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Individuum


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Unter einem Individuum ( lat.: das Unteilbare) versteht man ein bewusstes mit Wünschen Bedürfnissen und Rechten. Das Wort allerdings meistens im Zusammenhang mit Menschen gebraucht.

Der Begriff wird insbesondere benutzt um Eigenschaften bzw. Interessen von einzelnen Individuen von einer Personenmehrheit ( Gemeinschaft Gesellschaft Kollektiv ) zu betonen.

Die Bedeutung des Individuums schwankt in Geistesgeschichte sowohl in der zeitlichen Dimension ( epochenabhängig ) wie auch in der räumlichen Dimension Kulturen ). Die Moderne die heute Europa und Nordamerika bestimmt betont das Individuum im historischen auch im interkulturellen Vergleich sehr stark. Diese Betonung des Individuums wird auch Individualismus genannt im Gegensatz zum Kollektivismus .

Die geistesgeschichtliche Streitfrage ist die nach Bedeutung des Einzelnen im Vergleich zu der in der er lebt. In neuerer Zeit dies in den Extrempositionen von Max Stirner ( "Der Einzige und sein Eigentum" ) und dem Nationalsozialismus ( "Du bist nichts Dein Volk ist alles" ) besonders deutlich. Dem Individualismus kommen Gedankensysteme der Anarchismus oder der Liberalismus sehr entgegen. Gegenpositionen zum Indiviualismus nehmen besonders sozialistische Systeme ein. Es gibt allerdings Ausnahmen dieser groben Orientierung. So betont etwa der Max Weber das Volk als hohen Wert während es Sozialisten die eine Gesellschaftsordnung anstreben in der der ohne gesellschaftliche Bindung leben kann.

Einer der ersten die im europäisch-abendländischen das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft thematisiert war Aristoteles der in seiner Politik den Menschen als zoon politikon also als Gemeinschaftslebewesen bezeichnete. In neuerer war es vor allem Jean-Jacques Rousseau der sich des Themas annahm. Er in der Gesellschaft zwischen dem Willen aller (Individuen) einerseits und dem allgemeinen Willen der Gemeinschaft. Diese Unterscheidung findet heute B. Anwendung im Versicherungsparadoxon. Danach hat jeder Versicherte ein Interesse daran möglichst viel aus Versicherung herauszuholen. Wenn dies aber alle tun die Versicherung immer teuerer was dem Interesse Versichertengemeinschaft widerspricht.

Die Abhängigkeit der Moral und Ethik von der Gesellschaft hat der elsässisch-jüdische Soziologe Emile Durkheim herausgearbeitet. Nach ihm gibt es Moral erst durch das Kollektiv. Das Individuum an kennt keine Moral. Nach Durkheim sind so Verbrechen nichts als ein Verstoß gegen kollektive Gefühle .

In der liberalen Wirtschaftsideologie von Adam Smith hingegen wird - ganz im Gegensatz Aussage von Rousseau - davon ausgegangen dass Summe der Eigenegoismen automatisch zum größtmöglichen Glück größten Zahl führt. Lediglich für die wenigen muss der Staat Sicherheit gewähren was polemisch als Nachtwächterstaat bezeichnet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Individuum Masse und Persönlichkeit

Mit dem Heraufkommen der besonderen Bedeutung eines jeden Individuums entstanden Begriffe wie Masse und Persönlichkeit . Individuen werden ohne soziale Einbindung zur einsamen Masse wie der Soziologe David Riesmann es Einen Aufstand der Massen diagnostizierte der spanische Philosoph Ortega y Er erfolgt aus der Vereinigung der zu Vereinzelten.

Unter einer Persönlichkeit versteht man im allgemeinen ein Individuum es gelungen ist sich aus der Masse erheben. So sieht denn die Kritik am zwei Möglichkeiten: Das anonyme Aufgehen des Einzelnen der Masse die unter Umständen von kollektivistischen organisiert werden und dann geschichtsträchtig werden können. andere Möglichkeit ist die Höherentwicklung des Individuums eigenständigen emanzipierten Persönlichkeit.

Daraus ergeben sich zwei Bewegungsrichtungen. Eine unterstellt dass sich die meisten Individuen zur weiterentwickeln können und der Indivualismus daher ein Fortschritt auf dem Weg zu einer besseren ist. Die entgegengesetzte pessimistische unterstellt dass die dies nicht schaffen sondern als Masse lediglich einer Minderheit sind bzw. werden oder von ausgenutzt werden der Individualismus daher eine Fehlentwicklung

Individuum im interkulturellen Vergleich

Das Individuum hat unter einer religiös-göttlichen eine gänzlich andere Bedeutung als in der Zwar es ist der einzelne Mensch der wird aber dies wird nicht so sehr Gegensatz zur Gesellschaft sondern im Verhältnis zu Gott gesehen. Der Individualismus der Moderne setzt die Säkularisierung voraus. Wo diese nicht erfolgt ist das Individuum eine sehr persönliche Bedeutung gegenüber aber nicht gegenüber der Gesellschaft. Erkennbar wird beispielsweise daran dass im Mittelalter Künstler die ausschmückten ihre Werke nicht individuell zeichneten. Die eines Kunstwerkes kam erst auf als das begann eine gesellschaftliche Bedeutung zu erlangen. Auch Islam hat in weiten Zügen eine solche Ausrichtung verstärkt durch die biblische Bilderfeindlichkeit. Im der Moderne und dem Islam prallen so unterschiedliche Vorstellungen über die Bedeutung und den des Individuums aufeinander.

Das vor allem aus indischen Einflüssen bestimmte asiatische Denken legt dem ebenfalls einen deutliche geringeren Wert bei. Die Strömungen werden auch daraus genährt. Zwar gibt auch im asiatischen Denken den einzelnen Menschen niemals in der starken Betonung wie in westlichen Moderne. Das Indiviuum ist dort viel eingebunden in den ewigen Kreislauf bzw. in Tradition der Familie wie dies insbesondere in China deutlich wird.

Wissenschaften die sich mit dem Individuum befassen

  • Die Soziologie befasst sich mit der Einbindung des in die Gesellschaft.
  • Die Philosophie behandelt das Thema Individuum und Gemeinschaft weitesten Sinne. Spezialgebiete wie Anthropologie und politische Wissenschaften greifen Einzelbereiche des Individuums heraus.
  • Die Psychologie befasst sich insbesondere mit individuellen Problemen aus dem Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft
  • Die Verhaltensforschung befasst sich mit den genetischen Bedingungen Individuum und Gruppe.
  • Die Rechtswissenschaften behandeln die Normen die eine Gesellschaft Staat ) den einzelnen Individuen gibt und bestimmt Verhältnis zwischen den individuellen und den kollektiven
  • Die Theologie nimmt sich des Verhältnisses des Einzelmenschen Gott an und thematisiert die Moral.
  • In der Biologie sind Individuen Einzellebewesen Art.

Literatur

  • Suarez Franciscus: Über die Individualität und Individuationsprinzip (Fünfte metaphysische Disputation) lateinisch – deutsch übersetzt und mit Erläuterungen versehen von Rainer Hamburg 1976

siehe auch: Individualaussage (Logik)



Bücher zum Thema Individuum

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