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Hazrat Inayat Khan


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Hazrat Inayat Khan (* 1843 in Panjab † 5. Februar 1927 in Neu Delhi ) ist der Gründer des " Sufi Order International " und " International Sufi Movement ". Zudem gilt er als Wegbereiter zahlreicher Organisationen in Europa und den USA die unter dem Dachverband " Federation of the Sufi Message " agieren.

Inhaltsverzeichnis

Religionsgeschichtliche Zeitumstände

Hazrat Inayat Khan wurde in eine im westindischen Gudscharat angesiedelten Familie geboren die dem indischen Orden (Chishtiyya) zuzurechnen ist. Die Chishti-Tradition zeigt für Khans Lehre und Praxis vor allem der Betonung von Musikveranstaltungen als wichtiges religiöses der ethischen Ausrichtung auf Pazifismus und Gewaltlosigkeit der Tendenz zum Synkretismus prägend. Da der später in den von Khan gegründete Orden an Amerikaner und und deren ganz speziellen Bedürfnissen adressiert war somit aus den sozialen und historischen Rahmenbedingungen Chishtiyya enthoben war und ist lässt sich Sufi Order International als Neugründung begreifen die nur schwer der Chishti-Tradition zu verorten ist.

Leben

Inayat Khans Vater Rahmat Khan (1843-1910) einer im Panjab ansässigen alten sunnitischen Sufi-Familie bedeutsame Heilige Poeten Musiker und Landbesitzer hervorgebracht soll. Auch mütterlicherseits (Mutter: Khadidja Bibi 1868-1902) sich ein berühmter Vorfahre Khans nachweisen: Der Indien bekannte Musikvirtuose und Dichter Maula Bakhsh. Großvater Maula Bakhsh ließ sich nach langen durch Indien schließlich im damalig sehr fortschrittlichen Baroda nieder. Dort lernte er Rahmat Khan Vater kennen. Es entwickelte sich schnell ein freundschaftliches Verhältnis das schließlich zu einer Vermählung Maula Bakhshs Tochter und Rahmat Khan führte. gesamte Familie errang innerhalb weniger Jahre hohes Ansehen und beeinflusste die kulturelle aber vor musikalische Entwicklung der Region. Zu nennen sind Bakhshs Leistungen als Direktor der Gayanshala Musikakademie von ihm in Baroda gegründet wurde oder Arbeit an einem einheitlichen Notensystem welches die und die südliche Tradition vereinen sollte. Maula war als musikalische Autorität hoch geschätzt und seine interreligiöse Toleranz und Offenheit bekannt. Sein war “a temple of talent” in dem aller Religionen und Kasten musizierten und diskutierten.

Kindheit und Jugend

Wie schon erwähnt wurde Inayat Khan ein familiäres Umfeld geboren welches durch den seines Großvater (1833—1896) der mit 15 Jahren Chishtiyya übertrat geprägt war. Zwei Aspekte standen im Mittelpunkt des familiären Lebens: Zum einen Musik zum anderen eine zwar undogmatische und aber dennoch tief religiöse Frömmigkeit. Dabei war Musik wichtigster Ausdruck von Religiosität und zugleich für religiöse Wahrheit. Musik zu reinen Unterhaltungszwecken für Maula Bakhsh eine Degeneration einer hohen Kunstform dar. Maula Bakhsh hatte bis zu Tode 1896 einen großen Einfluss auf die Inayat Khans. Ihre Beziehung zeugte von gegenseitigem und Freundschaft. Der junge Inayat Khan betrachtete Großvater als Ideal eines Menschen. Er lernte ihm viel über andere Religionen und Weltanschauungen. interessierte er sich sehr für den Hinduismus wurde in seiner Erziehung darauf großen Wert dass der Glaube an Allah im Mittelpunkt der täglichen Religionsausübung steht. sehnte sich schon in seiner Kindheit nach den er in seiner Umgebung in seinen und Bekannten und schließlich in sich selbst finden glaubte. Zudem entwickelte er ein Bewusstsein die Liebesmystik der Chishtiyya welche er als Thema seiner Lehre später theoretisch weiterentickelte. Trotz Intelligenz – er soll relativ mühelos Sanskrit Hindi das Marathi der Hindugelehrten seine Muttersprache Urdu und das parsische Gujarati gelernt haben mochte er die Schule nicht. Auf der in Baroda in der er seine Schulzeit herrschten stark autoritäre Lehrmethoden vor mit denen große Schwierigkeiten zu haben schien. Andererseits widmete Themen seines Interesses die volle Aufmerksamkeit. Er dabei viel Energie und vollbracht aus Sicht Umfeldes außergewöhnliche Leistungen. Zum Beispiel veröffentlichte er mit 14 Jahren sein erstes musiktheoretisches Buch sangit mala und wurde schon mit 20 vollwertiger Professor an der Musikakademie von Baroda. lässt sich konstatieren dass die Musik für der Zugang für spirituelle Erfahrung und Erkenntnis

