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Geschichte der Oper


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Die Kunstform der Oper oder wie man seit Wagner lieber sagt des musikalischen Dramas ist stand bei den Griechen in hoher Blüte ist vielleicht noch viel älter als die Griechenlands. Die Tragödien eines Aischylos Sophokles Euripides wurden musikalisch rezitiert die Chöre waren Gesänge; leider fehlt uns jeder Anhalt um von dem musikalischen Ausbau dieser Werke einen zu machen da nicht eine Zeile der derselben erhalten ist.

Da dramatische Aufführungen durch das ganze nichts Seltenes sind so ist es nicht wenn wir zu verschiedenen Zeiten auch die dabei mitwirkend finden so in den Mysterien in der Gestalt der Passionsspiele bis ins Jahrhundert zurückreicht; die Marienschauspiele kamen wohl im Jahrhundert auf. Die dabei verwendete Musik war der Hauptsache Gesang und zwar den Antiphonarien entnommener Kirchengesang; wurde auch Instrumentalmusik eingeschoben wo die Handlung dazu Veranlassung

Eine weitergehende musikalische Ausgestaltung erfuhr das genannte Schäferspiel ( Pastorale ) das besonders im 16. Jahrhundert zu Beliebtheit gelangte (allegorisierende Darstellungen antiker Sujets zu Vermählungen und anderen Hoffesten). Dieselben unterschieden sich den ersten wirklichen Opern nur dadurch dass im Madrigalienstil gesetzt waren und Rede und durch einzelne Personen von einem hinter der aufgestellten Chor abgesungen wurden. Als einer der Komponisten solcher Pastorales ist Alfonso della Viola der für den Hof zu Ferrara schrieb 1541 ; "Il sacrificio" 1554 ; "Aretusa" 1563 ; "Lo sfortunato" 1557). Das allegorische Ballett war für ähnliche Zwecke bereits im Jahrhundert beliebt.

Inhaltsverzeichnis

Die Anfänge in Italien

Das wirkliche musikalische Drama dessen Wesenskern Einzelgesang ( Monodie ) ist wurde auf rein theoretischem Wege von einem Kreis gelehrter und fein gebildeter welche die hohe Kunstblüte des klassischen Altertums zu beleben gedachten. Die Wiege der Oper die Salons des Grafen Bardi zu Florenz. Reaktion gegen die das Verständnis des Textes völlig erstickende kontrapunktische Kunst der Niederländer war und zeigte sich bereits in verschiedenartige Symptomen.

Schon Iosquin mehr aber Orlando Lasso und Palestrina wenden sich einem schlüchtern wieder zu und nicht nur in Rom auch in Venedig ging ein Abklärungsprozeß vor welcher versprach auch ohne eine gewaltsame Revolution Kunst in neue Bahnen zu lenken ( Giovanni Gabrieli ). Dass diese letztere dennoch erfolgte war eine Naturnotwendigkeit als das Resultat philosophischen Räsonnements Giovanni Bardi da Vernio Vincenzo Galilei (der Galileo Galileis ) Pietro Strozzi Girolomo Mai Giambattista Doni Rinuceini Iacopo Corsi u. a. waren die welche zwei talentvolle Musiker Giulio Caccini und Peri dahin brachten den Kampf mit dem aufzunehmen und eine neue Art Musik zu die eine Wiederbelebung der antiken sein sollte der man damals noch weniger wußte als

Graf Bardi und Vincenzo Galilei gingen sogar mit dem ersten Beispiel voran. Die Musik" welche sie fanden war der begleitete Gesang die Monodie . Den Ansang machten Sonette und Kanzonen bald folgten kleine dramatische ( Intermezzi ) und 1594 wurde im Haus Iacopo Corsis zum eine wirkliche kleine Oper "Dafne" gedichtet von komponiert von Peri und Caccini ausgeführt unter Jubel dass nun der dramatische Stil der wiedergefunden sei.

