Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 24. August 2019 

Geldernsche Kreisbahn


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Geldernsche Kreisbahn war eine kleine Schmalspurbahn im Besitz des Kreises Geldern die zwischen 1902 und 1934 von Kempen über Straelen nach Kevelaer fuhr und in ihrem 30 jährigen einen großen Einfluss auf die wirtschaftliche und Situation in dieser Region hatte.

Überblick über die Eisenbahnen am Niederrhein ausgehenden 19. Jahrhundert

Nach der Jungfernfahrt der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth am 7. Dezember 1835 wurden im ganzen damaligen Deutschen Bund oft ohne Unterstützung der Regierungen private gegründet. So bildete sich auch im Jahre 1837 die Rheinische Eisenbahngesellschaft in Köln die schließlich am 02.08. 1839 die erste Eisenbahnstrecke zwischen Köln und Müngersdorf eröffnete und diese bis 15.10. 1843 über Aachen bis zur Landesgrenze an Belgische Staatsbahn anschloss.

In den darauf folgenden Jahren wurden mehr Eisenbahngesellschaften gegründet und Strecken gebaut die Deutschen Bund und später das Deutsche Reich mit den Niederlanden verbanden. Ein Problem hierbei waren die Eisenbahnbrücken sowohl auf niederländischer als auch auf Seite die zuerst durch den Einsatz von kompensiert wurden. Zu Beginn der 80er Jahre Betrieb und Verwaltung der vielen privaten Eisenbahngesellschaften die preußische Staatsbahn übernommen. Zu diesem Zeitpunkt das linksrheinische Eisenbahnnetz schon eine Länge von 450 Kilometern.

Doch auch nach der Verstaatlichung wurde mit dem Gesetz über die und Privatanschlussbahnen vom 22.08. 1892 die Entwicklung von Kleinbahn im Besitz Kapitalgesellschaften Städten oder Kreisen begünstigt.

Bau und Betrieb der Geldernschen Kreisbahn

Gründe zum Bau der Kreisbahn

Da im 19. Jahrhundert am Niederrhein hauptsächlich landwirtschaftliche Güter produziert wurden die alle von der ansässigen Industrie abgenommen werden konnten war der Niederrhein sehr stark exportabhängig . Daher gab es ein verstärktes Interesse schnellen und günstigen Verkehrsverbindungen.

Auch nach dem endgültigen Ausbau des durch die preußische Staatsbahn im Jahre 1870 war der Bedarf an Strecken oft nicht gedeckt und in vielen Orten wurden Bahnen mit Anschluss an die Staatsbahn diskutiert aber meistens aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen verwirklicht werden konnten.

Eine erste Initiative im Kreis Geldern kam von der Krefeld -Kreis Kempener Industrie-Eisenbahngesellschaft die eine Strecke von Grefrath nach Straelen mit eventueller Weiterführung nach Kevelaer plante. Es wurde sogar schon ein Teil der nötigen Grundstücke gekauft doch nach Konkurs der Gesellschaft im Jahre 1875 musste das Projekt vorerst eingestellt werden. Krefelder Eisenbahngesellschaft die die Konkursmasse übernahm hatte Interesse mehr den Bau der Strecke fortzusetzen.

Erst Anfang 1894 wurde die Idee einer Kleinbahn im Geldern vom damaligen Landrat von Nell wieder aufgenommen nun aber veränderter Streckenführung ( Kempen Wachtendonk – Wankum – Straelen – Walbeck – Kevelaer ). Basis der Überlegungen war das am 1892 von Preußen erlassene Kleinbahngesetz das eine Förderung von vorsah die vom Staat von Kreisen oder Kapitalgesellschaften gebaut wurden.

Um das Projekt zu verwirklichen wurde Eisenbahnbaukommission unter der Leitung des Landrats von Nell gegründet.

Nach Rentabilitätsberechnungen in den betroffenen Gemeinden wurde im 1896 mit den ersten Vermessungen begonnen.

Bau der Bahn

In den folgenden Jahren gab es Unstimmigkeiten über den geplanten Verlauf der Geldernschen Zur Debatte standen neben der oben genannten später verwirklichten Linienführung auch noch die Strecke Geldern – Veert – Wetten – Kevelaer und eine Route über Lüllingen Twisteden Wemb bis nach Weeze .

