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Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie


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Diese Übersicht zur Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie ist grob chronologisch in die europäischen Antike Mittelalter und Neuzeit gegliedert; jenseits dieser Gliederung wird die von Enzyklopädien außerhalb Europas separat dargestellt. Innerhalb Hauptabschnitte gliedert sich der Artikel nach Typen Enzyklopädien sowie geographischen Regionen (Mittelalter) bzw. Sprachen

Inhaltsverzeichnis
5.1 Methodologisch-systematische Neueinteilung der Wissenschaften
5.2 Enzyklopädisten
5.3 Enzyklopädische Lexika
5.4 Anti-Enzyklopädien
5.5 Nationalsprachliche Enzyklopädien
5.5.1 Europa
5.5.2 Asien
5.5.3 Amerika
5.5.4 Australien

Überblick

In der Antike ist vor allem griechische Kulturkreis und das Prinzip der enkyklios paideia sowie der römische Kulturkreis mit dem der artes liberales zu unterscheiden; der griechische Kulturkreis war von einer oralen Kultur geprägt und entwickelte daher keine schriftlich fixierte Enzyklopädie. In der Zeit wird die lateinische Sprache als Wissenschafts- Gelehrtensprache sowie als eine Art Lingua franca etabliert und das systematische Ordnungsprinzip weiterentwickelt. konstituiert eines der entscheidenden Merkmale welche die von verwandten Nachschlagewerken abgrenzt: Das Wissen ist sich abgeschlossen es hat Grenzen und kann kartographiert oder metaphorisch visualisiert werden (beispielsweise mit Baum der Wissenschaft ( L'arbre de ciència 1295/96) von Raimundus Lullus oder später mit dem Stammbaum des Wissens von Francis Bacon und Denis Diderot ).

Durch das gesamte Mittelalter bis in die Renaissance wird Latein als universale Sprache ebenso beibehalten wie systematische Ordnungsprinzip der Enzyklopädie; die einzige bedeutende bildet die in griechischer Sprache verfasste und gegliederte Suda aus dem 10./11. Jahrhundert.

Mit Francis Bacon beginnt im 16. Jahrhundert eine Neuorientierung sowie eine methodologisch-systematische Neueinteilung Wissenschaften welche die Säkularisierung fortsetzt und diese Entwicklung auch in Enzyklopädie etabliert.

Die Neuzeit wird eingeleitet durch Entwicklungen wie die Reformation und die Aufklärung durch die die Entwicklung der Enzyklopädie beeinflußt wird. Ab dem 17./18. Jahrhundert wird als Wissenschafts- und Gelehrtensprache abgelöst und es zunehmend nationalsprachliche Enzyklopädien die sich später wiederum Formen wie Fach - und Konversationslexika ausdifferenzieren.

Etwa ab dem 17. Jahrhundert taucht der Begriff " Enzyklopädie " erstmals explizit im Titel der Nachschlagewerke meist wird dafür die Encyclopaedia Cursus Philosophici (ca. 1630 ) von Alsted genannt; allerdings gibt es auch noch ältere aber weniger bekannte Encyclopaedia ( Encyclopaedia seu orbis disciplinarum tam sacrarum quam epistemon 1559 ) von Paul Scalich. Das erste deutschsprachige das die Bezeichnung "Enzyklopädie" im Buchtitel trägt wohl die so genannte Frankfurter Enzyklopädie ( Deutsche Encyclopädie oder allgemeines Real-Wörterbuch aller Künste Wissenschaften 1778 ff.) von Köster und Roos sein.

Die alphabetische Sortierung setzt sich weitestgehend das systematische Ordnungsprinzip durch und Ephraim Chambers führt in seiner Cyclopedia das Prinzip der Verkettung durch Querverweise Ersatz für den Zusammenhalt der systematischen Ordnungssysteme das Diderot dann in der Encyclopédie subversiv zur Umgehung der Zensur einsetzt.

Etwa ab den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts etabliert sich Englisch als neue Universalsprache in den wissenschaftlichen der Naturwissenschaften. Im Zuge der Quatsch- und Wissensexplosion der Informations - und Wissensgesellschaft sowie der grundlegenden Verunsicherungen der Postmoderne wird das Fundament der Enzyklopädie in gestellt: Das Paradigma des positiven Wissens wird diskutiert wie die Prämisse eines in sich und begrenzten Wissensraumes. Gleichzeitig ergeben sich durch Technologien wie die CD-ROM als Datenspeicher und das Internet als Grundlage für eine globale Wissensdatenbank Möglichkeiten die in der Geschichte der Menschheit zuvor vorhanden waren.

Antike: Vorformen der Enzyklopädie

Griechischer Kulturkreis : enkyklios paideia

Die Enzyklopädie war ursprünglich nach dem Sophisten Hippias von Elis (um 400 v. Chr. ) der Begriff für die universale Bildung später allgemein die Alltagsbildung die allerdings Sokrates nur auf die 'wahre Bildung' vorbereite.

Man verstand unter enkyklios paideia (latainisch orbis doctrinae "Kreis der Bildung" das heißt der die Gesamtbildung die sich ein freigeborener Jüngling haben mußte ehe er zur Erlernung eines Faches oder in das werktätige Leben selbst Der Kreis dieser Kenntnisse und Fertigkeiten umfaßte Grammatik Musik Geometrie Astronomie und Gymnastik .

Die Anfänge der systematischen Enzyklopädie werden auf den griechischen Philosophen und Neffen Platons Speusippos ( 408 v. Chr. - 339 v. Chr. ) zurückgeführt der die von Platon gegründete Akademie weiterführte; es handelte sich bei dessen jedoch um eine Spezialenzyklopädie von der nur wenige Fragmente erhalten ( Homoia eine Untersuchung der im Tier- und vorkommenden gleichartigen Erscheinungen).

Auch andere Philosophen der Antike wie ( 384 v. Chr. - 322 v. Chr. ) versuchten umfangreiche Abhandlungen über das gesamte Wissen der damaligen Zeit zu verfassen. Die Griechen verfassten jedoch noch keine Universalenzyklopädien.

Römischer Kulturkreis : Artes liberales

Bei der Enzyklopädie handelt es sich eine typisch römische Literaturgattung. Die erste lateinische verfasste der römische Staatsmann und Schriftsteller Marcus Porcius Cato ( 234 v. Chr. - 149 v. Chr. ) mit pädagogischer Zielsetzung zu den Fachdisziplinen Medizin Rhetorik und Kriegswissenschaft ( Libri ad Marcum filium" ("Bücher an den Marcus") um 150 v. Chr. .

Die ersten Versuche einer umfassenden und Enzyklopädie gehen zurück auf den römischen Gelehrten Marcus Terentius Varro ( 116 v. Chr. - 27 v. Chr. ) der in seinen Disciplinarum libri IX (kurz: Disciplinæ um 30 v. Chr. ) den Fächerkanon systematisch nach dem griechischen des "Kreises der Bildung" organisierte; er ergänzte Fächer der Freien Künste um die Medizin und die Architektur. Varros in 41 organisierte Werk ist nur in Fragmenten erhalten. Cicero plädierte in seinem De Officiis gegen die Erweiterung der freien Künste

Das System der sieben freien Künste ( Septem artes liberales ) geht auf Varros Nachfolger Martianus Capella (um 415 n. Chr. ) zurück einen spätantiken Autor der in allegorischen Enzyklopädie De nuptiis philologiæ et Mercurii ("Über die Vermählung Philologias mit Merkur"; in Satiricon [?]) den Kanon der sieben freien Künste erstmals verbindlich festlegte; er bestand aus Kombination von Trivium und Quadrivium :

Martianus Capellas Werk wurde im Mittelalter rezipiert und überlieferte das römische Bildungssystem in Mittelalter wo es sich zu einem bedeutenden entwickelte. Auch der römische Geschichtsschreiber Flavius Magnus Aurelius Cassiodorus und später der spanische Gelehrte Isidor von Sevilla beziehen ihre Arbeiten auf den Kanon Sieben freien Künste ; diese klassische Fächeraufteilung wurde erst mit Aufkommen von Aufklärung und Humanismus weitgehend aufgegeben.

Die älteste nachweisbare alphabetisch gegliederte Enzyklopädie von dem lateinischen Grammatiker Marcus Verrius Flaccus 55 v. Chr. bis ca. 20 n. Chr. ) um die Zeitenwende herum verfasst; sein Werk De significatu verborum ("Über die Bedeutung der [seltenen lateinischen] ist jedoch verschollen und nur epitomiert erhalten in den Fassungen des römischen Grammatikers Sextus Festus (2. Hälfte des 2. Jahrhunderts ) und des Geschichtsschreiber Paulus Diaconus ( 8. Jahrhundert ) überliefert.

Frühe Spezialenzyklopädien

Aus der Antike sind weitere enzyklopädische bekannt vor allem Spezialenzyklopädien ; das erste derartige Werk soll Platons Neffe und Schüler Speusippos um 370 v. Chr. verfaßt haben (siehe oben)

Auch von Varro gibt es eine Altertumskunde ( Rerum humanarum et divinarum antiquitates Text nicht überliefert).

