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Garten


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Inhaltsverzeichnis

Definition

Ein Garten ist ein Stück Land das mit Mitteln (z. B. Pflanzen Wege Wasser Steine Kies Holz Licht/Schatten (Beleuchtung) oder Bauten) unter von Gartengeräten bearbeitet wird um einen direkten Ertrag ernten oder um einem künstlerischen spirituellen religiösem oder therapeutischem Zweck oder um Freizeitgestaltung zu dienen.

Neben der heute oftmals anzutreffenden Form Mischgartens der viele der genannten Aspekte in vereint unterscheidet man in Europa auch schwerpunktmäßig Haus- oder Nutzgarten den botanischen Garten den Naturgarten und den Versuchsgarten.

Ist ein Garten größer so dass von einem einzelnen Menschen nicht mehr neben Berufsarbeit gepflegt werden kann und wenn er zu Ertragszwecken sondern als ästhetisches Objekt angelegt unterhalten wird so spricht man von einem Park auch wenn sich im Namen einer Anlage das Wort "Garten" erhalten hat (z. Englischer Garten in München).

In einem Garten oder Park werden wie folgt unterschieden:

  • Einjährige (blühen im gleichen Jahr in dem ausgesäät werden)
  • Zweijährige (blühen im dem der Aussaat Jahr)
  • Mehrjährige (ziehen im Winter ein und wieder z.B. aus Wurzel oder Knolle wieder mit neuen Sprossen aus)
  • Halbsträucher (Übergang zwischen Staude und Strauch )
Sträucher (Gehölze die keinen Stamm bilden sich meist schon an der Basis in verzweigen)
  • Bäume (stammbildende Gehölze die sich in Ästen und zweiter Ordnung (usw.) verzweigen.

Bei den Gehölzen werden Laub- und ( Koniferen ) unterschieden und diese wiederum in sommergrüne und immergrüne.

  
Weitere im allgemeinen Sprachgebrauch verwendete Pflanzenbezeichnungen Gräser (ein- bis mehrjährig einkeimglättrig) Stauden (mehrjährig) Zwiebelpflanzen (im Frühjahr/herbstblühend und im Herbst in den Garten gesetzt oder sommerblühend winterhart und im frostfreien Frühjahr gepflanzt) winterharte Pflanzen (die im Freien und frostempfindliche Pflanzen (die Schutz vor bestimmten Temperaturen oder der Frühjahrssonne benötigen).

Kleingärten

Weit verbreitet sind in Europa die Kleingärten (sogenannte Schrebergärten) die meist zur Erholung dem Anbau von Obst ( Obstbäume ) und Gemüse dienen. Oft werden in Gärten auch Blumen gepflanzt die einen positiven optischen Eindruck oder angenehm duften. Daneben sind Hecken zur weit verbreitet.

Kleingärten werden in der Regel von Vereinen (Kleingartenvereinen) verwaltet und günstig an Mitglieder Kleingartengebiete wurden vielerorts in Europa ausgewiesen um Bevölkerung vor allem in der Zeit nach Zweiten Weltkrieg eine bessere Ernährung zu ermöglichen. In liegen derartige Anlagen fast in allen Orten der Nähe von Bahnanlagen.

