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Evangelische Landeskirche in Baden


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Karte
Basisdaten
Fläche : ? km²
Leitender Geistlicher: Landesbischof
Dr. Ulrich Fischer
Mitgliedschaft: UEK
Kirchenkreise : 3
Kirchenbezirke : 30
Kirchengemeinden : ca. 630
Gemeindeglieder: 1.323.011 (31.12.2002)
Anteil an der
Gesamtbevölkerung:
ca. 30 %
Anschrift: Blumenstr. 1
76133 Karlsruhe
Website: www.ekiba.de/
E-Mail-Adresse: info@ekiba.de

Die Evangelische Landeskirche in Baden ist eine von 23 Gliedkirchen ( Landeskirchen ) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Wie alle Landeskirchen ist sie Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Karlsruhe .
Die Kirche hat ca. 1 32 Gemeindeglieder (Stand Dez. 2002) in ca. 630 Kirchengemeinden und ist eine der unierten Kirchen innerhalb der EKD.
Hauptkirche der Evangelischen Landeskirche in Baden die Stadtkirche Karlsruhe. Weitere bedeutende Kirchen sind Heiliggeistkirche Heidelberg und die Schlosskirche St. Michael Die Landeskirche unterhält eine Evangelische Akademie in Bad Herrenalb.
Die Landeskirche ist nicht zu verwechseln der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden welche eine lutherische Freikirche mit Sitz in Freiburg im Breisgau ist.

Inhaltsverzeichnis

Gebiet der Landeskirche

Das Gebiet der "Evangelischen Landeskirche in umfasst im Wesentlichen das ehemalige Land Baden das bis 1945 bestand und seit 1952 zusammen mit dem ehemaligen Land Württemberg sowie dem ehemals preußischen Regierungsbezirk Sigmaringen das Land Baden-Württemberg bildet. In den gab es mit der benachbarten Evangelischen Landeskirche in Württemberg geringfügige Grenzveränderungen. Seit der Kreisreform zum 1. Januar 1973 umfasst das Kirchengebiet nur noch annähernd beiden Regierungsbezirke Karlsruhe und Freiburg .

Geschichte

Im Jahre 1556 führte der Markgraf von Baden-Durlach in Markgrafschaft die Reformation im Sinne von Martin Luther ein. Der Markgraf später der jeweilige von Baden war damit auch Oberhaupt der als sog. "summus episcopus" d.h. der jeweilige vereinigte die weltliche und die kirchliche Macht. bisherigen katholischen Bischöfe hatten keine Rechte mehr. benachbarte Markgrafschaft Baden-Baden führte zunächst ebenfalls die Reformation ein im Laufe der Geschichte mehrere Glaubenswechsel und aber seit dem 16. Jahrhundert katholisch . 1771 wurden beide Linien unter Herrschaft von Baden-Durlach (wieder) vereinigt und künftig unter der Markgrafschaft Baden geführt.

Mit der Markgrafschaft Baden wuchs auch Gebiet der Badischen Landeskirche entsprechend an.
1803 wurde Baden Herzogtum und 1806 Großherzogtum und erreichte kurze Zeit später größte Ausdehnung die bis 1945 Bestand hatte. Zum neuen Staatsgebiet kamen lutherische Gemeinden vom benachbarten Württemberg aber auch reformierte Gemeinden - rechtsrheinische Gebiete der Kurpfalz - sowie katholische Gemeinden - vor allem aus Südbaden (Raum Der Großherzog war damit ab 1806 Oberhaupt zwei protestantischen Kirchen einer lutherischen Kirche (die Markgrafschaft Baden umfassend) und einer reformierten Kirche allem die hinzugewonnenen Gebiete der Kurpfalz umfassend).

Von Seiten der Gemeinden wurde daher ab 1817 angeregt beide Kirchen zu vereinigen. Wunsch wurde Rechnung getragen und 1821 erfolgte die Vereinigung beider Landeskirchen zur Vereinigten Evangelisch-protestantischen Kirche im Großherzogtum Baden . Sie war damit nach der Evangelische Kirche der Union von 1817 eine der ersten unierten Deutschlands ( Unierte Kirche ) und wohl die erste Kirche in eine Bekenntnisunion durchgeführt wurde. In Preußen wurden beide nur verwaltungsmäßig vereinigt die einzelnen Gemeinden blieben ihrer bisherigen Tradition (lutherisch oder reformiert) treu.

