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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 18. August 2019 

Electronic Data Interchange


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Electronic Data Interchange (EDI) bezeichnet als Sammelbegriff alle elektronischen Verfahren asynchronen und vollautomatischen Versand von strukturierten Nachrichten zwischen Anwendungssystemen unterschiedlicher Institutionen .

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

  • Asynchron : Bei asynchronen Verfahren des Datenaustausches erfolgt Übertragung in voneinander getrennten Schritten. Die Daten unterwegs mehrere Male zwischengespeichert es wird keine inhaltliche Antwort erwartet und übertragen. Man nennt Verfahren auch Store-And-Forward. Typisches Beispiel für ein Verfahren ist die Übertragung von E-Mail . Häufig wird E-Mail als Transportmittel für benutzt.
Im Gegensatz dazu stehen synchrone Datenaustauschverfahren denen auf eine Anfrage hin noch in laufenden Verbindung bzw. Session vom Gegenüber eine Antwort erfolgt. Ein Beispiel dazu ist die eines Lagerbestandes zu einem Material. Die gewünschte wird dabei dem Pull-Prinzip folgend eingeholt. Die automatische und strukturierte Kommunikation zwischen Anwendungssystemen ist Einsatzmöglichkeit für Web-Services .

  • Vollautomatisch : Wesentlicher Grundgedanke von EDI ist die automatisch ablaufende Kommunikation. Das sendende Anwendungssystem initiiert Übertragung und bis zur Verbuchung bzw. Vorerfassung Empfängersystem erfolgt kein menschlicher Eingriff kein menschlicher

  • Versand : Bei EDI-Verfahren erfolgt die Kommunikation immer einer Richtung: Der Sender sendet Nachrichten an Empfänger. In vielen Anwendungen von EDI sendet der ursprüngliche Empfänger seinerseits eine Nachricht zurück dies ist ein anderer Prozess der zeitlich abläuft und wiederum ein reiner Sendevorgang ist. ausgedrückt erfolgt die Kommunikation bei EDI nach Push-Prinzip .

  • Strukturierte Nachrichten : Eine (elektronische) Nachricht ist eine abgeschlossene die aus dem Nutzinhalt und Metainformation besteht. Nutzinhalt sind genau die Daten die vom verbucht werden. Die Metainformation gibt vor allem Information über die Verarbeitung speziell über das an den Empfänger vor. Beispiel für Nachrichten eMails. Im Gegensatz zu eMails die Personen senden werden für EDI strukturierte Nachrichten verwendet heißt diese Nachrichten genügen den Vorschriften bzw. Syntax einer festen Struktur. Eine solche Struktur aus Elementen die zu Segmenten zusammengesetzt sind. Elemente der Struktur sind mit ihren Eigenschaften Länge Position im Segment Typ numerisch/alphanumerisch muss/kann evtl. Feldtrennzeichen und Maskierungszeichen vorgegeben. Ebenso gibt Struktur vor welche Segmente in welcher Reihenfolge oft auftreten dürfen oder müssen. Durch die und die damit vorgegebene Syntax wird gewährleistet im Empfängersystem jedes Datum jedes Element an richtige Stelle gebucht werden kann.

  • Teilstrukturierte Nachrichten : Da man manche Daten wie CAD -Daten nicht strukturiert verschicken kann muss man so genannte Headerdatei erstellen die nur über Dateinamen der eigentlichen Datei verbunden werden. Diese hat struktiert die gesamten Informationen über die Dateien. Dies verwendet man z.B. bei ENGDAT

  • Anwendungssystem : Mit Anwendungssystem ist hier eine Anlage Hard- und Software gemeint welche eine betriebswirtschaftliche der empfangenen Daten ausführt. Beispiele: Enterprise Resource ( ERP )-Systeme Bankenbuchungssysteme Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme ( PPS ) Lagerverwaltungssysteme Verkaufs- oder Einkaufssysteme oder viele mehr. Insbesondere ist der Empfänger der Nachricht Person eine EDI-Nachricht wird im Normalfall von Menschen angesehen. Erst die vom Anwendungssystem verbuchten zumindest vorerfassten Daten werden durch das Anwendungssystem menschlichen Anwender aufbereitet präsentiert.