Geschichte

Gartenbau im Alten Ägypten

Entwicklung des Gartenbaus von der vordynastischen bis zum Neuen Reich

Gartenbau ist schon in der vorgeschichtlichen Zeit getrieben worden das beweisen die in Beni Hassan ( Ägypten ) in denen Abbildungen von Gärten gefunden Auch der in Tell el Amarna in von Lepsius gefundene Plan eines Gartens des dortigen Königs der Anfang des 16. Jahrhunderts. v. Chr. gelebt mag belegt die hohe Entwicklung die die schon zu diesem Zeitpunkt hatte. Entscheidenden Einfluss die altägyptischen Gartenkultur hatte die Religion. Den und den verstorbenen Pharaonen zu Ehren pflanzte große Tempelgärten an. Aus der Zeit Ramses III. (1193-1162 v.Chr.) existieren Listen auf denen Temppelgärten verzeichnet sind. Für alle diese Tempelgärten von der vordynastischen Zeit bis zum Neuen - gilt daß sie regelmäßig angelegt waren Wasser eine zentrale Rolle spielten. Jeder altägyptische war mit mindestens einem rechteckigen mit Treppen Wasserbasin ausgestattet. Manche dieser Basins waren so daß sogar Barken darauf fahren konnten und dienten der Reinigung. Während für die vordynastischen Gartenanlagen und Gartenanlagen des Alten Reichs keine Informationen über Aufbau des Gartens vorliegen weiß man aufgrund Wandmalereien welche Gestalt die Gärten des Mittleren Neuen Reichs hatten: Sie waren streng symmetrisch Weingärten Gemüsegärten Blumenbeete Teiche offene Gartenpavillons und lagen in einem Viereck das von hohen begrenzt wurden. Häufig durchzogen Wasserkanäle das Areal.

Schon für die vordynastische Zeit lassen verschiedene Kulturpflanzen nachweisen:

  • die Sykomore auch Maulbeerfeige genannt ( Ficus Sycomorus L.) die seit der Zeit des Reiches um 2600 v. Chr. auch als Hathor verehrt wurde und deren Holz die Ägypter für den Bau von Möbeln Schiffen und Statuen verwandten.
  • die Dumpalme (Hyphaene thebaica L.) und Dattelpalme (Phoenix dactylifera L.). die sich beide von Mattenresten Fallen und Fächern für diese nachweisen lassen
  • der Wein den man für die Zeit der Dynastie um 295ß v. Chr. in Abydos aus der dritten Dynastie rund dreihundert Jahre in Sakkara belegen kann.

Wandmalereien in vielen Gräbern dieser Zeit demonstrieren Mühsal mit der der Wüste die Gärten wurde. Der Garten hatte neben der wirtschaftlichen eine kultische Funktion. Den Göttern und den Pharaonen zu Ehren pflanzte man große Tempelgärten Den Höhepunkt erreichte die altägyptische Gartenbaukunst während Zeit des Neuen Reiches zwischen 1550 und v. Chr. eine Phase in der so Herrscher wie Thutmosis III. Echnaton Ramses II. und Tutanchamun regierten.

Belegte Pflanzen

Neben den Belegen für die weiter genannten Dumpalme Dattelpalme und Wein wurden in Gräbern der Pyramiden Samen folgender Gartenpflanzen gefunden. Zu den nachweisbaren zählen u.a.: Akazien ( Acacia nilotica ) Lauch ( Allium Porrum ) Balsamodendron Ralamtes aegyptiaca Zichorien (Cichorium Intybus) Dill Sellerie Koriander Bockshornklee Citrullus edulis Gurke (Cucumis sativus) Erdmandel (Cyperus esculentus) Echte Feige (Ficus carica) Hyphaene thebaica Juniperus phoenicea Mimusops ummeligella Granatapfel (Punica Granatum) Ricinus communis Raphanus sativus Sapindus Ultis vinifera.

Gartenbaus in Asien

Auch die alten Inder hatten gut bewässerte und ganz regelmäßig Gärten in denen für jede Pflanzenart meist besondere Abteilung bestimmt war. Anders in China wo der Land- und Gartenbau ihretwegen die Wasserwirtschaft sich stets in der höchsten Blüte befand. Kein Volk der Erde hat Garten so kultiviert wie die Chinesen; in haben Herrscher und Reiche einen Luxus entwickelt wegen Verbrauchs von Land Wasser und Arbeitskräften Landwirtschaft gefährdete und öfters in die Geschicke Landes eingriff. Der jetzige kaiserliche Garten bei Peking hat 80 km Umfang und ist der Nachahmung der Natur ein Nonplusultra aller Landschaften aller Art von der lieblichsten bis großartigsten wechseln in demselben; der Pflanzenwuchs aller ist in ihm in der prächtigsten Entwicklung Flüsse Seen Dörfer und Schlösser beleben das Aber die Bewohner der Dörfer sind eine Schauspieler; sie stellen für den Kaiser je den Anordnungen des Hofmarschalls in schmucker Kleidung Matrosen Arbeiter Handelsleute Bauern Soldaten etc. vor führen dem Herrscher welchem die strengste aller das Erscheinen vor dem wirklichen Volk verbietet verfeinertes Spiegelbild desselben vor. Die Liebhaberei der für Zwergbäume lässt die Anordnungen auch in größten Gärten doch meist sehr kleinlich erscheinen.