Reisen durch Indien

Der Tod Maula Bakhsh 1896 bedeutete Inayat Khan den Verlust seines Freundes und Lehrers den er nur schwer verkraftete. Ein sollte ihm psychische Entlastung bringen und so er seinen Vater mit 14 Jahren zum Bhim Shamsher nach Nepal begleiten. Dies war nur der Anfang weiteren sieben Reisen auf denen er den indischen Kontinent kennen lernte. Nach seiner ersten Reise kehrte er mit seinem Vater 1897 Baroda zurück. Nachdem drei Jahre später sein Jahre jüngerer Bruder Karemat Khan und fünf später seine Mutter verstarb begann Inayat Khan zu reisen. Zunächst führte ihn sein Weg nach Madras und Mysore wo er musikalischen Erfolg großes Ansehen errang. Er kehrte dann für ein Jahr in seine Heimatstadt zurück wo eine Anthologie seiner Gedichten und Lieder Sayaji die in verschiedenen indischen Regionalsprachen erschien veröffentlichte. wichtiger Grund für seine Rückkehr war zudem Vorbereitungen für eine zweite arrangierte Ehe. Ein Freund der Familie bot seine Schwester für Eheschließung an jedoch musste Inayats Vater diesen zurückweisen da die Familie des Freundes aus der Schia angehörten. Später heiratete er dann eine Frau. Den Höhepunkt seiner musikalischen Karriere errang in Hyderabad (von ca. 1903-1908) wo es ihm in wichtigen politischen und künstlerischen Kreisen Fuß fassen. Hier wurde er als musikalische Autorität zunehmend auch als außergewöhnliche religiöse Erscheinung geschätzt. musikalischen Karriere kam zu Gute dass Hyderabad ehemals ein Zentrum moguler Herrschaft und auch am Anfang des 20. Jahrhunderts eine und einflussreiche Metropole Indiens für Kunst und war. Daher ist es verständlich dass sich der Einladung bei Hofe der Bekanntheitsgrad Khans ganzen Land erhöhte. In den ersten sechs seiner Anwesenheit in Hyderabad schrieb er sein letztes 300 Seiten musiktheoretisches Buch (Minqar-i Musiqar) indem er das System seines Großvaters in Urdu zusammenfasste.

