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Evangelische Landeskirche in Württemberg


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Karte
Basisdaten
Fläche : ? km²
Leitender Geistlicher: Landesbischof
Dr. Gerhard Maier
Mitgliedschaft: ÖRK und LWF
Vollmitgliedschaft
UEK und VELKD
jeweils nur Gaststatus
Prälaturen : 4
Kirchenbezirke : 51
Kirchengemeinden : ca. 1.400
Gemeindeglieder: 2.363.858 (31.12.2002)
Anteil an der
Gesamtbevölkerung:
ca. 35 %
Anschrift: Gänsheidestr. 2-4
70184 Stuttgart
Website: www.elk-wue.de
E-Mail-Adresse: komm.emh@elk-wue.de

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ist eine von 23 Gliedkirchen ( Landeskirchen ) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Wie alle Landeskirchen ist sie Körperschaft des öffentlichen Rechts ; sie hat ihren Sitz in Stuttgart . Die Kirche hat ca. 2 36 Gemeindeglieder (Stand: Dez. 2002) in ca. 1.400 Kirchengemeinden. Die Evangelische in Württemberg ist weder Mitglied bei der Union Evangelischer Kirchen noch bei der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands . Sie hat jedoch jeweils einen Gaststatus.

Hauptkirche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg die Stiftskirche Stuttgart. Hier wurde 1534 die evangelische Predigt in Württemberg gehalten. Weitere bedeutende sind das Ulmer Münster die Kilianskirche Heilbronn die Marienkirche Reutlingen die Stadtkirche St. Dionysius in Esslingen . Eine besondere Bildungseinrichtung der Landeskirche ist Tübinger Stift . Die Landeskirche unterhält auch in Bad eine Evangelische Akademie .

Inhaltsverzeichnis

Gebiet der Landeskirche

Das Gebiet der "Evangelischen Landeskirche in umfasst im Wesentlichen das ehemalige Land Württemberg das bis 1945 bestand und seit 1952 zusammen mit dem ehemaligen Land Baden sowie dem ehemals preußischen Regierungsbezirk Sigmaringen das Land Baden-Württemberg bildet. In den gab es mit der benachbarten Evangelischen Landeskirche in Baden geringfügige Grenzveränderungen.

Geschichte

Herzog Ulrich von Württemberg setzte 1534 in seinem Herzogtum die Reformation für Württemberg durch. Dies war das der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Der Herzog der jeweilige König von Württemberg war damit Oberhaupt der Landeskirche als sog. "summus episcopus" der jeweilige Herrscher vereinigte die weltliche und kirchliche Macht. Die bisherigen katholischen Bischöfe hatten Rechte mehr. Als Reformator des Landes wurde Johannes Brenz (er ist in der Stiftskirche Stuttgart eingesetzt der die Reformation im Sinne von Martin Luther ausbreitete. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg damit von Anfang an eine Lutherische Kirche doch ist die Gottesdienstform der reformierten Tradition verpflichtet d.h. die Gottesdienstfeier wird abgehalten (Oberdeutsche Form). Die in lutherischen Gemeinden übliche Form der Lutherischen Messe wird nur praktiziert.

Mit dem Herzogtum Württemberg später Königreich wuchs auch das Gebiet der Landeskirche entsprechend Seit dem späten 19. Jahrhundert entstanden auch bisher römisch-katholischen Gebieten (Süd-)Württembergs evangelische Gemeinden.

Zur Verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten wurde des Kultministeriums in Württemberg (heute Kultusministerium) eine eingerichtet welche die Bezeichnung "Konsistorium" erhielt. An Spitze stand der Konsistorialpräsident.

Am Ende des Ersten Weltkriegs musste der König von Württemberg abdanken. Kirche hatte somit formal kein Oberhaupt mehr. übernahmen zunächst die geistlichen Leiter der Kirche und der Konsistorialpräsident die Leitung der Kirche. gab sich die Württembergische Landeskirche eine Verfassung setzte einen "Kirchenpräsidenten" als Oberhaupt der Kirche der ab 1933 den Titel "Landesbischof" erhielt.

Eine Besonderheit der Württembergischen Landeskirche ist enge Verbindung mit dem Pietismus . Im frühen 18. Jahrhundert war Württemberg das größte protestantische Territorium ansonsten katholischen Südwesten Deutschlands. Deshalb wurde von der Obrigkeit besonders streng auf die Einhaltung lutherischen Bekenntnisses geachtet was oft zu einem Dogmatismus in der Theologie führte. Als Gegenbewegung sich der Pietismus dessen wichtigstes Kennzeichen bis die persönliche Frömmigkeit ist. Das Verhältnis von Landeskirche und Pietisten war oft schwierig allerdings es auf beiden Seiten immer wieder Menschen Verständnis für den jeweils anderen hatten so sich die meisten pietistischen Gruppen innerhalb der entwickelten. Noch heute machen die Pietisten einen Anteil der ehrenamtlichen Mitarbeiterschaft in der Landeskirche Viele Kirchengemeinden im altwürttembergischen Raum haben bis heute pietistische Prägung.