Die Gärten Japans gleichen den chinesischen die beiden Völker sich gleichen. Derselbe Gedanke ihnen zu Grunde nur ahmen jene die noch treuer nach und suchen große Landschaften kleinen nachzubilden. In Japan werden Gärten nach Prinzipien des Zen -Buddhismus oder des Feng Shui angelegt die bestimmten Mustern entsprechen. Dabei vor allem auf Ausgewogenheit der Elemente geachtet.

Rückwirkung auf die europäischen Gartenanlage

Zwar hatte schon Marco Polo die chinesischen Gärten beschrieben die so von den europäischen abwichen aber seine Beschreibungen zu vage als daß sie großen Einfluss die Gartengestaltung in Europa haben konnten. Dies sich als der Franziskaner Matteo Ripa von seiner Reise in zahlreiche Kupferstiche mit brachte die ein Bild von chinesischen Gartengestaltung vermitteln konnten. _Bei seinem Besuch England traf er mit zahlreichen Vertretern des Hochadels zusammen die in der Gestaltung ihrer diese Ideen bereitwillig aufgriffen.

Anfänge des Gartenbaus im Nahen Osten

Von dem Gärten des semitischen Volksstammes der echten Araber Syrer und Assyrer kennen wir diejenigen Königs Salomo in Jerusalem und der Königin Semiramis in Babylon von denen letztere großartige Terrassen mit nicht von ihr (2080-1900 nach anderen 1200 Chr.) sondern von Nebuchodonosor (605-562) vielleicht auch der kühnen Nitokris der Mutter des Labonit oder Balthasar 508 getötet) angelegt wurden.

Salomo (1015) war ein großer Gartenfreund zog vielleicht zum Unterricht Gewächse aller Art der Zeder bis auf den Ysop der der Mauer wuchs"; in einem zweiten Garten man allerhand meist aus Indien eingeführte Gewürzkräuter .

Kyros II. (559-529) der Gründer des großen persischen beförderte den Obstbau durch weise Gesetze und Schulgärten bei den Anstalten in denen die der Großen seines Reichs erzogen wurden. Dareios ließ bei den Karawansereien der königlichen Poststraße herrlichsten Paradiese anlegen schattige Parkanlagen mit Tiergärten auch den Reisenden nach beschwerlicher Tagfahrt ein Quartier und frisches Wasser geboten wurden. Dem Kyros (gest. 401) werden zwei solcher Paradiese schattige Alleen und Haine von Platanen Zypressen und Palmen zwischen denen die breitblätterige Aloe herrliches und mannigfache Obstbäume zahlreiche Blumen zierliche Kioske schattige Ruhesitze Springbrunnen Vogelhäuser und Aussichtstürme waren. Von Obstarten dieser Länder wurden und heute noch genannt: Weintrauben Quitte Pfirsich Lotospflaume Lotus) Pflaumen und Birnen.