Inayat Khan als religiöser Schüler

Bisher hatte sich Inayat noch keinem Führer und Lehrer anvertraut. Jedoch merkte er eine solche Führung notwendig ist. Er hatte Hyderabad eine Vision nach der er sich die Suche nach einem geistigen Führer begab. Khan lernte im Hause eines Freundes Sayyid Hashim Madani - ein damals bedeutsamer chishti - kennen der ihm schon bei ihrer Zusammenkunft die Initiation erteilte. Obwohl er Inayat sehr schätzte schonte er ihn in seiner nicht und unterzog ihn anfangs anstrengende Tests seinen Mut seine Widerstandskraft seinen Glauben und körperliche und geistige Selbstbeherrschung prüfen sollten. Dies erschütterte Inayats starkes Vertrauen in seinen Lehrer denn er war es seit frühester Kindheit sich auf die genannten Gesichtpunkte hin durch und anderer körperlichen Askese zu prüfen. Er bis zum Tod Maulana Khair-ul-Mubin 1908 in Hyderabad . In jener Zeit schrieb er zu seines Lehrers eine große Zahl von Gedichten denen einige erhalten geblieben sind. Dann begab Inayat Khan auf eine zweijährige Pilgerschaft durch um zum einen zahlreiche Musikveranstaltungen abzuhalten zum mit Geistlichen der Chishtiyya zusammenzutreffen. Seiner Hagiografie nach zu urteilen erreichte Inayat in Kalkutta seinen musikalische und spirituelle Vervollkommnung. Am September 1910 verließ er sein Heimatland Indien in die Vereinigten Staaten von Amerika auszuwandern und dort seine Musik und Lehre bekannt zu machen.