Der Quell der neuen Musik floß spärlich genug denn erst 1600 hören wir wieder von neuen Musikdramen "Euridice" und Caccinis "Rapimento di Cefalo". Als Caccini 1602 einen Band monodischer Kompositionen in die schickte die berühmten "Nuove musiche" fing es an zu gären; es dauerte nicht lange hatte der monodische Stil auch seinen Vertreter Rom (Kapsberger) wo übrigens ungefähr gleichzeitig mit Florentinern Ludovico Viadana den begleiteten Sologesang für Kirche gefunden (seine Kirchenkonzerte erschienen 1602 ) und Cavalieri die Kunstform des Oratoriums inauguriert hatte. Da Cavalieri 1600 bereits war so ist sogar der Gedanke naheliegend er der erste Komponist im neuen Stil

Die Anfänge der Florentiner waren entsprechend abstrakten Ursprung dürr und dürftig. Caccini rühmt sogar in der Vorrede seiner "Nuove musiche" "edlen Verachtung des Gesanges" ( "nobile sprezzatura del canto" ) deren er sich befleißigte d. h. Stilo rappresentativo wie man ihn nannte mied zunächst eigentliche Melodiebildung er wollte oder sollte nur musikalische Deklamation des Textes sein. Diese Reaktion der Dichtung und im Gegensatz zum rein begegnet uns (mutatis mutandis) bei Gluck und wieder welche sich beide in ähnlicher Weise Überwuchern des rein Musikalischen über das poetische entgegenstellten.

Die von ganz anderen Gesichtspunkten ausgehenden Cavalieri und Viadana waren dagegen nicht bis Abtötung des musikalischen Fleisches gegangen und auch dem Gebiet der dramatischen Komposition dauerte es nicht lange dass der gesunde musikalische Sinn Italiener die bloßen Schemen der Florentiner mit Blut anfüllte.

Den ersten großen Schritt tat Claudio Monteverdi in Venedig (gest. 1643 ) der erste Opernkomponist und Vater der der Instrumentation. Die Entwicklung des begleiteten Gesangs der Kirche durch Cavalieri Viadana und später brachte mehr und mehr den neuen Stil Vollendung und führte der Oper neue Formen ( Arie Duett ). Die bedeutendsten Geister. neben Monteverde waren und Cesti; in zweiter Linie sind zu Zanobi di Gagliano Legrenzi Rovetta und Pallaviciui.

Eine neue Epoche der Oper beginnt Alessandro Scarlatti (gest. 1725 ) dem Begründer der "neapolitanischen Schule". Von nimmt die italienische Oper in dem Sinn wir sie heute kennen ihren Ausgang; das des bel canto beginnt d. h. Caccinis edle Verachtung Musik war vergessen und die Melodie dominierte Der Sänger wurde die Hauptperson einer neuen der Komponist diente gar bald dem Sänger. Wandlung welche die nächste Reaktion (durch Gluck) war indes in ihren Anfängen d. h. Scarlatti selbst und seinen nächsten Schülern Leo und Feo selbst noch immer Reaktion zugunsten berechtigten Ansprüche der Musik welche erst in Folge das Maß überschrilten.

Die Anfänge in Frankreich

Unterdessen hatte die Oper auch im ihren Einzug gehalten. Mazarin berief schon 1645 eine italienische Operntruppe nach Paris welche Sacratis "La finta pazza" und 1647 Peris "Euridice" ausführte und sich dauernd Doch schon 1650 begannen die Anfänge französischer Opernkompositionen und 1671 eröffnete P. Perrin mit Camberts "Pomone" Nationaloper (Académle) mit königlichem Privileg das etwas J. Baptiste Lully (gest. 1687) an sich und so zum nominellen Schöpfer der französischen wurde.