Letztendlich einigte man sich auf eine gerade Strecke von Kempen über Straelen nach Kevelaer wobei die Kreisstadt Geldern ausgespart wurde da sie durch zwei Staatsbahnlinien schon hinreichend erschlossen war. Zur Verwirklichung Projekts nahm der Kreis einen Kredit von 800.000 Mark auf und nach langen Genehmigungsverfahren wurde der Kleinbahn schließlich am 1900 die Konzession erteilt.

In der Folgezeit gingen die Bauarbeiten voran. Mitte Oktober 1900 wurde der Unterbau der Teilstrecke Straelen Kevelaer fertig gestellt so dass man mit Gleismontage beginnen konnte. Am 20.07. 1901 wurde der Streckenabschnitt nach einigen baulichen zwischen Walbeck und Kevelaer endgültig fertig gestellt und am 06.08. 1901 dem Verkehr übergeben. Der zweite Streckenabschnitt Kempen Straelen ging am etwa ein Jahr später 1902 in Betrieb.

Am 01.09. 1902 wurde der Personen- und Güterverkehr offiziell und der fahrplanmäßige Verkehr aufgenommen.

Insgesamt kostete der Bau der Bahn 33 Mark etwa 145.000 Mark teurer als veranschlagt was einem Kilometerpreis von rund 45.000 entspricht. Im Vergleich zu anderen in dieser gebauten Kleinbahnen die ca. 25.000 Mark pro kosteten war die Geldernsche Kreisbahn recht teuer.

Eigentümer der Kleinbahn war der Kreiskommunalverband Geldern der in allen Angelegenheiten durch einen Kreistag gewählten Kreis-Eisenbahn-Ausschuss mit Sitz in Geldern vertreten wurde. Vorsitzender bei der Betriebseröffnung der Landrat von Nell. Im Rechnungsjahr 1902 / 1903 wurden insgesamt 41 Beamte und Arbeiter

Betrieb der Bahn

Betriebsmittel Betriebsanlagen und Streckenverlauf

Im Vergleich zu anderen Schmalspurbahnen dieser Zeit wurde für die Geldernsche nur ein bescheidener Fahrzeugpark eingesetzt. Die Lokomotiven wurden wie damals üblich nach Städten Umgebung benannt. Die ersten drei Loks die Betrieb der Bahn angeschafft wurden erhielten die Geldern “ „ Straelen “ und „ Kevelaer “. Da sich der Personenverkehr – insbesondere die Wallfahrt – stetig erhöhte wurde schon 1903 eine vierte die den Namen „Neubeckum“ und 1926 eine fünfte Lok „ Kempen “ angeschafft.

Trotz des unterschiedlichen Alters unterschieden sich Loks nur durch einige Armaturen und Leitungen. Loks stammen aus den Werkshallen der Firma aus Düsseldorf .

Bei der Eröffnung standen der Bahn ein Post- und Gepäckwagen und 11 Personenwagen je 28 Plätzen der 2. Klasse und Plätzen der 3. Klasse sowie 26 Güterwagen Gesamtzahl sich später auf 35 erhöhte zur Trotz der steigenden Fahrgastzahlen wurden keine neuen sondern Güterwagen gekauft und vorhandene Güterwagen in eigenen Werkstatt zu Personenwagen umgebaut.

Nach der Schließung der Bahn gingen Wagen in den Besitz verschiedener anderer Bahngesellschaften

Das Schienennetz der Bahn hatte einschließlich Nebengleise eine Gesamtlänge von 38 2 km. wurden 15 9 km auf eigenem Unterbau 22 3 km im Bereich von Straßen

Der südliche Ausgangspunkt des Netzes war den Personenverkehr der Kempener Staatsbahnhof. Für den Güterverkehr gab es Abstell- und Ladegleise für die Umladung der auf die Staatsbahn.

