Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 11. Dezember 2019 

Freie Stadt Danzig


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Inhaltsverzeichnis

Die Freie Stadt Danzig im 19.

Geschichte

Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon I. mußte im Tilsiter Friedensvertrag vom 7. und 9. Juli 1807 erst mit der zweiten polnischen Teilung erworbene Territorium Frankreich zur Verfügung gestellt werden. Das geschah einer Belagerung der Stadt durch französische Truppen Mitte März bis zum 27. Mai 1807 dem Tag der Übergabe.

4.000 Zivilisten waren in dieser Zeit Entbehrungen ums Leben gekommen.

Am 21. Juli 1807 wurde aus Stadt Danzig nebst angrenzendem Gebiet an der Weichselmündung Freie Stadt Danzig ausgerufen. Nach Artikel 19 des Tilsiter war Danzig in einem Umkreis von zwei Meilen von Napoleon I. zur Freien Stadt dem Schutz der Könige von Preußen und erklärt worden.

Faktisch lag die Macht bei dem Gouverneur Jean Rapp. Die Aufgabe der Stadt jetzt im wesentlichen darin französische Einquartierungen zu und unmäßige Kontributionen aufzubringen.

Nach dem Scheitern Napoleons in Russland im Winter 1812 schloss die russische Ende Januar 1813 die Festung Danzig mit 40.000 französischen Soldaten ein. Nach deren Abzug 2. Januar 1814 wurde nach den Regelungen Wiener Kongresses die Freie Stadt Danzig noch im Jahr mit der neuen preußischen Provinz Westpreußen wieder vereinigt.

Grenzen

Der Gränztractat vom 6. Dezember 1807 umschrieb die Abgrenzung gegenüber Preußen. Danach das Gebiet der Freien Stadt Danzig etwa der späteren preußischen Kreise Danziger Höhe und Niederung. Im Nordosten umfasste es noch den Polsk (= Narmeln) auf der Frischen Nehrung während im Westen Zoppot preußisch blieb.

Da Danzig gehalten war auf eigene einen Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel und bei Rukokowa zu unterhalten gehörte auch südöstliche Teil dieser Halbinsel zum Gebiet der Stadt Danzig.

Die Freie Stadt Danzig im 20.

Die Freie Stadt Danzig - die Stadt Danzig und das ihr verbundene Gebiet - bestand als teilsouveräner Freistaat unter dem Schutz des Völkerbundes von 1920 bis 1939.

Geschichte

Der Versailler Vertrag verfügte mit seinem Inkrafttreten am 10. 1920 die Abtretung von Kreisen und Kreisteilen preußischen Provinz Westpreußen Regierungsbezirk Danzig an die und Assoziierten Hauptmächte zur Bildung der Freien Danzig.

Aus ihnen wurden die Stadtkreise Danzig Zoppot gebildet und die Landkreise Danziger Höhe Danziger Niederung und Großes Werder .

Zum 15. 11. 1920 konstituierte sich neue Freie Stadt Danzig.

Seit dem 1. Januar 1922 bildeten Freie Stadt Danzig und Polen ein einziges das der Gesetzgebung und den Tarifen Polens

Die Danzig-polnische Wirtschaftsgemeinschaft folgte am 1. 1922.

Zum 18. Dezember 1923 trat an der bisherigen deutschen Währung der Danziger Gulden an die britische Währung gekoppelt war. 25 entsprachen 1 britischen Pfund.

Mit der Wahl vom 28. Mai erlangten die Nationalsozialisten im Volkstage die absolute und bauten diese bis 1939 noch aus.

Mit dem 1. September 1939 trat Freie Stadt Danzig zum Deutschen Reich und dort – jetzt als ehemalige Freie Stadt Danzig – vorläufig bestehen zum 26. Oktober 1939.

An diesem Tage ging sie im Reichsgau Westpreußen später Danzig-Westpreußen auf.

Verfassung

Die geschichtliche Bezeichnung Hansestadt wurde der Freien Stadt Danzig von Alliierten und Assoziierten Hauptmächten verweigert. Im übrigen der genehmigte Verfassungsentwurf als Verfassung am 11. 1920 in Kraft.

Danach fungierte als oberste Regierungsbehörde der des Senates. Dieser war seinerseits dem Parlament h. dem Volkstag verantwortlich. Ein Staatsoberhaupt war nicht vorgesehen.

Die eigentliche Stadt Danzig verlor ihre Selbständigkeit. Sie blieb zwar als Stadtgemeinde und bestehen; ihre gemeindlichen Angelegenheiten galten aber als des Staates und wurden von Senat und wahrgenommen. Einen Oberbürgermeister der Stadt Danzig gab damit nicht mehr.