Ein weiterer Vorläufer der Spezialenzyklopädie in lateinischer Sprache stammt von dem römischen Historiker und Gaius Plinius Secundus ( Plinius der Ältere ca. 23 n. Chr. - 79 n. Chr. ) der mit seiner Historia naturalis (oder Naturalis historia [?]; deutsch: "Naturgeschichte" entstanden um 79 n. Chr. ) eine umfassende Enzyklopädie der Naturwissenschaften und verfasste; dabei handelt es sich auch um älteste vollständig überlieferte systematische Enzyklopädie.

Die Naturalis historia umfasst 37 Bücher mit insgesamt 2.493 und ist folgendermaßen gegliedert:

  • Buch 1: Inhalts- und Quellenverzeichnis
  • Buch 2: Kosmologie
  • Bücher 3-6: Geographie und Ethnologie
  • Buch 7: Anthropologie
  • Bücher 8-11: Zoologie
  • Bücher 12-19: Botanik
  • Bücher 20-32: Pflanzliche und tierische Heilmittel
  • Bücher 33-37: Mineralogie und Verwendung der Metalle und Steine in der Kunst

Nach dem Quellenverzeichnis wurden insgesamt annähernd Autoren verarbeitet darunter rund 100 Primärquellen sowie 400 Sekundärquellen. Noch 1469 wurde der Erstdruck "Historiae naturalis libri XXXVII in Venedig aufgelegt. Die erste deutschsprachige Übersetzung der Bücher 7 bis 11 wurde 1543 in Straßburg unter dem Titel Natürlicher History Fünff Bücher angefertigt.

Entwicklung von Enzyklopädien außerhalb Europas

Enzyklopädieartige Werke sind aus dem chinesischen dem arabischen Kulturkreis überliefert. Vergleichbare Entwicklungen von Hochkulturen außerhalb Europas sind nicht bekannt (Indien?

Chinesischer Kulturkreis

Auch im aussereuropäischen Raum wurden bereits früh Enzyklopädien entwickelt so beispielsweise im antiken China . Enzyklopädieartige Werke entstanden hier ab etwa 500 v. Chr. auf Bambusstreifen und Schriftrollen; Enzyklopädien im Sinne sind nachweisbar ab etwa 220 n. Chr. .

Wichtige chinesische Enzyklopädien: Siehe Enzyklopädien aus dem chinesischen Kulturkreis

Obwohl diese gigantischen außereuropäischen Enzyklopädien älter als die des europäischen Raums haben sie die Entwicklung dessen was uns heute als bekannt ist nur untergeordnete Bedeutung da sie europäische Traditionslinie der Enzyklopädik nicht oder kaum

Arabischer Kulturkreis

Im arabischen Kulturkreis entstanden sehr früh generelle und spezielle als auch systematische und Enzyklopädien.

Wichtige arabische Enzyklopädien: Siehe Enzyklopädien aus dem arabischen Kulturkreis .

Mittelalter und Renaissance

Im Mittelalter erschienen zunächst allegorische Lehrbücher Artes liberales sowie später systematische Kompendien aller Wissenschaften Künste die nach Ordnungsprinzipien wie dem Sechstagewerk dem Katechismus systematisch gegliedert oder orientieren sich am bzw. dem Kalender; einige Werke verwenden auch wie den Arbor porphyriana von Porphyrs Isagoge.

Typische Werktitel sind Thesaurus ("Schatz") Gazophylacium ("Schatzhaus") Aurifodina ("Goldgrube") Promptuarium ("Zeughaus") Theatrum ("Schauplatz") oder Acerra ("Gefäß") (vgl. [1] ).

Allen diesen mittelalterlichen Werken sind zwei gemein: Sie sind – von einer einzigen der Suda abgesehen – systematisch und nicht alphabetisch und in lateinischer Sprache abgefasst unabhängig von ihrem Herkunftland. Erst Spätmittelalter und der frühen Neuzeit entstehen erste Enzyklopädien.

Allegorische Lehrbücher der Artes liberales

Im Mittelalter baute das Bildungssystem auf dem römischen der sieben freien Künste auf; in allegorischen Lehrbüchern entwickelten spätantike frühmittelalterliche Autoren die Artes liberales zu einem Fächerkanon weiter der aus Quadrivium und dem Trivium besteht; diese Lehrbücher sind frühe Enzyklopädien Wissenschaften.

Bedeutende Werke sind:

De nuptiis Mercurii et Philologiae ( "Über die Hochzeit des Merkur der Philologie") Ende des 4. /Anfang des 5. Jahrhunderts

Institutiones divinarum et saecularium litterarum (nach Ernst Robert Curtius das "Grundbuch mittelalterlicher Bildung" )

Systematische Kompendien aller Wissenschaften und Künste

Im Mittelalter werden auch erste Versuche ein Kompendium aller Wissenschaften und Künste zu Diese Werke sind nicht notwendigerweise auf den der Artes liberales begrenzt aber noch ausnahmslos systematisch strukturiert.

Die wichtigsten Vertreter dieser Enzyklopädien sind:

Isidor von Sevilla (auch bekannt als Isidorus Hispalensis ) der "Lehrmeister Spaniens" veröffentlichte um 623 ( 630 [?]) die 20-bändige Etymologiae (auch bekannt als Origines ; voller Titel: Originum seu etymologiarum libri XX ; auch: Etymologiarum sive originum libri XX [?] "Zwanzig Bücher der Etymologien oder Ursprünge"). versuchte in dieser Realenzyklopädie das gesamte weltliche und geistliche Wissen Zeit zu vereinen ( [2] [3] ).

Die Etymologiae orientiert sich an den Artes liberales ergänzt diese jedoch um einen Abriß damals bekannten Weltgeschichte. Das "Grundbuch des ganzen Mittelalters" ( E. R. Curtius ) wurde aus unterschiedlichsten Vorlagen zusammengestellt. Die Etymologiae enthalten auch den ältesten Kartendruck des dabei handelt es sich um eine Karte westlichen Halbkugel die noch im T-O -Stil Mönchskarte ausgeführt ist.

Das Werk wurde im Mittelalter über von Studenten als Standard-Nachschlagewerk genutzt und erstmals 1472 in Augsburg von Günther Zainer gedruckt.

Hrabanus Maurus (auch bekannt als Rabanus Maurus ) der Praeceptor Germaniae ("Lehrmeister Deutschlands") und Schüler Alkuins veröffentlichte 847 eine erweiterte und überarbeitete Neuauflage einiger der Enzyklopädie Isidors. Die 22-bändige Enzyklopädie wurde 1473 gedruckt unter dem Titel De rerum naturis seu de universo (kurz: De Universo oder De rerum naturis ).

Wie bereits Isidor versuchte auch Hrabanus Wissen der damaligen Zeit aus Werken antiker frühmittelalterlicher Autoren zu kompilieren. Bemerkenswert ist jedoch Neubewertung der Medizin zur Zeit Karls des Großen ; Hrabanus Maurus fordert in seiner Aufstellung Bildungsziele erstmals auch medizinische Grundkenntnisse ein was undenkbar gewesen war: "Der Mensch der mit dem Anspruch auftrat heilen zu wollen machte sich geradezu der Ursünde der superbia schuldig indem er gleichsam in den Heilsplan Gottes einzugreifen trachtete" (Adelheid Platte und Dr. Hermann Schefers [4] ).

  • Herrad von Hohenburg (= Herrad von gestorben nach 1196 )

Die erste nachweislich von einer Frau Enzyklopädie stammt von Herrad von Hohenburg die zwischen 1167 und 1195 Äbtissin des Klosters Hohenburg auf dem (Elsaß); sie verfaßte zwischen 1175 und 1195 Hortus deliciarum (deutsch: "Garten der Köstlichkeiten"). Das mit Miniaturen illustrierte enzyklopädische Werk in lateinischer Sprache das theologische und profane Wissen der damaligen zur Belehrung der Klosterfrauen zusammen. Das Original 1870 in Straßburg verbrannt.

Der Scholastiker Bartholomaeus Anglicus (auch bekannt als Bartholomew the Englishman ) verfasste im 13. Jahrhundert De proprietatibus rerum (auch: Liber de proprietatibus rerum ) einen frühen Vorläufer der Enzyklopädie in systematisch gegliederten Bänden bzw. Abschnitten. De proprietatibus rerum ist auch eines der ersten Nachschlagewerke Mittelalters das auch die Pflanzenwelt berücksichtigt; insgesamt das Werk das gesamte Spektrum der damaligen Erkenntnisse ( [5] ).

Die Enzyklopädie wurde über Jahrhunderte genutzt; 1372 wurde sie von dem Augustiner Jean im Auftrag des Königs Charles V. ins übersetzt. In Rouen und Paris wurden noch 1517 bzw. 1525 Neuausgaben unter dem Titel Le Proprietaire des choses très utile et aux corps humains gedruckt (Abbildungen: [6] und [7] )

Der dominikanische Mönch Vincentius Bellovacensis (auch bekannt als Vincent von Beauvais oder Vinzenz von Beauvais ) verfasste um 1247 (oder 1260 [?]) die wohl bedeutendste Enzyklopädie des den Speculum maius (auch: Speculum majus ; der "Große Spiegel"). Er organisierte das in 80 Büchern verarbeitete über 2.000 Quellen aus theologischen Schriften und Werken von griechischen und römischen Autoren. Das Speculum maius ist in lateinischer Sprache verfasst und 1474 erstmals gedruckt (vierte und letzte Auflage: 1624 in 32 Büchern). Es besteht aus Teilen aufgeteilt in fünf Bände; die Universitätsbibliothek zeigt diverse Abbildungen von Buchseiten und den unter [8] ):
  • Band 1-2: Speculum historiale - eine Historiographie von der Vertreibung dem Paradies bis zum Jahr 1244
  • Band 3: Speculum doctrinale
  • Band 4-5: Speculum naturale - eine Naturenzyklopädie darunter diverse Bücher Pflanzenwelt zu Gartenanbau und Kräutern u.a.
Ein vierter Teil das Speculum morale war zwar geplant wurde aber nicht realisiert.

