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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 17. Juli 2019 

Herzinsuffizienz


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) wird eine unzureichende Pumpfunktion des Herzens bezeichnet.

Hinweis Gesundheitsthemen

Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Definitionen Herzinsuffizienz.

Theoretische Definition

Eine Herzinsuffizienz liegt dann vor wenn Minutenvolumen (die Pumpleistung = Liter / Minute ) in Ruhe oder Belastung so gesenkt wird dass Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Dies kann verursacht werden eine Druckbelastung eine Volumenbelastung eine Abnahme der Muskelmasse oder eine Abnahme der Kontraktilität.

Pathophysiologisch

Eine Herzinsuffizienz liegt dann vor wenn Herz ein ausreichendes Schlagvolumen für die Versorgung Körpers nicht mehr oder nur noch unter intrakardialen Druck bereitstellen kann.

Anamnestisch

Eine Herzinsuffizienz liegt dann vor wenn Patient eine Herzerkrankung durchgemacht hat (z. B. langjährigen RR ein rheumatisches Fieber eine Herzmuskelentzündung einen angeborenen Herzfehler ) und jetzt über eine geringe schwerere komplette Einschränkung seiner körperlichen Aktivität klagt.

Klinisch

Eine Herzinsuffizienz liegt dann vor wenn der klinischen Untersuchung eine Luftnot mit Tachypnoe oder Orthopnoe in Ruhe Belastung symmetrische feuchte Rasselgeräusche über der Lunge symmetrische Ödeme der abhängigen Körperpartien stark erniedrigte RR stark erhöhte oder erniedrigte Herzfrequenzen aus kardialer vorliegen.

per Ausschluss

Eine Herzinsuffizienz liegt vor wenn ein über Luftnot oder Ödeme klagt und keine folgenden Krankheiten vorliegt die die Symptome erklären eine Adipositas eine Anämie eine Nierenerkrankung eine Lebererkrankung eine Lungenerkrankung eine sonstige nichtkardiale schwere Erkrankung.

Echokardiografisch

Eine Herzinsuffizienz liegt vor wenn eine Vergrößerung einer oder mehrerer Herzhöhlen eine schwerer eine Verminderung der Auswurffraktion ein ausgedehnter regionaler oder ein größerer Perikarderguss nachweisbar ist.

Invasiv

Wenn sich in Ruhe oder Belastung Minderung des Cardiac Output eine Erhöhung des PA oder PC Erniedrigung der Auswurffraktion erkennen lässt.

Ergometrisch

Wenn auf Grund einer Herzerkrankung die Arbeitskapazität dem Alter und Geschlechtsnormalwert nicht mehr entspricht.

Therapeutisch

Wenn sich durch den Einsatz eines Diuretikums eine erhebliche Diurese auslösen lässt das Gewicht mehr als 3 kg absinkt und sich die klinischen Beschwerden Luftnot und Ödeme bessern.

laborchemisch

Eine weitverbreitete einfache Labordiagnose der Herzinsuffizienz sich bis jetzt noch nicht durchgesetzt. Am korreliert noch der Noradrenalinspiegel mit dem Schweregrad der Herzinsuffizienz. Ein Kandidat ist das BNP = B -Type peptide BNP.

      • Korreliert mit den NYHA Klassen und dem
      • ermöglicht Therapiekontrolle? und Risikoabschätzung?
      • ermöglicht eine Differenzierung bei Dyspnoe kardial oder pulmonal

histologisch

Eine einheitliche pathologisch -anantomische morphologische Definition der Herzinsuffizienz gibt es nicht h. die Herzinsuffizienz ist nur selten durch Myokardbiopsie zu diagnostizieren .

Einteilung

Der Schweregrad der Herzinsuffizienz wird üblicherweise den Richtlinien der New York Heart Association wie folgt eingeteilt:

Stadium I

Patienten leiden an einer Herzkrankheit welche Ihre physische Aktivität nicht eingeschränkt; normale körperliche ruft weder ungewöhnliche Ermüdung Herzklopfen Dyspnoe noch pectanginöse Symptome hervor.