Die übrigen bisherigen Verwaltungsbehörden wurden den Verhältnissen angepasst und blieben im allgemeinen bestehen.

Die Freie Stadt Danzig stand unter Schutz des Völkerbundes der einen Hochkommissar in einsetzte. Dieser entschied alle Streitigkeiten zwischen dem und Polen als erste der Völkerbundsrat in Genf als letzte Instanz.

Am 23. August 1939 setzte der den bisherigen Danziger Gauleiter der NSDAP Albert Forster als Staatsoberhaupt ein.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs am September 1939 übernahm Albert Forster als Staatsoberhaupt und Gauleiter unter Aufhebung der Danziger Verfassung die gesamte gesetzgebende und vollziehende Gewalt.

Durch Staatsgrundgesetz vom gleichen Tage erklärte das Gebiet der Freien Stadt Danzig zum des Deutschen Reiches . Dieser Anschluss wurde durch Reichsgesetz vom Tage in der Berliner Sitzung des Reichstages auch vollzogen.

Verwaltungsgliederung

Der Versailler Vertrag verfügte mit seinem am 10. 1. 1920 die Abtretung der Kreise der preußischen Provinz Westpreußen Regierungsbezirk Danzig die Alliierten und Assoziierten Hauptmächte zur Bildung der Freien Stadt Danzig:

  • Berent (teilweise)
  • Danzig-Stadt
  • Danziger Höhe (teilweise)
  • Danziger Niederung (teilweise)
  • Dirschau (teilweise)
  • Elbing (teilweise)
  • Karthaus (teilweise)
  • Marienburg (Westpr.) (teilweise)
  • Neustadt i. Westpr. (nur Stadtgemeinde Zoppot).

Diese Kreise und Kreistrümmer wurden wie zusammengeschlossen:

  • Der Stadtkreis Danzig blieb in seiner bisherigen Form bestehen.
  • Die Restkreise Berent Dirschau (westlich der Eisenbahn liegende Ortschaften) Karthaus und Neustadt i. Westpr. zum Kreis Danziger Höhe .
  • Der Restkreis Dirschau (östlich der Eisenbahn Dirschau-Hohenstein Ortschaften) trat zum Kreis Danziger Niederung .
  • Die Restkreise Elbing und Marienburg (Westpr.) bildeten neuen Kreis Große r Werder der am 20. Oktober. 1923 in Große s Werder umbenannt wurde. Sein Verwaltungssitz war vorläufig (Westpr.) endgültig dann ab April 1920 die Tiegenhof.
  • Der Restkreis Neustadt i. Westpr. (nur Stadtgemeinde wurde zum neuen Stadtkreis Zoppot umgebildet.

Zum 24. Dezember 1920 wurde die der Freien Stadt Danzig zu Gunsten des Reiches dahingehend abgeändert dass die Landgemeinden Pröbbernau dem Landkreis Danziger Niederung und die Landgemeinde Zeyerniederkampen und der Nogathaffkampen aus dem Landkreis Großer Werder an den Landkreis Elbing zurückfielen. Jedoch blieben die Landgemeinden Zeyer Zeyervorderkampen bei der Freien Stadt Danzig.

Zum 1. Juli 1926 und 15. 1933 fanden größere Eingemeindungen zugunsten des Stadtkreises statt.

Entsprechend der Entwicklung im Deutschen Reich 1929 auch im Danziger Gebiet die noch Gutsbezirke aufgelöst und mit anderen Landgemeinden vereinigt. von dieser Regelung wurden lediglich die unbewohnten die bestehen blieben.

Im Übrigen veränderten sich die inneren bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges im nicht mehr.

Justiz

Nach Konstituierung der Freien Stadt nahm neugegründete Danziger Obergericht die bisherigen Aufgaben des Reichsgerichts in Leipzig des Berliner Kammergerichts und des Danziger Oberlandesgerichts wahr. Im übrigen blieb die bisherige in ein Landgericht und vier Amtsgerichte bestehen.

Post

Polen war zugestanden worden zur Postversorgung Danziger Hafen einen eigenen Postdienst einzurichten. Das exzessiv dahin ausgelegt dass am 5. Januar im gesamten Stadtgebiet zehn polnische Briefkästen aufgehängt wurden und Postbedienstete in Danzig ihre Briefzustellungen vornahmen. Es sich über die Zulässigkeit dieser Maßnahmen ein Streit zwischen den Danziger und polnischen Behörden.