Bedeutende Folgewerke in der Traditionsbahn des Speculum maius sind:

Der italienische Dichter und Gelehrte Brunetto Latini verfaßte in Paris in französischer Sprache Li livres dou trésor (deutsch: "Das Schatzbuch" um 1265 ). Dabei handelt es sich um die bedeutende Laienenzyklopädie; das Werk verfolgte das Ziel zeitgenössischen Wissensstand einem größeren Leserkreis zugänglich machen vor allem praktisches Wissen vermitteln; man kann also auch von einem frühen Vorläufer des Konversationslexikons sprechen.

"Encyclopaedia" von Johann Heinrich Alsted (Hebron 1630)

Johann Heinrich Alsted veröffentlichte 1630 (oder 1608 oder 1620 [?]) in Herborn die Encyclopaedia Cursus Philosophici in sieben Bänden; es handelt sich um eins der ersten Werke das den "Enzyklopädie" trägt ([?]) und ist gleichzeitig eine letzten großen systematisch aufgebauten Enzyklopädien. Sie greift auf Raymundus Lullus ' in der Ars Magna von 1308 formulierte Idee eines Feldes allen möglichen ( Topica universalis ) und die nach Lullus benannte lullsche Methode zum Systematisieren der Wissenschaften.

Alsteds gleichzeitig enzyklopädischer wie ganzheitlicher Ansatz beispielsweise auch den Pädagogen Comenius und den ungarischen Enzyklopädisten Apáczai Csere ( 1625 - 1659 ) nachhaltig; Alsted vermittelte ihnen die Idee Hilfe einer geeigneten Didaktik und dem richtigen Weg des Lehrens und Lernens könne man jedem Menschen alles Wissen

Der schweizer Philologe und Mediziner Theodor Zwinger (auch bekannt als Theodoro Zuingero ) gibt 1565 nach dem Tod seines Stiefvaters und Enzyklopädisten Lycosthenes das Theatrum Vitae Humanae ("Schauplatz des menschlichen Lebens") heraus eine allgemeine Enzyklopädie in lateinischer Sprache die nach aristotelisch-ramistischer Methode systematisch strukturiert Die folgenden Auflagen von 1571 1586 und 1604 werden jeweils erweitert (vergleiche [9] ).

Bemerkenswert an Zwingers Werk ist u.a. die titelgebende Bezeichnung als "Theatrum" die in der frühen Neuzeit in Veröffentlichungen gebraucht wurde. Es handelt sich dabei um einen Rückbezug auf Giulio Camillos erst Jahre zuvor publizierte Idee des Gedächtnistheaters (Florenz 1550 ) mit der er die Gedächtniskunst im des Neuplatonismus wiederbeleben wollte: "Camillos "L'Idea [del Teatro]" war ein Prototyp möglicherweise sogar einer der Auslöser" (Julia Mummenhoff Das Gedächtnistheater des Giulio Camillo . In: Silvia Baumgart u.a. (Hrsg.): Denkräume zwischen Kunst und Wissenschaft . 5. Kunsthistorikerinnentagung in Hamburg Berlin u.a. Seite 177-198)

Bedeutende Folgewerke des Theatrum Vitae Humanae sind:
  • Laurens Beyerlinck: Magnum theatrum vitae humanae - eine einer Fortschreibung und Umarbeitung Zwingers Enzyklopädie in 7 Bänden; Erstausgabe: Köln Indexband von Caspar Princtius Köln 1631 und Venedig 1707

Alle diese systematischen Kompendien sind allerdings noch systematische Materialiensammlungen ohne eine philosophische Aufarbeitung Materials.

Alphabetische Strukturierung

Die Suda

Das heute meist als Suda zitierte Werk (auch: Suda Souda Suidas oder Suida ) ist ein byzantisches Lexikon des 10. Jahrhunderts das in altgriechischer Sprache verfasst und bisher nie vollständig in lebende Sprache übersetzt wurde. Es wurde früher allem unter dem Namen Suidas zitiert ein Autor dieses Namens ist sonst nicht bekannt. Wahrscheinlich handelt es sich dem fälschlich als Suidas gelesenen Wort Suda in den Handschriften um den Titel Werks nicht um den Namen eines Verfassers. Titel bedeutet vermutlich "Festung".

Die Suda enthält über 32.000 alphabetisch Artikel über Leben und Werk antiker Autoren über antike Geographie und Geschichte . Das Werk ist aus älteren überwiegend gegangenen antiken Enzyklopädien Scholien und Werken klassischer Autoren wie Aristophanes Homer Sophokles unter anderem zusammengestellt. Der Inhalt ist verläßlich da anscheinend viel aus dem Gedächtnis worden ist und die benutzen Quellen bereits unzuverlässig waren.

Da das Lexikon viele in den Dunklen Jahrhunderten untergegangene Werke zitiert ist es für klassische Philologie eine unersetzliche Quelle. Dem humanistischen Justus Lipsius wird der Satz zugeschrieben: "pecus est Suidas sed pecus aurei velleris " ("Suidas ist ein Schaf aber ein mit goldener Wolle").

Die Suda steht teilweise in digitaler Form zur seit Januar 1998 erarbeitet eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern web-basierte Edition The Suda On Line (SOL) unter http://www.stoa.org/sol/ (vergleiche Präsentation ); die Übersetzung und Kommentierung steht unter Creative-Commons -Lizenz Attribution-NonCommercial-ShareAlike ( [10] ).

Dietrich Engelhus: Promptus (ca. 1420)

Dietrich Engelhus (um 1362 - 1434 ) verfasste zwischen etwa 1420 und 1430 den alphabetisch gegliederten Promptus ; er enthält außerdem Sammelartikel und kleinere

Dominicus Numus Mirabellius: Polyanthea (1503)

Der Dichter und Arzt Nannus (bzw. Dominicus Numus Mirabellius (= Dominicus Nanus Mirabellius Nani Mirabellini)) verfasste 1503 (nach anderen Quellen: 1512 ) in Savona die Polyanthea ( Polyanthea Hoc est opvs svavissimis floribvs celebriorvm tam Graecarvm qvam Latinarvm exornatvm . Das Werk wurde mehrfach neu aufgelegt Amantius Franciscus Tortius).

"Das Werk bietet in alphabetischer Ordnung Zitate Etymologien unter anderem zusammengetragen aus der Bibel Klassikern Kirchenvätern italienischen Dichtern und Humanisten wie Petrarca Baptista Mantuanus Poggio usw. Viele griechische werden im Original zitiert zusammen mit der (vergleiche [11] und erg. [12] )

Neuberarbeitungen und Folgewerke:

  • Josephus Langius (= Joseph Lang oder Lange): Polyanthea Nova ( Polyanthea nova hoc est opus suavissimis floribus sententiarum tam græcarum quam latinarum refertum: Quod innumeris fere cum factis tum profanis autoribus summa fide olim collegere. Editio altera . Frankfurt am Main M. Becker für Zetzner (Zetznerus) 1607 ; eine Sammlung die auf Nanni-Mirbellis Polyanthea (1503) basiert. Es handelt sich dabei ein alphabetisch gegliedertes Werk mit Stichworten aus biblischen und klassischen Altertum und der mittelalterlichen es bildet einen sehr frühen Vorläufer der Konversationslexika .

Fachenzyklopädien

Fachenzyklopädien und verwandte Gattungen des Mittelalters:

  • Summae - die den Studenten in Kollegien zum Auswendiglernen diktiert wurden;
  • Specula - ein besonders häufig für gewählter Titel

Nationalsprachliche Enzyklopädien

Der italienische Staatsmann Gelehrte und Schriftsteller Brunetto Latini verfaßte in französischer Sprache seinen Trésor ( Li livres dou trésor ( 1260 - 1267 ; deutsch: "Schätzbücher") eine Art Enzyklopädie welche Überblick über den Umfang der gelehrten Bildung Zeit gibt.

Eine italienische Übersetzung des Werks veröffentlichte Giamboni bereits 1474 zu Treviso (auch Venedig 1533 ); das Werk wurde im französischen Original 1863 in Paris von Chabeille erneut aufgelegt dem Titel Li livres dou trésor .

Das Buch der Natur (ca. 1349 - 1350 ) ist eine allgemeine schon ziemlich systematische die als Beleg der Kenntnisse der damaligen interessant und zugleich durch Anführung von vielerlei und dergleichen kulturgeschichtlich wichtig ist. Das Werk zuerst ohne Ort und Jahr in Quart dann Augsburg 1475 und danach öfter; es wurde neu herausgegeben von Pfeiffer Stuttgart 1861.