Letztere bedeutete gegenüber den Italienern schon neue Reaktion zu gunsten der Poesie; die und das Pathos der französischen Sprache prägten deutlich in ihr aus und Koloratur war verpönt; diesen Prinzipien blieb auch (gest. 1764 ) treu. Es dauerte indes nicht lange die Italiener wieder in Paris durchdrangen und mit der inzwischen durch Logroscino und Pergolesi komischen Oper ( Opera buffa ). Eine italienische Truppe bewirkte 1752 mit Pergolesis "La serva padrona" und di musica" dass sich Paris in zwei spaltete das der Buffonisten und Antibuffonisten (Verfechter französischen Nationaloper) und als nach zwei Jahren Italiener ausgewiesen wurden entstand in Nachwirkung der Opera buffa die französische Opéra comique deren erste wichtigste Repräsentant Egidio Duni 1775 ) Philidor (gest. 1795 ) Monsigny (gest. 1817 ) und namentlich A. E. M. Grétry 1813 ) wurden.

Die Anfänge in Deutschland

In Deutschland kam abgesehen von der vereinzelten Aufführung einer Oper "Dafne" von Heinrich Schütz und Stadens "Seelewig" ( 1640 ) die Oper 1678 auf und zwar in Hamburg wo von einer Anzahl wohlhabender Bürger öffentliches Theater begründet wurde (das erste öffentliche Italiens war 1637 zu Venedig eröffnet worden dem in nächsten 60 Jahren allein in Venedig ein andre folgten); dasselbe bestand bis 1738 und machte Hamburg 50 Jahre hindurch musikalischen Metropole Deutschlands. Die wichtigsten Komponisten der Oper sind: Theile J. W. Franck Strungk Reinh. Keiser (gest. 1739 ) Joh. Mattheson (gest. 1764 ) Handel der 1703 - 1706 in Hamburg wirkte und Telemann (gest. 1767 ).

Weitere Entwicklung in Europa: Italien

Italienische Operntruppen zogen unterdessen in Wien Dresden Stuttgart Berlin Braunschweig etc. ein und 1740 auch in Hamburg Fuß. Zu den Repräsentanten der italienischen Oper bis zum Auftreten gehören (außer den schon genannten) der Deutsche Hasse (gest. 1783 ) ferner Giov. B. Buononcini Nic. Antonio (gest. 1767 ) Vinci Greco Niccolo Iomelli (gest. 1774 ) Terradellas Guglielmi Antonio Maria Gaspare Sacchini (gest. 1786 ) Traetta Niccolò Piccinni (gest. 1800 ); der letztere war es bekanntlich den Gegner Glucks in Paris auf den Schild

Ein unleugbarer Verjüngungsprozeß der italienischen Oper die Schöpfung der Opera buffa gewesen. Der schablonenhaften Mache der Opern antike Sujets welche schließlich nur noch einen Vorwand für die Gesangsevolutionen der primi uomini und prime donne abgab trat hier wirklich es dramatisches entgegen; der stereotype Sopranist ( Kastrat ) als Träger der Hauptrolle verschwand und Baßbuffo und Tenorist teilten sich in das Interesse der Hörer.

Glucks Reform ging nur die Opera seria an; die komische Oper trieb beachtenswerte in den Werken eines Giov. Paesiello (gest. 1816 ) Domenico Cimarosa (gest. 1801 ) u. a. an welche anknüpfend Mozart herrlichen Musikwerke schuf die wir wohl als deutsche komische Oper bezeichnen dürfen (s. unten).

Noch einen großen Meister stellte Italien: Gioacchino Rossini (gest. 1868 ) der in seinem "Barbier von Sevilla" einer Mozart fast ebenbürtigen Weise die italienische Oper zur Vollendung brachte während sein "Tell" Genre der französischen Großen Oper angehörte. Mit erreichte die einseitige Bevorzugung des virtuosen Elements Gipfelpunkt.

Vincenzo Bellini (gest. 1835 ) machte einen schwachen Versuch der Reaktion gunsten des dramatischen Ausdrucks Gaetano Donizetti (gest. 1848 ) ermangelte gänzlich der Originalität und Energie. Giuseppe Verdi (geb. 1813 ) endlich zeigte sich eine unglückliche Verschmelzung Lotterigkeit der Arbeit und Banalität der Melodiebildung der durch die französische Große Oper eingebürgerten nach Effekt.