Folgende Aktivitäten sind noch problemlos möglich

Stadium II

Die Patienten leiden an einer Herzkrankheit in Ihrer physischen Aktivität leicht einschränkt. Sie in Ruhe keine Beschwerden. Normale körperliche Aktivität zu rascher Ermüdung zu Herzklopfen Dyspnoe oder Symptomen.

Folgende Aktivitäten sind noch problemlos möglich

Folgende Aktivitäten sind nicht mehr problemlos (Auswahl):

  • Schnelles Laufen
  • schnelles Treppensteigen
  • Bergauflaufen
  • Laufen und Treppensteigen nach dem Essen der Kälte im Wind oder unter psychischem Stress .

Stadium III

Die Patienten leiden an einer Herzkrankheit in Ihrer physischen Aktivität deutlich einschränkt. Sie in Ruhe keine Beschwerden. Eine leichtere als körperliche Betätigung führt zu rascher Ermüdung zu Dyspnoe oder anginösen Symptomen. Folgende Aktivitäten sind möglich (Auswahl):

  • Duschen
  • An und Ausziehen
  • Bettenmachen
  • Staubsaugen
  • langsames Laufen in der Ebene

Folgende Aktivitäten sind nicht mehr möglich

  • Mehr als ein Geschoss Treppen steigen ohne Unterbrechung
  • schnelles Laufen in der Ebene

Stadium IV

Die Patienten leiden an einer Herzkrankheit sind unfähig irgend eine körperliche Aktivität ohne durchzuführen. Die Symptome der Herzinsuffizienz können schon Ruhe vorhanden sein. Bei geringster körperlicher Betätigung die Beschwerden zu.

Arten der Herzinsuffizienz

Man kann die Fälle von Herzinsuffizienz verschiedenen Kriterien einteilen.

Man unterscheidet zwischen Vorwärtsversagen und Rückwärtsversagen allerdings meist eine Mischform vorliegt. Dabei ist gekennzeichnet durch inadequaten Auswurf von Blut ins System z. B. Versagen des rechten Ventrikels bei massiver Lungenembolie oder Lowoutput nach frischen Herzinfarkt mit niedrigem RR. Rückwärtsversagen hingegen ist durch Stauung von Blut vor dem rechten linken Herzen z. B. Versagen des rechten bei chronisch rezidivierender Lungenembolie mit pulmonalem Hypertonus Lungenödem bei hypertensiver Krise.

Des weiteren unterscheidet man zwischen Rechtsherzinsuffizienz und Globalinsuffizienz. Die Rechtsherzinsuffizienz ist typischerweise zu bei

  • primär pulmonalem Hypertonus
  • Pulmonalstenose
  • Cor pulmonale bei Lungenerkrankungen

Die Linksherzinsuffizienz ist typischerweise zu sehen einem

  • Herzinfarkt der linken Herzkammer
  • Aortenstenose und -insuffizienz

Die Globalinsuffizienz ist zu sehen bei

  • dilatativer Kardiomyopathie die die rechte Herzkammer mitbetroffen
    • schweren Mitralinsuffizienz die zu seiner Druckerhöhung im Kreislauf geführt hat.

  • Akute Herzinsuffizienz
    • Lungenödem
    • Akutes Cor pulmonale bei Lungenembolie
    • kardiogener Schock beim akuten großen Infarkt
  • Chronische Herzinsuffizienz
  • Low Output Herzinsuffizienz
    • Verschlechterung der peripheren Zirkulation
    • Systemische Vasokonstriktion
    • kalte blasse und manchmal zyanotische Extremitäten
    • niedriges Schlagvolumen
    • kleine RR Amplitude
    • venöse Sauerstoffkonzentration erniedrigt
  • High Output Herzinsuffizienz
    • warme gut durchblutete Extremitäten
    • breite oder normale RR Amplitude z. B.
    • Morbus Paget mit av Shunts
    • AV Shunt z. B. Dialysepatienten
    • Aorteninsuffizienz (?)
    • venöse Sauerstoffkonzentration erhöht
  • Systolische Herzinsuffizienz
    • systolische Kontraktion oder Auswurf verschlechtert z. B.
      • Dilatative Kardiomyopathie
  • Diastolische Herzinsuffizienz
    • die diastolische Erschlaffung ist verzögert
    • die diastolische Füllung ist behindert z. B.
      • hypertrophe Kardiomyopathie
      • subendokardiale Fibrose
      • Perikarditis konstriktiva
      • Hypertensive Herzerkrankung
  • Kombiniert systolisch diastolische Herzinsuffizienz
    • z. B. Koronare Herzerkrankung mit stattgehabtem Infarkt
  • Weitere Einteilungen:
    • Kompensierte Herzinsuffizienz
    • Dekompensierte Herzinsuffizienz
    • Latente Herzinsuffizienz
    • Belastungsherzinsuffizienz
    • Ruheherzinsuffizienz
    • Rückwärtsversagen
    • Vorwärtsversagen