Die Vereinigte Landeskirche in Baden erhielt Prälaten als "geistlichen" Leiter der Landeskirche und "weltlichen" Leiter den "Direktor des Evangelischen Oberkirchenrats". 5.9.1861 erfolgte eine Verfassungsänderung. Danach erhielt der des Evangelischen Oberkirchenrats den Titel "Präsident des Oberkirchenrats".

Am Ende des Ersten Weltkriegs musste der Großherzog von Baden abdanken des Landesherrlichen Kirchenregiments). Die Landeskirche verabschiedete daher 24.12.1919 eine neue Verfassung (in Kraft seit wonach der Prälat und der Präsident des Oberkirchenrats künftig die Kirche leiteten. Durch ein Gesetz vom 1.6.1933 wurde das Amt des und des Prälaten abgeschafft. Beide Funktionen übernahm der Landesbischof .

1945 wurde wieder ein Prälatenamt eingeführt. ist aber nicht zu verwechseln mit dem des Prälaten bis 1933 da die Prälaten 1945 lediglich beratende keine leitende Funktion mehr

Leitung der Landeskirche

An der Spitze der Evangelischen Landeskirche Baden steht der Landesbischof (bis 1933 "Prälat" dem seinerzeit noch "Präsident des Oberkirchenrats" zur Seite stand) der der Landessynode gewählt wird. Seine Amtszeit ist grundsätzlich Lebenszeit. In der Regel geht der Landesbischof nach Vollendung seines 65. Lebensjahres in den so dass ein neuer Landesbischof gewählt werden

Geistliche und Weltliche Leiter der Landeskirche

Geistliche Leiter der Landeskirche (Prälaten bis 1933 Landesbischöfe seit 1833)


Weltlichen Leiter (Direktoren bis 1861 und des Evangelischen Oberkirchenrats bis 1933)

Landessynode

Als "Parlament" hat die Landeskirche eine Landessynode . Deren Mitglieder die Synodale werden von Synodalen der 30 Bezirkssynoden gewählt also nicht von den Gemeindegliedern wie in Württemberg. Sie 2 mal im Jahr in Bad Herrenalb . Ihre Aufgaben sind ähnlich wie die politischen Parlamenten.

Vorsitzender der Landessynode ist der Präsident der Synode . Gegenwärtig ist es die Rechtsanwältin Margit (seit 1996).

Verwaltung der Landeskirche

Oberkirchenrat und Verwaltungshierarchie

Der Landesbischof hat seinen Amtssitz in Karlsruhe. Er zum einen Vorsitzender des Oberkirchenrats also dem ständigen Leitungsgremium der Kirche der Kirche) der wöchentlich tagt. Ihm gehören Leiter der jeweiligen Abteilungen der Kirchenverwaltung (die den Titel "Oberkirchenrat" führen) und die 3 an. Letztere jedoch nur beratend. Ferner ist Landesbischof Vorsitzender des Landeskirchenrats eine Art Ausschuss der Landessynode welchem Kollegium des Oberkirchenrats die Synodalpräsidentin die 3 und weitere 12 gewählte Mitglieder der Synode Dieses Gremium tagt ein Mal im Monat. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kollegiums "Oberkirchenrat" verwalten Landeskirche im "Oberkirchenrat" also der Verwaltungsbehörde der Damit hat der Begriff "Oberkirchenrat" seine dritte

In der Verwaltungshierarchie ist die Landeskirche unten nach oben wie folgt aufgebaut:
An der Basis stehen die Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gewählten Kirchengemeinderäten. Mehrere Kirchengemeinden bilden einen Kirchenbezirk (in der allgemeinen Verwaltung einem Landkreis vergleichbar) an dessen Spitze ein Dekan steht. Kirchenbezirke sind ebenfalls Körperschaften des öffentlichen Rechts haben als Gremium die Bezirkssynode deren Mitglieder den jeweiligen Kirchengemeinden bestellt werden.
Mehrere Kirchenbezirke bilden zusammen einen Kirchenkreis (in der allgemeinen Verwaltung einem Regierungsbezirk vergleichbar) an dessen Spitze der Prälat steht. Verwaltungsebene hat kein Gremium. Die drei Kirchenkreise zusammen die Landeskirche (in der allgemeinen Verwaltung dem Bundesland vergleichbar) .

