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Henry Morton Stanley


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Sir Henry Morton Stanley (* 29. Januar 1841 als John Rowlands in Denbigh Clwyd Wales ; † 10. Mai 1904 ) war Journalist Afrikaforscher und Buchautor.

Beschreibung

Inhaltsverzeichnis

Kindheit 1841 - 56

Das Geburtsregister vermeldet "John Rowlands Bastard" und unter dieser unehelichen Geburt litt er Die Mutter Betsy Parry arbeitete als Hausmädchen. sollte noch vier weitere uneheliche Kinder bekommen. sein Vater ist hat sie ihm nie Es gibt Spekulationen es könne John Rowlands sein ein stadtbekannter Trinker oder ein verheirateter namens James Vaughan Home.

Die Mutter ließ ihr Kind zunächst der Obhut des Großvaters. Bei dessen Tod Rowlands war fünf Jahre alt gaben ihn Onkel zunächst zur Pflege in eine Familie später als sie das Pflegegeld nicht mehr wollten in ein Arbeitshaus St. Asaph's Union

Im Jahr 1847 als auch John Rowlands einzog stellte Untersuchung fest dass die männlichen erwachsenen Bewohner Hauses "allen möglichen Lastern anhingen". Der Leiter Alkoholiker nahm sich gegenüber den Bewohnerinnen alle heraus. Die Kinder teilten zu zweit die und wenn sie nicht von Erwachsenen mißbraucht dann quälten die Älteren die Jüngeren auch John Rowlands jedenfalls behielt eine Furcht vor Nähe und Sexualität zurück.

Seine Schulbildung immerhin verdankt er dem Er war ein guter Schüler besonders an interessiert und erhielt für seine guten Leistungen Bibel mit Widmung des Bischofs.

Seine Mutter sah John nur einmal dieser Zeit als er etwa neun war brachte sie zwei weitere Kinder nach St.

Amerika 1856 - 61

Mit 15 verließ er das Arbeitshaus - anders als er es selbst darstellt. arbeitete in verschiedenen Stellungen als Tagelöhner und schließlich mit 17 auf der Windermere an einem Schiff das nach New Orleans segelte.

Dort angekommen suchte er Arbeit und sich einem Baumwollhändler vor den er mit Preisbibel beeindrucken konnte. Sein Name: Henry Hope

Rowlands Schilderungen dieser Zeit - und nicht nur dieser - weichen von der ab. Er schreibt er habe bei den gewohnt sei adoptiert worden habe sie auf begleitet. Doch leider sei erst die Frau dann ganz plötzlich auch der Mann 1861 Nach dem Melderegister der Stadt New Orleans der ältere Stanley erst 1878 siebzehn Jahre Er und seine Frau hatten zwar zwei adoptiert doch beide waren Mädchen. Sein junger Rowlands hatte auch nie bei ihm gewohnt schließlich zerstritten sich die beiden dergestalt dass den Kontakt abbrachen.

Soldat und Schreiber 1861 - 67

1861 trat der junge Mann der Henry Stanley nannte - Morton fügte er hinzu - der Armee der Konföderierten bei im Amerikanischen Bürgerkrieg zu kämpfen. Im April 1862 wurde er bei der Schlacht von in Arkansas gefangengenommen und in ein Kriegsgefangenenlager Chicago gebracht. Wer überlief zu den Unionierten durfte das Lager verlassen. Da Typhus umging Stanley über. In der Armee der Nordstaaten er bald krank und ausgemustert. Er heuerte verschiedenen Schiffen der Handelsmarine an und schließlich wieder bei der unionierten Kriegsmarine. Wegen seiner Handschrift machte man ihn zum Schiffsschreiber auf Minnesota . 1865 desertierte er kurz vor Kriegsende schlug sich nach St. Louis durch wo er einen Vertrag als Korrespondent einer Lokalzeitung bekam. Er schrieb Berichte dem Wilden Westen: Denver Salt Lake City San Francisco . Im Tross von Generalmajor Winfield Scott nahm er an den Indianerkriegen teil. Obwohl das Jahr seiner Berichterstattung Friedensverhandlungen geprägt war schrieb er über die Schlachten die sein Verleger erwartete. Damit erweckte das Interesse von James Gordon Bennet Jr. Herausgeber des New York Herald einer Boulevardzeitung .

