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Johann Gottfried von Herder


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Johann Gottfried von Herder (* 25. August 1744 in Mohrungen 18. Dezember 1803 in Weimar ) ist ein Dichter Übersetzer und Theologe der Deutschen Klassik .

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herder studierte in Königsberg wo er die Bekanntschaft Kants machte; inniger schloss er sich jedoch Johann Georg Hamann an. Im Herbst 1764 ging er an die Domschule in Riga .

Als Erzieher und Reiseprediger des Prinzen von Holstein-Eutin er nach Straßburg wo er sich mit Johann Wolfgang von Goethe befreundete.

Er wirkte von 1771 bis 1775 als Hauptprediger Superintendent und Konsistorialrat in Bückeburg ; bevor der den Ruf als Professor Theologie nach Göttingen annehmen konnte erreichte ihn eine durch ausbewirkte Berufung als Hofprediger Generalsuperintendent und Oberkonsistorialrat Weimar . Im Oktober 1776 kam Herder in an.

Herder hatte eine besondere Begabung für und Umdichtungen fremdländischer Poesien.

Als Theolog erwarb er sich großes um eine geistige von dem Buchstaben des freie Auffassung des Christentums; der Heiligen Schrift er literarhistorische und historisch-antiquarische Studien die sie ihrer Zeit und ihrem Volke verstehen lehrten
Brockhaus (1908) Bd.9 S. 33 (normalisiert)

Johann Gottfried von Herder einer der und einflussreichsten Schriftsteller und Denker Deutschlands dem Viergestirn von Weimar von jeher hinzugezählt aber in den letzten Jahrzehnten in seiner ganzen wieder gewürdigt ward 25. Aug. 1744 zu in Ostpreußen als Sohn des Kantors Glöckners Schullehrers Gottfried H. und dessen zweiter Ehefrau Elisabeth Pelz geboren.

Kindheit und Jugend

Die Verhältnisse seiner Eltern waren bescheiden beschränkt nicht aber so dürftig dass sie eine bessere Erziehung ihrer Kinder und namentlich Knaben dessen Begabung früh zu Tage trat hätten verzichten müssen. H. besuchte die Stadtschule Rektor Grim erwarb in ihr gute Kenntnisse wurde zum Studium der Theologie bestimmt. Erst unerfreuliche Thatsache dass eine Thränenfistel am rechten sein sonst wohlgebildetes Gesicht entstellte der Druck die Not welche mit dem Siebenjährigen Krieg die Bewohner von Ostpreußen hereinbrach vor allem die unfreundliche und willkürliche Einmischung des seit an der Mohrunger Stadtkirche amtierenden Diakonus S. Trescho der Herders Eltern zu bestimmen suchte Knaben ein Handwerk lernen zu lassen kreuzten künftigen Lebensplane. Trescho nahm den Knaben um Brauchbarkeit willen als Famulus in sein Haus des Patrons literarische Thätigkeit wie seine Bibliothek denselben in mancherlei Wissen und mancherlei Mysterien Literatur ein. Im ganzen war es eine welche dem jungen H. unauslöschlich trübe und Erinnerungen hinterließ und aus der er zuletzt durch das Eingreifen eines russischen Regimentschirurgen erlöst der sich erbot ihn zur Erlernung der nach Königsberg und später nach Petersburg mitzunehmen.

Studium in Königsberg

H. langte im Hochsommer 1762 in ostpreußischen Hauptstadt an und da er alsbald dass er für den von seinem Beschützer Aussicht gestellten Beruf gänzlich ungeeignet sei ließ sich 10. Aug. als Studiosus der Theologie An dem Buchhändler Kanter dem er sich von Mohrungen aus durch Zusendung des "Gesanges Cyrus" empfohlen hatte gewann er einen hilfreichen und durch seine Anstellung als Lehrer an Elementarschule des Collegium Fridericianum ward er der Not rasch überhoben und überließ sich rückhaltlos Bildungsdrang. Bedeutenden Einfluss auf die geistige Entwicklung Jünglings übte von den Universitätslehrern nur Kant der Universitätskreise aber der "Magus aus Norden" originelle I. G. Hamann. Unter den Einwirkungen mannigfaltigen und ausgebreiteten Lektüre wirkte keine tiefer ganzes Wesen bestimmender als die der Schriften J. J. Rousseaus .

