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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 23. September 2019 

Geschichte der Vereinten Nationen


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Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Nach dem endgültigen Scheitern des Völkerbundes mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mussten neue Wege zu einer internationalen gesucht werden.

Unter dem Eindruck der rigorosen und fragwürdigen Kriegshandlungen des Deutschen Reiches kam es zu einer Annäherung zwischen UdSSR und der USA . US-Präsident Franklin D. Roosevelt hatte bereits am 6. Januar 1941 in einer Kongreßrede sein Konzept der Freiheiten" (1) erläutert in dem er das Vorgehen Hitlers gegen die internationale Demokratie als eine "Tyrannei" bezeichnete der man begegnen müsse. Der deutsche Angriff auf die am 22. Juni 1941 bahnte den Weg zu einer Antikriegskoalition Deutschland an der sich auch Großbritannien beteiligte.

Die am 14. August 1941 veröffentlichte Atlantik-Charta wurde zur Grundlage der Declaration by Nations vom 1. Januar 1942 . Da die UdSSR bei deren Beratungen anwesend war kam es zu einem weiteren der Alliierten unter Beteiligung Chinas in Moskau . Auf der Moskauer Außenministerkonferenz von 1943 sprachen sich die künftigen Siegermächte für Einrichtung einer "internationalen Organisation zur Friedenssicherung" aus. Ziel wurde am 1. Dezember 1943 auf der Konferenz von Teheran von Roosevelt Stalin und Churchill bestätigt.

Nachdem bereits im Juli 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods die Grundzüge eines weltweiten Währungs- und und seiner künftigen Institutionen ( IWF und Weltbank ) festgelegt wurde berieten die Alliierten auf Konferenz von Dumbarton Oakes noch bis zum 7. Oktober 1944 über die Satzung und die einer künftigen Weltorganisation. Erst die Konferenz von Jalta im Februar 1945 brachte eine Einigung der Großmächte über Gründung der UNO die auf der anschließenden Konferenz von Francisco im Frühjahr 1945 mit der Unterzeichnung Charta der Vereinten Nationen durch die Vertreter von 50 Staaten auf alliierter Seite am Zweiten Weltkrieg beteiligt besiegelt wurde. Nachdem auch Polen als 51. Staat seine Ratifizierungsurkunde hinterlegt hatte trat die UN-Charta am 24. Oktober 1945 endgültig in Kraft. Dieses Datum gilt der Tag der Vereinten Nationen .

Noch im selben Jahr werden die FAO die UNESCO der IMF und die Weltbank gegründet.

1946 bis 1950

Am 10. Januar 1946 fand in London die erste UN-Generalversammlung statt. Dabei konstituierte sich der UN-Wirtschafts- und Sozialrat . Kurz darauf wurde die UN-Menschenrechtskommission der UN-Sicherheitsrat und das UN-Sekretariat eingerichtet. Schließlich nahm der Internationale Gerichtshof seine Arbeit als "Hauptrechtsprechungsorgan" der Vereinten seine Arbeit auf.

Da laut Satzung ein Landsmann der Siegermächte USA UdSSR England China und Frankreich nicht infrage kam einigte man sich 1. Februar 1946 auf den Norweger Trygve Lie als ersten UN-Generalsekretär . Er blieb sieben Jahre lang im Im Sommer 1946 fand in New York der erste Weltgesundheitsgipfel statt. Zwei Jahre wurde die WHO gegründet. Im Dezember 1946 kam es Gründung der UNICEF und zur Implementierung der ILO als UN-Sonderorganisation. Zudem bemühte sich die um eine organisierte Rückführung der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Zweiten Weltkrieg.

Mit dem Ziel der sukzessiven Entlassung ehemaligen Kolonien in die Unabhängigkeit wurde 1947 der UN-Treuhandschaftsrat als viertes Hauptorgan gegründet. Im gleichen kommt es zur Unterzeichnung der GATT -Verträge in Genf .

1948 beschloß der UN-Sicherheitsrat zum ersten Mal Entsendung einer Beobachtermission und einer Friedenstruppe. Zur des Waffenstillstandes zwischen Palästina und Israel wurde im August 1948 die UNTSO entsandt. Zur Beilegung des Kaschmirkonfliktes zwischen Indien und Pakistan wurden 1949 die ersten Truppen der UNMOGIP dorthin verlegt.

