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Edvard Munch


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Der Schrei

Edvard Munch (* 12. Dezember 1863 in Oslo ; † 23. Januar 1944 ) war ein norwegischer Maler und Graphiker.

Munch gilt als Bahnbrecher für die expressionistische Richtung in der Malerei der Moderne. Deutschland und Mitteleuropa genoß er früh den Ruf eines Neuschöpfers und heute sind seine Eigenart und Status schon längst im übrigen Europa und der Welt anerkannt. Am bekanntesten sind die Munchs aus den 1890er Jahren. Seine spätere aber erregt zunehmend Aufmerksamkeit und scheint die unserer Gegenwart in besonderem Maße zu inspirieren.

Von Frank Høifødt (Nachdruck gestattet!)

Edvard Munch wuchs in der norwegischen auf die zu seiner Zeit Christiania hieß. Vater Christian Munch -- Bruder des genialen P.A. Munch -- war ein tief religiöser mit bescheidenem Einkommen. Seine zwanzig Jahre jüngere starb an Tuberkulose als Edvard erst fünf alt war. Edvard selbst war von schwacher aber seine ältere Schwester Sophie war das Opfer der Schwindsucht. Eine jüngere Schwester erhielt die Diagnose "Melancholie". Von den fünf Geschwistern es nur der Bruder -- Andreas -- heiratete um dann nur wenige Monate nach Hochzeit zu sterben.

Das Elternhaus war kulturell anregend; es jedoch die Eindrücke von Krankheit Tod und zu denen Munch in seiner Kunst hauptsächlich

Inhaltsverzeichnis

Realismus

Munch durchlief ein Jahr auf der Schule und wandte sich dann mit großem der Kunst zu. Er studierte die Alten folgte dem Unterricht in Aktzeichnen an der Zeichenschule und erhielt eine Zeitlang Korrektur von führenden Naturalisten Norwegens Christian Krohg. Seine frühen Arbeiten prägt vom Französischen inspirierter Realismus und bald schon er als großes Talent auf.

1885 war Munch zu einem kurzen in Paris. Im selben Jahr begann er Arbeit an einem entscheidenden Werk -- Das Kind. Hier bricht er radikal mit einem wie wir ihn bei Christian Krohg in entsprechenden Motiv sehen. Für Munch handelt es um die Schwester Sophie. Er arbeitete lange dem Bild -- auf der Suche nach "ersten Eindruck" und einem gültigen malerischen Ausdruck ein schmerzliches persönliches Erlebnis. Er verzichtete auf und plastische Form und stieß zu einer Kompositionsformel vor. Die grobe Stofflichkeit der Oberfläche alle Spuren eines mühsamen schöpferischen Prozesses auf. Kritik war sehr negativ.

Die Hauptwerke der folgenden Jahre sind der Form her weniger provozierend. Inger am von 1889 zeugt von Munchs Fähigkeit zur Stimmungsschilderung im Einklang mit der neoromantischen Strömung Zeit. Dieses Bild malte er in Åsgårdstrand kleinen Küstenstadt in der Nähe von Horten . Die für diese Gegend so charakteristische Windungen reiche Küstenlinie finden wir als sinntragendes in so vielen Kompositionen von Munch.

Die Christiania-Bohème

1889 malte Munch außerdem ein Porträt Häuptlings der Christiania-Bohème Hans Jäger. Munchs Umgang Jäger und seinem Kreis von radikalen Anarchisten der zweiten Hälfte der 1880er Jahre wurde entscheidenden Wendepunkt in seinem Leben und zur einer inneren Gährung und eines inneren Konflikts. dieser Zeit begann seine umfassende biographisch-literarische Produktion er in verschiedenen Phasen seines Lebens immer aufnahm. Diese frühen Aufzeichnungen fungierten als "Nachschlagewerk" mehreren der zentralen Motive aus den 1890er Im Einklang mit Jægers Ideen wollte er "Nahaufnahmen" von den Sehnsüchten und Qualen des Lebens vermitteln -- er wollte "sein Leben

Frankreich

Im Herbst 1889 hatte Munch eine große Einzelausstellung in woraufhin der Staat ihm ein Künstlerstipendium für aufeinanderfolgende Jahre gewährte. Paris war das natürliche Ziel wo er kurze Zeit Schüler von Léon Bonnat war. wichtigeren Impulse aber empfing er indem er im künstlerischen Leben der Stadt orientierte. Hier zu jener Zeit ein postimpressionistischer Durchbruch mit antinaturalistischen Experimenten statt. Das wirkte befreiend auf "Der Fotoapparat kann mit Pinsel und Palette konkurrieren" schrieb er "solange man ihn im und in der Hölle nicht verwenden kann."