Inayat Khans Mission in den USA und

Auf seinem Weg in den Westen er von seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Khan und seinem Cousin und lebenslangen Gefährten Ali Khan begleitet. Beide gaben eine vielversprechende in Indien auf um Inayat als Schüler zu sein. Sechs Monate nachdem sie in USA (New York) eingereist waren folgte der Bruder Inayat Khans Musharaff nach. Zunächst konnten Khan und seine Gefährten ihre Sufi-Botschaft noch effektiv verbreiten. Sie waren schlichtweg zu unbekannt exotisch als dass sich ein größeres Publikum ihre Weltanschauung interessierte. Als sie 1910 einwanderten sie mit zu den Personen der ersten aus dem indo-pakistanischen Raum. Bevor 1917 der Act” verabschiedet wurde war die Einwanderung vom Subkontinent uneingeschränkt möglich. Der latente und offene unter dem auch die indischen Musiker alltäglich leiden hatten manifestierte sich auf höchster Ebene als der “Supreme Court” Indern die Einbürgerung einigen Ausnahmen abgesehen mit der Begründung verweigerte die amerikanische Öffentlichkeit Personen indischer Herkunft nicht “Weiße” anerkennen würden. Um also bekannter zu und natürlich um sich eine finanzielle Existenzgrundlage verschaffen gab Inayat Khan und seine Schüler eine große Zahl von Konzerten. Zwar ergaben aus dieser Tätigkeit erste Kontakte jedoch behoben die Konzerte und musiktheoretischen Vorträge nur unzureichend finanzielle Notlage und zweitens war das Interesse Menschen für den Sufismus noch zu wenig ausgeprägt um wirklich funktionierendes Netzwerk aufzubauen. Trotz der Schwierigkeiten vermochte Inayat Khan eine kleine Schar von Schülern sich zu sammeln. Zu den ersten westlichen gehörte Ada Martin (1871-1927) die später als "Lehrerin" die Geschäfte der Sufi-Bewegung in den leitete. Laut ihrer eigenen Autobiografie hatte sie ein Jahr vor ihrer Begegnung eine starke von Inayat Khan. Unter seinen ersten Muriden auch seine zukünftige Gemahlin Ora Ray Baker Amina Begum 1892-1927) die er 1912 in heiratete. Sie hatten zusammen vier Kinder: Die Söhne Vilayat (geb. 1916) Hidayat (geb. 1917) zwei Töchter Noorunnisa (1914-1944) und Khairunnisa (geb. Nach einem kurzen und auch nicht sehr Aufenthalt in England siedelte er mit seiner nach Paris über wo er auf ein Resonanz hoffte. Diese Erwartung wurde in der erfüllt. Zudem hatte Inayat Khan in Frankreich Begegnungen mit musikalischen Größen der Zeit wie Beispiel mit dem französischen Komponisten Claude Debussy . Außerdem unternahm er von Frankreich aus Reisen so zum Beispiel nach Russland wo er an das kaiserliche Musikkonservatorium wurde. Zu Beginn des 1. Weltkrieges 1914 sich Inayat Khan erneut nach London zurück er dann während der Kriegsjahre verweilte. Auch Zeit gestaltete sich für Inayat Khan und Gefolgsleute schwierig. Der Krieg beherrschte die Gedanken Menschen und nur wenige wollten sich mit pazifistischen Lehre Inayat Khans befassen. Trotzdem vollzog eine stetige Missionierung und immer mehr Schüler sich ihm an. Auch das Ordensleben gewann Kontur: So wurde zum Beispiel ein universeller ausgestaltet und es erschienen erste Publikationen die “Sprachrohr” der Sufi-Bewegung dienten. Zudem nutzte Inayat diese Zeit um die Psychologie der Menschen studieren damit er sich noch besser an Verhältnisse und Bedingungen anpassen konnte. 1920 zog mit seine Familie zurück nach Paris. Inayat Wunsch war es nach Genf überzusiedeln um ein Hauptquartier der internationalen Sufi-Bewegung zu gründen. Frau Amina Begum wollte aber in Paris Dennoch gründete er in Genf das Hauptquartier Sufi-Bewegung und setzte seine Schülerin Miss Goodenough Generalsekretärin ein. Er pendelte seitdem zwischen seinem Suresnes einem Vorort von Paris und der Schweiz hin und her. Je größer der wurde desto größer wurden Inayat Khans Verpflichtungen. musste er neben der Initiation und Unterrichtung Schüler das Geben von Konzerten Vorträgen und auch die sich in den einzelnen europäischen gründenden nationalen Gruppen betreuen. Aufgrund der zahlreichen konnte er meist nur in den Sommermonaten Frankreich verweilen. Diese wollte er anfangs zur Versenkung und Einkehr nutzen jedoch hinderte ihn das Bedürfnis seiner Schüler nach individueller Betreuung die eingerichtete Summer School an der Verrichtung Praktiken. Die Summer School welche sich zwischen und 1926 jedes Jahr erst in Wissous Paris) in Katwijk (Niederlande) und letztlich in konstituierte war schon bald die beliebteste Einrichtung Sufi-Gemeinschaft und Inayat Khans wichtigste Möglichkeit seine zu unterrichten. Aufgrund seiner vielseitigen und in Tätigkeiten musste er selbst das Musizieren aufgeben. Oktober 1926 reiste Inayat Khan nur begleitet seinem persönlichen Referenten erstmals seit 16 Jahren nach Indien . Längst hatte sich seine erfolgreiche Tätigkeit und als er Anfang November in Neu Delhi eintraf musste er die Tätigkeit die in Europa abgebrochen hatte wieder aufnehmen und und Einführungen in den Sufismus geben. Die Inanspruchnahme schien ihn sehr zu schwächen denn der Rückkehr einer kurzen Reise zur Grabstätte Khwadja Muin al-Din Chishti erkrankte er an Grippe der er am 5. Februar 1927 Tilak Lodge (Neu Delhi) erlag.

Werke

  • Aus einem Rosengarten Indiens Zürich 1925
  • Die Einheit religiöser Ideale den Haag o.J.
  • Es war einmal ... Erinnerungen aus frühen an meine geliebten Eltern Heilbronn 1999

Literatur

  • de Jong-Keesing Elisabeth: Inayat Khan. A Biography . East-West Publications London Den Haag 1974
  • Rawlinson Andres: The Book of Enlightened Masters. Western Teachers Eastern Traditions . Open Court Chicago 1997
  • Witteveen Hendrikus J.: Universaler Sufismus. Die Sufi-Botschaft von Hazrat Inayat . Verlag Heilbronn Heilbronn 1998

Weblinks



Bücher zum Thema Hazrat Inayat Khan

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