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der Generalversammlung angenommen. Als Folge zunehmenden Flüchtlingsströme während des ersten Palästinakrieges beschloss die Generalversammlung am 8. Dezember 1949 die Gründung des Flüchtlingshilfswerks UNRWA da die arabischen Staaten sich weigerten Palästinenser aufzunehmen. Am 1. Mai 1950 wurde die Arbeit aufgenommen.

Der Ausbruch des Koreakrieges und der entstandene Kalte Krieg zwischen den West- und Ostmächten stellte Handlungsfähigkeit der UNO erstmals auf die Probe. UdSSR boykottierte zu der Zeit die UNO sie die chinesische Delegation aus Taiwan im nicht akzeptierte. Der Sicherheitsrat hatte dann Nordkorea in Abwesenheit der UdSSR zum "Angreifer" Zur Umgehung eines späteren sowjetischen Vetos wurde auf Drängen Amerikas entgegen dem der UN-Charta die Generalversammlung bevollmächtigt den Mitgliedstaaten und -erzwingende Maßnahmen zu empfehlen. Diese Uniting Peace-Resolution (Nr. 377) ermöglichte die Verteidigung Südkoreas .

1951 bis 1960

Am 1. Januar 1951 nahm der erste "Hohe Flüchtlingskommissar" ( UNHCR ) Gerrit Jan van Heuven Goedhart seine auf. Das Amt ersetzt die Flüchtlingsorganisation von Der Schwede Dag Hammarskjöld wurde am 10. April 1953 als Nachfolger von Trygve Lie zum UN-Generalsekretär gewählt. 1957 wurde er für eine zweite Amtszeit Er initiierte die Blauhelme als ein neues Instrument der Friedenssicherung peace-keeping Operation ).

Im Dezember 1955 wurden die ehemaligen (mit dem Deutschen verbündeten) "Feindstaaten" Rumänien Bulgarien Ungarn Finnland Italien und Österreich sowie die im Zweiten Weltkrieg neutralen Irland Portugal und Spanien in die UNO aufgenommen. Gegen die des Ungarnaufstandes 1956 durch sowjetische Truppen blieb die UNO machtlos. Am 26. Oktober 1956 wurde in Wien die Atomenergiebehörde IAEA gegründet.

Nach dem Ende der Suezkrise beschloß die Generalversammlung im November 1956 Entsendung der UN-Friedenstruppe UNEF I zur Sinai-Halbinsel . Aufgrund eines Vetos von Frankreich und im Sicherheitsrat wurde erneut von der "Uniting Peace-Resolution" Gebrauch gemacht. Dag Hammarskjöld bei dem die Verantwortung lag ersann daraufhin ein neues man solle fortan unterscheiden zwischen der Notwendigkeit ( peace-making mit Waffengewalt) und "friedenserhaltender" ( peace-keeping auf Selbstschutz beschränkte) Missionen. Auf diese sollten künftige Entscheidungen auf der Basis von und Kooperation im dafür vorgesehenen Sicherheitsrat verbleiben. gehöre auch das Recht aller Beteiligten ihre während eines laufenden friedenssichernden Einsatzes rückgängig zu Ägypten machte 1967 von diesem Recht Gebrauch: die Truppen abgezogen und wenig später brach der Sechs-Tage-Krieg aus.

Auch das neue Friedens-Konzept hatte also Schwächen. Dennoch machte die Differenzierung zwischen peace-keeping und peace-making einen Minimalkonsens möglich und ließ die handlungsfähig bleiben. Nach der Unabhängigkeit Kongos begann im Juli 1960 die ONUC-Mission. Hier ließ sich die in einen Bürgerkrieg hineinziehen. Die Situation verschärfte sich als viele Staaten weigerten die Mission weiterhin finanziell unterstützen. Dies führte zur ersten Finanzkrise der Nationen.

Mit der mehrheitlichen Annahme der "Entkolonialisierungs-Charta" Erklärung über die Gewährleistung der Unabhängigkeit an Länder und Völker ) durch die Generalversammlung am 14. Dezember 1960 erreichten die betroffenen afrikanischen und asiatischen eine Festschreibung ihres "Selbsbestimmungsrechtes". In den folgenden wurden die Kolonialgebiete über den UN-Treuhandschaftsrat in die Unabhängigkeit geführt und als Mitgliedstaaten in die UNO aufgenommen.