  • Unterschiedliche Institutionen : Datenaustausch innerhalb einer Institution welcher ansonsten Definition entspricht fällt unter den Begriff Enterprise Application Integration (EAI). EDI bedeutet dagegen immer die mindestens zweier verschiedener Institutionen. Es besteht eine Ähnlichkeit der für EDI und EAI eingesetzten deswegen werden viele Werkzeuge gleichzeitig für beide hergestellt und eingesetzt. Unterschiede zwischen EDI und bestehen jedoch in organisatorischer Hinsicht dadurch dass ein einziges Management über alle betroffenen Systeme sondern Rücksichten auf den jeweiligen Partner und individuelle Situation genommen werden müssen. Zwischen den muss ein Vertrag geschlossen werden der die der ausgetauschten Daten und weitere Aspekte der Kommunikation verbindlich festlegt. Auch müssen im Falle eher größere Schwierigkeiten bedingt durch die im eher heterogene Infrastrukturen Bedarf zusätzlicher Verschlüsselung größere und/oder unterschiedliche Kompetenz und Motivation der beteiligten überwunden werden. Häufig wird die Zahl der Ansprechpartner durch die Einbeziehung von EDI-Service-Anbietern oder IT-Dienstleistern noch größer. Institutionen die EDI nutzen vor allem größere Unternehmen aber zunehmend auch und mittlere Unternehmen sowie Behörden und andere wie Krankenkassen Verbände und Vereine; nicht aber

Implikationen

Die obige Definition ist unabhängig von Anwendung der Branche oder Nationalität der Beteiligten eingesetzten Produkten Strukturen oder Protokollen. Es ist kein Ausschlusskriterium für EDI wenn das Internet oder XML -Strukturen für die konkrete Umsetzung verwendet werden diese Meinung gelegentlich anzutreffen ist. Ursache für Auffassung sind Werbemaßnahmen für internetbasierte Datenaustauschprodukte in suggeriert wurde das angeblich teure EDI werde mit dem einfachen billigen Internet und insbesondere XML abgelöst. Dieser Gedanke ist aber falsch die Herausforderungen (s.u.) an EDI-Implementierungen immer die sind und in der Natur der Sache nicht in den verwendeten Werkzeugen oder Standards. ist die semantische Klärung eines Begriffes wie zwischen Kunde und Lieferant immer gleich aufwendig davon ob nun eine XML-Nachricht oder eine EDIFACT -Nachricht verwendet wird.

Abgrenzung

Im Gegensatz zu EDI gibt es Reihe anderer Verfahren um elektronische Daten auszutauschen. EDI von einigen dieser Verfahren abzugrenzen wird genauer von klassischem EDI gesprochen im Gegensatz zum Beispiel zu WebEDI oder Internet-EDI .

Grundidee und Potential

Die Grundidee von EDI liegt in hohen Geschwindigkeit der elektronischen Übertragung in Verbindung der Vermeidung menschlicher Fehler. In dieser Kombination sich die maximale Rationalisierung eines Geschäftsprozesses wie Beispiel der Übermittlung einer Bestellung: Die Bestellung Kunden ist fast augenblicklich zuverlässig und exakt als Auftrag im System des Lieferanten erfasst. entfällt die Postlaufzeit gegenüber der Verwendung von und gegenüber FAX entfällt die manuelle Erfassung Auftrages im Lieferantensystem ebenso wie die Nachbearbeitung Quote von fehlerhaft erfassten Aufträgen. EDI wird aller Welt eingesetzt in allen Branchen für Anwendungen. EDI ist die wesentliche und mit größte Säule des elektronischen Volumens das weltweit wird. EDI ist trotz seiner für EDV -Verhältnisse langen Geschichte immer noch modern seine nimmt weiter zu.

