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Hoen


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Inhaltsverzeichnis

Familie Hoen

Konrad Hoen war Ratsherr

Die Familie Hoen stammt aus Gelnhausen . Dort war das erste uns bekannt der Ratsherr Konrad Hoen. Der Familienname seiner Anna ist nicht bekannt.

Jost Hoen (* um 1500; † Juni 1569) war Magister Pädagoge und Staatsmann

Ihr um 1500 geborene Sohn Jost Hoen studierte noch zu Lebzeiten Luthers ab 1530 in Wittenberg . Hier erlangte er den akademischen Grad Magisters artium. Nach seinem Studium wirkte er dem 25. Juli 1535 als Oberschulmeister zusammen dem Unterschulmeister Magister Anton Stöver an der in Dillenburg die er im Sinne der lutherischen Reformation umgestaltete. Am 27. Dezember 1538 ernannte Graf Wilhelm der Reiche von Jost Hoen zum Pädagogen seiner »jungen kinder« zum Diener (Beamten) bei Hof auf Lebenszeit. hätte damals geahnt dass der bisher bescheiden Kinder angesehener Dillenburger Bürger und Beamten zu Stützen des kleinen Landes heranbildende Mann durch Berufung zu einer Persönlichkeit werden sollte. Erster Schüler war kein Geringerer als der spätere Wilhelm von Oranien der Befreier der Niederlande. Als Erzieher der hervorragendsten Repräsentanten europäischer Geschichte wurde der wohl kaum bekannter gewordene Schulmeister Jost Hoen erweiterten Sinne selbst zu einer geschichtlichen Persönlichkeit. hoch Graf Wilhelm der Reiche die Fähigkeiten Hauslehrers seiner und der Gräfin Juliana geborene von Stolberg (1506-1580) zahlreichen Kinderschar einschätzte zeigt Jahresbesoldung von 100 Gulden Frankfurter Währung die Verpflegung aus der gräflichen Küche und die Ausstattung mit einer Sommer- und Winterbekleidung. Da Hoen bei seiner Berufung zum Erzieher der Kinder bereits seit 1538 mit der Kammerfrau Welcker Tochter des Diezer Schultheißen Theis Welcker war (vgl. Dillenburger Bürgermeisterrechnungen 1538) wurde er der nächtlichen Beaufsichtigung seiner Schüler wie es Brauch war befreit und ihm gestattet die »im thall« also in der Stadt Dillenburg verbringen. Mit seiner Bestallung verpflichtete sich Jost die jungen Grafenkinder in der lateinischen und anderen Sprachen »so gepreuchlich sein« d.h. im und Französischen zu »gottesforcht freyen kunsten guter sitten und tugenden« zu erziehen und ihnen selbst mit einem guten Beispiel voranzugehen. Auch er von der Verpflichtung befreit als Mentor Zöglinge später zu begleiten wenn sie auf Universitäten studieren oder auf ihren Kavalierreisen auswärtige besuchen sollten. Nach Beendigung seines Erziehungsauftrages sollte in der gräflichen Kanzlei (»schreiberey«) als Registrator bei sonstigen Schreibarbeiten weiter beschäftigt werden. Gleichzeitig ihm die Aufsicht über die in der befindlichen Lateinschule übertragen. Ab 1556 war Jost dann gräflicher Sekretär ab 1564 gräflicher Rat und Hofmeister und ab erster Leiter des Konsortiums der Grafschaft Nassau-Dillenburg. erfolgte seine Ernennung zum Kanzleirat. Am 23. 1559 verlieh ihm der Kaiser von Augsburg ein adliges Wappen das seinem Enkel Dr. Philipp Heinrich Hoen 1636 erneuert wurde (Fürstlich Wiedsches Archiv Neuwied Urkundenregister und Akteninventar. Neuwied 1911 S. Nr. 1134). Jost Hoen starb am 6. 1569 in Dillenburg. Seine Familie aus der ebenso gelehrte wie getreue Staatsdiener entsprossen hat über zwei Jahrhunderte in der Nassau erhalten.

Aus der 1538 mit Margarethe Welcker geschlossenen Ehe gingen bekannt drei Söhne a) Wilhelm b) Anton c) Johannes sowie eine Tochter Anna hervor 1573 den aus Siegen stammenden Pfarrer zu Tannenrode in Thüringen Johann Frentz (Frensius) heiratete. Hoens um 1539 1540 und 1541 geborenen Söhne studierten nach dem Besuch Dillenburger Lateinschule in Wittenberg wo sie am 4. Mai 1558 neben dem Junggrafen Adolf von Nassau-Dillenburg der Matrikel als »filii Justi Hoenonii Secretarii comitis Guilelmi a Nassaw« erscheinen. Während ihres werden sie den damals 61-Jährigen Melanchthon noch erlebt haben.