1961 bis 1970

Im Verlauf des Sezessionskrieges in dem sich die damalige Provinz (heute Shaba) von der Republik Kongo (heute Demokratische Republik Kongo ) lösen wollte versuchte Dag Hammarskjöld persönlich Bürgerkrieg zu schlichten. Beim Absturz seines Flugzeuges er am 18. September 1961 . Sein Nachfolger wurde Sithu U Thant aus Burma (heute Myanmar ).

Seit dem Ende der 1950er Jahre häuften sich Berichte über Hungersnöte den Dritte-Welt-Ländern. Daraufhin erklärte die UNO die 1960er Jahre zur "ersten Entwicklungsdekade". Die Vereinten wurden zum wichtigsten Akteur internationaler Entwicklungspolitik. Etwa der Finanzmittel und des Personals wurden für Erarbeitung von Lösungen eingesetzt. Mit einer "Aufholungsstrategie" die Länder zügig an den Lebensstandard der Industriestaaten herangeführt werden. Der 1969 von der Weltbank vorgelegte Pearson-Bericht stellte klar heraus dass die Kluft zwischen den und armen Ländern noch lange Zeit bestehen

1963 wurde das Ausbildungs- und Forschungsinstitut UNITAR gegründet. Im Frühjahr 1964 fand in Genf die erste Welthandelskonferenz UNCTAD statt die man wenig später als der Vereinten Nationen implementierte. In den folgenden Jahren kamen das Entwicklungsprogramm UNDP sowie der UNCDF und der UNFPA als Sonderfonds dazu. wurde die UNIDO zur Entwicklung der Industrie als Sonderorganisation die UNO eingegliedert. 1969 legte die UNDP Jackson-Bericht über die Zusammenarbeit der Entwicklungsorganisationen vor zur ihrer gültigen Geschäftsgrundlage wurde.

Der bedeutendste militärische Schauplatz in den war der Vietnamkrieg . Da die Großmächte aber in diesem verwickelt waren und weder Nord- noch Südvietnam in der UNO vertreten waren wurden Vereinten Nationen bei der Suche nach einer Lösung nicht aktiv. Neue Friedenstruppen wurden 1962 Neuguinea (UNSF) und 1964 nach Zypern (UNFICYP) entsandt. Die Truppen im Kongo in Neuguinea wurden 1964 wieder abgezogen. Als Instrument Friedensinteressen und humanitäre Forderungen auch ohne durchzusetzen wurde 1966 gegen die weiße Minderheitsregierung in Südrhodesien die erste UN-Sanktion beschlossen. Sie umfasste weitreichendes Wirtschaftsembargo das erst 1979 aufgehoben wurde.

Fortschritte wurden in den 1960er Jahren in Menschenrechtsfragen erzielt. Am 20. November 1963 wurde in der Erklärung über die Beseitigung jeder Form von Verfolgungs- Segregations- und Apartheidspoltik innerhalb der verurteilt. Am 19. Dezember 1966 wurden die von der Menschenrechtskommission ausgearbeiteten (UN-Sozialpakt und UN-Zivilpakt) mit großer Mehrheit angenommen. traten sie erst 1976 in Kraft. Zum 25-jährigen Bestehen verlas UNO am 24. Oktober 1970 ihre Deklaration über die Grundsätze des Völkerrechts . Damit unterstrich sie ihre Forderungen zur der Menschenrechte und zur Entlassung der Kolonialstaaten ihre Unabhängigkeit. Außerdem fasste man angesichts des "Nord-Süd-Gefälles" den Entschluß der ersten eine "zweite folgen zu lassen.

1971 bis 1980

Am 25. Oktober 1971 beschloß die Generalversammlung die Volksrepublik China als einzig rechtmäßigen Vertreter des chinesischen anzuerkennen und ihre Vertreter in den UN-Organen die der taiwanesischen auszutauschen. Dabei handelte es argumentativ nicht um einen satzungsgemäßen Ausschluß Taiwans nur bei einer "beharrlichen Verletzung der Grundsätze UN-Charta" vorgesehen ist sondern nur um einen der Volksvertretung. Allerdings ist Taiwan seitdem bis heute nicht mehr in UNO vertreten. Einer neuerlichen Mitgliedschaft wird aufgrund zu erwartenden chinesischen Vetos wenig Chancen eingeräumt.