Nachfolgend eine Aufstellung der einzelnen Haltestellen deren Ausstattung:

  • Kempen Stationsgebäude mit Güterschuppen Wasserstation und Brückenwaage
  • Schmalbroich Stationsgebäude mit Güterschuppen
  • Schloot Agentur im Privathaus
  • Wachtendonk I Güterschuppen Agentur im Privathaus
  • Wachtendonk II Stationsgebäude mit Güterschuppen
  • Wankum Güterschuppen Agentur im Privathaus
  • Bockholt Agentur im Privathaus
  • Zand Agentur im Privathaus
  • Straelen I Stationsgebäude mit Güterschuppen Lokomotivschuppen Werkstätte Wasserstation
  • Straelen II Agentur im Privathaus
  • Auwel Güterschuppen Agentur im Privathaus
  • Holt Fahrkartenverkauf im Zuge
  • Vorst Fahrkartenverkauf im Zuge
  • Walbeck Güterschuppen Agentur im Privathaus
  • Spitzfeld Agentur im Privathaus
  • Lüllingen Agentur im Privathaus
  • Kevelaer Stationsgebäude Güterschuppen Wasserstation Drehscheibe Lokomotivschuppen mit Stand

Später gab es noch Bedarfshaltestellen in und Wetten. Weiterhin gab es noch mehrere wie zum Beispiel über die Schleck Niers Nette oder über die Gleise der Staatsbahn Straelen . Nach der Stilllegung der Bahn wurden meisten Brücken zu Fußgängerbrücken umfunktioniert.

Verkehrsleistung

Insgesamt verkehrten zwischen Kempen und Kevelaer bis zu fünf durchgehende Zugpaare wobei den beiden Teilstrecken Straelen Kevelaer und Straelen Kempen noch zusätzliche Züge fuhren. Aus alten lässt sich schließen dass auf der Teilstrecke Straelen Kempen der Personenverkehr wesentlich höher war da mehr Züge als auf dem anderen Streckenabschnitt

Bei besonderen Anlässen wurden auch Sonderzüge so zum Beispiel für die Walbecker Kirmes oder die Kevelaerer Wallfahrt . Ansonsten wurde die Bahn zumeist von benutzt die so ihre Arbeitsplätze erreichen konnten. den beiden Endstationen brauchte ein Zug ungefähr Stunden.

Zuerst erfreute die Bahn sich großer Im Jahre 1916 wurden insgesamt 443.083 Fahrkarten verkauft was Umsatz von 146.217 85 Mark bedeutete. Auch Güterverkehr entwickelte sich positiv so konnte man Beispiel im Jahre 1928 ein Frachtaufkommen von 60.000 t verzeichnen. Zuge der fortschreitenden Motorisierung nach dem 1. Weltkrieg sank allerdings die Auslastung besonders im Außerdem wollten viele Bauern die hohen Umladekosten der Schmalspurbahn auf die Staatsbahn nicht mehr bezahlen und brachten ihre nun direkt zu den Staatsbahnhöfen in Kevelaer Straelen Geldern oder Kempen .

Auch die Anschaffung eines neuen Triebwagens Jahre 1924 die die Fahrzeiten verkürzen sollte konnte Trend nicht mehr stoppen.

Entwicklung der Bahn bis zur Stillegung

In den ersten Jahren ihres Bestehens die Geldernsche Kreisbahn gute Ergebnisse. Die Anzahl beförderten Personen und Güter hauptsächlich Sand und wuchs stetig. So konnte der gewonnene Überschuss nur zur Schuldentilgung sondern auch zum Kauf neun Lok und mehreren Güterwagen eingesetzt werden. wurde ein Erneuerungsfonds gegründet um spätere Reparaturen Netz und Maschinen zu bezahlen.

Auch der Umbau von Schmalspur auf Normalspur wurde in Betracht gezogen. Die frühere für die Schmalspur wurde als Fehler betrachtet da die Folgekosten insbesondere für das umständliche und kostenintensive der Güter die relativ geringe Ersparnis für Bau und Unterhaltung übersteigen.

Der Umbau wurde sogar am 29.08. 1914 genehmigt konnte aber durch den 1. Weltkrieg nicht mehr umgesetzt werden.

Nach dem Krieg befanden sich Netz Fahrzeuge der Geldernschen Kreisbahn in einem schlechten Durch die Motorisierung gingen Güter- und Personenverkehr so dass sich die Bahn Verluste machte kein Geld für dringend nötige Reparaturen und ausgegeben werden konnten. Durch die schlechten wirtschaftlichen in den 20er Jahren verschlechterte sich diese noch.

Bedingt durch Inflation und Wirtschaftskrise musste der Personenverkehr am 15.11. 1923 endgültig eingestellt werden. Der Güterverkehr konnte noch Aufrecht erhalten werden.