  • Paul Scalich (= Paul Skalic Pavao 1534 - 1573 / 1575 )

Der kroatische (deutsche [?]) Enzyklopädist Humanist Abenteurer Paul Scalich veröffentlichte 1559 in Basel Encyclopaedia seu orbis disciplinarum tam sacrarum quam epistemon (kurz: Encyclopaedia ) und verwendete den Begriff der "Enzyklopädie" als Bezeichnung für ein Nachschlagewerk.

  • Martin Sentiváni (Martin Svätojánsky Martin Szentiványi) (1633-1705)

Der slowakische Professor an der Universität von Trnava veröffentlichte 1689 - 1702 in Trnava in lateinischer Sprache die Enzyklopädie Curiosiora et selectiora variarum scientiarium miscellanea in drei Bänden.

Dictionnaire des arts et des sciences (Paris 1694 und 1720 ) 2 Bände
Dictionnaire universel géographique et historique (Paris 1807 ) 3 Bände.

Neuzeit : Reformation Aufklärung und Moderne

Methodologisch-systematische Neueinteilung der Wissenschaften

Als der eigentliche Schöpfer der Enzyklopädie methodologisch-systematischer Grundlage gilt der Philosoph Francis Bacon ( 1561 - 1626 ).

Bacon auch bekannt als Baco von Verulam plante ab 1605 ein umfassendes philosophisch-wissenschaftliches Werk mit dem Titel Instauratio Magna ("Die große Erneuerung") das auf sechs ausgelegt war jedoch nie vollendet wurde. Erschienen die Teile

  1. The Advancement of Learning ( 1605 )
    • De dignitate et augmentis scientiarum (London 1623 ; umgearbeitete lateinische Übersetzung; deutsch: "Über die und den Fortgang der Wissenschaften")
  2. Novum organum scientiarum (London 1620 ; auch: Novum organon scientiarum ; kurz: Novum Organum ; deutsch: "Neues Organ der Wissenschaften")
    • Cogitata et visa ( 1612 ; später umgearbeitet zum Novum Organum )

Gemeint mit der "großen Erneuerung" ist fundamentale Erneuerung der Philosophie und der Wissenschaften der Grundlage von Erfahrungswissen durch das er Metaphysik ablösen wollte. In seinem Novum organum scientiarum ( 1620 ) richtete sich Bacon gegen Aristoteles' Organon ; während Aristoteles noch die reine Theorie Erkenntnisquelle anstrebte und die Deduktion als Methode nutzte sah Bacon in Beobachtung und Experiment die einzigen sicheren Quelle von Wissen in der Induktion die praktikablere Methode; er leitet damit Paradigmenwechsel in der Wissenschaft ein und begründete die Tradition des Empirismus . Seine Weltsicht beschreibt er folgendermaßen:

"Universi structura instar labyrinthi: Der Bau des erscheint seiner Struktur nach dem Menschengeist der betrachtet wie ein Labyrinth wo überall unsichere täuschende Ähnlichkeiten zwischen Dingen und Merkmalen krumme verwickelte Windungen und Verschlingungen der Eigenschaften sich (Francis Bacon Vorrede zur Instauratio Magna von 1620).

Nachfolger von Francis Bacon:

  • Chevigny ( La science de l'homme de cour d'épée de robe fortgesetzt von Limiers und Massuet Amsterdam 1752 18 Bände.)
  • Wagenseil ( Pera librorum juvenilium Altdorf 1695 5 Bäde.)
  • Daniel Georg Morhof Polyhistor (Lübeck 1688 4. Auflage 1747 2 Bände.)
  • J. M. Gesner ( Primae lineae isagoges in eruditionem universalem 3. Auflage Göttingen 1786 )
  • J. G. Sulzer Kurzer Begriff aller Wissenschaften (Leipzig 1745 )
  • Adelung
  • Reimarus
  • Klügel
  • Buhle

Formal sind die Enzyklopädien der angelsächsischen noch immer meist systematisch abgefaßte große Lehrbücher Kompendien . Erst ab dem Anfang des 17. Jahrhunderts setzt sich eine lexikalische oder alphabetische durch.

Enzyklopädisten

In der Neuzeit seit dem 17. / 18. Jahrhundert zunächst unter Einfluss der Enzyklopädisten ist Enzyklopädie der Inbegriff für ein das die Gesamtheit des menschlichen Wissens darstellt. erklärte Ziel der so genannten Enzyklopädisten des 18. Jahrhundert war es im Zuge der Aufklärung auf Vernunft gegründetes Kompendium des gesamten Wissens ihrer Zeit zusammenzutragen.

Enzyklopädische Lexika

Entstehung der Realenzyklopädie und des Konversationslexikons

Entwicklung der Realenzyklopädien und Konversationslexika :

  • Johann Joachim Eschenburg Lehrbuch der Wissenschaftskunde (Berlin 1792 3. Auflage 1809 )
  • K. Ch. Erh. Schmid Allgemeine Enzyklopädie und Methodologie der Wissenschaften (Jena 1810 )
  • K. A. Schaller Enzyklopädie und Methodologie der Wissenschaften für angehende (Magdeburg 1812 )
  • Kirchner Akademische Propädeutik (Leipzig 1842 ) und Hodegetik (Leipzig 1852 )

Nach thematischen Schwerpunkten ausgerichtete enzyklopädische Lexika:

Enzyklopädische Lexika der Wissenschaften und Künste

Antoine Furetière schloß 1675 sein Dictionnaire universel contenant généralement tous les termes toutes les sciences et des arts ab konnte es jedoch aufgrund von der Académie zunächst nicht veröffentlichen; erst 1690 wird es von dem Frühaufklärer Pierre Bayle in Rotterdam in zwei Bänden herausgegeben.

"Weil es auch umgangssprachliche und fachsprachliche Bedeutungen Wörtern verzeichnet gilt es heute als wichtige für die französische Sprache des 17. Jahrhundert. wurde zum Vorbild vieler späterer Wörterbücher" (nach Gert Pinkernell "Französische Literatur" zitiert [13] ).

Der Dichter und Sprachforscher Thomas Corneille gab 1694 in Paris das Dictionnaire des arts et des sciences in zwei Bänden (Neuauflage 1720 ) heraus; 1807 erschien in Paris das Dictionnaire universel géographique et historique in drei Bänden.

Der Mathematiker John Harris veröffentlichte 1704 in London das Lexicon technicum: or an universal english dictionary arts and sciences . Das Lexicon technicum gilt als erste allgemeine Enzyklopädie die Schwerpunkt im Bereich der Technik und der setzte und ist die erste alphabetisch geordnete in englischer Sprache. Es erschien 1736 in London in der 5. Auflage zwei Bänden.

Das Lexicon technicum war auch ein Vorbild für Ephraim Cyclopaedia und wird von Denis Diderot als eine der Quellen für die Encyclopédie gewürdigt.

Johann Theodor Jablonski auch bekannt als Johann Theodorus Jablonski veröffentlichte 1721 in Leipzig bei Hartung das Allgemeine Lexikon der Künste und Wissenschaften oder Beschreibung des Reichs der Natur der Himmel himmlischen Cörper der Luft der Erden samt bekannten Gewächsen der Thiere Steine und Ertze Meeres und der darinn lebenden Geschöpfe ; aller menschlichen Handlungen Staats- Rechts- Kriegs- Policey- und Gelehrten Geschäffte Handthierungen und Gewerbe ; einer Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und ; mit Beysetzung der lateinischen und französischen wo solche vorhanden ; in gehöriger Ordnung und mit Fleiß zusammen getragen ; Neuauflagen erschienen in Königsberg/Leipzig 1748 (2. Auflage) und Königsberg/Leipzig 1767 bei Zeisens (vergleiche Allgemeines Lexikon der Künste und Wissenschaften ).

Titel von Ephraim Chambers "Cyclopaedia" von 1728

Ephraim Chambers veröffentlichte 1728 in London die Cyclopedia: or An universal dictionary of arts sciences (London 1. Ausgabe 1728 ) in 2 Bänden die als die englischsprachige Enzyklopädie gilt. Die Cyclopaedia ist zudem die erste Enzyklopädie die Querverweisungen arbeitete.

"[...] Chambers is clearly the father of modern encyclopaedia throughout the world. [...] Chambers's is particularly remarkable for its elaborate system cross-references and for the broadening of Harris's to include more of the humanities" (Robert Collison Encyclopaedias: Their history throughout the ages ).

Die Cyclopaedia basiert auf John Harris ' Lexicon technicum von 1704 .

Chambers' Cyclopaedia war wiederum der Ausgangspunkt für d'Alembert : Ursprünglich wollte er "nur" eine Übersetzung Werkes anfertigen da ihn dessen Strukturierung der Anordnung und der Verkettung überzeugte. Diderot und d'Alembert entdeckten jedoch gewaltige Lücken in der der zwei Foliobände und entwickelten daher ihr Vorhaben der Encyclopédie .

