zum daran dass kein Aufklärer schreit als Charles Darwin seine Evolutionstheorie veröffentlichte; auch als Sigmund Freud feststellte jeder Mensch sei im Grunde Unterbewusstsein unterworfen wird dies als Erfolg wissenschaftlicher philosophischer Aufklärung gefeiert. Es ist also nicht an sich die die Aufklärer eigentlich überwinden die Aufklärung wurzelt hauptsächlich in dem Kampf Unterwerfung unter andere Menschen und von anderen gemachte Regeln. Nun mag man sagen die „Sacre“ dargestellten Riten seien doch genau dies: vollständige Unterwerfung unter von Menschenhand gemachte Regeln. allerdings sind die Regeln ja für alle gleich. In der Musik des „Sacre“ lässt ähnliches feststellen: Konventionen sind hier deutlich erkennbar ist nicht etwa das Stück den Konventionen sondern vielmehr die Konventionen der Willkür des Ohne Muster wird die Betonung geändert nach werden Harmonien verschmolzen Melodieeinwürfe geschehen ohne erkennbares Die Regeln werden also nicht wie etwa Arnold Schönberg völlig außer Kraft gesetzt sondern nach gebrochen genutzt. Um es anders auszudrücken: Würden dieses Schönheitsideal immer als Maßstab nehmen so bei Schönberg das Ende der Kunst erreicht. wie man sich also an den von unterstützten Fortschrittsbegriff heranwagt offenbar scheitert eine Anwendung Stravinskys Werke immer. Strawinsky schafft es offenbar konventionellen Grundstoff ein mitreißendes und emotionsgeladenes Werk schaffen. Ist es also dadurch schlecht dass sich nicht mit dem Fortschrittsbegriff der Aufklärung lässt? Augenscheinlich unterschätzt Adorno in seiner Wertung Macht und den Ausdruck des Banalsten und dass in der Läuterung und neuen Zusammensetzung Strawinsky eine völlig neue Form erhält.

Fazit


Die von der Aufklärung gegebenen Kriterien Schönheit und Genie die verlangen Konventionen zu reichen nicht um Stravinskys Werk beurteilen zu es muss ein anderer Bewertungsmaßstab herangezogen werden eine Aussage über die Beschaffenheit des Fortschrittscharakters Stücks zu machen.



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