Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 25. Juni 2019 

Hämatit


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Hämatit

Hämatitbär

Chemismus Fe 2 O 3
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse <math>\bar{3}\frac{2}{m}</math>ditrigonal-skalenoedrisch
Farbe grau bis schwarz rotbraun bunt anlaufend verwitternd
Strichfarbe kirschrot bis rotbraun
Härte 6 bis 6 5
Dichte 5 2 bis 5 3
Glanz metallisch bis matt
Opazität opak
Bruch muschelig spröde
Spaltbarkeit keine
Kristallhabitus pyramidal würfelähnlich rhomboedrisch tafelig rosettenartige Gruppen körnig oolithisch
Kristallflächen <math>{0001} {10\bar{1}1} {11\bar{2}0}</math>
Zwillingsbildung <math>{10\bar{1}1}\ lamellar {0001}</math>
Kristalloptik
Brechungsindices n o =3 22-2 90
n e =2 94-2 69
Doppelbrechung δ=0 28-0 21 starke Dispersion
Pleochroismus ___
optische Orientierung negativ
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
-
weitere Eigenschaften
chemisches Verhalten schwerlöslich in HCl
ähnliche Minerale Goethit Lepidolith Ilmenit
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus ___
besondere Kennzeichen kirschrote Strichfarbe

Hämatit (von griechisch αιματoεις (haimatoeis): blutig) auch Blutstein Eisenglanz Specularit Iserin Roteisenstein Roteisenerz oder Rötel genannt ist ein im trigonalen Kristallsystem kristallisierendes Oxid - Mineral der chemischen Zusammensetzung Fe 2 O 3 . Seine Härte liegt zwischen 5 und 6 seine ist rotbraun stahlgrau oder schwarz. Die Strichfarbe ist meist ein charakteristisches blutrot - ihr leitet sich der Name des Minerals Das Mineral kann geringe Gehalte von Magnesium Mangan und Titan aufweisen.

Inhaltsverzeichnis

Varietäten

Hämatit kristallisiert meist als Eisenglanz in bis eisenschwarzen metallglänzenden oft irisierenden Kristallen oder blätterigschuppigen Kristallen als Eisenglimmer oder Eisenrahm. Hämatit unterschiedlichen Einlagerungen nennt man:

  • mit niedriger Oberfläche und faseriger Struktur: roter
  • mit Ton vermischt und daher weich: Eisenocker Ocker oder Rötel
  • als oolithisch sedimentäre Bildung: Minette-Erze
  • feinschuppig: Eisenglimmer Eisenrahm
  • als völlig dichtes Roteisenerz im Erzgebirge: Blutstein zu verwechseln mit Blutjaspis)

Begleitmineralien sind Magnetit Pyrit und Rutil .

Vorkommen

Hämatit entsteht in Gängen der Tiefengesteine ist ein allerdings seltener Bestandteil magmatischer Gesteine . Häufig findet man es in Sedimentgesteinen aus dem Erdzeitalter des Archaikums den gebänderten Eisenerzformationen.

Mit Hämatit treten häufig auch andere wie Magnetit Limonit oder Eisenspat auf. Das Ganggestein hauptsächlich aus Kalzit Dolomit Quarz oder Thon und die Verunreinigungen sind meist Schwefelkies und Apatit .

Das Mineral findet sich weltweit in u. a. im Lahngebiet das zu den größten Eisenkonzentrationen der gehört in der Eifel dem Harz (bei Elbingerode und Büchenberg) und im thüringischen Erzgebirge . Weitere europäische Vorkommen liegen im englischen Cumberland und in Nord-Lancastershire im belgischen Vezin Namur auf der italienischen Insel Elba und in Spanien . In Afrika ist Algerien ein nennenswerter in den USA findet es sich am Oberen See und am Missouri . Mehr als die Hälfte allen Eisenerzes heute aber aus China Brasilien und Australien .

Bedeutung als Rohstoff

Hämatit enthält im reinen Zustand 70 Eisen und ist das wichtigste Eisenerz.

Die wirtschaftliche Bedeutung hat Hämatit allerdings Teil eingebüßt da in Tagebauen heutzutage Eisen billiger abgebaut wird. Als Beispiel lässt sich Insel Elba mit dem Monte Calamita anführen heute noch geschätzte 18 Millionen Tonnen Eisenerz der Erdoberfläche liegen. Weiterhin findet Hämatit noch Anwendung als Poliermittel und als Eisenoxidpigment. Als wird es zum Rotfärben der Knüpffäden für verwendet oder für die unterschiedlichsten Künstlerfarben wie Bolus (stark tonhaltige Sorte vor allem als bei Vergoldungen verwendet) Pompejanischrot Englischrot Venetianischrot Terra und das violettstichige Caput-mortuum. Es ist ein Pigment und daher problemlos für alle Techniken Rötel wird auch zur Bemalung von Keramik für Zeichnungen verwendet.

Geschichte

Der Abbau von Rötel war einer frühesten Bergbauaktivitäten der Menschheit; das pulverförmige Mineral wurde ca. 80.000 Jahre alten Grabstätten gefunden. Auch der griechischen Insel Thasos bei Rydno in Polen und bei Lovas in Ungarn sind paläolithische Rötelgruben bekannt. Auch in Deutschland findet prähistorische Bergbauspuren bei Bad Sulzburg und im mit vergleichbaren Umfang aus der Zeit um v. Chr. die der Bandkeramischen Kultur am Oberrhein zuzuordnen sind. Das ergiebige des Eisenglanzes der Insel Elba wurde schon von den Etruskern abgebaut. Die kristalline Form des Hämatit wegen ihre hohen Reflektivität lange Zeit als genutzt.

Siehe auch: Liste von Mineralen

Literatur

  • W. E. Tröger U. Bambauer F. Taborsky H. D. Trochim (1981): Optische Bestimmung gesteinsbildender Minerale Teil 1: Bestimmungstabellen . Stuttgart (Schweizerbarth).

Weblinks



Bücher zum Thema Hämatit

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Iserin.html">Hämatit </a>