  • Heinrich Martin Gottfried Köster ( 1734 - 1802 ) und Johann Friedrich Roos

Der Gießener Pädagogiarch und Professor der Heinrich Martin Gottfried Köster gab ab 1778 bei Varrentrapp und Wenner in Frankfurt Main die Deutsche Encyclopädie ( Deutsche Encyclopädie oder allgemeines Real-Wörterbuch aller Künste Wissenschaften ) heraus (oder Ludwig Julius Friedrich Hoepfner Johann Friedrich Roos löste ihn als Herausgeber Band 18 ab. Das auch als Frankfurter Enzyklopädie bekannte Werk sollte ursprünglich Gießener Enzyklopädie heißen; es ist unvollendet geblieben und 23 Bände (A-Ky); der letzte Band erschien 1804 ein Band mit Kupfertafeln wurde 1807 nachgereicht.

"Die Verfasser der naturhistorischen Artikel haben die und kostbarsten Werke in diesem Fache gekannt benutzt [...]. Auch aus akademischen und anderen periodischen Schriften und dann auch aus Reisebeschreibungen hier vieles sehr vieles sehr zweckmäßig gesammelt [...]" (Oberdeutsche allgemeine Literaturzeitung 1789 77. Stück in [14] ).

Die Frankfurter Enzyklopädie gilt als erstes deutsches Nachschlagewerk das Bezeichnung "Enzyklopädie" im Buchtitel trägt.

Enzyklopädische Lexika der Geschichte Geographie und

Reproduktion von Louis Moréris "Le grand Dictionnaire von 1671

Louis Moréri veröffentlichte 1671 in Frankreich Le grand dictionnaire historique ou mélange curieux l'histoire sacrée et profane (kurz: Dictionnaires 1671 (andere Quellen: 1673 / 74 [?]); siehe Grand dictionnaire historique ).

Die Bedeutung dieses Werkes liegt u.a. dass es die Ära der nationalsprachlichen Lexika

Die Biblioteca Universale Sacro-Profana (kurz: Biblioteca universale des Kosmographen und Kartograph Vincenzo Maria Coronelli ist eine der ersten Enzyklopädien in Sprache. Das alphabetisch gegliederte Werk war ursprünglich einen Umfang von 45 Bänden mit 300.000 ausgelegt von denen jedoch nur sechs (oder [?] A-Caque) Bände zwischen 1701 und 1706 in Venedig erschienen. Allein der Buchstabe umfaßte vier Bände mit fast 2.700 Begriffen

Die Biblioteca universale sacro-profana wird gelegentlich als erste alphabetisch sortierte überhaupt genannt (was nicht korrekt ist) sie außerdem als eines der ersten Konversationslexika.

  • Hoffmann Lexicon universale (Basel 1677 2 Bände und Supplemente 1683 )

Der Buchhändler und Verleger Johann Heinrich Zedler veröffentlichte zwischen 1732 und 1754 das Grosse vollständige Universallexikon aller Wissenschaften und Künste bishero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden verbessert wurden: Darinnen so wohl die Geographisch-Politische des Erd-Creyses nach allen Monarchien Kaeyserthuemern Königreichen Republiquen freyen Herrschafften Laendern Staedten See-Haefen Vestungen Flecken Aemtern Kloestern Gebuergen Paessen Waeldern Meeren ... Als auch eine ausführliche Historisch-Genealogische Nachricht den Durchlauchten und berühmtesten Geschlechtern in der Dem Leben und Thaten der Kaeyser Koenige und Fuersten grosser Helden Staats-Minister Kriegs-Obersten ... Ingleichen von allen Staats- Kriegs- Rechts-Policey und des Adelichen und buergerlichen Standes der Kauffmannschafft Künste (Leipzig 1732 - 1754 (andere Quellen: 1731 - 1750 )) (vergleiche Grosses vollständiges Universallexikon aller Wissenschaften und Künste ).

Das Grosse vollständige Universallexikon aller Wissenschaften und Künste kurz nach dem Verleger Zedlersches Lexikon genannt ist die erste deutschsprachige Enzyklopädie gilt als das größte bis dahin gedruckte Universallexikon des Abendlandes; es umfasst 64 Bände 4 Supplemente mit rund 750.000 Artikeln auf Seiten. Ein Neudruck wurde zuletzt zwischen 1961 und 1964 in Graz aufgelegt.

Das Zedlersche Lexikon war die erste Enzyklopädie an der Redaktion von Fachgelehrten mitarbeitete darunter beispielsweise Johann Christoph Gottsched . Der Zedler enthielt auch als erste Enzyklopädie Biographien lebender Persönlichkeiten.

Das Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) der Bayerische hat Zedlers Lexikon vollständig in Form von und PDF-Dateien einschließlich der drei Supplement-Bände digitalisiert; insgesamt 68 Bände sind alphabetisch indexiert zudem in den Lexikonseiten geblättert werden. Die Online-Ausgabe unter http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/zedler/ erreichbar.

Enzyklopädische Lexika zu Religionen Kulturen und

  • Jacob Hamburger (* Loslau [Oberschlesien] 1826 Strelitz [Mecklenburg-Vorpommern] 1911)

Der Lexikograph und Landesrabbiner von Mecklenburg Jacob Hamburger veröffentlichte zwischen 1886 und 1900 in Leipzig die Real-Enzyklopädie des Judentums in sieben Bänden. Es handelt sich um das erste lexikalische Nachschlagewerk über das

  • Die Jewish encyclopedia erschien zwischen 1901 und 1906 in New York und London mit Umfang von 12 Bänden. Es handelt sich um die älteste jüdische Enzyklopädie in englischer

  • Die Jevrejskaja entsiklopedija erschien zwischen 1906 und 1913 in St. Petersburg mit einem Umfang 16 Bänden. Es handelt sich dabei um erste jüdische Enzyklopädie in russischer Sprache.

  • Die Encyclopaedia Hebraica erschien zwischen 1949 und 1980 also unmittelbar nach der Gründung des Israel ( 1948 ) in Jerusalem mit einem Umfang von Bänden in hebräischer Sprache.

Anti-Enzyklopädien

Anti-Enzyklopädien stellen nicht einen als gesichert bezeichneten und Forschungsstand dar sondern stellen gegensätzliche Positionen gleichgeordnet oder sie gegeneinander abwägend gegenüber.

Prominente Vertreter der Anti-Enzyklopädie sind:

Dictionnaire historique et critique ( 1694 - 1697 auch in deutscher Bearbeitung von Johann Christoph Gottsched ( 1700 - 1766 ) als Historisches und Critisches Wörterbuch übersetzt ( 1741 - 1744 ))

Nationalsprachliche Enzyklopädien

Neben der Realenzykloädie und dem Konversationslexikon entstanden zur Zeit der Aufklärung in größerer Anzahl auch die Nationalenzyklopädien die sich auf einzelne Kulturkreise beschränkten diese in den Vordergrund stellten.

Europa

Deutschland

Systematisch strukturierte Enzyklopädien

Deutschsprachige Enzyklopädien des 17. und 18. mit systematischer Strukturierung:

  • Johann Joachim Eschenburg Lehrbuch der Wissenschaftskunde ( 1792 )

Universalenzyklopädien

Die Enzyklopädie hat in der Aufklärung und im 18. Jahrhundert ihr Publikum Aufgabe und die Form gefunden und vollendet. 19. Jahrhundert wurde für das aufkommende Bildungsbürgertum Konversationslexikon herausgegeben ob Meyers oder der Brockhaus sie haben sehr viele Züge einer mit der Form eines Wörterbuches verbunden.

Ist eine Enzyklopädie primär ein allgemeines des Wissens ein Lexikon ein Nachschlagewerk der Allgemeinbildung legt ein Wörterbuch dagegen meist die auf die Sprache selbst ( Duden ). So erfüllt ein Konversationslexikon mehrere Aufgaben gleich.

Die gebildeten Bürger wollten zur Konversation Wissensfundament haben sie wollten aber meist als Zeichen ihrer Bildung und ihres Sozialstatus auch gehobene Schriftsprache beherrschen.

Deutschsprachige Enzyklopädien:

Titelschriftzug Krünitz "Oekonomische Encyklopädie" (1773-1858)

Krünitz begann 1773 mit der Erarbeitung der Oeconomische Encyclopädie oder allgemeines System der Staats- Haus- u. Landwirthschaft in alphabetischer Ordnung (kurz: Oeconomische Encyclopädie ). Zunächst war diese als Übersetzung einer erschienenen französischsprachigen Enzyklopädie ins Deutsche geplant entwickelte dann aber zu einem eigenständigen das Original übertreffenden Werk.

Krünitz der über ein breit angelegtes gute Sprachkenntnisse und nicht zuletzt großen Fleiß konnte zu seinen Lebzeiten 72 Bände vollenden. starb angeblich ausgerechnet beim Abfassen des Artikels Sein Werk wurde von verschiedenen anderen Bearbeitern und schließlich 1858 mit Erscheinen des 242. Bandes abgeschlossen.

Die Oeconomische Encyclopädie gilt heute noch als wichtige Quelle Wirtschaft und Technik in der Zeit zwischen Aufklärung und Industrialisierung .

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten und von der Universitätsbibliothek Trier durchgeführten der Oeconomischen Encyclopädie online wird eine elektronische Version des "Krünitz" die auch durch zahlreichen Hintergrundinformationen ergänzt wird. Volltext ist erreichbar unter http://www.kruenitz.de/ ( [15] ).

Ersch und Gruber veröffentlichten zwischen 1818 und 1889 die unvollendete Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in Folge (kurz: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste ) in 167 Bänden. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Enzyklopädie die von über Mitarbeitern erarbeitet wurde und etwa 70.000 Seiten drei Sektionen umfasst.

