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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 14. Oktober 2019 

Feminismus


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Als Feminismus wird sowohl die Neue Frauenbewegung (seit ca. 1968 ) als auch die Theorie der Neuen Frauenbewegung bezeichnet (wobei diese Theorie eigentlich aus einander ergänzenden und einander auch widersprechenden theoretischen besteht).

Inhaltsverzeichnis

Strömungen innerhalb des Feminismus

Zwei Hauptströmungen haben die Frauenbewegung und Feminismus seit ihren Anfangszeiten gespalten:

Radikalfeminismus

Die so genannten Radikalfeministinnen oder Universalistinnen gehen von einer grundsätzlichen Gleichheit der aus und begründen die zwischen den Geschlechtern Unterschiede hauptsächlich durch gesellschaftliche Machtstrukturen und die Sozialisation der Menschen. Nach dieser Philosophie gibt kein "typisch männlich" und "typisch weiblich" sondern durch die geschlechtsspezifische Sozialisation und Arbeitsteilung begründete zwischen den Geschlechtern. Die Anhängerinnen dieser Strömung für die Aufhebung sämtlicher geschlechtsspezifischen gesellschaftlichen Unterschiede so den Menschen zu ermöglichen nach ihren Fähigkeiten und Vorlieben zu leben statt nach vorgegebenen Geschlechterrollen . Analytisch wird hier hauptsächlich das Gender-Konzept wobei vereinfacht ausgedrückt das biologische Geschlecht und soziale Geschlecht als unterschiedliche Konstrukte der gesellschaftlichen aufgefasst werden. Bekannte theoretische Vertreterinnen dieser Strömung Simone de Beauvoir ( "Das andere Geschlecht" ) und Alice Schwarzer ( "Der kleine Unterschied und seine grossen Folgen" ).

Ein Teil der Feministinnen dieser Strömung dem Marxismus nahe und setzt sich vor allem die gesamtgesellschaftlichen Rechte der Frau ein. Zu Teil gehören auch viele im politischen Spektrum links angesiedelte Gruppierungen. Allerdings wird von feministischer die Unterordnung der "Frauenfrage" als Nebenwiderspruch unter so genannten Hauptwiderspruch nämlich jenen zwischen Besitzenden Besitzlosen immer wieder in Frage gestellt.

Differenzialfeminismus

Die so genannten Differenzialistinnen hingegen gehen von einer grundsätzlichen Verschiedenheit Geschlechter aus und begründen existierende Unterschiede im der Menschen die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sowie die Machtstrukturen mit biologischen Ursachen. Die Anhängerinnen dieser kämpfen für eine Aufwertung des weiblichen Anteils der Gesellschaft bestehen jedoch größtenteils auf der Arbeitstrennung zwischen den Geschlechtern da sie diese biologisch gerechtfertigt halten.

Zu dieser Strömung gehören auch die genannten Ökofeministinnen (z.B.: Maria Mies) die biologistische Theorien Weiblichkeit mitunter vermischt mit esoterischen Anschauungen vertreten.

Innerhalb dieser beiden theoretischen Hauptrichtungen existieren ideologische und theoretische Unterströmungen.

Politisch-sozialer und magischer Feminismus

Eine weitere Unterteilungsmöglichkeit stellt die Ausbildung magisch orientierten Feminismus neben dem rationalistischen politisch-sozial dar. Kritik an der Hexenjagd und Hexenverfolgung steht hier unter dem dass diese mit unvorstellbarer Grausamkeit das Wissen Frauen im Zusammenhang mit einer in der von Frauen befindlichen Frauenheilkunde zerstört hat. Gleichzeitige als Hexe oder Magierin steht in Zusammenhang mit dem versuch derartiges Wissen wieder anzueignen. Frauen feiern die Walpurgisnacht mit Demonstrationen nach dem Motto: Wir sind Frauen wir sind viele. Wir unsere Ziele! In Deutschland kann Luisa Francia als Antipode zu Alice Schwarzer betrachtet werden. Der "magische" Feminismus ist Strömung des Differenzialfeminismus.

Individualfeminismus

Eine relativ junge Strömung vertritt libertären Theorien bis hin zum Objektivismus . Diese ist oft stärker an individuellen fur Frauen interessiert. Das Ziel dieser Gruppe es die Individualrechte der Frauen zu sichern zu stärken. Theoretische Zusammenhänge mit dem Anarchismus werden herausgearbeitet. Wichtig ist die Verwirklichung Individuums deren grenzen dort gezogen werden wo anderes Individuum in seiner Entwicklung behindert wird.

"Individuelle Feministinnen" können sowohl einen radikalen auch einen differenzialistischen Ansatz vertreten.