Epidemiologie

Die chronische Herzinsuffizienz (CHI) betrifft mehr 1% der Bevölkerung und ist einer der Gründe für Krankenhausaufenthalte . Daten der Framingham-Studie zeigen dass die 50% beträgt bei symptomatischer koronarer Herzkrankheit oder liegt sogar die Einjahres-Mortalität bei 50%. Somit der klinische Verlauf der CHI schlechter als den meisten Malignomen.

Inzidenz der Herzinsuffizienz (Framinghamstudie 30 Jahre)
(ungefähres jährliches Auftreten pro 1000 Personen)
Alter Männer Frauen
45-54 2 3
55-64 3 3
65-74 12 4
75-84 18 17
85-94 83 52

Häufigkeit ätiologischer Faktoren bei der Entwicklung der (Framinghamstudie)
Ursache Männer % Frauen %
Hypertonie RR > 160/95 oder behandlungsbedürftig 76 79
KHK alle Formen 46 27
Rheumatische Herzerkrankungen 2 4 3 2
Andere Ursachen z. B. dilat.Kardiomyopathie 11 17

Pathologie

  • Pathogenese
    • Druckbelastung des Herzmuskels
    • Volumenbelastung des Herzmuskels
    • Schädigung des Herzmuskels
    • Behinderung der diastolischen Füllung
  • Ursachen für eine schlechte Myokardkontraktilität

Pathophysiologie

Das HZV sinkt ab der Körper im Bestreben eine ausreichende Perfusion der wichtigen Organe aufrechtzuerhalten den peripheren Widerstand . Dadurch wird das Herz wieder stärker da der Auswurfwiderstand für das geschwächte Herz ist. Über den Pressorrezeptorenreflex an der Carotis und der Aorta wird der Sympathikus stimuliert. Am Herz ist das Noradrenalin wirksam da Rezeptoren downreguliert werden. Die Antwort Herzens auf die Sympathikusaktivierung ist reduziert.

Der periphere Widerstand bei Herzinsuffizienz wird das Renin-Angiotensin-System gesteigert.

  • Retention von Kochsalz und Wasser
  • Sympathikusanregung und damit Vasokonstriktion
    • Downregulation der Beta-Rezeptoren am Herzen
    • Plasmanoradrenalinspiegel ist erhöht.
  • Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteronsystems
  • Erhöhung des ANP = Atrialen Natriuretischen Peptids
    • dieses wirkt aber nicht mehr ausreichend harntreibend
  • Erhöhung des peripheren Widerstandes
  • Erhöhung des ADH Spiegels

Die Pumpfunktion wird bestimmt durch:

  • die Vorlast:
    • Messung des Enddiastolischen Volumens
    • Enddiastolischer Druck = RVEDP oder LVEDP
    • Diastolische Wandspannung
  • die Nachlast:
    • peripherer Widerstand = Blutdruckdifferenz Aorta zum Rechten Vorhof Herzzeitvolumen
    • Systolisches Druck * Frequenz = Druckfrequenzprodukt
    • maximale systolische Wandspannung
  • die Kontraktilität
    • Auswurffraktion = EF = Schlagvol. / Enddiastolisches
    • (EDV - ESV) / EDV
    • Systolische Zeitparameter
    • Endsystolische Druckvolumen beziehung
  • die Frequenz

