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Holzschnitt


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Der Holzschnitt zählt zu den grafischen Hochdruckverfahren .

Inhaltsverzeichnis

Geschichtlicher Überblick

Die im Prinzip sehr einfache Technik Hochdrucks zählt zu den ältesten Verfahren der ihre Bildvorstellungen festzuhalten. Der Holzschnitt ist dabei älteste grafische Druckverfahren. Babylonier und Ägypter hatten bereits geschnittene Holzstempel in weichem abgedruckt und in China kannte man im 4. Jahrhundert sogar schon die Möglichkeit reliefartig bearbeitete mit Tusche einzufärben und auf Papier das man dort seit dem 1. Jahrhundert herzustellen wusste abzureiben. Der Holzschnitt ist auch keine eigentliche Erfindung sondern nur die längst bekannter technischer Möglichkeiten auf einem bis wenig genutzten Material.

In Europa lässt sich die Verwendung Holzstempels ab dem 12. Jahrhundert nachweisen: In Italien wurden auf diese Stoffe bedruckt. Man vermutet dass durch Spielkartenmaler diese Technik im 14. Jahrhundert auch nach Deutschland gelangte.

Die frühesten künstlerischen Holzschnitte entstanden als genannte Einblattholzschnitte zwischen 1400 und 1550 zuerst in und bayerischen Klöstern. In Form von Flugblättern Pamphleten diente der Holzschnitt insbesondere in der auch als Vermittler religiöser weltanschaulicher und künstlerischer Seinen ersten künstlerischen Höhepunkt erreichte der Holzschnitt der Renaissance als Künstler wie Albrecht Dürer und Hans Baldung Meisterwerke des Holzschnittes schufen. Besonders Dürer den Holzschnitt von seiner überwiegenden Funktion als befreit und ihn als selbstständige Medium eines neu definiert.

In diese Zeit fallen auch die Versuche des Zusammendrucks verschieden gefärbter Platten nachdem nur Abzüge von Einblattholzschnitten von Hand nachkoloriert waren. Bei einem echten Farbdruck erhält jede eine eigene Druckplatte die technische Schwierigkeit bei Verfahren besteht jedoch darin dass durch das des befeuchteten und wieder trocknenden Papiers der nicht präzise zu steuern ist. Die ersten Farbholzdrucke lassen sich auf 1486 datieren weitere Versuche unternahmen Lucas Cranach der Ältere sowie Albrecht Altdorfer ; letzterem gelang 1519/1520 ein Mehrfarbdruck von Stöcken. Eine intensive Auseinandersetzung mit Farbdrucken erfolgte Deutschland nach den Arbeiten von Altdorfer vorerst mehr was möglicherweise auf die zunehmende Verbreitung schwarzweißen Grafiken von Albrecht Dürer zurück zu führen war.

Mit der Weiterentwicklung des Kupferstichs verlor der Holzschnitt seine Bedeutung als Ausdrucksmittel.

Ende des 18. Jahrhunderts stellte der englische Grafiker Thomas Bewick alle bisher gültigen Formschnittregeln auf den und revolutionierte den Holzschnitt. Er begann als damit seine Motive nicht mehr wie bisher in Langholz sondern in Hirnholz des Buchsbaumes zu stechen verwendete andere Werkzeuge und damit eine differenzierte Tonabstufung die den Holzschnitt Kupferstich gleichwertig machte. Die von ihm eingeführte wird auch als Holzstich bezeichnet.

Der Einfluss des japanischen Farbholzschnittes ab 1850 sowie die technische Weiterentwicklung führte zuerst französischen Impressionisten (darunter Paul Gauguin ) dann die deutschen Expressionisten (z. B. Erich Heckel Ernst Ludwig Kirchner Max Pechstein und Emil Nolde ) zum Holzschnitt und insbesondere zum Farbholzschnitt . In der 2. Hälfte des 20. war es vor allem HAP Grieshaber (1909-1981) der für die anhaltende Wertschätzung Holzschnittes als künstlerisches Medium sorgte. Bei ihm der Holzschnitt seine effektvolle Wirkung vor allem das Spiel kräftiger Linien und weißer Flächen einem hohen Abstraktionsgrad des Dargestellten.

Technik

Der Holzschnitt ist eine grafische Drucktechnik reliefartigem Druckstock deren erhabene Teile eingefärbt und werden ( Hochdruck ). Der Abdruck erfolgt durch Handabreibung (Reiber oder durch eine Druckpresse (Kniehebelpresse). Kniehebelpressen werden nicht mehr hergestellt oder sind kaum noch daher wird häufig auch auf Walzenpressen (Tiefdruckpressen) Holzschnitte mit hohen Auflagen werden oft auf gedruckt.