Zentrale Themen

Unter anderem werden folgende Problemkreise immer von Feministinnen aufgegriffen:

  • Gleichstellung/Gleichberechtigung in Politik Arbeit Gesellschaft Familie
  • Gewalt gegen Frauen (individuell und strukturell)
  • sexuelle Selbstbestimmung
  • Freigabe der Abtreibung - Motto "Ob Mütter keine bestimmen wir alleine"
  • Sichtbarmachung von Frauen innerhalb der Sprache. (Verwendung großen I wie etwa in StudentInnen oder beider Formen)
  • Kritische Beobachtung der Reproduktionsmedizin
  • Stellung von Müttern in der Gesellschaft (breite um das so genannte Müttermanifest)
  • Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften mit heterosexuellen Formen Zusammenlebens
  • Sichtbarmachen von Lesben im gesellschaftlichen Leben
  • Diskussion von Pornografie - die u.a. von Schwarzer ins Leben gerufene PorNO Kampagne wird feministischer Seite breit diskutiert und vielfach mit Argument abgelehnt es sei problematisch nach Zensur staatlicher Seite zu rufen die dann vielleicht engagierte mit sexueller Darstellung arbeitende KünstlerInnen treffe interessant der Fall um die US-amerikanische feministische Kathy Acker deren Buch "Harte Mädchen weinen nicht" Deutschland zensiert wurde).
  • Konstruktion von Geschlechtsidentität

Die politische Theorie des Marxismus vertritt die Ansicht dass im Spätkapitalismus – der angenommenen Endphase des Kapitalimus alle gesellschaftlichen Widersprüche immer größer werden darunter der zwischen Männern und Frauen was dem aus marxistischer Sicht Berechtigung verleiht.

Kritik

Feministinnen und Frauenrechtlerinnen wurde seit dem Beginn der Frauenbewegung nur von seiten der Männer Unweiblichkeit vorgeworfen. Strömungen des Feminismus werden heute Dogmenlastigkeit oder gar geschlechter rassistische Züge vorgeworfen (Biologismus). Der politische Einfluss Feminismus wird von Teilen der Männerbewegung als Frauenlobbying kritisiert. Analog zum Feminismus hat sich den späten 1960er Jahren in den westlichen eine Männerbewegung entwickelt. Hier wird u.a. auch der vertreten dass ohne eine Befreiung der Frauen kein Mann frei sein könnte. Dieser Ansatz der Theorie dass auch der Unterdrücker den der Unterdrückung auch wenn er von ihnen könne quasi ausgeliefert sei.

Kritik an verschiedenen Positionen des Feminismus wie bei anderen sozialen Bewegungen ebenfalls aus eigenen Reihen:

  • Androzentrismus -Vorwurf: Vor allem Differenzialfeministinnen werfen Radikalen Feministinnen sich an "männlichen" Idealen zu orientieren und patriarchale Strukturen zu reproduzieren.
  • Eurozentrismus-Vorwurf: Von Seiten von Frauenrechtlerinnen aus Asien Südamerika und aus dem arabischen Raum wird US-amerikanischen und europäischen feministischen Organisationen immer wieder auf die spezifischen Bedürfnisse von Frauen aus Kulturräumen und insbesondere aus Entwicklungsländern keine Rücksicht nehmen und mit ihrem eurozentrierten Diskurs die für die spezifischen Bedürfnisse der Frauen aus europäisch-US-amerikanischen Kulturraum zu monopolisieren.

Desweiteren herrscht Uneinigkeit über die Frage mit bestehenden Geschlechtsrollenstereotypen umzugehen sei ohne diese Andererseits sollen eventuell bestehende wichtige Unterschiede zwischen Geschlechtern nicht verleugnet werden. Die Konstruktion von Geschlecht selbst ist ebenfalls Thema der feministischen

Verwandte Themen

Frauenbewegung - Emanzipation - Gleichberechtigung - Diskriminierung - Maskulismus - Gender Studies

Literatur

  • Andrea Trumann: Feministische Theorie . Schmetterling Verlag 2002
  • Regina Becker-Schmidt und Gudrun-Axeli Knapp: Feministische Theorien zur Einführung. Junius Verlag 2003. ISBN 3885063875
  • Sabine Hark: Dis/Kontinuitäten: Feministische Theorie. Leske + Budrich Verlag 2001 ISBN 3810028975
  • Herrad Schenk: Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in ISBN 3406060137
  • Gerda Lerner Die Entstehung des feministischen Bewußtseins. Vom Mittelalter zur Ersten Frauenbewegung. Dtv 1998. ISNB 3423306424
  • Rosemarie Nave-Herz: Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland. Leske + Budrich Verlag 1994. ISBN 3810012505
  

Weblinks



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