Leitung der Landeskirche

An der Spitze der Evangelischen Landeskirche Württemberg steht der Landesbischof (bis 1933 "Kirchenpräsident") der von der Landessynode mit einer 2/3-Mehrheit gewählt wird. Seine ist grundsätzlich auf Lebenszeit endet jedoch spätestens Vollendung des 68. Lebensjahres. In der Regel er jedoch bereits nach Vollendung seines 65. in den Ruhestand so dass ein neuer gewählt werden muss. Der Landesbischof hat einen und einen juristischen Vertreter. "Theologischer Vertreter" ist dienstälteste der insgesamt 4 Prälaten ("Regionalbischöfen"). "Juristischer ist der Direktor des Oberkirchenrats der früher die Bezeichnung "Vizepräsident" führte.

Konsistorialpräsidenten Kirchenpräsidenten und Landesbischöfe

  • 1885 - 1905 : Wilhelm Freiherr von Gemmingen Präsident des in Stuttgart
  • 1905 - 1910 : Viktor von Sandberger Konsistorialpräsident
  • 1910 - 1912 : Dr. Hermann von Habermas Konsistorialpräsident
  • 1913 - 1924 : D. Karl Hermann von Zeller Konsistorialpräsident
  • 1924 - 1929 : D. Dr. Johannes von Merz Kirchenpräsident
  • 1929 - 1948 : D. Dr.Theophil Wurm Landesbischof (bis 1933
  • 1948 - 1962 : D. Dr. Martin Haug Landesbischof
  • 1962 - 1969 : D. Dr. Erich Eichele Landesbischof
  • 1969 - 1979 : Dr. Helmut Claß Landesbischof
  • 1979 - 1988 : Dr. Hans von Keler Landesbischof
  • 1988 - 1994 : Dr. Theo Sorg Landesbischof
  • 1994 - 2001 : Dr. Eberhardt Renz Landesbischof
  • 2001 - heute: Dr. Gerhard Maier Landesbischof

Landessynode

Als "Parlament" hat die Landeskirche eine Landessynode . Sie wird in Württemberg als einziger der EKD direkt von den Gemeindegliedern gewählt Ihre Aufgaben sind ähnlich wie die von Parlamenten. Die Mitglieder der Synode heißen "Synodale" werden in Wahlkreisen gewählt.

Vorsitzender der Landessynode ist der Präsident der Synode . Gegenwärtig ist es Horst Neugart Präsident 13. Landessynode (seit 2001). Seine beiden Vorgänger Präsidentin der Synode Dorothee Jetter und Präsident Synode Dr. Oswald Seitter.

Verwaltung der Landeskirche

Oberkirchenrat und Verwaltungshierarchie

Der Landesbischof hat seinen Amtssitz in Stuttgart. Er Vorsitzender des Oberkirchenrats der nach der Verfassung der Landeskirche Kollegium definiert wird. Diesem Kollegium das quasi "Regierung" der Landeskirche angesehen werden kann gehören dem Landesbischof die 4 Prälaten die Direktororin (seit 2001 Margit Rupp) des Oberkirchenrats und die Dezernenten (sie führen verwirrenderweise den Titel "Oberkirchenrat") an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des "Oberkirchenrat" verwalten die Landeskirche im "Oberkirchenrat" also Verwaltungsbehörde der Landeskirche. Damit hat der Begriff seine dritte Bedeutung.

In der Verwaltungshierarchie ist die Landeskirche unten nach oben wie folgt aufgebaut:
An der Basis stehen die Kirchengemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gewählten Kirchengemeinderäten. Mehrere Kirchengemeinden bilden einen Kirchenbezirk (in der allgemeinen Verwaltung einem Landkreis vergleichbar) an dessen Spitze ein Dekan steht (Ausnahme: der Kirchenbezirk Ravensburg auf Grund seiner Größe 2 Dekane). Die sind ebenfalls Körperschaften des öffentlichen Rechts und als Gremium die Bezirkssynode deren Mitglieder von jeweiligen Kirchengemeinden bestellt werden.
Mehrere Kirchenbezirke bilden zusammen eine Prälatur auch Sprengel genannt (in der allgemeinen Verwaltung einem Regierungsbezirk vergleichbar) an dessen Spitze der Prälat steht. Verwaltungsebene hat kein Gremium. Die vier Prälaturen zusammen die Landeskirche (in der allgemeinen Verwaltung dem Bundesland vergleichbar) .

