Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 21. Oktober 2019 

Geiselnahme


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Die Geiselnahme ist eine Straftat gegen die persönliche Freiheit und vor gegen die körperliche Integrität des einzelnen. Die ist im deutschen Strafgesetzbuch in § 239b StGB geregelt.

Sie ist vom erpresserischen Menschenraub in § 239a StGB dadurch abzugrenzen die Geiselnahme die Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt während der Menschenraub als Tatziel die Bereicherung durch Erpressung Die Geiselnahme ist ein Verbrechen (§ 12 StGB) im engeren Sinn zählt zu den Gewaltdelikten im engeren Sinn.

§ 239a Abs. 2 StGB verweist die Vorschriften beim erpresserischen Menschenraub dies sind § 239a Abs. 2 StGB der minder Fall (Strafdrohung nicht unter einem Jahr Freiheitsstrafe ) in § 239a Abs. 3 StGB durch Leichtfertigkeit bei der Tat verursachte Tod Opfers (Erfolgsqualifikation) - Strafdrohung lebenslange Freiheitsstrafe oder unter zehn Jahren - in § 239a 4 StGB die tätige Reue die zu Strafmilderung nach § 49 Abs. 1 StGB

Inhaltsverzeichnis

Tatbestandsmerkmale

Die Geiselnahme ist im Prinzip ein Gefährdungsdelikt. Die Tathandlungen sind das Entführen oder Sich bemächtigen einer Person bzw. das Ausnutzen geschaffenen Nötigungslage. Es bedarf ferner einer Drohung einem schweren Übel nämlich einer schweren Körperverletzung (also dem Verlust eines wichtigen Gliedes Seh- oder Hörvermögens oder der Fortpflanzungsfähigkeit) oder Todes. Insofern ist eine Nötigung im Tatbestand (inklusive der notwendigen Nötigungsabsicht)

Problemfälle

Probleme bereitet der Tatbestand wegen seiner Strafdrohung da auch minder schwere Fälle eine strafe von 1 Jahr vorsehen. Hier tritt Tatbestand in besonders gelagerten Fällen möglicherweise in Spannungsverhältnis mit dem Verhältnismäßigkeitsprinzip.

Die erfolgsqualifizierte Verwirklichung des Todes (§§ Abs. 2 iVm. 239a Abs. 3 StGB) Opfers kann auch dann bejaht werden wenn Geisel mittelbar also beispielsweise durch eine missglückte getötet wird.

Wegen der hohen Strafandrohung die der Totschlags entspricht wird der Tatbestand aus Opferschutzgründen Täter könnte die Geisel umbringen und hätte Strafrahmen!) restriktiv ausgelegt: Notwendig ist dass die sich stabilisiert hat und diese Lage dann die zweite Tathandlung ausnutzen will bzw. ausnutzt.

Weiterhin ist die Geiselnahme für ihre im Zusammenhang mit dem finalen Rettungsschuss bekannt. Um die Geisel zu schützen präventivrechtliche Vorschriften (also die des Gefahrenabwehrrechts) in zugleich besteht aber auch das Verfolgungsinteresse des das repressivrechtliche Vorschriften zur Anwendung berechtigt. In Regel ist aber von einem Schwerpunkt des Eingreifens der Polizei auszugehen.

Bei Straftätern die die Geiselnahme verwirklicht ist das Gericht berechtigt die sog. "Führungsaufsicht" § 239c StGB (iVm. § 68 StGB) verhängen.

Literatur

  • Markus Immel Die Gefährdung von Leben Leib durch Geiselnahme (§§ 239a 239b StGB) 2001 ISBN 3428104889
  • Marko Brambach Probleme des Tatbestandes des Menschenraubs und der Geiselnahme Berlin 2000 ISBN 3428099362
  • Markus Rheinländer Erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme 239a 239b StGB): Eine Strukturanalyse Münster ISBN 3825845451
  • Sonja Ch. Nikolaus Zu den Tatbeständen erpresserischen Menschenraubs und der Geiselnahme Berlin ISBN 3830505361

Weblinks



Bücher zum Thema Geiselnahme

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Geiselnahme.html">Geiselnahme </a>