Wilhelm Hoen (* um 1539; † November 1602) war Magister und Herborner Stadtschreiber

Wilhelm Hoen der älteste um 1539 Sohn kehrte nach Beendigung seines Studiums an Universität Wittenberg in seine Heimatstadt zurück. An Dillenburger Lateinschule wirkte er ab Ostern 1562 als Unterschulmeister mit 52 Gulden Jahresbesoldung. war damals Magister Johannes Pistorius von Biedenkopf Johannes Bidencap. Am 25. August 1566 verlegte Wilhelm Hoen sein Tätigkeitsfeld nach Siegen wo er die Stelle eines Landschreibers In dieser ist er noch für die 1577 und 1579 bezeugt. Dann ging er wohl auf seines Schwiegervaters des seitherigen Herborner Stadtschreibers Jost mit dessen Tochter Güta (Güthe Gütgin) er 1569 in Dillenburg (Dillenburger Bürgermeisterrechnungen 1569/70) verheiratet 1582 nach Herborn um an dessen Stelle zu treten. Hoen starb am 7. November 1602 . Als Nachfolger in der Stellung eines Stadtschreibers erscheint dann unterm 23. Juni 1603 Wilhelm Hoens um 1576 geborene Sohn Andreas Jakob. Mit diesem der Familie Hoen begann jene Reihe tüchtiger Stadtschreiber deren Nachkommen noch lange in den Dienststellen bezeugt sind.

Kinder: Von Wilhelm Hoens Kindern kennen den um 1576 geborenen Andreas Jakob die 1570/71 geborene Anna Maria und ihre um 1589 geborene Schwester Catharina. Anna Maria heiratete 14. September 1589 (vgl. Traubuch Herborn) den Herborner Magister Johannes Gottsleben und Catharina den nach 1632 verstorbenen Pfarrer in Kölschhausen/Kreis Wetzlar Johannes Aus Catharinas Ehe stammen Anna Maria die des Herborner Bürgers Walter Lott und der Herborner Diakon Johann Heinrich Geysius. Catharina Geysius Hoen wurde - wohl nach 1635 - zweite Frau des Heimbergers Johannes Pulver in und starb am 14. April 1675 im Alter von 86 Jahren (Totenbuch u. Steubing Topographie der Stadt Herborn S. Andreas Jakob Hoen besuchte das Herborner Pädagogium anschließend von 1594 bis 1599 die damals Herborn nach Siegen verlagerte Hohe Schule Johannea. Siegen von einer länger andauernden Pest überzogen der Lehrbetrieb der Hohen Schule ganz eingestellt reiste er mit seinen Vettern Anton (II.) Philipp Heinrich Hoen 1597 nach Jena und immatrikulierte sich an der dortigen In Speyer wurde er zum kaiserlichen Notar ernannt heiratete am 4. Dezember 1600 Margarethe Stöver Tochter des Hilchenbacher und Pfarrers Johann Georg Stöver. Nach dem Tod Vaters übernahm Andraes Jakob am 23. Juni 1603 dessen Stelle als Herborner Stadtschreiber die selbst bis zu seinem Lebensende am 4. 1652 versah. Zum Angedenken setzte Andreas Jakob Eltern Wilhelm und Güta Hoen eine gusseiserne die noch heute an der Innenseite der des alten Friedhofs in Herborn - in der Nähe des Leonhardsturms erhalten ist.

Enkelkinder: a) Familie Johannes und Anna Gottsleben: Matthias Johann Bernhard Andreas Jacobus Margarete verheiratete Rücker und Wilhelm. - b) Familie Johannes und Catharina Anna Maria verheiratete Lott und Johann Heinrich. c) Familie Andreas Jacob und Margarethe Hoen: heiratete um 1625 den gräflichen Rat und Sekretär Hinrich Moller (vom Hirsch). Magdalena war verheiratet mit Herborner Arzt und Mathematiker Albert Friedrich Cnopsius Weitere Kinder [?].