Herstellungsprozess im Detail

In der Regel wird ein Holzblock zugeschnitten dass eine etwa 2 bis 4 starke Platte entsteht deren Faser in der der Bildfläche verläuft (Langschnitt). Sie wird sorgfältig geschliffen und geglättet bis die vollkommen plane mit einer Grundierung meist einer dünnen weißen überzogen werden kann. Auf dieser Kreideschicht wird der Regel vom Künstler die Vorzeichnung angebracht mit verschiedenen feinen Messern mit unterschiedlichen Schneiden Profilen (Stichel Rundeisen Flacheisen Hohleisen oder Geißfuß) vorgezeichneten Linien haarscharf umschnitten. Am Ende dieses bleiben die Linien und Flächen der Zeichnung Grate Stege oder Inseln stehen. Bei diesem genannten Schwarzlinienschnitt wird die Figuration durch schwarze Linien weißem Grund gebildet.

Der fertige Druckstock wird schließlich mit eingefärbt was durch Aufdrücken eines faustgroßen getränkten geschieht oder häufiger noch durch Überrollen mit Walze.

Der Druck erfolgt indem der Holzstock saugfähigen also ungeleimten und leicht angefeuchteten Papier wird (oder umgekehrt) das dadurch die Farbe Beim Reiberdruck geschieht dies durch Reiben des aufgelegten mit dem Handballen; beim Bürstendruck wird durch das Streichen einer Bürste das Papier die notwendige enge Verbindung von und Druckstock bewirkt. Am häufigsten wird der jedoch mit einer Buchdruckpresse hergestellt die einen vertikalen Druck auf die horizontale Platte mit aufgelegten Papier ausübt. Nach jedem Druckvorgang muss Platte neu eingefärbt werden.

Holzschnitte werden mitunter auf den Stein und wie eine Lithografie abgezogen. Es handelt sich dann um Lithografie nach einem Holzschnitt also um eine Reproduktion (siehe auch Grafik Kapitel Original und Reproduktion ).

Verwendete Holzarten

Für den Holzschnitt eignen sich nahezu Nutzhölzer meist Birne Nuss Erle oder Kirsche von den Künstlern oft selbst verleimt oder in relativ naturbelassenem Zustand abgedruckt werden. Gelegentlich auch Industriehölzer (Plattenware) verwendet.

Werkzeuge

Zur Grundausstattung eines Holzschneiders gehören Grabstichel Rundstichel oder Rundeisen Flacheisen und Konturenmesser heutzutage modernere Werkzeuge wie Fräsmaschinen. HAP Grieshaber verwendete für seine sehr großen Holzschnitte Motorsägen.

Vorzeichnung Aufzeichnung Übertragung

Die gängigsten Verfahren um die Zeichnung den Schnitt auf die Holzfläche zu übertragen die direkte freie Aufzeichnung und die Pause .

Merkmale des manuellen Holzschnittes

  1. Die Rückseite des Abzuges zeigt eine Prägung die gewöhnlich deutlich fühlbar ist. Die sind leicht in das Papier eingedrückt was Holzschnitt von allen Flachdrucken unterscheidet.
  2. Beim Handabzug wird das Papier auf Rückseite durch den Reiber leicht glänzend (Reiberspuren).
  3. Durch den verhältnismäßig geringen Kraftaufwand mit der Abdruck von einem Holzstock erfolgt zeigt Abzug keinen Quetsch- oder Plattenrand er unterscheidet dadurch von jedem Tiefdruck.
  4. Die Farbe der Linien ist auf gesamten Blatt gleich dicht da die Druckfarbe jedem druckenden Teil gleich aufliegt. Allein die und der Abstand der Linienstege voneinander geben und Helligkeit. Dadurch unterscheidet sich der Holzschnitt Kupferstich bei dem die Tiefe der eingegrabenen auch die Intensität der Dunkelheiten bestimmt.

Die Qualität des Abzugs ist abhängig Sauberkeit und Schärfe des Drucks. Die Drucke keine starken Quetschränder haben. Zu farbfette Drucke Feinheiten und hinterlassen um die schwarzen Stege Felder einen braunen Hof. Diese "versuppten" Abzüge von minderer Qualität.

Varianten der Holzschnitt-Technik

Die klassischen Techniken des Holzschnitts sind:

Beim Weißdruck werden die erhabenen Fläche Druckplatte mit weißer Farbe eingestrichen und auf Papier abgezogen. Für den Mehrfarbendruck wird der Druck mit mehreren Platten oder die Technik des Clair-obscur-Holzschnitts des Camaieu-Schnitts des Abbauschnitts oder der Puzzle-Druck angewandt. Holzschneider kombinieren alle diese Verfahren.

Literatur


  • Walter Koschatzky: Die Kunst der Graphik München 1977
  • Lothar Lang: Der Graphiksammler Berlin 1979

Querverweise

Siehe auch Formschneider

Weblinks



Bücher zum Thema Holzschnitt

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