Frankreich

In Frankreich war von nachhaltigstem Einfluss die Reform (1774-8o) der seine volle Kraft dem deklamatorischen zuwandte während er das absolut Musikalische dem Inhalt unterordnete. Er entfaltete das Rezitativ in seiner ganzen Große und bereicherte wesentlich; den spezifisch musikalischen Effekt hingegen schloß überall aus wofern er nicht durch den des Dramas zu motivieren war. Dem Orchester endlich verlieh er eine größere Mannigfaltigkeit Klangfarben und war auch der erste welcher der neuern Oper die Posaunen zur Anwendung Kurz er hob die Musik aus ihrer Kleinheit und Zierlichkeit und stellte sie auf Kothurn wenn er auch trotz der hohen seines Ausdrucks immerhin noch in einer gewissen Breite und Steifheit befangen blieb.

Als die drei bedeutendsten Musiker welche oder minder in die Fußstapfen Glucks traten Etienne W. Méhul (gest. 1817 ) Luigi Cherubini (gest. 1842 ) und Gaspare Spontini (gest. 1851 ) zu nennen. Übrigens zeigen sich Gluck und selbst Spontini in ihren Hauptwerken so vom deutschen Geist beeinflusst dass diese Meister mit großer Einschränkung den Franzosen zugezählt werden

Spontini bildet schon den Übergang zu Ausstattungsoper G. Meyerbeers (gest. 1864 ). Dieser einer der begabtesten Musiker unsrer zog es leider vor statt der ohnehin abschüssigem Boden wandelnden Oper durch ernstes Kunststreben zu bringen zur Erzielung sichern Beifalls mittels raffiniert eklektischen Stils und unter weitgreifendster Beihilfe Dekorationsmalers und des Ballettmeisters auf den derben der großen Menge zu spekulieren. Das Gleiche von Fromental Halévy (gest. 1862 ). Die wenigen Opern endlich mit denen Hector Berlioz (gest. 1869 ) auftrat sind wenngleich ihre ernstere Richtung zu verkennen ist leider auch nicht danach um für die Folge fruchtbringend sein zu

Die schon oben erwähnte Opera comique hingegen entfaltete sich in den durch Melodien scharf pointierte Rhythmen und pikante harmonische erfreuenden Werken Grétrys Monsignys Dalayracs Isouards u. auf das beste bis sie mit Franc Boieldieus (gest. 1834 ) "Weißer Dame" und "Johann von Paris" Gipfelpunkt erreichte.

Als die bedeutendsten Epigonen sind noch Adam (gest. 1856 ) Louis J. Ferd. Hérold (gest. 1833 ) und vor allen Dan. Francois Auber 1870 ) anzuführen. Letzterer erreichte in der vom revolutionäre Leidenschaft durchglühten Oper "Die Stumme von nach der ernsten Seite hin seinen Höhepunkt gab wiederum in der komischen Oper "Maurer Schlosser" ein geistvoll gezeichnetes humoristisches Charakterbild in eine Reihe seiner wirksamer Situationsmalereien vorkommen und der französische Volkston in den Handwerkerszenen gut ist.

Unter den nachfolgenden Opernkomponisten Frankreichs steht obenan dessen "Faust" (1859) und "Romeo und (1867) zur Aufstellung des neuen Genres der O. Veranlassung gaben; ihm nahestehend ist Ambroise ("Mignon" 1866; "Hamlet" 1868). Außerdem sind noch nennen: Georges Bizet (gest. 1875 ) Camille Saint-Saens (geb. 1835 ) Jules Massenet (geb. 1842 ) Levn Delibes (geb. 1836 ). Eine bedauerliche Frucht der neuesten Zeit die französische Operette (Hervé Offenbach Lecocq).

England

In England hat die ernste Nationaloper in Blüte gestanden. Zwar schien es als sie durch die Bestrebungen des reichbegabten Henry Purcell (gest. 1695 ) dieses Ziel erreichen und die italienische sowohl als die am Hof Karls IL Vorliebe gepflegte französische verdrängen könne; aber der starb bereits in seinem 37. Jahr und nun an war der italienischen Opera seria die Alleinherrschaft gesichert.