Kurz nachdem Munch in diesem ersten nach Frankreich gekommen war erreichte ihn die vom Tod seines Vaters. Die Einsamkeit und Melancholie in seinem Bild Nacht ( 1890 ) werden oft vor diesem Hintergrund gesehen. dunkle Interieur mit der einsamen Gestalt am ist völlig von Blautönen beherrscht -- eine die an James McNeill Whistlers nächtliche Farbenakkorde mag. Dieses moderne und selbstständige Werk ist ein Ausdruck für die "Dekadenz" im letzten des Jahrhunderts.

Auf der Herbstausstellung 1891 in Christiania zeigte Munch unter anderem Hier dominieren große geschwungene Linien und homogenere -- eine mit Paul Gauguin und französischen Synthetisten verwandte Vereinfachung und des Motivs. "Symbolismus -- die Natur wird einer Gemütsstimmung geformt" schreibt Munch.

Zu dieser Zeit fertigte er die Skizzen zu seinem bekannten Werk Der Schrei Auch malte er eine Reihe von Bildern einem impressionistischen und annäherungsweise pointillistischen Stil mit von der Seine und der Paradestraße Christianias Karl Johan. Hauptinteresse Munchs sind jedoch die der Seele und nicht die des Auges.

Der Schrei wird häufig als das expressionistische Bild bezeichnet und ist das extremste für Munchs "Seelenmalerei". Sein Ausdruck beruht in Maße auf den Gestaltungsmitteln den Farben und Linienführung. Die Szene -- und besonders die -- ist grotesk verzeichnet und in Farben die nicht der äußeren Wirklichkeit entsprechen. Von eigenen "inneren Hölle" ausgehend visualisiert Munch hier desparate Seite des Fin de siècle: Angst Apokalypse. Die Überzeugungskraft des Motivs zeigt dass auch unsere eigene Zeit angeht.

Berlin

Im Herbst 1892 stellte Munch die Früchte seiner Frankreichaufenthalte Diese Ausstellung führte zu einer Einladung des Kunstvereins auf der dieselben Bilder gezeigt werden Das aber endete mit einem grausigen "succès scandal". Das Publikum und die älteren Maler Munch als anarchistische Provokation auf und die wurde im Protest geschlossen.

Somit hatte Munch in Berlin einen als er sich jetzt zum Bleiben entschloss. kam in einen Kreis von Literaten Künstlern Intellektuellen in dem Skandinavier stark vertreten waren. dem Kreis gehörten unter anderem der schwedische August Strindberg der polnische Dichter Stanislaw Przybyszewski der Schriftsteller Holger Drachmann und der deutsche Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe. diskutierte man Nietzsches Philosophie sowie Okkultismus Psychologie und die dunklen Seiten der Sexualität.

Im Dezember 1893 stellte Munch auf den Linden aus. Hier zeigte er unter sechs Gemälde unter der Überschrift "Studie zu Serie: Die Liebe". Das war der Anfang dem was später zum Lebensfries wurde "ein über das Leben die Liebe den Tod". finden sich stimmungsgesättigte Motive wie Der Sturm und Sternennacht wo man eine Beeinflussung durch schweizerisch-deutschen Arnold Böcklin ahnen kann. Andere Motive beleuchten die der Liebe wie Rose und Amalie und Mehrere Bilder haben den Tod zum Thema am meisten Aufmerksamkeit erregte Der Tod im In dieser Komposition ist Munchs Schuldigkeit französischen und Symbolisten gegenüber besonders merkbar. In grellen gleichzeitig fahlen Farben zeigt das Bild eine Szene vergleichbar einem tragischen Schlusstableau in einem Das Motiv baut auch hier auf der an den Tod der Schwester Sophie und ganze Familie ist vertreten. Die im Stuhl Sterbende kehrt dem Betrachter den Rücken zu aber von der Gestalt die Munch selbst in den Blick gerückt. Im Jahr darauf der Fries um Motive wie Angst Asche und Sphinx. Die Frau in drei Stadien letzteres ein vollständig im Geist des Symbolismus monumentales Motiv.

Gemeinsam mit unter anderen Meier-Graefe gab 1894 die erste Publikation über Munchs Kunst Er charakterisiert sie als "psychischen Realismus".

