Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 17. August 2019 

Georg Wilhelm Steller


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Georg Wilhelm Steller ; eigentlich Georg Wilhelm Stoeller (* 10. März 1709 in Windsheim Franken; † 12. November 1746 in Tjumen Sibirien ) war ein deutscher Arzt und Naturwissenschaftler. war Teilnehmer der vom dänischen Kapitän Vitus Bering geleiteten und im Auftrage des Zaren Peter des Großen durchgeführten Großen Nordischen Expedition auch Zweite Kamtschatka-Expedition genannt.

Vita

Geboren wurde Steller am 10. März in Windsheim (Franken). Sein Vater Johann Jakob (G. W. Stellers Name wurde wegen der Aussprache später in Russland abgewandelt) stammte aus Nürnberg und war seit 1702 in Windsheim Kantor des Gymnasiums und Organist der Stadtkirche tätig. Nach dem Besuch Windsheimer Gymnasiums studierte Steller mit einem Stipendium seiner Vaterstadt zunächst Theologie in Wittenberg . Es folgten Studienjahre in Leipzig Jena und Halle wo er erstmals mit Russlandkunde in kam. Sein Studienschwerpunkt ging immer deutlicher in Medizin und Naturwissenschaften. 1734 legte er sein als Arzt ab. Weil er in Preußen Aussicht auf eine akademische Karriere sah ging nach Russland. Er schloss sich als Arzt russischen Heer an und zog mit ihm den Polnischen Erbfolgekrieg 1734.

1737 wurde er zum Adjunkten der der Petersburger Akademie der Wissenschaften ernannt. Noch im Jahr wurde er zum Mitglied der Großen Nordischen Expedition bestimmt und nach Kamtschatka geschickt. Nach beschwerlicher Reise und unter Feldstudien zu einer Vielzahl von Fächern (u.a. Zoologie Geologie und nicht zuletzt Ethnographie ) erreicht er sein Ziel im September und führte dort unverzüglich die Feldforschungen fort mit dem russischen Studenten S. P. Krascheninnikow schon seit 1537 vor Ort war. Im 1741 erreichte ihn ein Schreiben Berings der ersuchte ihn Bering anstelle des zurückgetretenen Expeditionsarztes der geplanten Fahrt nach Amerika zu begleiten. anfänglichem Zögern stimmte er schließlich zu.

Am 4. Juni 1741 verließ die mit den beiden Schiffen St. Peter (mit Bering und Steller) und St. Paul die Awatscha-Bucht. Im Zuge dieser Reise die St. Peter (nach etlichen navigatorischen Problemen) bekanntlich Alaska (Land in Sicht am 15. Juli Das Verhältnis von Stiller zu Bering war problematisch. Zu einem Eklat kam es als am 20. Juli 1741 Steller zunächst verweigerte der so genannten St.-Elias-Insel (heute: Kayak-Insel) zur Erforschung der Verhältnisse Land zu gehen. Vitus Bering wollte dort Frischwasser aufnehmen. Erst als Steller schwor er dafür sorgen dass Bering und seine Offiziere nach ihrer Rückkehr an höherer Stelle für Verweigerung würden rechtfertigen müssen gab Bering nach. ist noch die spöttische Bermerkung Stellers man wohl hergekommen "um amerikanisches Wasser nach Asien bringen". Dennoch blieben Steller nur wenige Stunden seine Erkundungen. Immerhin reichte dies aus um 160 Pflanzenarten zu dokumentieren. Ferner erhandelte er von den dort ansässigen Aleuten - Eskimos eine Reihe von Gebrauchs- und Schmuckgegenständen seine ethnologische Sammlung.

Auf der stürmischen Rückreise strandete die St. Peter schließlich am 5. November 1741 auf später so genannten Beringinsel wo der Expeditionskommandeur Vitus Bering schließlich 8. Dezember 1741 starb. Während des folgenden Überlebenskampfes erwies sich Steller als Meister improvisierter Er und der dänische Leutnant Waxell waren Führer die ein halbwegs geordnetes Lagerleben organisierten. den Resten der St. Peter gelang es schließlich ein Boot zu mit dem die Überlebenden endlich am 27. 1742 Peter und Pauls Hafen in Kamtschatka erreichten.

Neben all den Strapazen und Gefahren der Überlebenskampf auf der Beringinsel mit sich verstand es Steller immer noch seine naturkundlichen fortzusetzen. So fertigte er in dieser Zeit Beschreibung der so genannten Stellerschen Seekuh (Rhytina stelleri) durch die er zu Ruhm kam. Er war der erste und Wissenschaftler der jemals eine lebende Seekuh sah. sahen sie vornehmlich Pelztierjäger die bald für Ausrottung dieser Spezies sorgten.

Nach seiner glücklichen Rückkehr verbrachte er drei Jahre in Kamtschatka um seine naturwissenschaftlichen enthnologischen Forschungen fortzusetzen. Am 3. August 1744 er Kamtschatka mit einer in 16 Kisten Sammlung um nach Petersburg zurückzukehren. Noch während Rückreise wurde er im Frühjahr 1745 in Irkutsk unter Anklage gestellt. Er wurde beschuldigt Völker Ostsibiriens gegen die russische Herrschaft aufgewiegelt sogar Waffen unter ihnen verteilt zu haben. schließlich wurde er aus Mangel an Beweisen gesprochen. Verständlicherweise hielt ihn danach nichts mehr diesem Ort. Und so zog er Weihnachten weiter mitten in den sibirischen Winter hinein. durch die vorangegangenen Strapazen gezeichnet erkrankte er schwer. Mit letzter Kraft rettete er sich Tjumen. Dort starb er am 12. November

Würdigung

Mehr als seine zahlreichen naturwissenschaftlichen Schriften er während der Großen Nordischen Expedition anfertigte und die zu einem Teil sind ist es vor allem sein Bericht beringschen Alaskafahrt und ihres dramatischen Endes der Namen bis heute weitergetragen hat. Zwar gab auch andere Aufzeichnungen von dieser Reise. Doch betonten stark die rein technischen Aspekte der sie waren schließlich von Nautikern gefertigt. Steller uns ein unfassenderes Bild der Verhältnisse und indem er neben den naturkundlichen Beschreibungen auch und Urteile zu Begebenheiten einfließen ließ die rein sachlichen Gehalt seines Berichts nicht minderten eher zur Entstehung eines "runden" Gesamtbildes beitrugen.

Werke

G. W. Steller (Hrsg.: Volker Mathies): Sibirien nach Amerika; Die Entdeckung Alaskas mit Bering; ISBN 3-522-61170-5



Bücher zum Thema Georg Wilhelm Steller

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Georg_Wilhelm_Steller.html">Georg Wilhelm Steller </a>