Anton Hoen (* um 1540/41; † August 1587) war Landschreiber Befehlshaber und Amtsverweser Grafschaft Diez

Der um 1540/41 geborene Anton Hoen nach seinem Studium der Rechtswissenschaft in Wittenberg als Landschreiber der Grafschaft Diez 1566 in den Dienst des Hauses Nassau-Dillenburg. seines Studiums wurde Anton - wie so seiner Zeitgenossen - durch den Tod des Germaniae Philipp Melanchthon zu Dichtungen angeregt. Drei seiner großen kunstvollen Gedichte die 1560 und 1561 entstanden sind wurden an ehrenvoller Stelle (vgl. Heinz Scheible Anton Hoens Gedicht auf Antons humanistische Bildung befähigte ihn zur Abfassung Dichtungen in denen er nicht nur seine Gewandtheit sondern auch eine saubere Gedankenführung unter stellte. Literarische Übungen gehörten damals zur Ausbildung Studenten wenn auch die wenigsten das für Drucklegung erforderliche Niveau erreichten. Der spätere Beruf dann meist für solche zeitraubenden Spiele keine mehr. Obwohl Anton Hoen kein eigentlicher Dichter unverwechselbarer Individualität ist lernen wir ihn mit Gedichten als exemplarischen Vertreter einer hochgebildeten Beamtenschicht der Zeit des Späthumanismus kennen. Anton Hoen im Laufe der Zeit unter Graf Johann VI. zu einer bedeutenden Persönlichkeit der Grafschaft auf. Schon bald nach seiner Ernennung zum wurde ihm neben der Kellerei des Klosters auch die Führung der Kellereigeschäfte zu Nassau und Camberg übertragen die er teilweise bis seinem Tode versehen hat. Schon 1567 erscheint er als Befehlshaber und Amtsverweser Grafschaft Diez zu der damals außer dem Anteil am Vierherrischen auch Hadamar und Ellar Als Keller finden wir ihn für Nassau 1574 an und für Kirberg und Camberg bezeugt während er für Hadamar und Ellar 1582 bis 1587 als Amtmann erwähnt wird. Anton Hoen kurz vor dem 7. August 1587. Verheiratet Anton Hoen mit Anna Camberger der Tochter nassauischen Rats Andreas Camberger. Anna Hoen heiratete 14. November 1592 den Amtsnachfolger ihres verstorbenen den Dr. jur. utr. Alexander Sohn.

Kinder: Aus der Ehe Anton Hoens Anna Camberger sind uns drei Söhne bekannt die sämtlich in landesherrliche Dienste getreten sind. übernahm die Kellereien in Kirberg und Camberg der Jüngere (II.) wurde Keller über die Diersteiner Klostergüter und Philipp Heinrich der hervorragende des Hauses Nassau-Katzenelnbogen. Philipp Heinrich Hoen hat nicht nur als bedeutender Jurist viel verbreitete Werke von Herborn aus gewirkt er ist vielmehr der Rat und Staatsmann Nassau-Dillenburgs fast 40 Jahre gewesen weit bekannt und hoch geehrt am in Dillenburg so gut wie am Kaiserhof in Philipp Heinrich war in erster Ehe mit Tochter Anna (Enchen) des nassau-dillenburgischen Rates Erasmus verheiratet. Von seinem Schwiegervater hatte er zu ein mit »Burgfreiheit« versehenes Haus »uff der nechst dem Stiefel gelegen« geerbt das er seiner Familie bewohnte und von dessen Grundstück und seine Frau 1622 einen Teil an den Dillenburger Gerichtsschöffen Gastwirt der »Herberge zum Stiefel« Eoban Kempfer dessen Frau Margarete verkauften. Hoens Frau Anna am 2. Mai 1635 auf dem Schloss zu Dillenburg und am 7. Mai in der Dillenburger Stadtkirche Grabe getragen. 1636 trat Rat Hoen in eine zweite mit Elisabeth von Se(e)lbach-Zeppenfeld (gest. 1648) ein. Nachrichten über Hoens Privatleben fehlen fast völlig. eine hat sich noch erhalten. Sie wirft bezeichnendes Licht auf die Verwirrungen der damaligen in der begünstigt durch Krieg und Pest Hexenwahn wieder aufflammte. Dass er auch im Land seine Opfer forderte wobei es sogar einem persönlichen Angriff auf einen so verdienten hochangesehenen Mann wie Philip Heinrich von Hoen sollte besagt eine Nachricht dass in einem 1632 eine schlecht beleumdete Frauensperson aus Eibach habe »der Rat Hoen selbst sei mit dem Hexentanz gewesen denn er sei ein und habe sich nicht nur betrunken sondern sonst ungezogen betragen«. Diese handgreifliche Verleumdung des Beamten der gräflichen Residenz Dillenburg dürfte wenigstens den im Lande tätigen Hexenrichtern zu denken und zur baldigen Einstellung der Hexenverfolgungen im Gebiet geführt haben.