Veröffentlicht wurden die Teile "A-G" "H-Ligatur" "O-Phyxius". Beispielsweise umfasst allein das Stichwort Griechenland drei (neun [?]) Bände: Vol. 85 [16] ) Vol. 86 (1868; [17] ) und Vol. 87 (1869; [18] ).

Der "Ersch-Gruber" gilt als umfangreichste Enzyklopädie Abendlandes als prototypisches Dokument des deutschen Idealismus ( [19] ) und "Riesen- und Ehrenwerk teutscher Gründlichkeit und teutschen (Pölitz Vermischte Schriften aus den Kreisen der Geschichte Staatskunst und der Literatur überhaupt Band. 2 Leipzig 1831 226). Die Enzyklopädie genießt auch internationales Ansehen: Der Enzyklopädiker Collison bezeichnet sie als "the greatest Western encyclopaedia ever attempted" (Robert Collison Encyclopaedias. Their history throughout the ages. A guide with extensive historical notes to the encyclopaedias issued throughout the world from 350 to the present day New York London 1966 182)

Die Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste wurde vom Göttinger Digitalisierungs-Zentrum der Niedersächsischen und Universitätsbibliothek Göttingen vollständig digitalisiert und ist Internet erreichbar unter [20] .

Entwicklung der Konversationslexika

Unter einem Konversationslexikon versteht man seit dem 19. Jahrhundert ein allgemeines und umfassendes Lexikon das Leser die für eine Konversation im Salon Bildung vermittelt. Der Übergang zur Enzyklopädie ist fließend.

Zu Geschichte und Entwicklung: Siehe Konversationslexikon .

DDR

  • VEB Bibliographisches Institut und VEB Verlag

Der VEB Bibliographisches Institut und der VEB Verlag Enzyklopädie veröffentlichten 1953 in Leipzig das Lexikon A-Z in einem Band ; es handelt sich dabei um das marxistische Lexikon in deutscher Sprache.

Schweiz

In der Schweiz waren im 17. und 18. Jahrhundert vor allem die deutschsprachigen Enzyklopädien verbreitet. entstanden jedoch auch einige national ausgerichtete Lexika.

Das von dem Züricher Bürgermeister Johann Jacob Leu zwischen 1747 und 1765 in Zürich herausgegebene Allgemeine helvetische eydgenössische oder schweitzerische Lexicon in 20 Bänden gilt als erster der national ausgerichteten Lexika in der Schweit. 1786 und 1795 erschienen sechs Supplementbände mit insgesamt 3.826 die von dem Apotheker Hans Jakob Holzhalb wurden.

"Auf 11.368 Seiten in (geschätzten) rund 20.000 wurde "alles" beschrieben was die Schweiz betraf was damals für wichtig gehalten wurde [...]. Werk [...] nennt vorwiegend schweizerische Orte Familiennamen einzelne Personen ferner Bistümer Gemeine Herrschaften (= Stifte Klöster Schlösser Berge Täler Seen oder Wesentlich seltener findet man Begriffe aus dem Recht aus Politik und Handel oder zur (in [21] ).

  • Heinrich Türler Marcel Godet und Victor

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz 1921 - 1934 . Band 1 - 7 + Supplemente.

Österreich

Auch in Österreich waren im 18. und 19. Jahrhundert vor allem die deutschsprachigen Enzyklopädien verbreitet. entstanden jedoch auch einige national ausgerichtete Lexika.

  • Franz Gräffer und Johann Jakob Czikann

Zwischen 1835 und 1838 (andere Quellen: 1837 ) erschien in Wien die Österreichische National-Encyclopädie oder alphabetische Darlegung der wissenswürdigsten des österreichischen Kaiserthumes in sechs Bänden und einem Supplementband. Werk gilt als erste national ausgerichtete österreichische

  • Constant von Wurzbach

Zwischen 1856 und 1891 erschien das Biographische Lexikon des Kaiserthums Österreich enthaltend die der denkwürdigen Personen welche 1750 bis 1850 Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben .

  • Nach 1945 : Österreichische Biographische Lexikon (unvollendet aber noch in Bearbeitung).

  • Maria Bamberger und Franz Maier-Bruck

Zwischen 1966 und 1968 erschien das Österreich-Lexikon in zwei Bänden und einem Supplementheft. Fortschreibung dieses Werks mit ca. 14.000 Stichwörtern 1995 ; der Inhalt ist vollständige in dem Online-Nachschlagewerk unter http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop erreichbar.

Niederlande

Der niederländische Pfarrer und Schriftsteller Anthony Winkler Prins veröffentlichte zwischen 1870 und 1882 in Amsterdam das niederländische Großlexikon Winkler Prins Geillustreerde Encyclopaedie . Das Werk umfasste 16 Bände und auf der Grundlage von Brockhaus-Material. Es handelt dabei um die erste bedeutende niederländische Enzyklopädie; wurde zwischenzeitlich neu konzipierte und erscheint bis

Belgien

  • Patria Belgica. Encyclopédie nationale 3 Bände Brüssel 1875 ; gilt als die erste belgische Enzyklopädie.

Frankreich

Titelseite der "Encyclopédie" von Diderot und d'Alembert 1751-1772

Die wohl berühmteste frühe Enzyklopädie im Verständnis ist die französischsprachige Encyclopédie ( Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences des et des métiers ) die von Jean Baptiste le Rond d'Alembert und Denis Diderot herausgegeben wurde; d'Alembert definierte "Enzyklopädie" hier "dictionnaire raisonné" ("Komplexes Wörterbuch").

Denis Diderot beschreibt das Vorhaben der Encyclopédie folgendermaßen:

"Bei der lexikalischen Zusammenfassung alles dessen was die Bereiche der Wissenschaften der Kunst und Handwerks gehört muss es darum gehen deren Verflechtungen sichtbar zu machen und mithilfe dieser die ihnen zugrunde liegenden Prinzipien genauer zu [...] es geht darum die entfernteren und Beziehungen der Dinge aufzuzeigen aus denen die besteht und die die Menschen beschäftigt haben allgemeines Bild der Anstrengungen des menschlichen Geistes allen Gebieten und in allen Jahrhunderten zu (aus dem "Discours préliminaire" der Encyclopédie )

"Tatsächlich zielt eine Enzyklopädie darauf ab die der Erdoberfläche verstreuten Kenntnisse zu sammeln das System dieser Kenntnisse den Menschen darzulegen mit wir zusammenleben und es den nach uns Menschen zu überliefern damit die Arbeit der Jahrhunderte nicht nutzlos für die kommenden Jahrhunderte sei; damit unsere Enkel nicht nur gebildeter gleichzeitig auch tugendhafter und glücklicher werden und wir nicht sterben ohne uns um die verdient gemacht zu haben." (im Artikel "Encyclopédie")

In einem Brief an seine Freundin Volland erörterte Diderot die aufklärerische Zielsetzung weiter:

"Dieses Werk wird sicher mit der Zeit Umwandlung der Geister mit sich bringen und hoffe dass die Tyrannen die Unterdrücker die und die Intoleranten dabei nicht gewinnen werden. werden der Menschheit gedient haben [...]"

Die Veröffentlichung der Encyclopédie wurde 1772 mit dem 28. Band abgeschlossen; das Werk enthält in 17 Textbänden mit durchschnittlich zweispaltigen Seiten und auf rund 18.000 Seiten 71.818 Artikel und 2.885 Illustrationen elf Bände ausschließlich aus Bildtafeln mit 2.575 Erläuterungen zu Abbildungen. Insgesamt sind 20.736.912 darunter 391.893 verschiedene enthalten (vgl. [22] ).

Ergänzt wurde das Werk durch ein vier Textbände und ein Bildtafel-Band (erschienen von 1776 bis 1777 ). 1800 gab der Verleger Panckoucke ein Register zwei Bänden heraus das "Table analytique et de l'Encyclopédie" und sein "Supplément" ausgearbeitet von Mouchon.

Die Encyclopédie war ein enormer finanzieller Erfolg; bis 1789 wurden rund 24.000 Exemplare abgesetzt; dazu Vergleich: Eine Enzyklopädie galt als sehr erfolgreich etwa 2.000 Exemplare verkauft wurden; etwa 1.500 reichten beispielsweise zur Finanzierung des Zedler aus.

Die Encyclopédie ist die letzte bedeutende Enzyklopädie die Stammbaum des Wissens nach Art Francis Bacons bietet aber bereits an mehreren bedeutsamen von diesem abweicht; sie leitet damit einen "erkenntnistheoretischen Richtungswechsel [ein] der die Topographie allen Wissens verandelte" (Robert Darnton); vergleiche auch hierzu die des Wissens.

Bedeutende Folgewerke der Encyclopédie :

Der Verleger Charles Joseph Panckoucke versuchte mit der Encyclopédie méthodique eine Neubearbeitung und Aufteilung der Encyclopédie Diderots und d'Alemberts in verschiedene Fachlexika er teilte den Stoff dafür auf 50 auf. Zwischen 1781 ( 1782 [?]) und 1832 erschienen immerhin 167 Bände dann gab das Vorhaben auf.