Im Jahre 1924 führte man Verhandlungen mit den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken ( RWE ) bezüglich der Übernahme der Bahn. Um Bahn bis zur erhofften Übernahme „in einem Zustand“ zu erhalten wurde der Bahnoberbau erneuert ein zusätzlicher Triebwagen angeschafft. Finanziert wurde das für die Bahnverwaltung vom Kreis Geldern .

In den folgenden Wochen und Monaten die Kommunen des Kreises den Güter- und wiederaufzubauen. Um dieses Ziel zu erreichen wurde 1925 von den Kommunalverbänden Duisburg Moers Rees Kleve und Geldern die Niederrheinische Automobilgesellschaft m. b. H. gegründet. Darauf bildete sich ein dichtes Busnetz Niederrhein.

Nach der gescheiterten Übernahme der Kreisbahn die RWE verlor sie immer mehr an Bedeutung. 1930 bemühte man sich dann im Zuge Reorganisation der Kreisbahn um zahlungskräftige Käufer. Am 1930 kam es dann zu einem Vorvertrag der Krefelder Eisenbahn die nach 5 Jahren Betriebsführung Probe entscheiden wollte ob sie die Kreisbahn oder nicht.

Der Personenverkehr wurde wieder aufgenommen allerdings die Anzahl der täglichen Zugpaare immer weiter werden da viele Fahrgäste nun die zahlreichen der NIAG benutzten. Auch der Güterverkehr ging zurück und es wurden nur noch Bedarfsgüter Milch oder Gemüse befördert. Am 01.04. 1932 wurde dann der gesamte Personen- und auf der Geldernschen Kreisbahn eingestellt. Die Fahrzeuge auf Grund des 1930 abgeschlossenen Vorvertrags an die Krefelder Eisenbahn über. Bis zum Jahre 1934 der gesamte Bahnkörper abgebrochen und am 18.02. 1937 wurde die Genehmigungsurkunde vom 10.07. 1900 offiziell aufgehoben.

Die geldernsche Kreisbahn in der Bevölkerung

In der Bevölkerung war die Geldernsche vor allem unter dem Spitznamen „Der feurige Elias “ bekannt. Dieser geht auf ein Ereignis 20.03. 1928 zurück: Kurz vor der Haltestelle Auwel der Zugführer eine ungewöhnliche Rauchentwicklung in den drei mit Stroh beladen Wagen. Der Zug sofort gestoppt und die in Brand geratenen abgekoppelt und mit Bremsklötzen gesichert. Der Zug dann weiter. Aufgrund eines kräftigen Windes und Gefälle an dieser Stelle der Strecke rutschten Strohwagen über die Bremsklötze und fuhren mit wachsender Geschwindigkeit in Richtung Holt. Durch den wurde das brennende Stroh zu einem lodernden entfacht das die Gebäude nahe der Bahnstrecke Am Ende wurden mehrere Wohnhäuser beschädigt und Wohnhaus die Holtener Schule sowie das Gasthaus Paradies“ brannten vollkommen ab.

Trotz diesem Ereignisses oder den vielfachen der Bahn war sie in der Bevölkerung und die Behauptung sie halte den „Weltrekord Entgleisen“ war noch nicht einmal bösartig gemeint. schrieb zum Beispiel Leo Opheys nach der der Bahn nostalgisch:

"Gemächlich langsam ohne Hast
Haltend oft zu kurzer Rast
Fuhrst du täglich deinen Plan
O du treue Bimmelbahn"

und endet mit dem Satz: "Gern wir stets dein Gast."

Abschließende Wertung der Wirtschaftlichkeit der Kreisbahn

Von der Geldernschen Kreisbahn ist im Landschaftsbild nichts mehr zu erkennen trotzdem hat bei der Bevölkerung einen bleibenden Eindruck hinterlassen manch einer denkt nostalgisch an ihr Bestehen Allerdings war das Ende der Kleinbahn wenig Wegen jahrelanger wirtschaftlicher Probleme musst der Verkehrsbetrieb Jahre 1932 eingestellt werden. Man könnte also meinen das ganze Projekt eine Fehlinvestition war. Ganz einfach ist es aber nicht. Die Planer Bahn konnten im ausgehenden 19. Jahrhundert noch nicht die später einsetzende Motorisierung die zum späteren Personen- und Güterrückgang führte. ist auch dass die Kreisbahn in den Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung in den betroffenen brachte. Außerdem wurde die Anreise für nach Kevelaer pilgernde Touristen wesentlich vereinfacht. Es wurde viel um den Streckenverlauf gestritten da jede an das Netz mit angebunden werden wollte sich dadurch Vorteile erhoffte.

