Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 20. Januar 2020 

Gutsbezirk


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Gutsbezirke waren den Landgemeinden vergleichbare kommunale Einheiten.

Es bestand in ihnen allerdings keine Vielmehr wurden sie verwaltet vom Gutsversteher dem (Eigentümer) des Gutsbezirkes. Alle öffentlichen Rechte und trafen sich daher in seiner Person.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im landwirtschaftlich geprägten preußisch-norddeutschen Raum bestanden in hoher Zahl meist im ostelbischen Raum bis zu ihrer Auflösung im 1929.

Die kommunale Struktur des Landes war geprägt von dem Dualismus zwischen

  • Einzelhöfen auf denen der Adel seine Sitz („Rittergüter“: selbstständige Gutsbezirke) und
  • Dörfern in denen freie Bauern auf eigener zusammenwohnten.

Der herrschaftliche Grundbesitz des Rittergutes beruhte der Wehrverfassung und dem Lehnswesen der altdeutschen Danach wurden als Rittergüter die Landgüter bezeichnet Besitzer dem Landesherren zur Leistung von Ritterdiensten waren. Die „Ritterbürtigkeit“ stand fast ausschließlich dem zu. Dieser leistete Kriegsdienst der Bauer zahlte

Im übrigen war auch der Landesherr als bäuerlicher Grundbesitzer tätig indem er Staatsgüter „Domänen“ bewirtschaften ließ. Auch diese waren als organisiert.

Die Auflösung der Gutsbezirke 1929/1930


Am 1. Januar 1928 bestanden in neben etwa 1.000 Stadtgemeinden etwa 29.000 Landgemeinden fast 12.000 Gutsbezirke.

Um allen Einwohnern des preußischen Staates die Möglichkeit Vertretung ihrer Interessen auf kommunaler Ebene zu hatte das preußische Gesetz über die Regelung verschiedener Punkte des vom 27. Dezember 1927 in seinem 11 grundsätzlich die Aufhebung der Gutsbezirke vorgeschrieben.

Ab 30. September 1929 und zu Stichtagen sind danach zum größten Teil alle aufgelöst worden. Auf Grund von Vorschlägen der wurden sie benachbarten Landgemeinden eingegliedert oder selbst Landgemeinden umgewandelt.

Größere Forst- und Wasserflächen blieben aber als Gutsbezirk außerhalb der „normalen“ Kommunalstruktur da in ihnen ein Gemeindeleben nicht entfalten konnte Beispiel:

  • Gutsbezirk Usedom-Wolliner Haffanteil (Kreis Usedom-Wollin)
  • Gutsbezirk Ramucker Heide Anteil Kr. Allenstein Forst Allenstein).

Die VO über die Gutsbezirke und Grundstücke von 1938

Mit der Einführung der reichseinheitlichen Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 und der ergab sich die Notwendigkeit im gesamten deutschen eine einheitliche Regelung über die Gebiete zu treffen denen sich – bedingt durch die Wehrmacht kein Gemeindeleben entfalten konnte. Das waren im die Truppenübungsplätze.

Umwandlung bestehender Gutsbezirke

Die bestehenden preußischen Truppenübungsplätze wurden nach und nach in nach Reichs recht umgewandelt.

Neue oder geplante Gutsbezirke (Beispiele)

Preußen

  • Rheinprovinz: Luftwaffengutsbezirk Ahrbrück im den Landkreisen Ahrweiler und Mayen 1. April 1942
  • Provinz Oberschlesien: Luftwaffengutsbezirk Udetfeld im Landkreis Warthenau: vorbereitet aber nicht mehr durchgeführt
  • Provinz Ostpreußen: Heeresgutsbezirk Mielau in den Landkreisen Mielau Praschnitz und zum 1. Juli 1943.

außerpreußisches Reichsgebiet

  • Land Württemberg: Heeresgutsbezirk Münsingen im Landkreis Münsingen zum 1. Oktober
  • Reichsgau Wartheland im Landkreis Schieratz: Heeresgutsbezirk Schieratz in den Landkreisen Lask Schieratz und zum 1. Juli 1944
  • Reichsgau Niederdonau im Landkreis Zwettl: Heeresgutsbezirk Döllersheim Truppenübungsplatz zum 1. April 1941.

Generalgouvernement

  • Distrikt Radom: Heeresgutsbezirk Mitte Radom in der Kreishauptmannschaft Radom zum 1. 1943.

Heutige Rechtslage


In der Bundesrepublik Deutschland ist das wieder Landesrecht geworden. (Militärische) Gutsbezirke sind – ersichtlich – noch in den süddeutschen Ländern zum Beispiel der Gutsbezirk Münsingen in Landkreis Reutlingen .

Weblinks



Bücher zum Thema Gutsbezirk

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Gutsbezirk.html">Gutsbezirk </a>