Zurück in Berlin

Munch verließ Berlin 1896 und ließ sich in Paris nieder wo sich unter anderen Strindberg Meier-Graefe aufhielten. Hier widmete er graphischen Mitteln mehr Aufmerksamkeit auf Kosten der Malerei. In hatte er mit Radierung und Lithographie begonnen und schuf jetzt in Zusammenarbeit dem berühmten Drucker Auguste Clot erlesene Farblithographien seine ersten Holzschnitte. Auch plante Munch die einer Mappe mit dem Titel "Der Spiegel" graphischer "Fries". Dank seiner souveränen Beherrschung der und seiner großen künstlerischen Originalität genießt Munch unserer Zeit den Ruf eines Klassikers der

In Paris fertigte er auch Programmplakate für zwei des Théâtre de L'Oeuvre an während der Baudelaires Les Fleurs du Mal zu illustrieren den Anfängen steckenblieb.

1898 nach Norwegen zurückgekehrt schuf Munch die Illustrationen zu Spezialausgabe der deutschen Zeitschrift Quickborn zu Texten August Strindberg.

Die Jahrhundertwende

Um die Jahrhundertwende versuchte Munch den zu vollenden. Er malte eine Reihe von Bildern einige in größerem Format und teils von der Jugendstilästhetik. Zu dem großen Bild ( 1898 ) stellte er einen Holzrahmen mit geschnitzten her. Es bekam zunächst den Titel Adam Eva und es enthüllt den zentralen Platz der Sündenfallmythos in Munchs pessimistischer Liebesphilosophie einnimmt. wie Das leere Kreuz und Golgatha (beide 1900) spiegeln eine metaphysische Orientierung in Munchs Zeit wider und sind außerdem ein Echo Munchs Kindheit und Jugend in einem pietistischen

Eine aufreibende Liebesbeziehung jener Zeit bestärkte die Kunst als Berufung zu erleben.

Die Zeit um die Jahrhundertwende war Phase rastlosen Experimentierens. Ein farbenfroher und dekorativer manifestiert sich beeinflusst von der Kunst der und besonders eines Maurice Denis. Schon 1899 Munch Der Tanz des Lebens. Dieses Bild als kühne und persönliche Monumentalisierung dieses dekorativen aufgefasst werden.

Eine Serie Landschaftsbilder vom Christiania-Fjord dekorative feinfühlige Naturstudien werden als Höhepunkte des nordischen betrachtet. Das klassische stimmungsgeladene Gemälde Die Mädchen der Brücke entstand im Sommer 1901 in Åsgårdstrand.

Erfolg und Krise

Anfang des neuen Jahrhunderts war Munch im Begriff eine Karriere aufzubauen. 1902 zeigte auf der Secessionsausstellung in Berlin zum ersten den ganzen Fries. Eine Munch-Ausstellung in Prag bekam Bedeutung für mehrere tschechische Künstler. häufig in Ganzfigur wurden nach und nach einem wichtigen Bestandteil seines Werks. Das Gruppenporträt vier Söhne des Dr. Max Linde (1904) als ein Hauptwerk der modernen Porträtmalerei eingestuft.

Die Fauvisten mit Matisse an der teilten mit Munch zahlreiche seiner künstlerischen Bestrebungen. Brücke" in Dresden zeigte Interesse für Munch es gelang ihr nicht ihn für ihre zu gewinnen.

Der künstlerische Erfolg war von Konflikten persönlicher Ebene begleitet. Der Alkohol war zum geworden und Munch war psychisch im Ungleichgewicht. quälte sich mit Erinnerungen an seine tragische Diese Geschichte hatte 1902 mit einer Revolverszene bei der Munchs linke Hand angeschossen worden Zwar sollte er die Schmach nie verwinden; diesen Jahren aber wurde sie zur Besessenheit. Züge der Frau aus dieser Liebesbeziehung lassen unter anderem in Marats Tod aufspüren (zwei von 1907) ein Motiv von dem sich sagen läßt es schildere "den Kampf zwischen und Frau den man Liebe nennen kann".

Henrik Ibsen starb im Mai 1906 und im Herbst fertigte Munch Bühnenentwürfe Max Reinhardts Aufführung der Gespenster im kleinen Saal Deutschen Theaters in Berlin an. Seither nahm in Munchs Bewußtsein einen immer größeren Raum Das Selbstbildnis mit Weinglas von 1906 zeigt eine kraftlos zusammengesunkene Gestalt allein einem Tisch in einem klaustrophobisch anmutenden Café eine tragische Erscheinung geistig eng verwandt mit in Ibsens Drama.

