Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 23. August 2019 

Gustav Landauer


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Gustav Landauer (* 7. April 1870 ) in Karlsruhe; † 2. Mai 1919 in München-Stadelheim) war einer der führenden und Aktivisten des deutschen Anarchismus Ende des 19. und Anfang des Er vertrat eine pazifistische und unter Einfluss Peter Kropotkins auch kommunistische Strömung des Anarchismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Sozialist und Anarchist G. Landauer als zweites Kind eines jüdischen Schuhwarenhändlers geboren. besucht in Karlsruhe das Gymnasium und studiert in Heidelberg Berlin und Straßburg Germanistik und Philosophie . In seinen späteren Werken zeigt sich bleibende Einfluss von Johann Wolfgang von Goethe und Tolstoi . Aber auch der Philosophie Fichtes und Proudhons sowie den anarchistischen Theorien Bakunins und Kropotkins fühlt er sich Zeit Lebens verbunden. Bekannt wird er als Übersetzer Shakespeare -Texten. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau Hedwig überträgt er auch Werke von Oscar Wilde u.a. "Das Bildnis des Dorian Gray" Deutsche.

Im Frühjahr 1889 trifft er in Berlin erstmals seinen und späteren langjährigen Freund den deutsch-jüdischen Schriftsteller Philosophen Fritz Mauthner. In Berlin tritt er April 1891 auch der ein Jahr vorher gegründeten Volksbühne bei und bekennt sich zum Friedrichshagener

Im Februar 1892 wird G. Landauer Mitglied des "Vereins Sozialisten" sowie des Herausgeberkollegiums ihres Presseorgans "Sozialist. der unabhängigen Sozialisten". In dieser Zeitschrift veröffentlicht eine Reihe von Artikeln zu Fragen der aber auch kritische Anmerkungen zu politischen Themen den ökonomischen Auffassungen von Karl Marx und Eugen Dühring.

Im Oktober 1892 wird er gemeinsam mit Freunden aus Literatengruppe der "Jungen" die häufig auch im Unabhängiger Sozialisten" tätig waren Mitbegründer der Neuen Volksbühne.

Ende 1892 heiratet Gustav Landauer die Margarethe Leuschner.

Im Juli 1893 spaltet sich der "Verein Unabhängiger Sozialisten". ein führender Vertreter des anarchistischen Flügels des beendet Landauer im Juli desselben Jahres seine an der Zeitschrift "Sozialist" dessen letzte Nummer Januar 1895 erscheint.

Auf dem Internationalen Sozialistischen Arbeiterkongress der Internationale in Zürich tritt Landauer im August 1893 als Delegierter der Berliner Anarchisten für "anarchistischen Sozialismus" ein. Gegen die anarchistische Minderheit der Kongress an dem 411 Delegierte aus Ländern teilnehmen eine Resolution an die sich die Teilnahme an Wahlen und die politische in den Parlamenten ausspricht. Die Anarchisten werden aus der II. Internationale ausgeschlossen.

Im Oktober 1893 wird Landauer erstmals und wegen der "Aufforderung zum Ungehorsam gegen Staatsgewalt" zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt die Dezember auf neun Monate ausgedeht werden. Die verbüßt er im Gefängnis von Sorau.

1895 scheitert Landauer mit dem Versuch sich der Schweiz eine gesicherte Existenz aufzubauen. Er nach Berlin zurück wo er unter sehr materiellen Verhältnissen sein Leben in einem Kreis Künstlern Literaten Theaterleuten und Kritikern fortsetzt.

In Berlin gibt er unter dem "Sozialist - Anarchistische Monatsschrift" zwischen 1895 und erneut eine Zeitschrift heraus.

1899 trifft Landauer erstmals mit seiner späteren Frau der 1865 geborenen Lyrikerin und Sprachlehrerin Lachmann zusammen. Im September 1899 entscheiden sich für einen längeren gemeinsamen Aufenthalt in England dem Landauer ein enges freundschaftliches Verhältnis zu russischen Anarchisten Peter Kropotkin aufbaut. Hier wird auch die geinsame von H. Lachmann und G. Landauer Gundula 1902 kehren beide nach Berlin zurück.

1903 erreicht G. Landauer die Scheidung von ersten Frau um im gleichen Jahr H. zu heiraten. 1906 wird ihre zweite gemeinsame Tochter Brigitte

Von 1909 - 1915 gibt er in Berlin die Zeitschrift Sozialist" heraus die als Organ des 1908 G. Landauer gegründeten "Sozialistischen Bund" gilt. Zu ersten Mitgliedern zählen Erich Mühsam und Martin Buber . Als politische Organisation bleibt der Bund In dieser Zeit schreibt Landauer selbst 115 für die Zeitschrift zu Themen von Kunst und Philosophie aber auch zu Fragen der In dieser Zeitschrift veröffentlicht Landauer in größerem eigene Übersetzungen von Texten des französischen Philosophen anarchistischen Theoretikers Pierre-Joseph Proudhon . Eine Verschärfung der Zensur führt zur der Zeitschrift.

1914 läßt sich Landauer nicht von der mitreißen sondern bekämpft von anarchistischen und pazifistischen aus den Krieg vom ersten Tag an.

Die zunehmende materielle Not während des veranlassen G. Landauer und seine Familie Berlin verlassen und sich in der Nähe von in Krumbach anzusiedeln. Hier stirbt am 21. Februar 1918 Hedwig Lachmann an Lungenentzündung . Ihr Tod erschüttert Landauer tief.

In einem Brief vom 14. November 1918 lädt Kurt Eisner G. Landauer zur Teilnahme an der ein: "Was ich von Ihnen möchte ist Sie durch rednerische Betätigung an der Umbildung Seelen mitarbeiten". Landauer wird Beauftragter für Volksaufklärung der ersten Räterepublik des Freistaates Bayern unter Ministerpräsident Kurt Eisner .

Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Münchner Räterepublik durch Reichswehr und rechtsextreme Freikorpsverbände wird Landauer von konterrevolutionären Soldaten am 1. Mai 1919 in München verhaftet und einen Tag im Zuchthaus Stadelheim ermordet.

Nachdem die Nazis 1933 an die Macht gekommen waren zerstörten sein 1925 errichtetes Grabmal schickten seine sterblichen Überreste jüdischen Gemeinde von München und stellten ihr in Rechnung.

Zitat :

"Es gilt jetzt noch Opfer anderer Art bringen
nicht heroische sondern stille unscheinbare Opfer
um für das rechte Leben Beispiel zu
G. Landauer in "Aufruf zum Sozialismus"

Ausgewählte Schriften

  • 1893 Der Todesprediger Roman
  • 1903 Meister Eckharts mystische Schriften (übersetzt G. Landauer)
  • 1903 Macht und Mächte Erzählung
  • 1907 Die Revolution Essay
  • 1911 Aufruf zum Sozialismus

Literatur

  • Martin Buber (Hrsg.) Gustav Landauer - Lebensgang in Briefen 1929
  • Gustav Landauer Der werdende Mensch. Aufsätze Literatur Leipzig und Weimar 1980. - Aufsätze G. Landauer nebst einem Essay von Arnold sowie einer biographischen Skizze von G. Hendel diese wurde im o.g. Text Bezug genommen)

Weblinks

  • http://www.raete.de/ - Jenseits der Macht; die Gräber Landauer und Eisner



Bücher zum Thema Gustav Landauer

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Gustav_Landauer.html">Gustav Landauer </a>