New York Herald 1867 - 1878

Bennet erkannte Stanleys Talent und schickte als Kriegsberichterstatter nach Abessinien um von den dortigen Unruhen zu Stanley bestach auf der Durchreise in Ägypten den Cheftelegrafen und stellte so sicher seine Berichte von der Front zuerst telegrafiert auch wenn andere Berichte vorher eintrafen. Das war mit ihm. Ausgerechnet am Tag nach einzigen wichtigen Schlacht riss das Telegrafenkabel nach Malta unmittelbar nachdem Stanleys Bericht als einziger worden war. Sein Verleger war begeistert.

Der Herald machte ihn zum festangestellten und schickte ihn in der Folgezeit u. nach Spanien um vom dortigen Bürgerkrieg zu bei dem Königin Isabella II. ihren Thron verlor. In Madrid so will es Stanleys eigene Legende ihn am 16. Oktober 1869 ein Telegramm seines Verlegers das ihn nach Paris beorderte. Dort erteilte ihm Bennet den "Finden Sie Livingstone!"

Afrika

Rot: Expedition 1871/72; Grün: Expedition 1874-77; Blau: 1888/89

Die Suche nach Livingstone 1870/71

Vom schottischen Missionar und Afrikaforscher David Livingstone einem ausgebildeten Arzt der im Auftrag London Missionary Society unterwegs war gab es seinem Aufbruch 1866 kein Lebenszeichen mehr. Obwohl Stanley die später sehr dramatisch darstellte brach er erst ganzes Jahr später auf. Zwischendurch berichtete er seine Zeitung noch von der Eröffnung des Suezkanals von Ausgrabungen in Jerusalem und schließlich aus Konstantinopel . Erst 1870 brach er von Bombay aus auf Livingstone zu finden. Wie es im Abessinienkrieg gelernt hatte brach er einem riesigen Tross auf 190 Männer nur weitere Briten die übrigen afrikanische Träger. Er sich vom Osten her Richtung Zentralafrika und am 10. November 1871 in Ujiji in der Näche des Sees einem Europäer. "Doctor Livingstone I presume?" "Doktor Livingstone nehme ich an" soll er haben. Da Stanleys europäische Begleiter die Reise überlebten die Afrikaner nie befragt wurden und bis zu seinem Tod ein Jahr später aufschrieb liegt nur Stanleys Bericht vor.

Die beiden Männer waren sehr verschieden der Missionar Livingstone der Afrika und die liebte ihre Sprachen lernte und keinen Profit seinen Reisen zog. Dort Stanley der ehrlich das Land vom ganzen Herzen zu verabscheuen. Bücher über Afrika heissen denn auch "Durch dunklen Kontinent" oder "Im dunkelsten Afrika" und war in Stanleys Augen nicht nur die der Bewohner.

Zurück in London 1872

Während Stanley in Afrika war schrieb seiner Verlobten Katie Gough-Roberts einer jungen Frau seiner Heimatstadt Denbigh viele Briefe die er von Häfen aus auch schickt. In einem er seine wahre Herkunft uneheliche Geburt und Kindheit. Leider musste er nach seiner Rückkehr dass sie in der Zwischenzeit einen anderen hatte. Stanley der Zeit seines Lebens Angst seine Herkunft könne bekannt werden versuchte diese wieder an sich zu bringen doch vergebens.

Die Royal Geographical Society empfing Stanley Hochmut denn auch sie hatte eine Expedition Livingstone zu finden doch zu spät. Die der Briefe die er von Livingstone mitgebracht wurde angezweifelt und Queen Victoria empfing ihn zwar urteilt danach aber sei ein "gräßlicher kleiner Mann".

Zweite Afrikaexpedition 1874-77

Ziel der zweiten Expedition war es woher der Nil kommt. Livingstone dachte der Lualaba sei Quelle des Nils während der Brite John Speke dachte der Nil entspringe am Nordufer Viktoriasees . Doch Stanley wollte außerdem beweisen dass erste Reise kein Zufallstreffer war. Er zog nur mit 359 Mann los sondern hatte Schiff dabei die Lady Alice in Einzelteile Das Schiff war nach seiner Verlobten Alice benannt nach der er noch einige geographische benennen sollte etwa Alice Island und Alice Doch nach seiner Rückkehr musste er (wieder feststellen dass die Verlobte unterdessen einen anderen Eisenbahnbesitzer aus Ohio geheiratet hatte.

Nach nur drei Monaten waren bereits Männer gestorben - teils von feindseligen Stämmen teils durch Krankheiten teils von Stanley in Tod getrieben worden. Stanley der selbst die gewechselt hatte und desertiert war kannte keine gegenüber Deserteuren. Sie erwartet die Nilpferdpeitsche oder wurden in die Sümpfe getrieben.