Auf Bestellung führte Munch ein monumentales von Friedrich Nietzsche aus und während mehrerer Besuche in porträtierte er auch die Schwester des verstorbenen Elisabeth Förster-Nietzsche.

Neue Motive zeugen von einer extravertierteren Badende Männer (1907/08) huldigt auf muntere Weise Männlichkeit. Alkohol- und Nervenprobleme erreichten dennoch einen Punkt und Munch entschied sich für einen Aufenthalt in einer Kopenhagener Nervenklinik. In Norwegen erkannte man endlich seine künstlerische Leistung während er sich in der Klinik befand ihm der norwegische St. Olav-Orden verliehen.

Zurück in Norwegen

Von 1909 bis zu seinem Lebensende lebte Munch Norwegen . Zunächst ließ er sich in Kragerø Küstenstadt im Süden des Landes nieder. Hier er unter anderem mehrere klassische Winterlandschaften und sich mit Eifer in den Wettbewerb um Ausschmückung des neuen Festsaals der Osloer Universität die Aula.

1912 räumte man Munch auf der Sonderbund-Ausstellung in Köln unter den Pionieren der modernen Kunst bedeutenden Platz ein.

In Kragerø ließ er geräumige Außenateliers wo er mehrere Jahre lang an den für die Universitätsaula arbeitete. Nach langwierigen Auseinandersetzungen schließlich Munch angenommen und 1916 wurde sein Werk an Ort und montiert.

Mit Munchs eigenen Worten huldigen die "den ewigen Kräften des Lebens". Das Hintergrundmotiv ein Sonnenaufgang über dem Fjord inspiriert von der Aussicht die Munch seinem in Kragerø gemieteten Besitz hatte. Gleichzeitig er hier das symbolische Potential des Lichts. Pendants in der Aula die großen Leinwände Die Geschichte und Alma Mater . Unter einer mächtigen Eiche in einer rauhen Landschaft sitzt ein alter Mann und einem kleinen Jungen die Sage von den In einer wilden üppigen Landschaft sitzt eine mit einem Säugling am Strand während größere die Natur auskundschaften. Abgesehen davon dass die "archetypischen" Motive auf Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft anspielen sind sie Ausdruck des männlichen weiblichen Prinzips das in Munchs Bilderwelt einen Gegensatz darstellt.

Der aufkommenden Arbeiterbewegung widmete Munch sich mehreren Motiven aus jener Zeit teils in Form. Das Bild Arbeiter auf dem Heimweg ist darüber hinaus eine dynamische Studie in und Bewegung.

1916 erwarb Munch den Besitz Ekely Christiania . Landschaft Menschen im Einklang mit der pflügende Pferde dies sind Motive die jetzt klaren kräftigen Farben geschildert werden. Eine frische Pinselführung vermittelt den Eindruck einer sinnlichen Huldigung Sonne Luft und Erde.

Auf Ekely lebte Munch in zunehmend Isolation spartanisch nur von seinen Bildern umgeben. war ständig produktiv trennte sich aber nur von "seinen Kindern". Zu einer Reihe von im In- und Ausland wurden Bilder ausgeliehen.

In späteren Jahren malte Munch häufig und Kompositionen nach Modell. Unter ihnen gibt einige die lebhafter und lebensbejahender sind als Werke. Und doch widmete er sich auch noch der Erforschung der konfliktgeladenen Themen aus 90er Jahren. Seine graphische Produktion war weiterhin darunter eine Reihe von lithographischen Porträts.

Als Munch im Januar 1944 starb zeigte es sich dass seine Sammlung von Bildern und nicht systematisierten biographisch-literarischen von der Stadt Oslo übernommen werden sollten. Das 1963 feierlich Munch-Museum (Munch-muséet) hat folglich heute eine einzigartige von Munchs Kunst und sonstigem Material die Phasen des künstlerischen Schaffensprozesses beleuchten.

Die Nationalgalerie (Nasjonalgalleriet) in Oslo hat eine erlesene besonders an zentralen frühen Gemälden Munch-Sammlung. Hauptwerke befinden sich außerdem in der Billedgalleri in Bergen

Aus: http://odin.dep.no/odin/tysk/om_odin/stillinger/032005-990174/index-dok000-b-n-a.html

Von Frank Høifødt (Nachdruck gestattet!)



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