Geschichte

  • Vermutlich wurde in den 1960er Jahren in den USA zum ersten EDI eingesetzt. Es wurden Nachrichtenstrukturen für den Bedarf definiert Standards gab es noch nicht. Übertragung der Daten erfolgte mit den damals Mitteln über Telefon- und Telex-Leitungen.
  • Das Aufkommen der Value Added Networks privatwirtschaftlich betriebener Netzwerke ermöglichte Institutionen durch einen Anschluß an das Netz anschliessend EDI-Nachrichten mit an dem Netz beteiligten Partnern austauschen zu Außerdem wurde durch die Betreiber der Netze und Unterstützung angeboten.
  • Als erster prominenter Nachrichtenstandard erscheint ANSI in den USA
  • 1988 : erste Verabschiedung des Nachrichtenstandards UN/EDIFACT durch die Vereinten Nationen UN
  • Das Aufkommen des Internets (des WWW ) löste die E-Business -Euphorie aus. Das neue gemeinschaftliche Netz induziert neue Ideen für elektronischen Geschäftsdatenaustausch über bisherige hinaus.
  • Elektronische Marktplätze insbesondere B2B -Marktplätze nutzen die Idee der Value Added diesmal unter Verwendung der neuen Möglichkeiten des erneut als Geschäftsmodell.
  • Es bilden sich abgeschlossene Netzwerke für Branchen und Anwendungen unter Zuhilfenahme von Internet-Technologien. Beispiele dafür sind RosettaNet ANX und sein europäischer Ableger ENX .
  • Neue Initiativen wie ebXML und neue Technologien wie Web-Services erweitern die Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation Institutionen in Richtung synchroner Verfahren die über hinausgehen

Herausforderungen

Die Realisierung von EDI ist von Voraussetzungen der beteiligten Partner abhängig. Da diese unterschiedlich sein können und häufig auch gegenseitig sind ist die Realisierung immer ein Projekt. bestehen große Unterschiede zwischen EDI in der oder der japanischen Automobilindustrie oder im Lebensmittelhandel Spanien oder im Interbankenverkehr in Österreich oder amerikanischen Hightech-Industrie.

Daher ist ein Projektmanagement erforderlich. In Praxis wird dieser Punkt häufig unterschätzt was langen Projektlaufzeiten Budgetüberschreitungen und allseitiger Frustration führen Grundsätzlich sind neben einer Projektorganisation zunächst organisatorische aller Beteiligten erforderlich: Welche Geschäftsprozesse sollen durch unterstützt werden wie sind für diese Geschäftsprozesse und SOLL auf beiden Seiten definiert was im Falle eines Fehlers.

Im technischen Teil des Projektes sind Punkte zu erledigen:

Die Nachricht muss Byte für Byte exakt den Vorgaben und genügen damit eine automatische Verbuchung im Empfängersystem ist.
  • 1.1.: Verwendung eines Standards oder Entwicklung einer eigenen Struktur
  • 1.2.: Identifikation/Bezeichnung von Sender und Empfänger
  • 1.3.: Klärung von Eigenschaften und Semantik jedem Feld der Struktur
  • 1.4.: häufig zusätzlich erforderlich: Abbildung einer auf eine andere d.h. Erstellung eines Mappings Konvertierung der Nachrichten

  • 2.: Nachrichtentransport und -Verarbeitung
Es muss bei einer sehr kleinen gewährleistet werden dass jede gesendete Nachricht den einmal und nur einmal erreicht. Bei manchen ist dabei zusätzlich die Reihenfolge ( Serialisierung ) mehrerer Nachrichten einzuhalten oder es sind Schritte in Abhängigkeit von bestimmten Ereignissen oder durchzuführen.
  • 2.1.: evtl. Umsetzung Codierung/Codepage
  • 2.2.: Verwendung von Übertragungsprotokoll und -Medium
  • 2.3.: Verwaltung der Parameter für Sender und Empfänger je nach Protokoll
  • 2.4.: evtl. Komprimierung
  • 2.5.: evtl. Verschlüsselung
  • 2.6.: evtl. Signatur/ Authentifizierung von Sender oder Empfänger
  • 2.7.: evtl. Statusrückmeldungen über Verarbeitung und an den Sender

