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Günther Anders


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Günther Anders (* 12. Juli 1902 in Breslau ; † 17. Dezember 1992 in Wien eigentlich Günther Stern ) war ein deutscher Schriftsteller und Philosoph jüdischer Herkunft.

Er studierte Philosophie und promovierte im Alter von 21 in Freiburg im Breisgau . 1933 emigrierte er nach Frankreich; von 1936 bis 1950 lebte er in den USA danach Wien. Er veröffentlichte vor allem philosophische und Schriften.

Inhaltsverzeichnis

Philosophie

methodische Ansätze

* Gelegenheitsphilosophie
- Setzt sich zusammen aus Perspektivwechsel Übertreibung
- Kreuzung aus Metaphysik und Journalismus
- Heutige Situation (Gelegenheiten aktuellste Erscheinungen) Gegenstand
* Perspektivwechsel
- Erörterung aktueller Erscheinungen UND philosophische darüber
* Übertreibung
- Überpointierung und Vergrößerung weil bestimmt sonst nicht identifizierbar oder sichtbar werden
- Mikro- oder Teleskopie – versuchen übertreibender Verbildlichung Wahrheit zu gewinnen
- Vgl.: Fabel: „Das Mikroskop“
* Phänomenologie
- Anderer Ansatz als bei Husserl: nimmt bei Phänomenen einen Zeitkern an d.h. Wesen verändert sich mit der Zeit
- Einzelne Gegenstände lassen Rückschlüsse auf Gesamtgesellschaftliche Situation zu
- Beispiele: Fernsehen Atombombe


Inhalte

· Negative Anthropologie

- Ausgangssituation des Menschen

  • Identitätslosigkeit
  • Strukturale Wandelbarkeit
  • Ontologische Differenz zur Welt
  • Lebenspraktischer Nihilismus
  • Freiheit erlaubt ihm nicht mit sich zu sein
--> Identität des Menschen besteht darin Identität zu haben
--> Voraussetzung zur Freiheit und zur einer eigenen Welt/Umwelt Wissenschaft Kunst Technik Historizität

· Prometheische Scham - Technikphilosophie

- Scham in der sich das als Maschine des ICHs als Mensch schämt
- „Wir sind invertierte Utopisten. Dies ist das Grund-Dilemma unseres Zeitalters: Wir sind als wir selbst nämlich unfähig uns von von uns selbst Gemachten ein Bild zu Insofern sind wir invertierte Utopisten: Während Utopisten was sie sich vorstellen nicht herstellen können wir dasjenige was wir herstellen nicht vorstellen.“ Die atomare Drohung S. 96)
- zentrales Motiv: durch die technische entstandene Diskrepanz zwischen Herstellen und Vorstellen; Differenz/Gefälle Mensch und Produkt = prometheisch
- Diskrepanz wird größer seit das als Verlängerung und Verbesserung menschlicher Organe durch Maschine und deren Eigendynamik ersetzt wurde --> der Antiquiertheit des Menschen
- Menschsein Leben überhaupt beginnt als Daseinsform zu erscheinen --> Mensch erzeugt Produkte denen er sich selbst überflüssig macht
- Technik keine wertneutralen Mittel: durch Vorgabe der Geräte ist ihre Form der bereits festgelegt
- Spezifische ökonomische soziale und politische produzieren Maschinen die ihrerseits spezifische ökonomische soziale politische Veränderungen nach sich ziehen --> Technik selbst zum Subjekt der Geschichte
- Mensch kann strukturierende Kraft der nicht mehr durchschauen kann Sachzwänge emotional und nicht mehr bewältigen: Mensch ist gegenüber den und Effekten seiner Geräte geistig und seelisch geworden
- Mensch ist gemessen am Standard Produkte als Einzelner unwiederuflich und sterblich = der Einzigartigkeit Mensch humpelt seinen Produkten hinterher sich als Mangelhaft
- Folgen der strukturellen Überlegenheit der

  • Erleichterung der Arbeit
  • Tendenzielle Freiheit von Arbeit
  • Arbeit als antiquierte Kategorie
  • Arbeiter wartet nur – auf Defekt ist „Objekthirte“
  • Ziel Plan Tätigkeit der Arbeit verschwindet
--> Kompensation der Folgen erforderlich vgl. (Extrem-) Sport

Beispiele

1. Fernsehen
- Kein Faktum wird vermittelt sondern über Faktum
- Empfänger wird von der Urteilsarbeit ihm wird Objektivität vorgegaukelt er kann über verfügen (- Machtzuwachs) von einem Sachverhalt wird nur etwas ausgesagt nie alles
- Ontologische Zweideutigkeit: Differenz zwischen Ereignis Abbild wird ausgelöscht --> strukturelle Täuschung: Abhängigkeit Konsumenten vom bereits gefällten Urteil
- TV produziert als Maschine einen Typ von Mensch: den Masseneremiten
- TV wird zu negativem Familientisch: gemeinsamer Mittelpunkt sondern individueller Fluchtpunkt
- Es ist gleichgültig was gezeigt relevant ist dass es gezeigt wird: Fernsehbild Abbild wirkt als Vorbild für jene Realität es dann wieder abzubilden vorgeben wird
--> Bumerang Effekt: Wenn die Welt nach dem Bild richtet die Wirklichkeit zum verzerrter Bilder wird – dann stimmt es was im Fernsehen zu sehen war. Die hat sich wahr gelogen.