Symptome und Klinik

  • Dyspnoe
    • entscheidendes Symptom
    • Belastungsdyspnoe
    • bei Leuten die nicht aktiv sind manchmal vorhanden
    • paroxysmale nächtliche Dyspnoe (oder Asthma cardiale )
    • (Cave Fehldiagnose Spastische Bronchitis)
    • Ruhedyspnoe
    • Orthopnoe
    • Rasseln und Schaum vor dem Mund bei Lungenödem
  • Ödeme
    • Erst nach einer Volumenvermehrung von 3 bis l sind Ödeme sichtbar
    • Beinödeme
    • Anasarka
    • Aszites
    • Pleuraergüsse
  • weitere Symptome :
    • Synkopen
    • Palpitationen
    • Verdauungsstörungen bis zur Kachexie
    • Cyanose
    • trockener unproduktiver Husten nächtlicher Husten
    • Müdigkeit
    • Leistungsschwäche
    • schnelle Gewichtszunahme
    • Nykturie
    • Verwirrtheit
    • Tachykardie
    • Blutdruckabfall

Diagnostik

Bei einer schweren Herzinsuffizienz unklarer Ursache immer eine Echokardiografie durchgeführt werden da so eine sehr Ursächliche Einteilung und Schweregradbeurteilung erfolgen kann.

Bei jüngeren Patienten darf man sich der Diagnose Herzinsuffizienz nie zufrieden geben sondern muss eine ätiologische Klärung erfolgen.

Anamnesefragen

  • Hypertonie
  • Diabetes
    • wie lange wie schwer Sekundärkomplikationen welche Medikamente
  • KHK
    • auch ohne HI kann LV Funktion reduziert
    • stattgehabter HI?
    • manchmal Dyspnoe einziges Symptom
  • Niereninsuffizienz
  • Luftnot
    • Wann? Wie stark? Zunehmend? Zyanose? Pleuraerguss? RGs?
    • Spastik ?
  • Ödeme?
    • Wo? Eindrückbar?
  • Pleuraerguss?
  • Körpergewicht (Größe)
    • Gewicht sehr wichtiger Kontrollparameter
    • Übergewicht abbauen wichtige Therapiemaßnahme
  • Körperliche Untersuchung
    • Auskultation des Herzens:
      • Herzfrequenz schnell langsam regelmäßig unregelmäßig
      • 3.Herzton? 4.Herzton? Galopp Rhythmus Geräusche
    • Auskultation der Lunge
      • feuchte RGs über der Lunge
      • basale Dämpfung als Zeichen der Pleuraergüsse
      • Atemfrequenz
    • RR
      • bei schwerer Herzinsuffizienz meist niedrig und dann

Labor

Bei Herzinsuffizienz gibt es jetzt einen Laborwert : das BNP = B -Type natriuretic BNP

  • Korreliert mit den NYHA Klassen und dem
  • ermöglicht Therapiekontrolle und Risikoabschätzung
  • bei Dyspnoe kardial oder pulmonal

Sonstige Verfahren

  • Echokardiografie
    • entscheidende Untersuchungsmethode
  • Sono Pleura
  • EKG
    • Herzfrequenz SR - Absoluta alter oder frischer
    • LSB?
  • Röntgen Thorax
    • Herzgröße Ergüsse Stauungszeichen?
  • Herz katheter
  • Langzeit-EKG
    • Erkennung bedrohlicher Rhythmusstörungen
  • Langzeit RR
    • Erkennung unzureichend therapierter RR Werte
  • Belastungs-EKG
    • KHK? RR Ergometrie? Rhythmusstörungen
    • Arbeitskapazität

  • Differential Diagnostik
    • zur akuten Herzinsuffizienz

  • Pneumonie
  • Lungenembolie
  • dekompensierte Niereninsuffizienz mit Überwässerung
  • dekompensierte Leberinsuffizienz mit Überwässerung
  • Hyperventilation bei Azidose
  • Hyperventilation bei Sepsis
  • Überwässerung
  • Anämie
  • Hyperthyreose
  • Hypothyreose
  • Lungenerkrankung mit Dyspnoe
  • Theophyllin und Sympatikomimetikaüberdosierung