Aufgaben eines EDI-Systems

Für die laufende Verarbeitung den Transport ggfs. die Konvertierung der Nachrichten und Statusmeldungen die Ausführung der EDI-Funktionalitäten gemäß den Punkten und 2 wie oben beschrieben ist auf des Senders und des Empfängers jeweils ein oder ein EDI-Dienstleistungsunternehmen erforderlich.

Einschränkungen

  • Gleichartigkeit: Die volle Automation welche die des EDI ist lässt sich ideal erreichen die Datensendevorgänge möglichst gleichartig sind. Häufig wird daher in Prozessen der produktionsrelevanten Logistik also für Abrufe von Rohmaterialien die über Monate Jahre immer gleich sind genutzt. Auch Banken untereinander und mit ihren Geschäftskunden vielfach Transaktions- Kontostandsdaten per EDI aus. Dagegen sind beispielsweise mit Bezug auf ständig wechselnde Güter mit Materialnummern oder etwa täglich schwankenden Preisen nur tauglich.
Auch Prozesse wie Ausschreibungen und Auktionen vorher unbekannten Geschäftspartnern lassen sich allein mit nicht abbilden

  • Mindestanzahl: EDI stellt ein hohes Maß Integration der beteiligten Systeme dar. Es entsteht gewisser einmaliger Aufwand für die Herstellung dieser sowie laufende Aufwände für den Betrieb des Diese Faktoren sind relativ unabhängig von der der Übertragungen. Die Kosten der Implementierung und laufenden Betriebs einer EDI-Anwendung sind nicht mit Faktor Hundert verbunden je nachdem ob später oder Tausend Übertragungen pro Tag stattfinden. Die korrelieren dagegen direkt mit der Anzahl der Je mehr Vorgänge betroffen sind desto höher Nutzen und desto eher lohnt sich der von EDI. Für einen wirtschaftlichen Einsatz muss eine Mindestanzahl von Übertragungen pro Partner gegeben

Nachrichtenstandards

Damit EDI-Nachrichten vom Empfänger verarbeitet werden müssen sie einer vorher bekannten Struktur bei heißen diese Strukturen Schemas entsprechen. Es gibt weltweit unzählige verschiedene für EDI-Nachrichten. Einige prominente Standards werden im aufgelistet:

  • UN/EDIFACT - der umfassendste und weltweit gebräuchlichste wird von den Vereinten Nationen ( UN/ECE ) verantwortet
  • ANSI X.12 - hauptsächlich in Amerika Standard
  • VDA - Standard der deutschen Automobilindustrie
  • EANCOM - Standard der europäischen Retailindustrie
  • ODETTE - Standard der europäischen Automobilindustrie
  • GALIA - Automobilstandard vor allem in sehr ähnlich Odette
  • ebXML - offener Standard von OASIS und CEFACT
  • XBRL - Finanzberichterstattung
Darüberhinaus gibt es unzählige nationale produkt- branchenspezifische Nachrichtenstandards sowie Standards im Rahmen von Marktplätzen und VANs wie
  • SEDAS
  • ECODEX

Übertragungsprotokolle

Für EDI ist erforderlich die Nutzdaten Sender über eventuelle Zwischenstellen zum Empfänger zu Dazu gibt es eine Vielzahl von Protokollen denen hier einige besonders gebräuchliche aufgezählt werden:

Darüberhinaus gibt es unzählige nationale produkt- branchenspezifische Protokolle im Rahmen von Marktplätzen und VANs

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