Kirchenkreise

Die Kirchenkreise sind Nordbaden mit Sitz in Mannheim Mittelbaden mit Sitz in Ettlingen und Südbaden mit Sitz in Freiburg im Breisgau . Die Prälaten unterstützen die Landesbischöfin bzw. Landesbischof in der geistlichen Leitung der Gemeinden der Pfarrerinnen und Pfarrer. Sie können in Gemeinden ihres Kirchenkreises Gottesdienste und andere Versammlungen Ihre Tätigkeit ist nicht so weit ausgedehnt in Württemberg. Dort werden sie auch als bezeichnet was in Baden nicht zutreffen würde.
Das heutige Amt des Prälaten wurde nach 1945 eingeführt. Die früheren Prälaten hatten Funktionen der gesamten Landeskirche was heute dem obliegt.

Kirchenbezirke

Die 3 Kirchenkreise gliedern sich in 30 Kirchenbezirke die deckungsgleich mit den Dekanaten sind. Kirchenbezirke sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und als solche Träger von Einrichtungen sein und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstellen.

Die 3 Kirchenkreise und 30 Kirchenbezirke :

  • Nordbaden (Sitz Mannheim )
    • Adelsheim-Boxberg
    • Eppingen/Bad Rappenau (Sitz Eppingen)
    • Heidelberg
    • Ladenburg-Weinheim (Sitz Weinheim)
    • Mannheim
    • Mosbach
    • Neckargemünd
    • Schwetzingen
    • Sinsheim
    • Wertheim
    • Wiesloch
  • Mittelbaden (Sitz Ettlingen)
    • Alb-Pfinz (Sitz Pfinztal)
    • Baden-Baden
    • Bretten
    • Karlsruhe und Durlach
    • Karlsruhe-Land (Sitz Bruchsal)
    • Kehl
    • Lahr
    • Offenburg
    • Pforzheim Land
    • Pforzheim Stadt
  • Südbaden (Sitz Freiburg im Breisgau)
    • Emmendingen
    • Freiburg
    • Hochrhein (Sitz Waldshut-Tiengen)
    • Konstanz
    • Lörrach
    • Müllheim
    • Schopfheim
    • Überlingen-Stockach (Sitz Salem)
    • Villingen

Kirchengemeinden

Die 30 Kirchenbezirke sind in ca. 630 Kirchengemeinden unterteilt. Diese Zahl war bei Bildung Kirchengemeinden wohl etwas geringer. Im Laufe der Jahre hat sich die Zahl jedoch erhöht meist in Städten durch Zuzüge die Kirchengemeinden groß wurden dass man sie aufteilte und neue Kirchengemeinden entstanden. Darüber hinaus entstanden nach Zweiten Weltkrieg auch in bislang überwiegend katholischen Gebieten Zuzüge von Protestanten neue Kirchengemeinden deren Gebiet gelegentlich auch auf mehrer Orte erstrecken kann.
In Einzelfällen - insbesondere in Städten wurden inzwischen kleinere Kirchengemeinden (wieder) zu größeren zusammen gelegt. Nachdem das Interesse der Gemeindeglieder der Kirche bzw. kirchlichen Strukturen schwindet dürfte auch weiterhin zu Zusammenschlüssen von Kirchengemeinden kommen dass sich deren Zahl weiter verringern dürfte.

Gesangbücher

Die Gemeinden der Evangelischen Landeskirche in singen bzw. sangen in den letzten Jahrzeiten allem aus folgenden Gesangbüchern:

  • Christliches Gesangbuch zur Beförderung der öffentlichen und Andacht für die evangelisch-protestantische Kirche im Großherzogthum Karlsruhe 1837; eingeführt mit Synodalrecess vom
  • Gesangbuch für die evangelisch-protestantische Kirche des Großherzogtums bzw. mit dem späteren Titel "Gesangbuch die evangelisch-protestantische Kirche in Baden" Lahr 1883; auf Anordnung des Evang. Ober-Kirchenrats vom 24. 1882; später wurde ein Anhang beigefügt; nach wurde ein weiterer Anhang mit 56 Liedern
  • Evangelisches Kirchen-Gesangbuch Ausgabe für die Vereinigte Evangelisch-protestantische Landeskirche eingeführt durch Beschluss der Landessynode vom 27.4.1951 Reformationsfest 1951
  • Evangelisches Gesangbuch Ausgabe für die Evangelische Landeskirche in und pour l'Eglise de la Confession d'Augsbourg et de Lorraine (ECAAL) und pour l'Eglise d'Alsace et de Lorraine (ERAL) Karlsruhe 1995; am 1. Advent 1995

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