DD Rechtsherzinsuffizienz

  • chronisch venöse Insuffizienz mit Beinödemen
  • Hypalbuminämie mit Ödemen und Aszites
  • Untere Einflussstauung z. B. durch Tumoren im Becken
  • Lymphabflussstörung aus den Beinen

DD Linksherzinsuffizienz

typische Bilder

  • Röntgenthorax vor und nach diuretischer Therapie
  • Gewichtskurve eines Patienten mit diuretischer Therapie
  • Sono Pleura
  • Bild Pleurapunktion
  • Bild Beinödeme
  • Echo
    • VWinfarkt HWinfarkt schwere AI MI TI PI
    • schwere Aortenstenose Mitralstenose Pulmonalstenose Trikuspidalstenose
    • VSD ASD
    • schlechte LV Funktion bei COCM
    • Abstand ES im Mitralklappen M-Mode

Dias: http://www.dhzb.de/perl/cgi-bin/dia.pl?10

Therapie

Therapieziele

Idealerweise sollte die Therapie der Herzinsuffizienz 3 Ziele erreichen:

  • 1. Besserung der subjektiven Beeinträchtigung (Atemnot)
  • 2. Besserung der körperlichen Leistungsfähigkeit;
  • 3. Lebensverlängerung.

Therapiemaßnahmen

  • Einschränkung der körperlichen Aktivität
    • Beendigung von anstrengenden Sportarten und schwerer Arbeit
    • Beendigung ein Ganztagsarbeit und Einfügung von Ruhezeiten des Tages
    • Berentung
    • Beschränkung auf häusliche Aktivitäten
    • Bettruhe (sitzend) bzw. Sitzen im Sessel
    • Parenterale Ernährung um die Verdauungsarbeit wegzunehmen
    • Beatmen und Sedieren um die Atemarbeit wegzunehmen
    • Aortale Gegenpulsation um die Pumparbeit zu erleichtern
  • Einschränkung der Kochsalzzufuhr (nicht bei Diuretikatherapie)
  • Trinkmenge mit 1 5 bis 2 l halten
  • Risikofaktoren beseitigen
    • Nikotinstop
    • Alkoholstop
    • ausreichende Hochdruckbehandlung diastol RR < 90
    • Idealgewicht einhalten oder erreichen

Sauerstoff (akut chronisch bei Cor pulmonale)

Medikamente

Diuretika

Prinzip: Verminderung des eingelagerten Volumens

klassischer Versuch: Pat mit Lungenödem => bringt innerhalb kurzer Zeit Besserung

Vorteile:

  • große therapeutische Breite
  • kaum Intoxikation möglich
  • jede Einzeldosis voll wirksam
  • keine Sättigungsphase erforderlich
  • kein direkter Einfluss auf Herzrhythmus Frequenz und Reizleitung

Probleme:

  • Blutdrucksenkung
  • Elektrolytverluste (Mg K)
  • Wirkungsverlust bei Niereninsuff
  • evt Eindickung des Blutes vermehrte Thromboseneigung
  • bei forcierter Diurese und schwerer Dyspnoe oft

Medikamente

  • Furosemid = Lasix (Start 20 - 40 maximal bis 2- 4 g/die)
  • Torasemid = Unat
  • Etacrynsäure = Hydromedin
  • Piretanid = Arelix
  • Chlortalidon = Hygroton
  • Butizid = Saltucin
  • Hydrochlorothiazid = Esidrix DiuMelusin
    • (Start 25 Maximal 75 mg - bei < 2 mg/dl)
  • Xipamid = Aquaphor
  • Triamteren = Jatropur
  • Amilorid = Arumil
  • Spironolacton = Aldactone Osyrol
    • (Start 12 5 Maximal 100 mg
  • evt kombinieren

ACE-Hemmer

Prinzip:

Venöse Kapazität und Arteriolen werden erweitert.