Erste Literarische Arbeiten

Herders erste literarische Versuche waren Gedichte Rezensionen für Kanters "Königsbergische Zeitung"; daneben regten mannigfache literarische Pläne. Im Herbst 1764 ward als Kollaborator an die Domschule nach Riga später auch als Pfarradjunkt an den Jesus- Gertraudenkirchen angestellt so dass er in der Hauptstadt Livlands die sich damals noch fast Selbständigkeit erfreute einen ausgebreiteten und nicht unwichtigen fand. Die Kreise des städtischen Patriziats erschlossen dem jungen vielversprechenden Mann der sich in mancher Anregung und eines bis dahin ungekannten erfreute. Unter so günstigen Umständen eröffnete H. den "Fragmenten über die neuere deutsche Literatur" 1766-67) dem Schriftchen "Über Thomas Abbts Schriften. Torso von einem Denkmal an seinem Grab (das. 1768) und den "Kritischen Wäldern" (das. seine große literarische Laufbahn. Mit den Sätzen "Literatur-Fragmente" dass die literarischen Erzeugnisse aller Nationen den besonderen Genius der Volksart und Sprache sind dass darum die Nachahmung keiner fremden die deutschefördern könne mit der Polemik gegen schon lange andauernde Übergewicht der lateinischen Sprache Literatur hatte H. seine selbständige Stellung in großen Kampf der Zeit genommen. Die Angriffe die seichte und verächtliche Clique der Klotzianer nur Konsequenzen seiner Anschauungen. Gleichwohl hatte sich Klotz und den Seinen gegenüber Blößen namentlich die Ableugnung der Autorschaft der "Kritischen Wälder" und ward wie im späteren Leben noch in ärgerliche Händel verwickelt die ihm selbst Behagen an seiner sonst so günstigen Stellung Riga verleideten. Starker Reisedrang und das Verlangen für eine künftige große Wirksamkeit (welche er mehr als eine praktische denn als eine dachte) allseitig vorzubereiten veranlaßten H. im Frühling seine Entlassung zu begehren die man ihm in der Hoffnung dass er zurückkehren werde.

Reisender Fürstenerzieher

Mit Beihilfe einiger nächster Freunde namentlich Verlegers Hartknoch trat er im Juni d. eine große Reise an die ihn zunächst Schiff nach Nantes führte von wo er November nach Paris ging. Weil er sich überzeugen mußte dass es nicht möglich sein mehrjährige Reisen nur mit Unterstützung seiner Freunde war ihm der Antrag des fürstbischöflich lübeckischen zu Eutin den Erbprinzen Peter Friedrich Wilhelm Reiseprediger zu begleiten ganz willkommen. Anfang 1770 er nach Eutin und brach im Juli J. von dort mit dem Prinzen auf. vor der Abreise hatte ihn ein Ruf Grafen Wilhelm von Lippe in Bückeburg erreicht; darauf lernte H. in Darmstadt seine spätere Marie Karoline Flachsland (geb. 28. Jan. 1750 Reichenweier/Elsaß) kennen. Eine rasch gefaßte und erwiderte nährte in H. den Wunsch nach festen Er folgte dem Prinzen nur bis Straßburg vom Eutinischen Hof seine (im Oktober gewährte) nahm die vom Grafen zur Lippe angetragene als Hauptprediger der kleinen Residenz Bückeburg und Konsistorialrat an blieb aber dann um einer mißglückten) Augenoperation willen den Winter in Straßburg knüpfte hier die freundschaftlichen Beziehungen zu dem fünf Jahre jüngeren Goethe an.

Prediger in Bückeburg

Ende April 1771 trat H. seine Stellung in Bückeburg an. Sein Verhältnis zu Landesherrn des kleinen Ländchens dem berühmten Feldherrn Wilhelm ward bei allerAchtung die der durch durch soldatische und an keinen Widerspruch gewöhnte ihm zollte kein erfreuliches. Auch als Graf Gemahlin die liebenswürdige fromme Gräfin Maria sich in herzlicher Verehrung anschloß betrachtete dieser den in Bückeburg als ein Exil. Verschönert ward dasselbe durch die treue Liebe seiner jungen nachdem er im Mai 1773 Karoline Flachsland resultatreich gemacht durch seine Studien und Arbeiten. Zeit des Bückeburger Aufenthalts war für H. eigentliche Sturm- und Drangperiode. Mit der geistvollen der Berliner Akademie preis gekrönten Abhandlung "Über Ursprung der Sprache" (Berl. 1772) die er in Straßburg begonnen eröffnete er die lange der verschiedenartigsten Schriften durch welche er bahnbrechend pfadzeigend für die junge Literatur ward und denen die Phantasie nicht bloß berechtigtermaßen das sondern manchmal auch das letzte Wort hatte. den beiden Aufsätzen über "Ossian und die alter Völker" und über "Shakespeare" in den Blättern "Von deutscher Art und Kunst" (Hamburg und der Schrift "Ursache des gesunkenen Geschmacks den verschiedenen Völkern da er geblüht" trat in den Mittelpunkt der Bewegung welche eine dem Leben stammende und auf das Leben echte Natur atmende Dichtung wiedergewinnen wollte. Mit Schrift "Auch eine Philosophie der Geschichte zur der Menschheit" (o. O. [Riga] 1774) erklärte derprahlerischen und öden Aufklärungsbildung des Jahrhunderts den Rief schon diese Arbeit die entschiedensten Widerspruche Herabsetzungen und Verlästerungen Herders hervor so war in noch höherm Grade der Fall bei theologischen und halbtheologischen Schriften der "Ältesten Urkunde Menschengeschlechts" (Riga 1774-76 4Tle.) den "Briefen zweener Jesu in unserm Kanon" (Lemgo 1775) den zum Neuen Testament aus einer neueröffneten morgenländischen (Riga 1775) und den 15 Provinzialblättern "An (Leipz. 1774). Die Angriffe die er erfuhr ihn seine schon zum Druck vorbereitete Sammlung "Volkslieder" zurückzuhalten. Sie brachen ihm den Entschluß Weiterwirkens nicht aber sie steigerten eine hypochondrische und ein dämonisches Mißtrauen welche in Herders früh erwacht waren.
  