Der daraufhin angerufene Völkerbundsrat traf daraufhin das Gutachten des Ständigen Internationalen Gerichtshofs vom Mai 1925 die Entscheidung dass in einem umgrenzten Gebiet das den Hafen und die Danziger Innenstadt umfasste polnische Postkästen aufgehängt bleiben durften.

Das polnische Postgebäude wurde vertragswidrig befestigt mit polnischem militärischen Schutz versehen.

Am 1. September 1939 eroberten Truppen Danziger Heimwehr die polnische Post.

Siehe auch: Danziger Postgeschichte

Hafen von Danzig

Die Abtrennung des Danziger Gebietes vom Deutschen Reich hatte ursprünglich als Begründung dem neuen Staat einen gesicherten Zugang zum Meer zu Dem diente ein besonderer Hafenausschuss der die Interessen Danzigs und Polens ausgleichen sollte.

Gleichwohl schuf Polen in den Folgejahren 1920 eine durch Polen allein kontrollierbare sichere Umgehung des Freistaates. Nördlich von Danzig legte den neuen Hafen Gdynia auf dem Gebiet der alten deutschen Gdingen an und verband ihn über die Kohlenmagistrale durch den polnischen Korridor mit dem polnisch gewordenen ostoberschlesischen Industriegebiet.

Bereits im Jahre 1933 übertraf der über den Hafen von Gdynia den über Danziger Hafen.

Westerplatte

Als im August 1920 die Rote Armee vor Warschau stand sollte Polen über dringend benötigte Munitionslieferungen aus Saloniki erhalten. Deren Ausladung wurde durch einen der Danziger Hafenarbeiter verhindert.

Daraufhin wurde Polen zugestanden auf der an der Mündung der Alten Weichsel ein anzulegen und zu dessen Schutz auch eine Besatzung dort zu stationieren. In der Folgezeit diese Anlage militärisch befestigt. Sie unterstand zwar den Danziger Behörden war also nicht exterritorial aber nur nach vorheriger Anfrage inspiziert werden.

Mit den Schüssen des deutschen Linienschiffes auf die Westerplatte begann am 1. September der Zweite Weltkrieg .

Personalien

Regierungspräsident

  • Lothar Foerster (bis 1920)

Militärgouverneur

  • Sir Reginald Tower Großbritannien (1920)

Präsidenten des Senats

  • Dr. h. c. Heinrich Sahm (1920 bis
  • Dr. Ernst Ziehm DNVP (1931 bis 1933)
  • Dr. Hermann Rauschning NSDAP (1933 bis 1934)
  • Arthur Greiser NSDAP (1934 bis 1939)

Hochkommissare

  • Professor Attolico Italien (1920 stellvertretend)
  • Generalleutnant Sir Richard Haking Großbritannien (1920)
  • Mervyn Mc Donnell Großbritannien (1923)
  • von Hamel Niederlande (1925)
  • Conte Manfredo Gravina Italien (1929)
  • Sean Lester Irland (1933)
  • Professor Carl Burckhardt Schweiz (1937)

Gauleiter der NSDAP

Kreise in der Freien Stadt Danzig

Stadtkreise

  1. Danzig
  2. Zoppot

Landkreise

  1. Danziger Höhe [Sitz: Danzig]
  2. Danziger Niederung [Sitz: Danzig]
  3. Großes Werder [Sitz: Tiegenhof]

Literatur

  • Hüttenberger Peter: Die Gauleiter. Studie zum Wandel des Machtgefüges der NSDAP. Stuttgart (Deutsche Verlags-Anstalt) 1969. (= Schriftenreihe Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte).
  • Loew Peter Oliver: Danzig und seine Vergangenheit 1793 – 1997. Geschichtskultur einer Stadt zwischen Deutschland und Polen. Osnabrück (fibre Verlag) 2003. (= Einzelveröffentlichungen Deutschen Historischen Instituts Warschau).
  • Ruhnau Dr. Rüdiger: Die Freie Stadt Danzig 1919 – 1939 Berg am See (Kurt Vowinckel Verlag 1988.
  • Schenk Dieter: Hitlers Mann in Danzig. Gauleiter Forster und Verbrechen in Danzig-Westpreußen . Bonn (Dietz) 2000.

Weblinks

Landkarten von Preußen

Folgend sind Weblinks mit historischen Landkarten Preußen einschließlich Westpreußen Ostpreußen Ermland Freie Stadt Danzig seit circa 1500 bis zum 20.




Bücher zum Thema Freie Stadt Danzig

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Freie_Stadt_Danzig.html">Freie Stadt Danzig </a>