Klassischer Versuch: Hypertensive Krise mit Lungenödem

Sublinguale Gabe eines ACE-Hemmers senkt den und die Drucke vor dem Herzen PA und LVEDP

Vorteile:

  • Bisher einzige Medikamentengruppe die sicher die Prognose und die NYHA-Klasse bessert
  • kein Wirkungsverlust in der chron Therapie
  • Ausschaltung der Gegenregulation des Körpers
  • am Herzen nicht wesentlich negativ inotrop

Nachteile

Medikamente

Captopril = Tensobon Lopirin

  • bei allen Patienten mit niedrigem RR ist
  • dem Enalapril vorzuziehen da es weniger Schwindel
  • und Synkopen macht und die Nierenleistung weniger
  • beeinträchtigt (lit nd 86311143)
  • Dosis : Test mit Captopril 6 25 mg
  • Dauertherapie 3 * 6 25 mg bis * 50 mg steigerbar

Enalapril = Xanef Pres

  • Sehr gut bei Herzinsuffizienz und Hypertonie
  • Dosis: Beginn mit 2 5 mg steigerbar 2 * 20 mg
  • Evt als initiale Tesdosis auch Captopril nehmen

Ramipril = delix (S 1 25 2 x 5 mg)

Lisinopril (S 2 5 M 20

Labor nach 3-5 d dann 3 6 Mo;

Vorsicht RR Diuretika-Exzess Kombi mit NSAR Diuretika

Betablocker

Bisher durch gute Studien gesichert wirksam:

  • Metoprolol
  • Carvedilol
  • Bisoprolol

  • Metoprolol (Start 5 Maximal 150 mg)
  • Bisoprolol (S 1 25 M 10 mg)
  • Carvedilol (S 3 125 M 50 mg)

Langsames Einschleichen empfehlenswert

Dosisschema aus CIBIS 2 für Bisoprolol

  • 1.Woche 1 25 mg
  • 2.Woche 2 5 mg
  • 3.Woche 3 75 mg
  • 4-8 Woche 5 mg
  • steigern auf 7 5 mg 4 Wochen
  • Endziel ca 10 mg/ Tag

Unverträglichkeit:

  • symptomatische Bradykardie < 40
  • Lungenobstruktion
  • weiße Finger
  • impotenz
  • verschlechterung einer pAVK

Antikoagulation

Häufig Antikoagulation nötig z. B. ASS mg oder Marcumar oder niedermolekulare Heparine sc

Nitro

Prinzip:

  • Erweiterung der venös. Kapazitätsgefäße u.Koronarien
  • Klassischer Versuch:Lungenödem hochdosierte Nitrogabe
  • bringt schnelle Erleichterung senkt PC PA und

Vorteile:

  • Gut steuerbar auch vom Patienten (Spray Kapseln)
  • keine allzu starke arterielle Drucksenkung

Nachteile:

  • Wirkungsverlust bei 24 Stunden Therapie
  • Kopfschmerzen

Medikamente

  • Molsidomin = Corvaton

Digitalis

Prinzip:Steigert die Kontraktilität des Herzens die

Klassischer Versuch: Isolierter Herzmuskel kontrahiert nach aufträufeln stärker.

Vorteile:

  • Keine oder nur geringe Drucksenkung
  • Tachyarrhythmien werden langsamer
  • besonders gut bei Vitien (MI MS AI

Nachteile:

  • Bislang keine dokumentierte Prognosebesserung
  • Bislang keine dokumentierte NYHAbesserung
  • Rezeptoren bei Hochdruck und KHK reduziert
  • geringe therapeutische Breite
  • erst Sättigung nötig
  • bei niedriger Dosis unwirksam
  • bei Niereninsuff Dosisreduktion nötig
  • Arrhythmogen??
  • Sauerstoffverbrauch kann erhöht werden

Medikamente:

  • Methyldigoxin = Lanitop
  • Acetyldigoxin = Novodigal
  • Digitoxin = Digimerck

Akute positiv inotrope Substanzen

umstritten wirksam !