Am 22. Dezember 1971 wurde Kurt Waldheim aus Österreich zum vierten UN-Generalsekretär gewählt. Nur wenige nach seinem Amtsantritt nahm er auf Empfehlung Sicherheitsrates Kontakt mit der Regierung Südafrikas auf um in deren Konflikt mit Namibia zu vermitteln. Südafrikas Präsenz in Namibia von der UNO als illegal erklärt. Als schließlich auch die Apartheids -Politik der weißen Minderheitsregierung verschärfte kam es einer Reihe von Maßnahmen 1974 wurde Südafrika von Sitzungen und Abstimmungen Generalversammlung ausgeschlossen 1977 trat ein Waffenembargo in Kraft. Beide wurden erst 1994 wieder aufgehoben.

Mit der Unterzeichnung des Grundlagenvertrages von 1972 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik wurde der westdeutsche Alleinvertretungsanspruch im Falle UN-Mitgliedschaft beider Staaten endgültig aufgegeben. Die alleinige Westdeutschlands wäre am russischen Veto gescheitert. Durch Alleinvertretungsverzicht führten die getrennt gestellten Anträge schließlich Erfolg. Am 18. September 1973 wurden beide Staaten als 133. und Mitglied in die UNO aufgenommen. Das wiedervereinigte Deutschland ist seit dem 3. Oktober 1990 unter der Bezeichnung "Deutschland" vertreten.

Die wachsende Zahl unabhängiger afrikanischer und UN-Staaten führte in der Generalversammlung zu einem der Entwicklungsländer. Bereits in den 1960er Jahren sich aus ihnen die Gruppe der 77 sich mit Unterstützung Chinas und der Sowjetunion stärker profilieren konnte. Die Verschärfung von Armut und Ausbeutung wurde ihr zufolge auf eine deutliche der Industrieländer bei den Finanzströmen des freien zurückgeführt : sinkende Rohstoffpreise hier überteuerte Industriegüter Kredite von dort. Ihre Forderung nach einer Neuen Weltwirtschaftsordnung führte 1974 gegen die Stimmen der Industrieländer zur Verabschiedung der Charta der wirtschaftlichen und Pflichten der Staaten zum Abbau der des Südens und zur gerechten Verteilung des Wohlstandes . Die Problematik wurde ebenso auf den der UNCTAD thematisiert.

Auch die Initiativen zur Gleichberechtigung der gewannen in den 1970er Jahren an Gewicht. erste Weltfrauengipfel in Mexico City im Sommer 1975 markierte den Beginn der "UN-Frauendekade". Ein später wurde der Frauen-Entwicklungsfonds UNIFEM eingerichtet. Ebenfalls 1976 traten die Menschenrechtspakte von 1966 in 1979 wurde die Konvention über die Beseitigung der Frauendiskriminierung angenommen.

Friedensmissionen wurden 1973 in den Sinai II) 1974 in den Golan UNDOF und in den Libanon UNIFIL entsandt. Wegen der Teilung Zyperns wurde die UNFICYP-Mission 1974 auf die der 180 km langen Pufferzone ("Grune Linie")

1981 bis 1990

Der sich verschärfende Ost-West-Konflikt infolge des der Supermächte sowie deren Verstrickung im Ersten Golfkrieg und weiteren Kriegsschauplätzen (Afghanistan Kambodscha und Nicaragua ) führte erneut zu einer Lähmung des Der im Dezember 1981 neu gewählte fünfte Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar brachte schon zu Beginn seiner ersten die Folgeproblematik auf den Punkt : fehlende der Mitglieder sich in internationale Konflikte einzuschalten unilaterale Konfliktlösung und Absprachen außerhalb der Organisation die UNO zu einem fragwürdigen Forum für Friedensverhandlungen. Zudem führte die weiterhin wachsende Verschuldung Entwicklungsländer und die Weigerung vieler Mitgliedstaaten ihre fristgerecht und in voller Höhe zu leisten schwersten Finanzkrise der UN-Geschichte. Besonders die USA wichtigster Financier kam aufgrund seiner hohen Kriegskosten finanziellen Pflichten gegenüber den Vereinten Nationen kaum nach.