Gartenbau im frühen Griechenland

In Griechenland waren die Ureinwohner dem Waldkultus ergeben; Einwanderer vom Norden wie von Ägypten und brachten ihre Götter und ihre Führer (später genannt und zu Heroen d. h. Göttern Ranges erhoben) mit die zahlreiche Nutzpflanzen einführten die Wälder lichteten und um die bald Quellen Haine pflanzten auch für künstliche Bewässerung Landes sorgten. Aus Homers Odyssee sind der Hain der Kalypso und die dem Helden Odysseus gehörende Insel Ithaka bekannt ein zusammenhängender regelmäßig eingeteilter Obst- wohl auch Gemüse-) Garten. Homers Odysse stellt allen ihren umfangreichen Beschreibungen nie dar daß gegessen wird. Und doch machen für den Birnen Granatäpfel Äpfel Feigen Oliven und natürlich einen wohlgeplanten Obstgarten aus ein Garten der lange Zeit im Jahr Früchte hervorbringen würde:

Außer dem Hof ist ein großer Garten der Hoftür
An vier Morgen auf allen Seiten vom umzogen.
Große Bäume stehen darin in üppigem Wachstum
Apfelbäume mit glänzenden Früchten Granaten und Birnen
Und auch süße Feigen und frische grüne

Denen verdirbt nie Frucht noch fehlt sie wie sommers
Während des ganzen Jahres sonder der stetige
Treibt die einen hervor und läßt die reifen.
Birne auf Birne reift da heran und auf Apfel
aber auch Traube auf Traube und ebenso auf Feige.
(Homer Odyssee 7 112)

Im Jahrh. v. Chr. in Griechenlands Zeit gingen Feld- und Gartenbau zurück man meist in den Städten wo einige wenige Anpflanzungen den Einwohnern als Erholungsorte dienten oder die Weltweisen Platon und Aristoteles ihre Schüler um sich Die Gemüse des alten Griechenland waren ziemlich unsrer Tage. Aber die Halbinsel mit ihrer erlag im Anfang unsrer Zeitrechnung fremden Eroberern erst in neuerer Zeit sprach man wieder Garten auch in Griechenland unter anderen von Schlossgarten welchen Königin Amalie in Athen anlegen und der ein Wunderwerk von Schönheit sein in neuester Zeit hat zwar nach Professor der Garten eine immer größere allgemeine Ausdehnung dem aber der harte Winter 1879/80 ganz geschadet hat.

Anfänge des Gartenbaus bei den Römern

In Italien hatten die alten Römer die Nutzgärten und Obstgärten) vom Lustgarten getrennt. Letzterer durchaus gestaltet wenn er sich an die Villa war mit zahlreichen Schlingpflanzen an der Veranda Blumenbeeten und künstlich zu allerhand Figuren zugeschnittenen versehen. Die Parkanlagen hatten eine deutende Ausdehnung gleich zeitig Tiergärten von Mauern u. dgl. mit in Stein gefassten Fischteichen einem Geflügelhof Marmorbecken in deren Nähe Sitzplätze und Gartenhäuschen Betrachten der Schmuckvögel und hatten oft ein angelegtes Bassin mit Wasserkünsten gewöhnlich von einer umgeben. Am berühmtesten war die Villa Hadriana Kaisers Hadrian in Tibur am Sabinergebirge. Die Anlagen hatten 12 Meilen im Umfang enthielten Berge und Täler Grotten Wälder Hippodrom Theater und viele andre Gebäude. Hier wurde mit Benutzung mancher Überreste 16. Jahrhundert die Villa d'Este angelegt. Durch Tacitus kennen wir noch andre Kaisergärten Roms den Park am Goldenen Haus des Nero. hatten künstliche Seen und Wälder glichen. also unserm modernen Park. Auch im Italien des Reichs waren die Bewässerungsanlagen vollkommen.

Anfänge des Gartenbaus in der nachrömischen

Nach dem Fall des römischen Reichs die Vermischung der verschiedensten Völker in Italien Geschmack; die Besitzungen der Edlen waren unverteidigt geplündert und verwüstet das Land ward nur den notwendigsten Bedarf bebaut. Da erhoben sich als die ersten ländlichen Besitzungen die Klöster eine oft neben dem anderen und während Herrschaft der Päpste im 8.- 12. Jahrhundert waren die Mönche fast die einzigen die sich mit und Gartenbau beschäftigten; Reiche und Mächtige schenkten um sich Verzeihung der Sünden zu erwerben Flächen Landes mit Hörigen und belohnten ihre als tüchtige Landwirte und Gärtner. Der Friede sich auch durch Einführung vieler fremden Pflanzen dem Orient namentlich durch reiche Venezianer und

Gaspar de Gabriel ein reicher toskanischer gründete 1525 den ersten botanischen Garten dem bald von Cornaro in Venedig der von Simonetti Mailand von Pinetta in Neapel u. a.