  • Dopamin = Cardiosteril
  • Adrenalin = Suprarenin
  • Amrinon = Wincoram
  • Dobutamin = Dobutrex
  • Theophyllin

Chirurgisches Technisches und Punktionen

  • Pleura und Aszitespunktionen mehrfach wdh
  • Ultrafiltration
  • Aortale Gegenpulsation
  • Klappenoperation
  • Bypassoperation
  • Aneurysmektomie (wird nur noch selten gemacht)
  • Herztransplantation
  • Rückenmuskelverpflanzung vorher Stimulation notwendig

Rhythmusstörungen bei schwerer Herzinsuffizienz

  • Akute bedrohliche Rhythmusstörungen möglichst umgehend beseitigen
  • bei weniger bedrohlichen Rhythmusstörungen immer erst Herzinsuffizienztherapie
  • falls dann immer noch gehäufte VES Salven VT dann Cordarex Betablocker und/oder ICD

Selten angewandt unsicher wirksam oder experimentell

  • Xamoterol (noch nicht zugelassen)
  • Milrinon (noch nicht zugelassen)
  • LevoDopa (nur selten wirksam)
  • Theophyllin (VES und Tachykardie)
  • Nipruss (kompliziert zu steuern nur iv)
  • Prazosin Wirkungsverlust nach einiger Zeit
  • Hydralazin (Nepresol) nicht so gut verträglich im aber wirksam als arterieller Dilatator
  • Adrenalin (sinnvoll bei Reanimation kardiogener Schock KF)
  • Noradrenalin (ultima Ratio bei niedrigem RR septischem
  • HAES (z. B. bei lowoutput bei Rechtsherzinfarkt)

Therapie des kardiogenen Schocks

  • Mechanik
    • z. B. Perikarderguss beseitigen
  • Thrombolyse
    • z. B. HI oder Lungenembolie beseitigen
  • Sauerstoff
    • z. B. Beatmen und Koronarinsuffizienz beseitigen
  • Kardiodepressorische Medikamente vermeiden oder gegensteuern
    • z. B. Antiarrhythmika
  • Extreme Rhythmusstörungen beseitigen
    • unter 40 Atropin SM Alupent
    • über 150 bremsen z. B. mit vorsichtiger
  • Andere Schockursachen ausschließen
    • insbesondere Volumenmangel septisch allergisch
  • Dopamin (evt + Dobutrex + Nitro +
  • Suprarenin (evt + Nitro evt + Wincoram)
    • erst als niedrigdosierter Bolus auf Frequenz und achten
  • Seltneres: Hyponatriämie beseitigen
    • z. B. unter ACE Hemmertherapie
  • Aortale Gegenpulsation
    • sehr effektiv
  • Beatmung
    • sehr effektiv
    • dabei gute Sedierung möglich

Die Akuttherapie der Herzinsuffizienz sollte sein:

  • schnell und kurz wirksam
  • gut steuerbar
  • intravenös applizierbar
  • ohne gravierende Nebenwirkungen

Akuttherapie der Herzinsuffizienz mit:

  • ACE-Hemmer Nitroglycerin Nepresol
    • als Drucksenker bei hohem RR
  • Lasix (Hydromedin)
    • als Diuretikum bei Überwässerung
  • (Cordarex Digitalis)
    • als Frequenzbremser ohne neg.Inotropie
  • Dopamin Adrenalin Dobutrex und Wincoram
    • als positiv inotrope Substanzen
    • nicht gesichert Prognose verbessernd
  • Beatmung

Überprüfung von Therapieverfahren bei Herzinsuffizienz

an Patientengruppen und am einzelnen Patienten

1.akut:

  • Atemnot RGs Atemfrequenz besser
  • Diuresemenge
  • Gewichtabnahme
  • RR und Herzfrequenz
  • Blutgase
  • Atemfrequenz sinkt
  • Hämodynamik (PC fällt PA fällt Cardiac output
  • Mortalität

2.chronisch

  • Leistungsdauer z. B. am Ergometer
  • Auswurffraktion oder Verkürzungsfraktion
  • Gewicht
  • NYHA Stadium
  • Mortalität
  • Komplikationszahl (Krankenhausaufenthalte Lungenödeme)
  • Hämodynamik

Verlauf

Bei NYHA 4 ist die Mortalität einem Jahr ca 50 % mit Digitalis Diuretika mit zusätzlich ACE auf ca 30 gesenkt.