Italien

Enzyklopädien in italienischer Sprache :

Der Kosmograph und Kartograph Vincenzo Maria Coronelli veröffentlichte zwischen 1701 und 1706 in Venedig die Biblioteca Universale Sacro-Profana (kurz: Biblioteca universale . Von dem ursprünglich auf 45 Bände 300.000 Stichwörtern angelegten alphabetisch gegliederten Werk erschienen nur die ersten sechs (andere Quellen: sieben Bände. Allein der Buchstabe A umfaßte vier mit fast 2.700 Begriffen

Die Biblioteca universale sacro-profana ist die erste Enzyklopädie in italienischer und wird gelegentlich (irrtümlich) als erste alphabetisch Enzyklopädie überhaupt genannt. Coronellis Enzyklopädie ist auch Vorläufer der späteren Konversationslexika .

Griechenland

  • Die Megale hellenike enkyklopaideaia erschien zwischen [[1927] und 1934 also bereits wenige Jahre nach Gründung Republik ( 1924 ) in Athen mit einem Umfang von Bänden; ein Jahr nach Abschluß der Ausgabe Griechenland nach einer Volksabstimmung wieder zur Monarchie 1935 ). Es handelt sich dabei um die bedeutende Enzyklopädie der Neuzeit in griechischer Sprache.

Türkei

  • Die Hayat Ansiklopedisi erschien ab 1932 also ein knappes Jahrzent nach Gründung Republik ( 1923 ) in Istanbul; es handelt sich dabei die erste türkische Enzyklopädie.

Spanien

Enzyklopädien in spanischer Sprache :

  • Francisco de Paula Mellado (?)

Francisco de Paula Mellado gab zwischen 1851 und 1855 in Madrid die Enciclopedia moderna in 34 Bänden heraus. Es handelt dabei um die erste bedeutende Enzyklopädie in Sprache. Supplemente erschienen 1864 und 1865 .

Portugal

Manuel Pinheiro Chagas gab zwischen 1876 und 1890 in Lissabon das Diccionário popular histórico geográphico mythológico biográphico artístico e litterario in 17 Bänden heraus; das Werk als die älteste bedeutende portugiesische Enzyklopädie.

Großbritannien

Im angelsächsischen Raum kann die Enzyklopädie den britischen Physiker Sir Thomas Browne ( 1605 - 1682 ) zurückgeführt werden der den Begriff encyclopaedia für sein Kompendium widerlegter aber verbreiteter (die Pseudodoxia Epidemica ) im Jahre 1646 (6. Auflage 1676 ) nutzte: "and therefore in this Encyclopaedie and round knowledge like the two great and exemplary of heaven we must observe two circles" .

Noch häufiger wird das enzyklopädische Format auf John Harris der 1704 sein Lexicon technicum veröffentlichte.

Ephraim Chambers Cyclopedia or an Universal Dictionary of Arts Sciences ( 1728 ) wird gelegentlich als erste englischsprachige Enzyklopädie

Die von William Smellie herausgegebene Encyclopædia Britannica begann zunächst bescheiden: Zwischen 1768 und 1771 wurde sie in drei Bänden veröffentlicht.

Die 11. Auflage der Britannica von 1911 bildet einen weiteren Meilenstein in der der Enzyklopädistik ; diese Auflage ist mittlerweile gemeinfrei ( public domain ). Geschätzt wird die Encyclopædia Britannica (EB) besonders aufgrund ihrer fundierten Hintergrundartikel.

Russland und Sowjetunion

Enzyklopädien in russischer Sprache :

  • Wassili Nikititsch Tatischtschew (?)

Leksikon Rossijskoj 3 Bände 1793 - die erste russische Enzyklopädie

  • Brockhaus-Efron

Entsiklopedicheskii Slovar (auch: Enciklopediceskij slovar 43 Bde. 1890 - 1907 )

  • Die Bol`saja sovetskaja enciklopedija (Большая Советская Энциклопедия; deutsch: Große Sowjetische Enzyklopädie ) erschien zwischen 1926 und 1947 in Moskau mit einem Umfang von Bänden. Es handelt sich dabei um die sowjetische Enzyklopädie.

Während der Zeit des Stalinismus wurde Enzyklopädie als politische Waffe benutzt. Wenn eine Person verschwand wurde allen Teilnehmern der Enzyklopädie neue Eintragung zum überschreiben der Eintragung geschickt. auch immer verschwand wurde somit effektiv aus allgemeinen Erinnerung gelöscht.

Online-Suche in der Enzyklopädie in Russisch http://encycl.yandex.ru/

Ukraine

  • 1959 - 1965 : Ukrainski Radjanska Enziklopedija ("Ukrainische Sowjetenzyklopädie") Bände 1-17 Kiew. Vermutlich erste ukrainische Enzyklopädie.

Estland

  • Karl A. Herman (?)

Karl A. Herman gab das Eesti üleüldise teaduse raamat ehk encyclopädia konversationilexikon ab 1900 in Tartu (Dorpat) heraus. Es handelt dabei um die erste estländische (estnische) Enzyklopädie.

Lettland

  • Die Konversacijas vardnica erschien zwischen 1892 und 1898 in Riga [?] mit 27 Lieferungen; Werk gilt als erste lettische Enzyklopädie blieb unvollendet (bis Stichwort "Kristjans").

Litauen

  • Die Lietuviska enciclopedija erschien zwischen 1931 und 1944 in Kaunas mit einem Umfang von Bänden; es handelt sich dabei um die litauische Enzyklopädie.

Rumänien

  • 1842 wurde von das Leksikonul de conversatie prelucrat si publicat de societate literara sub directia Agai G. Asaki ("Konversationslexikon bearbeitet und herausgegeben von einer Gesellschaft unter dem Vorsitz des Aga G. veröffentlicht.

  • Cornelius Diaconovich (?)

Die Enciclopedia Româna ( Enciclopedia romana publicata din insarcinarea si sub Asociatiunii pentru literatura romana si culturea poporulu "Rumänische Enzyklopädie herausgegeben im Auftrag und den Auspizien der Gesellschaft für rumänische Literatur die Kultur des rumänischen Volkes") wurde zwischen 1898 und 1904 in Sibiu (Hermannstadt) in drei Bänden Das Werk gilt als erste rumänische Enzyklopädie.

  • 1938 - 1943 : Enciclopedia Romaniei ("Enzyklopädie Rumäniens") 4 Bände Bukarest

  • 1940 : Enciclopedia "Cugetarea" ("Lexikon "Cugetarea" ) 2 Bände

Bulgarien

  • L. J. Kasarov (?)

L. J. Kasarov gab das enzyklopädische Wörterbuch Enciklopediceski recnik zwischen 1899 und 1907 in Plovdiv in drei Bänden heraus. handelt sich dabei wohl um die älteste Enzyklopädie.

Polen

Enzyklopädien in polnischer Sprache :

Der Buchhändler Samuel Orgelbrand verlegte zwischen 1859 und 1868 in Warschau die Encyklopedia Powszechna (auch: Encyklopedja powszechna ; deutsch: "Allgemeine Enzyklopädie") in 28 Bänden. Nachdruck erschien 1884 ) eine neue Auflage zwischen 1877 und 1879 in 12 Bänden. Es handelt sich der Encyklopedia Powszechna um die erste bedeutende Enzyklopädie in Sprache.

Slowakei

Enzyklopädien in slowakischer Sprache :

  • Pavel Bujnák

Pavel Bujnák war 1932 der Hauptautor Slovenský náučný slovník (I-III) der ersten größeren Enzyklopädie in Sprache. In der Slowakei wurden jedoch schon u.a. Enzyklopädien in der verwandten tschechischen Sprache die auch auf Themen der Slowakei eingingen. erste Enzyklopädie der Slowakei gilt die Enzyklopädie Martin Sentiváni die in der damaligen Schriftsprache verfasst wurde.

Ungarn

Enzyklopädien in ungarischer Sprache :

  • Apáczai Csere János (bzw. János Apáczi Csere ; 1625 - 1659 )

Apáczai Csere János veröffentlichte 1655 (andere Quellen: 1653 ) in Utrecht (andere Quellen: Amsterdam) im Joannis a Waesberge die Magyar Encyclopaedia azaz minden igaz és hasznos szép rendbe foglalása és magyar nyelven világra (kurz: Magyar Encyclopaedia ; deutsch: "Ungarische Enzyklopädie also alle wahren nützlichen Weisheiten in schöne Ordnung gefaßt und ungarische Sprache in die Welt geschickt"). Sie einen Band mit rund 370 Seiten.
Die Magyar Encyclopaedia gilt als die erste Enzyklopädie überhaupt ungarischer Sprache (vergleiche auch [23] und [24] )

  • Gábor Döbrentei

Gábor Döbrentei veröffentlichte zwischen 1831 und 1834 im Verlag Heckenast Pest das Közhasznú Ismeretek Tára ("Allgemeines Konversationslexikon). Es umfasst zwölf Bände jeweils durchschnittlich 500 Seiten.