1545 wurde vom Senat in Venedig die eines öffentlichen botanischen Gartens in Padua bewilligt Pius V. ließ den in Bologna einrichten der Großherzog von Toskana den Florenz und bald darauf hatte beinahe jede Stadt in Italien einen botanischen Garten.

1493 wurde Amerika 1498 der Seeweg nach Ostindien entdeckt und den neuerblühten Handel ein großer Luxus eingeführt sich auch im Garten äußerte und den italienischen Gartenstil schuf. Italien gab Gesetze für regelmäßige Gartenanlagen. Hohe dichte immergrüne Heckenwände und welche zugleich Schatten gewährten stehende and springende Grotten die im Winter auch zur Aufbewahrung Orangenbäume dienten mussten die Glut des südlichen kühlen; reichbesetzte Blumenbeete in ihrer Form der des Hauses entsprechend erfreuten durch ihre Farben Formen; Vögel und Vogelnester unterhielten in anderer den Spaziergänger. Ausgrabungen zahlreicher Statuen u. a. alter Zeit gaben Gelegenheit diese Kunstschätze wieder vielleicht überreich zu verwenden und zwar der Übersichtlichkeit wegen möglichst symmetrisch. Die Villen welche guten Geschmack und den Kunstwert ihrer Gärten auszeichneten waren im 16. Jahrhundert sehr zahlreich find zum Teil heute noch erhalten viele Anlagen im natürlichen Stil erweitert.

Von Privatgärten neuern Datums ganz in landschaftlichen Stil gehalten verdienen Erwähnung: der des Forti in Chiara bei Brescia der Garten Ramboldi bei Vicenza Strozzi bei Florenz der Fürsten Stigliano Colonna in Neapel Olivuzza und Villa Tasca bei Palermo. Frankreichs Gartenbau kennt Anfang seiner Geschichte nur das rein Nützliche sich nur langsam zur Beachtung der Blumen erreicht erst sehr spät das ästhetisch Schöne; angenehme und nützliche Erzeugnis des Land- und stammt aus der Fremde von den Phönikern Karthagern Römern und Sarazenen . Karl der Große (768-814) beförderte Acker- Obst- und Weinbau auf jede Weise er liebte die und erteilte seinen Gärtnern gern Verhaltungsbefehle (siehe Karlsgarten ). Er stand in freundschaftlichem Verhältnis zu abbassidischen Kalifen Harun al Raschid († 809 ) durch den er die besten Gemüse Früchte erhalten haben soll.

Aber unter dem französischen König Heinrich IV. (1589-1610) nahm der Luxus mehr und zu; selbst das Bedürfnis botanischer Gärten machte geltend; 1597 wurde ein solcher in Montpellier 1626 der in Paris 1650 ein solcher in Blois angelegt. Die Lustgärten bestanden zu Anfang 17. Jahrhundert nur aus einigen Rasenplätzen wenigen Bäumen Blumen einigen Wasseranlagen alles wild und vernachlässigt; alle waren eine armselige Nachahmung der italienischen aber mit den lächerlichsten Übertreibungen. Diese führten zu einer Krisis d. h. zur Gründung so genannten französischen Stils durch LeNotre ; legte im Auftrag Ludwigs XIV. den Garten Versailles an auch in den Formen des Stils doch ohne deren kleinliche Zutaten. ohne Grotten und Wasserspielereien aber mit einer bis einzelnste durchgeführten Symmetrie. Die Anlage war von Einfachheit und durch ihren Schmuck mit Wasserkünsten und kleinen Bauwerken nach dem Geschmack der schön aber in ihrer Größe wenn nicht bunter Volksmenge belebt öde und traurig. Der Stil machte schnell seinen Rundlauf durch die Welt und erhielt sich bis Ende des 18. Jahrhunderts Doch schon die neuern französischen Anlagen sich dem natürlichen Stil an wenn auch Suchen nach Effekt in Blumen- und Baumpflanzungen mehr als nötig geltend macht.
Beispiele dieses neuern französischen Stils sind unter der Park von Monceau die städtischen Anlagen Paris das Boulogner und das Vincenner Gehölz bizarre Wunderwerk der Buttes Chaumont Ferrieres Besitzung Chefs des Hauses Rothschild der Garten Gustav Rothschilds in der Nähe des Palais d'Elysée.