Seine Expedition dauerte fast 1000 Tage. legte etwa 11.000 Kilometer zurück. Von seinen Gefährten überlebte wieder keiner. Bei seiner Ankunft Boma an der Kongomündung war Stanley 36 alt doch durch die Strapatzen ausgemergelt und weisshaarig. Er schrieb erste Artikel nach seiner nach England hielt er Vorträge und schrieb

Er wollte die englische Flagge über und dem Kongo wehen sehen doch im Königreich ging niemand auf seine Ideen ein.

Leopold II. 1878 - 1890: Kongo

Leopold II. von Belgien jedoch las seine Berichte Der junge Monarch war hungrig nach Kolonien. Versuche welche zu erlangen waren bereits fehlgeschlagen. hatte zunächst eine philanthropische Gesellschaft zur Erforschung Kongo gegründet. Im September 1876 veranstaltete er große geographische Konferenz in Brüssel bei der um die Erforschung des Kongos ging.

Am. 10. Juni 1878 traf er Stanley und die beiden einen Handel ein. Stanley sollte den Kongo Leopold erwerben Leopold würde dafür sorgen dass alles in Ordnung kam. Sie schlossen einen ab. Stanley erhielt Geld von Leopold musste zusätzliche Mittel zur Finanzierung seiner Expeditionen einwerben heisst das heute. Er ging auf Vortragsreise konnte sogar Missionsgesellschaften dazu bringen Geld zu

Fünf Jahre lang war Stanley offiziell Mann im Kongo. Er baute eine Straße der Kongomündung bis zum Stanley Pool (heute Pool Malebo ) von wo aus der Kongo schiffbar Kleine Dampfschiffe wurden stückweise nach dort geschafft am Pool zusammengebaut. Stanley gründete eine Stadt er nach seinem Gönner Leopoldville nannte (heute Kinshasa ). An 1500 Kilometern Flusslauf entlang werden Stationen geplant und gebaut. All dies so es nach außen dargestellt im Dienste der und im Kampf gegen die Sklaverei.

Stanley sammelte unterdessen Kaufverträge für das rund um den Fluss. Die Stammesfürsten und die die Papiere in der ihnen unbekannten unterschreiben wissen wohl nicht was sie tun. haben zuvor schon die Eroberer Mexikos getan. Eine Klausel der Verträge besagte nicht nur der Boden sondern auch die der Bewohner in den Besitz von Leopold

Trotz aller dieser Aktivitäten konnten Stanley Leopold zunächst ihren guten Ruf erhalten. 1884 Stanley an der internationalen Kongo-Konferenz teil die Otto von Bismarck in Berlin veranstaltete. Der Kongo wurde als persönlicher Besitz zugesprochen damit er ihn

Offiziell trennten sich die Wege von und Stanley nach fünf Jahren doch heimlich Stanley weiter auf der Gehaltsliste des Königs.

1889 fand in Brüssel eine große Konferenz gegen die Sklaverei Sklavenhändler waren traditionell arabische Kaufleute die Konferenz also für die europäischen Teilnehmer kein Problem Leopold ließ Stanley auf dieser Konferenz auftreten seine Position auf der Konferenz zu festigen gleichzeitig dem belgischen Parlament einen Kredit von Millionen Franken zu entlocken.

Exkurs - Die Ausbeutung des Kongos

Stanleys Wirken hatte es ermöglicht dass Privatperson - Leopold II. - der Besitzer 2 5 Millionen Quadratkilometern Land sowie der der Einwohner war. Dies wollte ausgenutzt werden. wurde nur Elfenbein nach Europa verschifft. Doch gab - außer den später entdeckten Bodenschätzen noch etwas im Kongo: Gummi. 1844 hatte amerikanische Chemiker Charles Goodyear die Vulkanisierung des Kautschuks patentieren lassen. erfand John Boyd Dunlop den Gummireifen. Er war ein riesiger Wenn man sich die gepflasterten Straßen der und die Schlaglöcher auf den Landstraßen vorstellt man ermessen warum. Diese Erfindungen führten zu riesigen Nachfrage nach Gummi. Die Truppen des pressten Gummirohstoff aus den Bewohnern des Kongo. wurden überfallen und die Bewohner erhielten den eine bestimmte Menge Gummi zu sammeln sonst das ganze Dorf niedergebrannt. Wer zu fliehen wurde erschossen. Als Beweis für den Verbrauch Gewehrkugeln mussten die Truppen für jede verbrauchte die Hand des Opfers vorlegen. Die Hände deshalb auch Lebenden abgehackt irgendwie musste man verbrauchte Kugeln erklären.