Enkelkinder: Aus der Ehe Philipp Heinrichs Anna Stöver gehen drei Söhne und neun hervor von denen einige anscheinend früh gestorben Auch zwei der Söhne starben noch vor Eltern. Erasmus der älteste der drei besuchte Ende Oktober 1614 die Dillenburger Lateinschule wechselte am 4. 1614 in die 5. Klasse des Herborner und studierte 1623 Rechtswissenschaft an der dortigen Hohen Schule. ging er zum Militär und nahm in Niederlanden anschließend im Heer des Dänenkönigs Christian an den Kämpfen der damaligen Zeit teil. trat 1631 in venezianische Dienste in denen er noch im gleichen Jahr bei der Überfahrt Venedig in dem »Kantabrischen Meer« ertrank. In Herborner Matrikel finden wir bei Erasmus Hoen folgenden Zusatz: »postea miles in Belgio item rege Daniae tandem inter alios lectus a in urbe Amstedolamiensi; quorum signa e Batavia naufragio in Oceano Contabrico submersus anno 1631 Philipp Heinrich der Jüngere (II.) ging am April 1623 von der Dillenburger Lateinschule ab in 3. Klasse des Herborner Pädagogiums und studierte 1626 an der Hohen Schule gleichfalls Rechtswissenschaft. er wandte sich dem Kriegshandwerk zu tat sein Bruder zunächst Dienst in den Niederlanden trat anschließend in ein von seinem Landesherrn Grafen Ludwig Heinrich von Nassau-Dillenburg aufgestelltes und schwedische Dienste überführtes Regiment ein in dessen er als Fähnrich (Signifer) am 5. Februar 1634 während der Belagerung von Ruffach im den Soldatentod fand. Die Herborner Matrikel vermerkt »postea miles in Belgio tandem signifer sub nostro comite domino Ludovico=Henrico in Nassau in regiae maiestatis Sueciae; in oppugnatione Ruffaci Alsatiorum anno 1634 nonis Febr. occubuit«. Anton (III.) jüngste der Brüder besuchte bis 1640 die Dillenburger Lateinschule und studierte ab April 1640 in Herborn. Ab April 1641 steht er wie seine Brüder als im Heer der Niederlande und nimmt an Belagerung von Gennep teil. Später setzt er Studien in Herborn darauf in Franeker fort. Von den verbliebenen Töchtern Philipp Heinrich Hoens heiratete Anna Jacobe 1640 den verwitweten kaiserlichen Notar und Dillenburger Philipp Heinrich Manger Katharina 1634 den aus bei Kleve stammenden Hofprediger Hermann Vigelius und weitere Tochter den Professor der Philosophie an Hohen Schule zu Herborn Johann Philipp Schmidt.

Johannes Hoen

Über den dritten Sohn des Magisters Hoen Johannes Hoen liegen nach seinem Studium Wittenberg das er ab 3. Juni 1568 Marburg fortsetzte keine weiteren Überlieferungen vor.

  

Literatur

  • Gottsleben Klaus: Johannes Gottsleben. Ein Leben im der Reformation (unveröffentlichtes Manuskript).
  • Heck Hermann: Die nassauische Beamtenfamilie Hoen. Drei im Dienste des Hauses Nassau-Dillenburg. In: Nassauische 78 (1967) S. 93-105.
  • Heiler Carl: Von der Frühzeit der Reformation Hofe und in der Grafschaft Wilhelms des Grafen von Nassau-Dillenburg. In: Nassauische Annalen 58 S. 69-86 [über Jost Hoen S. 78 u. 84 f. »Reversbrief des Jost Hoen Gelnhausen bezüglich seiner Bestallung zum Lehrer der Graf Wilhelm des Reichen 1538 Dezember 27 eigenhändiger Unterschrift des Jost Hoen«].
  • Pieper Hartmann: Der Herborner Zweig der Familie In: Hessische Familienkunde 3 (1955) Sp. 229-232.
  • Renkhoff Otto: Nassauische Biographie. Wiesbaden 1992 S. (Jost Hoen).
  • Scheible Heinz: Anton Hoens Gedicht auf Melanchthon. Nassauische Annalen 80 (1969) S. 81-100.




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