Gartenbau in Spanien und Portugal

In Spanien blühte der Garten zur der Mauren und erreichte seinen höchsten Glanz ums 1000 unter Haschem IL; die mit Orangen Blumen Kaskaden und anderen Wasserkünsten in strenger dem Charakter des Gebäudes entsprechend gezierten Höfe Paläste waren zauberhaft schön; aber die Araber durch die Christen des nördlichen Spanien nach nach zu- rückgedrängt zuletzt gänzlich vertrieben. Unter Philipp III. erfolgte die Ausweisung aller Abkömmlinge der und Spanien wurde durch den Verlust seiner Arbeiter beinahe in eine Wüstenei verwandelt. - hatte vor Jahren schon in den Umgebungen Cintra bei Lissabon nach dem Ausspruch von Byron in seinem "Childe Harold" ein glorious eden ein herrliches Paradies; aber seitdem hat kunstsinniger und fein fühlender deutscher Fürst der Ferdinand (von Coburg) dort Gärten hervorgezaubert mit kaum ein anderer Garten Europas sich messen

Gartenbau in Holland

Die holländischen Gärten glichen einem Schachbrett der Einteilung; das Grottenwerk u. a. der und französischen Gärten ward hier zur kindischen alles ward kleinlich oder großartig langweilig. Die geschnörkelte Linie der Hausornamente selbst der Giebel in den Gärten an den Hecken wieder die Figuren des Schmuckstücks (.Parterre) wiederholten dieselben Diese eigentümliche Mode der holländischen Gärten verbreitete um so schneller in Europa je geschmackloser war und je mehr Willkür dabei waltete. lebhafte Verbindung Hollands mit England war Ursache auch hier der landschaftliche Gartenstil Eingang fand; von größerer Bedeutung wurden aber nicht geschaffen der alte holländische Stil ist noch nicht das beweisen die Gärten des Villendorfs Broek man alle Spielereien namentlich in den Baumfiguren Dagegen ist Holland groß in der Blumenzucht Baumschule Obst- und Samenzucht für den Handel. England wurden bis Ende des 17. Jahrhunderts. Gärten regelmäßig angelegt und Gabriel Thouin spricht Engländern das Verdienst ab den natürlichen Stil zu haben; er behauptet dass Dufresnoy zu des 18. Jahrhunderts auf einem Grundstück in Vorstadt St.-Antoine bei Paris den ersten Mustergarten natürlichen Stil angelegt und somit die Grundzüge später "englischer Stil" genannten Geschmacks vorgezeichnet habe. dagegen meinen dass dieser Stil als ein Ergebnis des Fortschritts im Geschmack und der anzusehen sei welcher wohl noch durch die von den chinesischen Gärten zu Ende des Jahrhunderts. beschleunigt wurde aber kaum mehr als vorhandene Beschreibungen der römischen Schriftsteller und moderner von Naturschönheiten. Mason der Dichter behauptet in Note im "English garden" dass Bacon der Prophet John Milton der Herold des neuen Stils Addison und Kent die Ritter des wahren guten gewesen seien. Größere Bedeutung erlangte Brown Obergärtner Stowe (bis 1750) dann bei dem Herzog Grafton dem er einen großen See anlegte ihm hohen Ruf verschaffte: er wurde königlicher in Hamptoncourt und Windsor. Gärtner von Bedeutung außerdem: Hamilton Shenstone (1764) Mason (1768) Whately Repton (1752-1817) Price Night und in der. Hälfte des vorigen Jahrhunderts der Architekt Chambers. war mehrere Jahre in China gewesen und die dortigen Anlagen studiert. Dennoch gewinnt in der neuere Stil mehr und mehr Raum.

