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Gustav Radbruch


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Gustav Radbruch (* 21. November 1878 in Lübeck ; † 23. November 1949 in Heidelberg ) war ein deutscher Rechtsgelehrter und -politiker.

Leben

Radbruch studierte in München Leipzig und Berlin Rechtswissenschaft . Das erstes juristisches Staatsexamen legte er 1901 in Berlin ab. 1902 wurde er mit der Dissertation über Lehre von der adaequaten Verursachung" in Berlin promoviert . 1903 folgte die Habilitation zum strafrechtlichen Handlungsbegriff in Heidelberg . 1904 wurde er zum Professor für Strafrecht Prozessrecht und Rechtsphilosophie in Heidelberg ernannt. 1914 nahm er einen Ruf auf eine in Königsberg 1918 einen solchen nach Kiel an.

Radbruch war Mitglied der SPD . 1921 / 1922 und 1923 war er als Reichsjustizminister in den Kabinetten Joseph Wirth und Gustav Stresemann tätig.

1926 nahm er einen erneuten Ruf nach an. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 wurde Radbruch aus dem Staatsdienst entlassen. nach Ende des zweiten Weltkriegs 1945 nahm er seine Lehrtätigkeit wieder auf.

Radbruchs Rechtsphilosophie entstammt dem Neukantianismus der davon ausgeht dass eine kategoriale zwischen Sein und Sollen besteht. Aus einem kann nach dieser Auffassung niemals ein Sollen werden. Kennzeichnend für den Heidelberger Neukantianismus dem anhing war es dass er zwischen die Wissenschafen (Sein) und die philosophischen Wertlehren (Sollen) wertbezogenen Kulturwissenschaften einschiebt. Bezogen auf das Recht sich dieser Trialismus in den Teilbereichen Rechtssoziologie und Rechtsdogmatik. Die Rechtsdogmatik nimmt dabei eine ein. Gegenständlich richtet sie sich auf das positive Recht wie es sich in der sozialen darstellt und methodologisch auf den objektiv gesollten des Rechts der sich durch wertbezogenen Interpretation

Kernstücke der Rechtsphilosophie Radbruchs sind auch seine Lehren vom und von der Rechtsidee. Die Rechtsidee ist eine Trias von Gerechtigkeit Zweckmäßigkeit und Rechtssicherheit definiert. Radbruch läßt die Idee der Zweckmäßigkeit aus einer Analyse Idee der Gerechtigkeit hervorgehen. Auf dieser Vorstellung die Radbruchsche Formel die bis heute heftig diskutiert wird. Rechtsbegriff ist für Radbruch nichts anderes als Gegebenheit die den Sinn hat der Rechtsidee dienen."

Strittig aber letztlich wohl zu bejahen die Frage ob Radbruch vor 1933 Rechtspositivist und sich in seinem Denken unter dem des Nationalsozialismus eine "Kehre" vollzog.

Werke

  • Gesamtausgabe in 20 Bänden . Hrsg. von Arthur Kaufmann Bd. 1: I bearb. von A. Kaufmann Heidelberg 1987.
  • Einführung in die Rechtswissenschaft . Leipzig 1910; 11. Aufl. besorgt von Zweigert Stuttgart 1964.

Literatur

  • Schneider Hans-Peter: Gustav Radbruch (1878-1949) : Rechtsphilosoph zwischen Wissenschaft Politik in: Kritische Justiz (Hrsg.) Streitbare Juristen Eine andere Tradition Baden-Baden 1988 S. 295



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