Der damalige schwedische Ministerpräsident Olof Palme leitete von 1980 -1982 eine unabhängige zu Fragen der Abrüstung und der internationalen Sicherheit. Sein Report Palme-Bericht enthielt unter anderem die Empfehlung einen Korridor" in Mitteleuropa zu errichten der die atomarer Kriegshandlungen wirksam reduzieren sollte. Dieser Vorschlag seit 1982 viele neue internationale Friedensbewegungen hervor die das Thema Abrüstung seitdem wieder auf der Tagesordnung hielten. Aber erst Vorstoß Michail Gorbatschows die internationalen Beziehungen fundamental umzugestalten und "Blockdenken" aufzugeben führten ab 1987 in der UNO zu einer ernsthaften des Sicherheitsrates als Frieden stiftendes Organ.

Als historischer Wendepunkt gilt die UN-Resolution vom Juli 1987 in der ein verbindlicher zur Beendigung des Ersten Golfkrieges beschlossen wurde. 1988 kam es nahezu gleichzeitig zum sowjetischen aus Afghanistan und zu einem Waffenstillstands-Abkommen zwischen Iran und Irak . Zur Überwachung des Waffenstillstandes wurde die UNIIMOG entsandt. In der Folge wurden auch andere offene Regionalkonflikte aufgegriffen und einer Lösung die bis dahin unlösbar schienen. 1988 und beginnen die Missionen UNGOMAP im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet in Zentralamerika UNAVEM I in Angola und in Namibia . Die neu gewonnenen Hoffnungen auf einen Weltfrieden wurden 1988 stellvertretend durch die Auszeichnung Blauhelmsoldaten mit dem Friedensnobelpreis demonstriert.

Die Bewährungsprobe für die neue Art Solidarität kam mit dem Ausbruch des Zweiten Golfkrieges am 2. August 1990 . Die Reaktionen auf den irakischen Einmarsch Kuwait geschahen in einer bis dahin ungekannten und Entschlossenheit. Nur wenige Stunden nach der trat der Sicherheitsrat zusammen und verurteilte den einhellig als einen "Bruch des Weltfriedens". Bereits Tage später trat ein weltweites Handelsembargo in das stufenweise mit einer See- und Luftblockade wurde. Mit der Umsetzung von Maßnahmen zur nach Ablauf der Rückzugsfrist für den Irak "alle Mitgliedstaaten ermächtigt alle erforderlichen Mittel einzusetzen" den Resolutionen Geltung zu verschaffen. Damit gab UNO den Verlauf des Krieges allerdings aus Hand. Erst mit dem Waffenstillstand ging die wieder auf den Sicherheitsrat über.

Auch in Umweltfragen wurden deutliche Schritte vorne gemacht. Mit dem Montrealer Protokoll über Schutz der Ozonschicht wurde 1987 das erste weltweite Umweltschutzabkommen Der zeitgleiche Brundtland-Bericht ( Unsere gemeinsame Zukunft ) der mit der Perspektive einer langfristigen tragfähigen Umweltpolitik der Vereinten Nationen beauftragt war ausgiebig diskutiert und führte schließlich zum ersten Weltumweltgipfel 1992 . Bedeutsam war der Bericht weil hier das Leitbild einer " nachhaltigen Entwicklung " entworfen wurde. Die Kommission verstand darunter Entwicklung die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu

1991 bis 2000

Die 1990er Jahre waren geprägt vom der Ostblockstaaten sowie einer weltweiten Zunahme ethnischer bei denen es teilweise zu systematischen Menschenrechtsverletzungen Bisher hatte sich die Friedenspolitik der Vereinten gemäß ihrer Charta auf die Lösung zwischenstaalicher beschränkt. Angesichts der Ausmaße und des öffentlichen war die UNO nun gezwungen ihren Grundsatz "Nichteinmischung in innerstaatliche Angelegenheiten" zu relativieren. Die Flüchtlingsströme der Kurden im Nordirak der von einer Hungerkatastrophe Bürgerkrieg in Somalia sowie die Völkermorde im ehemaligen Jugoslawien und in Ruanda sind nur einige Beispiele die eine Intervention" unumgänglich machten. Allerdings führten zahlreiche UN-interne zu einem enttäuschenden Resümee: unzureichendes Vorwissen über ethnischen Besonderheiten logistische und erneut finanzielle Überforderungen internationale Differenzen über Effektivität und Legitimation solcher führten zu zahlreichen Pannen und personellen Verlusten. wurde das gerade neu gewonnene öffentlicheVertrauen in Vereinten Nationen erschüttert.