Dass der Deutsche Handel gleichfalls eine von Jahren hindurch in dieser Richtung tätig konnte im wesentlichen nichts ändern; noch weniger dies die völlig stillosen Produkte von Thomas (gest. 1778 ). Nicht viel besser steht es mit komischen Oper welche mit Vorliebe sich im des Niedrig-Komischen bewegt und über die Liedform hinausgeht. Eins der rohesten Produkte dieser Art die so genannte "Bettleroper" wozu Gay den schrieb und Pepusch ein Deutscher die Musik schottischen Volkslieder zusammenstellte. Den meisten Ruf erwarb in neuerer Zeit der Irländer Balfe (gest. 1870 ) durch seine Opern: "Die vier Haimonskinder" "Die Zigeunerin" die durch leichte gefällige Melodien welche aber nichts weniger als national sondern im Geiste der französisch-italienischen Oper erfunden sind.

Andere englische Opernkomponisten sind Graf Westmoreland 1859 ) welcher als Dilettant gleichfalls keine höhere Bedeutung erlangte und Arthur Sullivan (geb. 1842 ) dessen Operetten großen Erfolg hatten.

Spanien und Portugal skandinavische und slawische

Spanien und Portugal begnügten sich bisher italienischen und in neuerer Zeit auch vielfach französischen Opern und in den skandinavischen und Ländern endlich waren bisher die Bestrebungen zur einer nationalen Oper noch viel zu gering dass sie hier einer weitern Erörterung bedürften.

Russland Polen und Ungarn

Von russischen und polnischen Komponisten sind Glinka ( 1803 - 1867 ) und Moniuszko (geb. 1820 ) von ungarischen nur F. Erkel (geb. 1810 ) zu nennen deren Opern in ihrem Popularität erlangt haben.

Deutschland

Auch in Deutschland herrschte wie schon (abgesehen von der vereinzelten Hamburger Oper) lange die italienische Oper; Wien München Dresden Braunschweig hatten bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts italienische Opern und die deutschen Komponisten wie H. Graun (gest. 1759 ) Gottl. Naumann (gest. 1801 ) etc. schrieben italienische Opern im echt Sinn.

Wolfgang Amadeus Mozart (gest. 1791 ) war es vorbehalten die aus den seiner Vorgänger resultierenden Stilmomente zu einem einheitlichen zu verbinden die italienische Äußerlichkeit und Sinnlichkeit der deutschen Innerlichkeit und Idealität zusammenzufassen und einen Gesamtstil herauszubilden dessen Universalität von nun der deutschen Tonkunst den Vorrang über das verschaffte. Zugleich mit der ernsten Oper brachte auch die komische auf eine bisher kaum Höhe indem er sie aus jener spießbürgerlichen emporhob worin sich die gleichzeitigen deutschen Opern immerhin reichbegabten Dittersdorf (gest. 1799 ) und die dürstigen Singspiele Georg Bendas 1795 ) J. A. Hillers (gest. 1804 ) I. Friedr. Reichardts (gest. 1814 ) u. a. mit Vorliebe bewegten.

Die den internationalen Stil Mozarts zu Phraseologie verflachende Schule der "göttlichen Philister" (wie W. Riehl treffend nennt) ist samt ihren Produkten längst der Vergessenheit anheimgefallen. Als ihre führen wir an: Gyrowetz Hoffmeister Wranitzky und die bedeutendsten darunter: Joseph Weigl (gest. 1820 ) und Peter v. Winter (gest. 1825 ).

Eine eigentliche deutsche Oper wurde erst als die aus der französischen Revolution erwachsenden Völkerkriege den Sinn auf das zurückführte. Beethoven ging mit seinem "Fidelio" voran blieb dieses Werk eine vereinzelte künstlerische Großtat.