Bei der Planung wurde allerdings ein Fehler gemacht: Aus Kostengründen entschied man sich eine Schmalspurstrecke mit einer Spurweite von 100 cm. war kein direkter Anschluss an die Staatsbahn möglich die auf Normalspur fuhr. Güter mussten umständlich und kostenintensiv werden was im Zuge der fortschreitenden Motorisierung Attraktivität der Bahn noch verminderten.

Man plante zwar den Umbau auf Normalspur aber wegen des 1. Weltkrieges konnte dieser Plan nicht mehr verwirklicht Abschließend lässt sich zusammenfassen dass die Idee Kleinbahn im Kreis Geldern zu bauen an sich eine gute jedoch an Fehlern in Planung und Ausführung

Gedicht über die Geldernsche Kreisbahn

Dreiunddreißig Jahre prompt
Dientest du – wie’s ziemt und
Mit der Staatsbahn Hand in Hand
Dem Verkehr im Gelderland.

Gemächlich langsam ohne Hast
Haltend of t zu kurzer Rast
Fuhrst du täglich deinen Plan
O du treue Bimmelbahn.

Morgens in der Herrgottsfrüh’
Krabbeltest du voller Müh’
In gemäßigt schnellem Lauf
Keuchend Wankums Berg hinauf.

Krochst im Gleichlauf mit dem Weg
Über Niers und Nette Steg
Mit Geläut und Flötenton
Von Station zu Station.

Bürger Bauer jeden Stand
Aus der Stadt und von dem
Arbeitsmänner Handelsleut’
Alle nahmst du auf mit Freud’

Körbe Kisten Kiepen Lasten
Was die Wagenkästen fassten
Alles das ging schön und fein
In das Abteil mit hinein.

Pilger suchend Trost und Leid
Brachtest du von nach und weit
Immer wieder Jahr für Jahr
Zahlreich in nach Kevelaer.

Allen gabst du groß und klein
Einen Sonderfahrtenschein
Zu ermäßigt bill’gem Preis
Freundlich für die Pilgerreis’.

Studios in großen Scharen
Deine besten Kunden waren.
Keck die Mütze auf dem Ohr
Ein fideles buntes Chor.

Streng musst’ oft der Schaffner walten
Um die Ruhe zu erhalten.
Wer der Ordnung sich nicht fügt’
Wurde schwer von ihm gerügt.

In dem Frühzug – welch Idyll!
Alles saß dann mäuschenstill
Ganz versunken weltentrückt
Über Bücher tief gebückt:

Repetieren präparieren
Deklinieren konjugieren
Sah man eifrig unverdrossen
Dort die Studiengenossen.

So fuhrst wacker immerzu
„Feuriger Elias“ du.
Bis du klapprich wie ein Gaul
Und die Schwellen brüchig faul.

Fielst du dann als müder Greis
Hoppla hopp mal aus dem Gleis
Kam die Rotte von der Streck’
Hob dich wieder aus dem Dreck’.

Mag moderner heut’ man fahren
Als in jenen früh’ren Jahren
Trotzdem kling’ es weit und breit
Aus vergang’ner schöner Zeit:

Bähnchen ob du auch gefaucht
Wie ein Schlot so stark geraucht
Ob du uns durchrumpelt hast –
Gerne war’n wir stets dein Gast.

Literatur und Weblink


  • Riedel Lothar: Die Geldernsche Kreisbahn. Geldern 1989
  • Opheys Leo: Der feurige Elias – Der Kreisbahn zum Gedenken. In: Geldrischer Heimatkalender 1940
  • Höpfner Hans-Paul: Eisenbahnen. Ihre Geschichte am Niederrhein. 1986
  • [ Walbeck Online ]



Bücher zum Thema Geldernsche Kreisbahn

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Geldernsche_Kreisbahn.html">Geldernsche Kreisbahn </a>