Geschichte des Gartenbaus in Deutschland

In Deutschland wurde der erste Englische vom Baron Otto von Münchhausen in Schnöbber bei Hameln a. d. Weser 1750 angelegt; dann folgte Hinübers Englischer Garten Marienwerder bei Hannover 1765 der beide übertreffende Park zu Harbke bei Helmstedt Besitzung des Grafen von Veltheim. Letzterer noch und enthält die ältesten nordamerikanischen Bäume Deutschland besonders Eichen.
l768 wurde der berühmt gewordene noch Park von Wörlitz von Schoch und Neumann vermutlich nach einem englischen Plan in phantastischen chinesisch-englischen Manier angelegt. Die mythische Unterwelt Griechen der Vulkan Grotten etc. entzücken noch große Publikum aber auch der Naturfreund findet Genuss an großen gut bepflanzten Wasserstücken und fremden Bäumen.

Für die Entwicklung des natürlichen Gartenstils Deutschland hat in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Weimar einen großen Einfluss ausgeübt. Johann Wolfgang von Goethe der Begründer einer neuen Richtung in botanischen Wissenschaft der Morphologie der Pflanzen gab den Impuls; mit seinem fürstlichen Freunde dem Großherzog Karl August wandelte er die reizende an der Ilm im Süden der Stadt einen Park um wie er noch heute den Fürsten Hermann von Pückler-Muskau verbessert als lehrreiches Beispiel vor unserm steht.

Ein Vorkämpfer für den natürlichen Gartenstil Hirschfeld Professor in Kiel ein Bahnbrecher in v. Sckell in München der im dortigen Garten und in Nymphenburg Musteranlagen geschaffen ein Meister erster Ordnung Lenné der mit seinem Schüler und Gehilfen Meyer Charlottenhof und die verschiedenen neuen Anlagen Sanssouci letzterer allein die städtischen Anlagen von geschaffen. Ein Gartenkünstler von außergewöhnlicher Bedeutung aber der Fürst Hermann von Pückler-Muskau der um sein Muskau später bei Branitz noch heute unübertroffene moderner Gärten hinterlassen hat; er unterschied übrigens den "Garten" (svw. ein "Zimmer" außerhalb des streng vom " Park " (einer künstlerisch gestalteten Landschaft die ihrerseits Ortschaften umschließen und einbeziehen könne wie Muskau Branitz). Herrliche Gärten sind auch Glienicke vom Karl von Preußen († 1883) angelegt und stets gleichem Glanz erhalten die Rheinanlagen der Augusta bei Koblenz die Insel Mainau im Bodensee der Park von Babelsberg bei Potsdam u. a.

Literatur

  • Garten in: Meyers Konversationslexikon 4. Aufl. 1888 Bd. 6 S. (Stand Juni 2003: noch nicht bearbeitet)
  • Karin Dzionara ; Der Garten im alten Ägypten in Hans Sarkowicz (Hsg.) Die Geschichte Gärten und Parks Frankfurt am Main 2001
  • Marianne Beuchert ; Die Gärten Chinas in Hans Sarkowicz (Hsg.) Die Geschichte Gärten und Parks Frankfurt am Main 2001

Weblinks

  • http://home.rz-online.de/~dneitzer - Dr. Lutz Neitzert: "Gärtner gegen und Gundermann (zur Psychologie und Pathologie des und Unkrautjätens)"



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