Eine neue Richtung schlugen dann die genannten Romantiker ein unter denen in der Karl Maria von Weber (gest. 1826 ) obenan steht der von echt nationalem ausgehend mit Vorliebe Stoffe aus der Sagenwelt Er legte zwar den Schwerpunkt in die machte aber zugleich von allen harmonischen und Ausdrucksmitteln in genialer Weise den ausgedehntesten Gebrauch schuf nach seiten sowohl der Siluationsschilderung als Charakterzeichnung Gebilde wie sie lebensvoller auf dem der Oper keine andere Nation aufzuweisen hat.

Ludwig Spohr (gest. 1859 ) würde sich gemäß seiner künstlerischen Bildung ebenbürtig zur Seite haben setzen können wenn sich nicht mit allzu großer Einseitigkeit im des Sentimentalen gehalten hätte. In direktem Anschluß Weber ist Heinrich Marschner (gest. 1861 ) zu nennen dessen großes dramatisches Talent nach zwei extremen Richtungen hin nach der und der dämonischen in seltener Ursprünglichkeit und der Phantasie Bedeutendes geleistet hat.

Lediglich nach ersterer Richtung hin mit wirkte Albert Lortzing (gest. 1851 ) und erwarb sich um die deutsche Oper nicht abzusprechende Verdienste da er überdies Dichter und Komponist in Einer Person war. Opern halten sich hinsichtlich ihres Witzes und innerhalb der Sphäre echt deutscher bürgerliche Gemütlichkeit; sind mit größter Bühnenkenntnis gemacht und unterhalten ihr munteres Spiel harmloser sprudelnder Laune.

Teils an deutsche teils und mehr französische Vorbilder sich anlehnend erzielten noch Nicolai 1849 ) und Flotow (gest. 1883 ) durchschlagende Ersolge mit ihren Opern. Von weitern Epigonenwerken ist nicht viel Gutes zu die für sie bezeichnendsten Eigentümlichkeiten sind charakterlos an die Erzeugnisse der italienischen und französischen Verflachung des Stils Ratlosigkeit bezüglich der Fortentwickelung Vorhandenen und kritiklose Hingabe an die dekorativen

Was Franz Schubert in seiner Oper "Der häusliche Krieg" in seinen Bruchstücken aus "Lorelei" Schumann in im Bereich der Oper geschaffen steht zu da und hält sich auf zu spezifisch Standpunkt als dass es einen besondern Einfluss die Entwickelung der betreffenden Kunstform hätte üben

Erst mit Richard Wagner (gest. 1883 ) beginnt wieder eine neue Phase in Entwicklungsgeschichte der Oper da dessen eminente Begabung die dramatische Kunst sich zugleich auf dem der Dichtung wie der Komposition in der Weise bethätigte und ganz neue musikdramatische Typen höchster Schönheit hinstellte.

Wagner vollzog einerseits eine ganz ähnliche gegen das Überwuchern des Melodischen über den Ausdruck wie einst Gluck und bereicherte doch der andern Seite die rein musikalischen Mittel beispielloser Weise. DasZer fallen der Oper in Reihe für sich abgeschlossener Nummern verwirft Wagner undramatisch durchaus und vermeidet daher eigentliche Abschlüsse eines Aktes nach Möglichkeit. Die Anwendung des Gesanges erscheint wesentlich beschränkt und für eigentlich Momente reserviert doch auch da nicht in breiten Form der Arie sondern in freierer Gestalt eine fortschreitende aufweisend. Dagegen ist das Recilativ in einer gegen die ältern Meister sehr vorteilhaft abnehmenden Weise vervollkommt der Schwerpunkt thematischen Entwickelung ins Orchester verlegt und die der Singstimme im engen Anschluß an die Deklamation durchgeführt.

Sehr glückliche Griffe tat Wagner auch der Wahl seiner Stoffe. Bezüglich des Nähern die Werke Wagners wie auch der übrigen müssen wir auf die Biographien derselben verweisen. Opernkomponisten neuesten Datums seien noch namhaft gemacht: Rubinstein F. v. Holstein (gest. 1878 ) Edmund Kretschmer Hermann Götz (gest. 1876 ) Ignaz Brüll Karl Goldmark.

  

Quelle




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