Emin Pascha 1886

Unterdessen nahm Stanley aber auch andere an. Im Sudan der unter ägyptisch-britischer Herrschaft entführten muslimische Rebellen die Mahdits den Generalgouverneur. Gouverneur Emin Pascha eigentlich Eduard Schnitzer ein aus Oppeln (Schlesien) musste erfahren dass die Briten sich mehr um jeden Winkel ihres Weltreichs kümmern Er schrieb einen Brief an die Times in dem er um Hilfe bat. forderten die Mahdits dass Queen Viktoria in Sudan kommen und zum Islam konvertieren solle. zusammen führte dazu dass sich rasch eine Summe Geldes fand für denjenigen der Emin befreien würde. Stanley wurde beauftragt die Expedition leiten. Er musste Leopold bitten ihn von Verpflichtungen ihm gegenüber zu entbinden was dieser der Bedingung tat dass Stanley nicht den Weg nahm sondern durch einen noch unbekannten des Kongo reisen musste. Außerdem sollte er Pascha überreden als Gouverneur zu bleiben sich dem Kongo zu unterstellen.

Stanley bereitete die Reise gut vor Aspekte muten geradezu skuril an. Die mitreisenden mussten sich verpflichten keine Bücher über die zu veröffentlichen. Das Dampfschiff das die Gruppe dem Unterlauf des Kongo transportierte hatte die des Yachtklubs von New York gehisst auf des Verlegers James Gordon Bennet. Die Truppe 389 Mann war stark dezimiert als sie Pascha schließlich gegenüber stand. Dieser trug wie selbst notierte eine blütenweisse frisch gebügelte Uniform man fragt sich wer da wen gerettet zumal die Vorräte der "Befreier" erschöpft waren.

Stanley konnte Emin Pascha mit knapper überreden mit ihm zu kommen aber diesmal der kürzeren Route Richtung Osten. Zu Stanleys konnte er ihn nicht überreden in die Leopolds zu treten er entschloss sich für Deutschen zu arbeiten.

Heirat und Rückzug 1890 -1904

Am 12. Juli 1890 heiratete Stanley die Gesellschaftsmalerin Dorothy Tennant. hatte ihn einige Jahre zuvor verschmäht doch der Rettung Emin Paschas begonnen ihm Briefe schreiben. Mehrere Biographien Stanleys darunter Frank McLynn davon aus dass die Ehe nie vollzogen Es gefiel Stanley jedoch nicht mehr allein sein. Er reiste nur noch in "zivilisierte wo er Vorträge hielt und seine Bücher 1899 wurde er zum Sir ernannt.

Die Nachrichten von den Gräueltaten im erreichten jedoch unterdessen England. Edmund Dene Morel junger Mann der im Transportgewerbe arbeitete hatte den neunziger Jahren festgestellt dass Schiffe aus Kongo eine Menge Waren brachten vor allem und Gummi aber dass auf dem Rückweg Munition transportiert wurde. Er startete die wohl Menschenrechtskampagne der Geschichte gab einen regelmäßigen Rundbrief und korrespondierte mit Missionaren und Kongoreisenden u. dem Schriftsteller Joseph Conrad die ihn mit Informationen versorgten.

Als Stanley am 10. Mai 1904 starb war die Stimmung umgeschlagen. Der of Westminster Joseph Robinson verweigerte ein Begräbnis der Westminster Abtei.

  

Literarische Verweise

Eigene Werke

  • The Autobiographie of Sir Henry Morton Stanley: Making of a 19th Century Explorer ISBN:
  • In Darkest Africa: Or the Quest Rescue Retreat of Emin Governor of Equatoria ISBN:
  • Through the dark continent
  • My Early Travels and Adventures in America Asia ISBN: 0715630857
  • How I found Livingstone

in deutscher Sprache:

  • Wie ich Livingstone fand

Sekundärliteratur

  • Adam Hochschild: "King Leopold's Ghost" ISBN 0-333-76544-3
  • Joachim Fritz-Vannahme: "Feder und Peitsche" in "Die 19/2004 - Zeitläufte
  • Frank McLynn: Stanley: The Making of an Explorer

Weblinks

  1. [1] Seite zur Geschichte der Gumminutzung - ausführlichen Erläuterungen zum Kongo.
  2. [2] deutschsprachige Seite zum Kongo

Siehe auch: Liste europäischer Afrikaforscher



Bücher zum Thema Henry Morton Stanley

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