Tschechien

Enzyklopädien in tschechischer Sprache :

  • František Palacký (* Hodslavice [Nordmähr. Kr.] † Prag 1876)

Der tschechische Historiker und Politiker František Palacký unternahm den ersten Versuch eine tschechische vom Typ des Brockhaus-Lexikons herauszugeben; wegen fehlender Mittel konnte er das Vorhaben jedoch nicht

  • Franz Ladislaus Rieger (* Semil Kr. 1818 † Prag 1903)

Der tschechische Publizist und Politiker Franz Ladislaus Rieger veröffentlichte zwischen 1860 und 1874 in Prag das Konversationslexikon Slovník naučný in zehn Bänden und einem Ergänzungsband. Slovník naučný gilt als erste Enzyklopädie in tschechischer

  • J. Otto

1888 - 1909 : Ottuv slovník naucný ("Ottos Konversationslexikon") 28 Bände Prag

  • J. Otto

1930 - 1943 : Ottuv slovník naucný nové doby ("Ottos Konversationslexikon der neuen Zeit") 6 Prag

Jugoslawien Serbokroatien Slowenien

  • St. Stanojevic (?)

St. Stanojevic veröffentlicht zwischen 1925 und 1929 in Zagreb die Narodna enciklopedija srpsko-hrvatsko-slovenacka (deutsch: "Serbokroatisch-slowenische Enzyklopädie") in zwei Ausgaben vier bzw. fünf Bänden eine in kyrillischer eine in lateinischer Schrift. Das Werk gilt erste jugoslawische [?] Enzyklopädie.

[Anmerkung: Das Gebiet Jugoslawiens gehörte bis 1918 zu Österreich-Ungarn zum Osmanischen Reich bzw. zum Königreich Serbien. Der Staat Jugoslawien wurde erst 1929 formal gegründet.]

Schweden

Enzyklopädien in schwedische Sprache :

  • Jacob Johann Ankarström und Carl Christophersson

Jacob Johann Ankarström und Carl Christophersson Gjörwell gaben zwischen 1777 und 1778 in Stockholm die Encyclopedie eller Fransyskt och Swenskt real-och nominal-lexicon heraus. Das Werk gilt als erstes enzyklopädisches Lexikon wurde jedoch nie vollendet (mit 1 Abt. 1 2).

P. G. Berg veröffentlichte zwischen 1845 und 1852 in Stockholm das Svenskt Konversations-Lexicon in vier Bänden; es gilt als schwedische Enzyklopädie und ist stark von Brockhaus

Die größte schwedische Enzyklopädie aller Zeiten war 38 Bänden die 2. Auflage von Nordisk familjebok (1904-1926). Schon im Jahr 1874 hatte Verleger Buchdrucker und Zeitungsausgeber Christian Emanuel Gernandt Redakteur angestellt um eine Enzyklopädie in 6 auszugeben aber die erste Auflage würde erst 18 Bänden im Jahr 1896 und 2 im Jahr 1899 fertig. Im Jahr 1958 das letze Band der 4. Auflage. Das der 1. und 2. Auflage sind in Handschriftsammlung der Königlichen Bibliothek in Stockholm zu Gleichzeitig erschien mehrere andere nicht ganz so Nachschlagewerke mit größerem kommerziellen Erfolg (Verlage Bonniers Åhlén & Åkerlund).

Norwegen

Johan Christian Johnsen gab zwischen 1879 und 1888 in Kristiana das Norsk haandlexikon for almennyttige kundskaber (deutsch: "Norwegisches Handlexikon für allgemeinnütziges Wissen") drei Bänden heraus; das Werk gilt als norwegische Enzyklopädie (vergleiche auch [25] ).

Finnland

  • Die Tietosanakirja erschien zwischen 1908 und 1919 in Helsinki in zehn Bänden; ein wurde 1922 veröffentlicht. Es handelt sich dabei um erste finnische Enzyklopädie.

Asien

Indien

  • K. M. Banerjea

K. M. Banerjea gab zwischen 1846 und 1850 in Kalkutta die Encyclopaedia Bengalensis in zwölf Bänden heraus; das in Sprache abgefaßte Werk gilt als älteste bekannte Enzyklopädie.

Indonesien

  • Die Encyclopaedie van Nederlandsch-Indië wurde um 1895 und 1905 in Den Haag in vier Bänden es handelt sich dabei wohl um die indonesische Enzyklopädie.

Amerika

USA

  • Francis Lieber (= Franz Lieber * 1798 † New York 1872)

Der amerikanischen Staatswissenschaftler deutscher Herkunft Francis Lieber gab zwischen 1829 und 1833 in Philadelphia die Encyclopedia Americana (kurz: The Americana ) heraus. Das Werk umfasste 13 Bände basierte auf der 7. Auflage des Brockhaus Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände in 12 Bänden (Leipzig 1827 - 1829 ). Die Americana gilt als die erste bedeutende amerikanische Seitdem sind mehrere Neuausgaben erschienen die sich immer am Vorbild des deutschen Konversationslexikons orientieren; laufenden Aktualisierung wird seit 1923 The Americana annual herausgegeben.

  • Ab 1909 veröffentlicht der New Yorker Verlag Nelson Nelson's perpetual looseleaf encyclopaedia in zwölf Bänden. Es handelt sich um den ersten Versuch ein Lexikon in einer Loseblattsammlung herauszugeben und so ständig aktuell halten; die einzelnen Loseblatt-Seiten dieser Enzyklopädie trugen Datum der Veröffentlichung und konnten gegen aktualisierte Seiten ausgewechselt werden.

Kanada

  • Die The Encyclopedia of Canada erschien zwischen 1935 und 1937 in Toronto in sechs Bänden; das gilt als erste kanadische Enzyklopädie.

Australien

Australien und Ozeanien

  • David Blair (?)

David Blair veröffentlichte 1881 in Melbourne die einbändige Cyclopaedia of Australasia ; es handelt sich dabei um die australische Enzyklopädie.

Gegenwart

Zeitgenössische Kultur- Staats- und Nationalenzyklopädien

  • Bolschaja Russkaja Enziklopedia ( Bol'schaja sowjetskaja enciklopedija BSE; deutsch: "Große Sowjetenzyklopädie" bzw. Große Sowjetische Enzyklopädie ) in russischer Sprache
    • 1. Ausgabe Bolsaja Sovetskaja Enciklopedija herausgegeben von der Aktionärsgesellschaft Sowjetische Enzyklopädie ab 1930 Staatlicher Enzyklopädieverlag Sowjetische Enzyklopädie später Staatliches Institut Sowjetische Enzyklopädie 65 Bände Moskau 1926 - 1947 ;
    • 2.Ausgabe auf Weisung des Ministerrats 1949 veranlasst: Bolsaja Sovetskaja Enciklopedija herausgegeben von der Staatlichen Akademie Moskau Bände plus ein Ergänzungsband Moskau 1949 - 1958 ; 2 Reg.-Bände 1960 .

  • Die große Enzyklopädie Chinas 1980 ff. geplant auf einen Umfang von 80 Bänden

  • Encyclopaedia Judaica (publiziert ab 1971 englischsprachig; Jerusalem: Keter; New York: Macmillan) zurück auf die deutsche Encyclopaedia Judaica (Berlin: Eschkol 1928 - 1934 ; nur partiell erschienen Bände A-Lyra).

  • Illustrated Australian Encyclopaedia (publiziert ab 1925 von Arthur Wilberforce Jose und Herbert Carter)

  • Schweizer Lexikon in 7 Bänden herausgegeben ab 1945 von Gustav Keckeis

Zeitgenössische Universalenzyklopädien

Siehe auch: Geschichte und Entwicklung der Wikipedia

Aktuelle Enzyklopädien nach Sprache (in alphabetischer Siehe Verzeichnis der Enzyklopädien nach Sprachen

Enzyklopädien auf CD-ROM und DVD-ROM

Siehe Enzyklopädie

Enzyklopädien im Internet

Siehe auch: Nachschlagewerke im Internet

Literatur

  • Hans-Joachim Diesner und Günter Gurst (Herausgeber): Lexika gestern und heute . Leipzig: VEB Bibliographisches Institut 1976
  • Robert L. Collison: Encyclopaedias: their history throughout the ages. A guide with extensive histor. notes to the encyclopaedias issued throughout the world from 350 to the present day . New York u.a. 1964 ( 1966 [?])
  • Monika Estermann: Enzyklopädien und Lexika . In: Museum der Bücher. Hrsg. von Adolf Halbey (Die bibliophilen Taschenbücher ; 500). 1986
  • F. M. Eybl u. a. (Herausgeber): Enzyklopädien der Frühen Neuzeit. Beiträge zu ihrer . Tübingen: Niemeyer 1995
  • M. Fuhrmann: Der europäische Bildungskanon des bürgerlichen Zeitalters . Frankfurt a. M.: Insel 1999 ISBN 3-458-16978-4
  • Ernst Herbert Lehmann: Geschichte des Konversationslexikons . Leipzig 1934
  • Werner Lenz (Herausgeber): Kleine Geschichte großer Lexika . Stuttgart: Fackelverlag 1974 (Neuausgaben Gütersloh: Lexikothek-Verlag 1980 und Gütersloh: Bertelsmann-Lexikon-Verlag 1990 ). ISBN 3-570-03158-6 und ISBN 3-570-01115-1
  • Anette Selg und Rainer Wieland (Herausgeber): Die Welt der Enzyklopädie . Frankfurt a. M. 2001
  • Gert A. Zischka: Index lexicorum. Bibliographie der lexikalischen Nachschlagewerke . Wien 1959

Weblinks



Bücher zum Thema Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie

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