Im Laufe der 1990er Jahre kam zu 35 neuen - meist kurzfristigen - davon 16 in Afrika 6 in Zentralamerika 4 in Asien und 9 in Europa . Die bereits zuvor angespannte Haushaltslage mit von etwa 750 Millionen US-Dollar stieg bis Ende 1996 auf 2 2 Milliarden davon entfielen 1 6 Milliarden auf die Friedensmissionen. Damit sich auch die eingeschränkte Handlungsfähigkeit der weitgehend finanzierten Organisationen Einrichtungen im Wirtschafts- und Sozialbereich.

Im Dezember 1991 wurde Boutros Boutros-Ghali zum sechsten UN-Generalsekretär gewählt. Ein halbes später brachte er mit der Agenda für Frieden eine Reihe von handlungsorientierten Ideen zur der Friedens- und Sicherheitspolitik auf den Plan zunächst sehr positiv aufgenommen wurden. In einer 1995 wurden allerdings Fehleinschätzungen und unrealistische Forderungen die Boutros-Ghali auf die mangelnde Bereitschaft zur besonders der einflussreichen Mitgliedstaaten zurückführte. In diesem verwies er auf das chinesische Sprichwort es leichter für einen Sarg zu sammeln als die Medizin. Trotzdem wurden seine Ideen zu neuen Art von "präventiver Diplomatie" weitergetragen. Ein Gedanke war die Einrichtung eines Schnelleingreifsystems in die Mitgliedstaaten aufgefordert wurden im Rahmen ihrer militärisches und ziviles Personal in "ständiger Verfügbarkeit" halten. Für das Management dieses "Stand-by-Arrangements" wurde 1994 durch die Hauptabteilung für Friedenseinsätze DPKO internationale Register UNSAS eingerichtet.

Angesichts der Verflechtung von Friedens- und war es auch konsequent der Friedensagenda eine für Entwicklung folgen zu lassen. Die Bemühungen allerdings ebenso im Sande stecken wie in vorherigen Dekaden. Die Hauptursache - neben der Finanzkrise - sehen Kritiker in einem Wildwuchs Organisationen und Programmen die von Doppelarbeit und Zuständigkeiten geprägt sind. Auch die "vierte Entwicklungsdekade" schließlich als erfolglos eingestuft werden. Die Kluft Arm und Reich hatte sich weiter vergrößert.

Als positive Signale in dieser Periode man lediglich die Amtseinführung des ersten Hochkommissars Menschenrechte (UNHCHR) und die Einrichtung von Ad zur Ahndung der Menschenrechtsverletzungen in Ruanda und ehemaligen Jugoslawien ansehen. Mit der Errichtung dieser kam es bald zu einigen Verurteilungen die der Weltöffentlichkeit und besonders bei den betroffenen Zustimmung fanden. Dieses juristische Neuland der UNO durch seine abschreckende Wirkung auch das neue in der Friedenssicherung wirksam unterstützen. Als repressive wurden in den 1990er Jahren weltweit eine von Öl- und Waffenembargos sowie einige diplomatische durchgesetzt die teilweise erheblich ausgeweitet wurden.

Im Dezember 1996 wurde Kofi Annan neuer Generalsekräter. Er beuaftragte im März 2000 eine Expertenkommission mit einer kritischen Studie die Effektivität des Friedenssicherungskonzeptes. Vor allem sollten für das "Versagen" bei den Einsätzen in Ruanda und im ehemaligen Jugoslawien offen dargelegt Der wenige Monate später vorgelegte Brahimi-Bericht forderte Ausbau der UNSAS und die Zementierung einer Eingreiftruppe" aller Mitgliedstaaten. Vor allem müsse sich UNO vom Ideal des Gewaltverzichtes bei ihren verabschieden. Die UN-Truppen bräuchten ein "robustes Mandat" wirksam abschrecken und sich Respekt verschaffen zu

ab 2001

siehe: vorläufige Stoffsammlung

Siehe auch: Portal Vereinte Nationen

Literatur

  • Maurice Bertrand: UNO - Geschichte und Bilanz (1995) ISBN 3596128129
  • Peter J. Opitz: Die Vereinten Nationen - Geschichte Struktur Perspektiven (2002) ISBN 3825222837
  • Peter J. Opitz (Hrsg.): Weltprobleme im 21. Jahrhundert (2001) ISBN 3825222098
  • Günther Unser: Die UNO - Aufgaben Strukturen Politik (2004) ISBN 3423052546

Weblinks



Bücher zum Thema Geschichte der Vereinten Nationen

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