2. Atombombe
3 Fragenkomplexe:
- Was für ein Wesen – betrachtet – ist das eigentlich die Bombe: Maximen lassen sich aus ihr ableiten und bedeutet das für die Weltpolitik?
- Was bedeutet die Existenz der und das damit verbundene Vernichtungspotenzial geschichtsphilosophisch für Selbstverständnis des Menschen?
- Was hindert die Menschen eigentlich die atomare Situation angemessen wahrnehmen zu können Verharmlosungsstrategien unterliegen sie mehr oder weniger bereitwillig wie lässt sich dieser Blindheit begegnen?

- Bombe kann in keine Zweck-Mittel-Kategorien werden: als Mittel ist sie nur einsetzbar sie nicht eingesetzt wird – zur Abschreckung; eingesetzt wird sie wenn jederzeit mit ihrer gedroht werden kann bzw. gerechnet werden muss bloße Existenz ist Form des Einsatzes
- Allmacht der Bombe: entweder es alle erpresst oder keiner (immer Selbsterpressung der Menschheit)
--> menschlicher Traum erfüllt: Allmacht (aber wir besitzen die Macht einander das Ende bereiten: Herren der Apokalypse
- Grundstruktur der Epoche: durch Möglichkeit Auslöschung der Menschheit ist es definitiv die Epoche (Ende der Zeiten)
- Differenz zwischen der Menschheit als Opfer und jener Pluralität von Mächten die Täter in Frage kommen
- Prozess der massenhaften Vernichtung des gleicht sich immer mehr industrieller Produktion an
- Mit Einsatz der Bombe: Vernichtung Vergangenheit und Zukunft (Formel vom zweiten Tod)
- Apokalypsenblindheit : Unfähigkeit diese Situation und ihre immanente angemessen wahrzunehmen dem Überschwelligen Monströsen angemessen kognitiv emotional zu begegnen --> keiner macht etwas jeder nur seine Arbeit (vgl. Briefwechsel mit Claude Eartherly)
- Verharmlosungsstrategien: Vernüchterung des Entsetzlichen: wissenschaftlicher Termini technici Abkürzungen falsche Vergleiche Witze

Moral

- Technisch veränderte Welt hat bisherige liquidiert
- Anspruch einer neuen Moralität: Humanität Fortbestand des Menschen - Weder Moral noch der Gattung Mensch lassen sich logisch begründen theoretischer Nihilismus UND praktische Humanität
- Produkt und Herstellung des Produkts der moralische Status eines Produkts (z.B. Giftgas Wasserstoffbombe ) wirft keinen Schatten auf den moralischen dessen der arbeitend an dessen Produktion teilnimmt moralische Entlastung des Arbeitenden
- Aufgaben unserer Epoche: Menschen der gegenüber Souveränität verleihen und drohende atomare (und induzierte ökologische) Katastrophe abwenden
--> keine blinde Technikfeindlichkeit sondern vernünftige wichtig: Aktion notfalls mittels Gewalt (macht die die euch kaputt machen)
1. Schritt: Ausbildung moralischer Phantasie (Gefühl die Wahrnehmung des Undenkbaren schulen um Folgen zu können; Überdehnung der gewohnten Phantasie)
2. Schritt: Produktstreik – universeller hippokratischer --> „Keine Arbeiten anzunehmen und durchzuführen ohne zuvor darauf geprüft zu haben ob sie oder indirekte Vernichtungsarbeiten darstellen ; die Arbeiten denen wir gerade teilnehmen aufzugeben wenn diese als solche direkten oder indirekten Vernichtungsarbeiten erweisen (die atomare Drohung S. 137)

Werke

  • Die Antiquiertheit des Menschen (1956)
  • Hiroshima ist überall (1982)
  • Tagebücher und Gedichte (1985)
  • Blick vom Turm Fabeln (1968)
  • Hiroshima ist überall (u.a. mit dem mit dem Hiroshimapiloten Claude Eatherly) (1982)
  • Die atomare Drohung (1981)

Sekundärliteratur

  • Konrad Paul Liessmann: Günther Anders zur Hannover 1993.



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