Prognose: 5-Jahres-Überleben 25 % (m) 38 (w)

[Llevy D. The Framingham Study 1993]

Prognose bestimmende Faktoren

  • Patienten mit rezidivierenden Kammertachykardien haben eine schlechte
  • Patienten mit EF < 35 % haben schlechte Prognose
  • Patienten mit hohem Noradrenalinspiegel haben schlechte eine
  • Patienten mit Na unter 130 haben schlechte
  • Patienten mit > 2000 VES/d haben eine Prognose
  • Prognosefaktoren
    • Klinik:NYHA Ursache Infarkt 3. HT
    • Hämodynamik: CO V02 max. RR
    • EKG: FA LVH LSB Arrhythmien
    • Echokardiographie: EF FS
    • Labor: Natrium Kalium Magnesium
    • Neurohumorale Aktivität: Angiotensin II Norepinephrin etc.

Komplikationen

  • Lungenödem
  • Stauungsbronchitis und Pneumonie
  • Hämoptoe
  • Pseudometastasen der Lunge durch chron Stauung
  • Pleuraergüsse
  • Rhythmusprobleme
  • Ventrikuläre Tachykardien
  • Tachyarrhythmien
  • Kammerflattern - flimmern
  • Bradykardie
  • Klappenendokarditis bakteriell
  • Aszites
  • Leberstauung mit Enzymerhöhung
  • kardiale Leberzirrhose
  • Stauungsgastritis und Ulzera
  • Ostipation und Meteorismus z. B. durch Diuretika
  • Ogilviesyndrom (Überblähung des Darmes bei ReHerzinsuff)
  • Kardiale Kachexie
  • Nierenstauung und verminderte Glomeruläre Filtration
  • Ulzera cruris und Stauungsdermatitis der Beine
  • Cerebrale Minderdurchblutung Verwirrtheit durch LowOutput
  • Schwindel und Müdigkeit bei LowOutput
  • Apoplex bei LV Thrombus

Auslöser für eine Dekompensation

  • Beendigung oder Reduktion der Therapie durch den da es immer besser geht.
  • Rhythmusstörungen
  • Infektionskrankheiten z. B. Lungenentzündungen mit Fieber Husten Tachykardie
  • Lungenembolien durch Venenstase und Thrombose
  • Körperlicher psychischer und umweltbedingter Stress
    • ungewöhnliche Anstrengung (Schneeschaufeln)
    • psychische Krisensituationen auch positiver Art
    • lange Reisen mit Klima und Zeitwechsel
  • Zusätzliche kardiale Infektionen
    • Rezidiv eines rheumat Fiebers
    • VirusMyokarditis
    • bakterielle Endokarditis
  • High Output Zustände
    • Hyperthyreose
    • Anämie
    • Schwangerschaft
    • Entzugserscheinungen
  • Entwicklung einer unabhängigen anderen Krankheit
    • z. B. zunehmende Niereninsuffizienz
  • nötige Blutübertragungen bei OPs
  • Kochsalzzufuhr perioperativ bei nötigen OPs
  • Haes und Onkovertinzufuhr bei Apoplexpatienten oder pAVK
  • Medikamente negativ inotrop oder Wassereinlagernd
    • Corticosteroide
    • Alkohol
    • Betablocker
    • Isoptin
    • viele Antiarrhythmika
    • Adriblastin und Epirubicin
    • Endoxan
    • Östrogene
    • Androgene
    • Nichtsteroidale Entzündungshemmer
  • Entwicklung einer zweiten Herzerkrankung
    • Hypertonie und KHK
    • Hypertonie und HI
    • Aortenstenose und KHK

Weitere Informationen

Weblinks



Bücher zum Thema Herzinsuffizienz

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