Prälaturen

Die Prälaturen (auch Sprengel genannt) sind die Gebiete 4 Prälaten der Landeskirche. Sie sind nach Dienstsitz (Heilbronn Reutlingen Stuttgart und Ulm) benannt. Prälaten nehmen die Aufgaben eines Regionalbischofs wahr Visitation der Dekanatämter und Kirchenbezirke Seelsorge unter Pfarrerinnen und Pfarrern und Mitwirkung bei der der Gemeindepfarrstellen.
Im Laufe der Geschichte veränderte sich Anzahl der Prälaturen und deren Dienstsitze mehrmals. folgende Übersicht soll dies näher erläutern:

  • 1806: Adelberg Bebenhausen Denkendorf Heilbronn Maulbronn
  • 1810: Heilbronn Maulbronn Schöntal Tübingen Ulm Urach
  • 1823: Heilbronn Ludwigsburg (statt Maulbronn) Reutlingen (statt Schwäbisch Hall (statt Schöntal) Tübingen Ulm
  • 1913: Heilbronn Ludwigsburg Reutlingen Ulm
  • 1933: Heilbronn Ludwigsburg Stuttgart Ulm
  • 1956: Heilbronn Reutlingen Stuttgart Ulm
  • 1992: Heilbronn Ludwigsburg Reutlingen Stuttgart Ulm
  • 2003: Heilbronn Reutlingen Stuttgart Ulm

Kirchenbezirke

Die 4 Prälaturen gliedern sich in 51 Kirchenbezirke die deckungsgleich mit den Dekanaten sind. im Kirchenbezirk Ravensburg gibt es zwei Dekanatsbezirke. Kirchenbezirke sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und als solche Träger von Einrichtungen sein und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstellen.

Die 4 Prälaturen und 51 Kirchenbezirke:

  • Prälatur Heilbronn (15)
    • Backnang
    • Blaufelden
    • Brackenheim
    • Crailsheim
    • Gaildorf
    • Heilbronn
    • Künzelsau
    • Mühlacker
    • Neuenstadt am Kocher
    • Öhringen
    • Schorndorf
    • Schwäbisch Hall
    • Waiblingen
    • Weikersheim
    • Weinsberg

  • Prälatur Reutlingen (14)
    • Bad Urach
    • Balingen
    • Böblingen
    • Calw
    • Freudenstadt
    • Herrenberg
    • Leonberg
    • Münsingen
    • Nagold
    • Neuenbürg
    • Reutlingen
    • Sulz am Neckar
    • Tübingen
    • Tuttlingen

  • Prälatur Stuttgart (13)
    • Bernhausen
    • Besigheim
    • Ditzingen
    • Esslingen
    • Kirchheim
    • Ludwigsburg
    • Marbach
    • Nürtingen
    • Stadtverband Stuttgart bestehend aus den Kirchenbezirken:
      • Stuttgart
      • Bad Cannstatt
      • Degerloch
      • Zuffenhausen
    • Vaihingen/Enz

  • Prälatur Ulm (9)
    • Aalen
    • Biberach/Riß
    • Blaubeuren
    • Geislingen
    • Göppingen
    • Heidenheim
    • Ravensburg
    • Schwäbisch Gmünd
    • Ulm

Kirchengemeinden

Die 51 Kirchenbezirke sind in ca. 1.400 Kirchengemeinden unterteilt. Diese Zahl war bei Bildung Kirchengemeinden wohl etwas geringer. Im Laufe der Jahre hat sich die Zahl jedoch erhöht meist in Städten durch Zuzüge die Kirchengemeinden groß wurden dass man sie aufteilte und neue Kirchengemeinden entstanden. Darüber hinaus entstanden nach Zweiten Weltkrieg auch in bislang überwiegend katholischen Gebieten Zuzüge von Protestanten neue Kirchengemeinden deren Gebiet gelegentlich auch auf mehrer Orte erstrecken kann.
In Einzelfällen - insbesondere in Städten wurden inzwischen kleinere Kirchengemeinden (wieder) zu größeren zusammen gelegt. Nachdem das Interesse der Gemeindeglieder der Kirche bzw. kirchlichen Strukturen schwindet dürfte auch weiterhin zu Zusammenschlüssen von Kirchengemeinden kommen dass sich deren Zahl weiter verringern dürfte.

Gesangbücher

Die Gemeinden der Evangelischen Landeskirche in singen bzw. sangen in den letzten Jahrzeiten allem aus folgenden Gesangbüchern:

  • Württembergisches Gesangbuch zum Gebrauch für Kirchen und von dem Königlichen Synodus nach dem der gegenwärtigen Zeit eingerichtet Stuttgart eingeführt am Juni 1791 bzw. mit dem Titel "Gesangbuch die evangelischen Kirchen und Schulen des Königreichs
  • Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg Stuttgart 1842
  • Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg Stuttgart eingeführt 1912 ab 1936 mit "Anhang zum Gesangbuch für die evangelische Kirche Württemberg hrsg. von Landeskirchenmusikdirektor Wilhelm Gohl mit des evangelischen Oberkirchenrats"
  • Evangelisches Kirchengesangbuch Ausgabe für die Evang. Landeskirche in eingeführt auf Beschluss des Württemberg. Evang. Landeskirchentages 13.11.1952 zum Advent 1953
  • Evangelisches Gesangbuch Ausgabe für die Evangelische Landeskirche in Stuttgart; eingeführt am 1. Advent 1996

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