Generalsuperintendent in Weimar

H. verhandelte eben wegen einer Berufung die Universität Göttingen (wo man ihm ein zur Prüfung seiner angezweifelten Orthodoxie auferlegen wollte) ihm durch Goethes freundschaftliche Bemühungen im Frühjahr die Vokation als Generalsuperintendent Mitglied des Oberkonsistoriums erster Prediger an der Stadtkirche zu Weimar teil ward. Sein Weggehen von Bückeburg folgte Tod seiner Gönnerin der Gräfin Maria fast dem Fuß. Am 2. Okt. 1776 traf der besten Erwartungen und des besten Willens in Weimar ein. Da aber gleich im seiner Wirksamkeit ein Versuch gemacht wurde ihm eigentliche Gemeinde zu entziehen und H. nur die tapfere Erklärung unter solchen Umständen lieber den Antritt seines Amtes verzichten zu wollen Feld behauptete so war auch hier von aus ein Argwohn und bitteres Gesühl wachgerufen. amtliche Stellung wie persönliche Natur verboten ihm dem rauschenden Karneval in den ersten Regierungsjahren Augusts Anteil zu nehmen. Obschon er rühmte: bin hier allgemein beliebt bei Hofe Volk Großen der Beifall geht ins Überspannte. Ich im Strudel meiner Geschäfte einsam und zurückgezogener ich in Bückeburg nur je gelebt habe" blieben Mißhelligkeiten nicht aus. Da H. wahrzunehmen dass in dem engeren Kreis des Herzogs grundliche Gleichgültigkeit ja verächtliche Geringschätzung gegen Kirche Schule vorherrsche vertrat er nicht nur was gutes Recht war deren Interessen aufs kräftigste eifrigste sondern setzte sich in Opposition gegen alle Meinungen Richtungen und Neigungen jenes Kreises. so gewiß Weimar eine große Verbesserung Bückeburg heißen durfte so fühlte sich H. von Kleinlichkeit und Enge auch vieler weimarischer Verhältnisse Dennoch wirkte die veränderte Lage günstig auf und wenn er auch herkömmlich über mancherlei seines Amtes klagte so nahm gleichwohl seine Produktivität einen großen und immer gewaltigeren Ausschwung. Läuterungsprozeß durch welchen sich die hervorragenden Repräsentanten Sturms und Dranges in die Hauptträger der klassischen Literatur verwandelten nahm auch bei H. Ausgang der 7oer Jahre seinen Anfang. Die philosophische Abhandlung "Vom Erkennen und Empfinden der Seele. Bemerkungen und Träume" (Riga 1778) die Einige Wahrnehmungen über Form und Gestalt aus bildendem Traum" (das. 1778) und die Herausgabe "Lieder der Liebe" (Leipz. 1778) sowie der vorbereiteten "Volkslieder" (erst später von Johannes v. "Stimmen der Völker in Liedern" betitelt das. waren seine ersten von Weimar aus in Welt gesandten Publikationen. Die von der Münchener preisgekrönte Abhandlung "über die Wirkung der Dichtkunst die Sitten der Völker in alten und Zeiten" (1778) galt einem neuen Nachweis dass Poesie die Sprache der Sinne erster mächtiger der Phantasie und der Leidenschaft daher die der Sprache der Sinne allgemein und im Grad natürlich fei eine Wahrheit welche die umfassender Literaturkenntnis ausgewählten lebendig nach- und anempfundenen größten Teil vorzüglich übersetzten "Volkslieder" eben weiten zum Bewußtsein brachten.

Freundschaft mit Goethe

Einen höchst glücklichen Einfluss auf Herders geistige Entwickelung übte seit den ersten 8oer das wiederhergestellte innige Verhältnis Herders und seines zu Goethe. H. trat in den regsten wie in den lebendigsten persönlichen Verkehr zu jüngeren Freund und während er seinen Weg dessen bewundernder Teilnahme weiter verfolgte steigerte sich Gefühl für Schönheit und Klarheit des Vortrags sein poetisches Ausdrucksvermögen durch den reinen Formensinn In seinem Familienleben ward H. durch die tiefinnige Liebe seines Weibes und die erfreulich Kinder beglückt. Freilich brachten auch die Sorgen die Bildung und Zukunft dieser Kinder eine Großartigkeit seines Naturells welche mit den nicht aber mäßigen Einnahmen nie völlig in Harmonie und mancherlei Krankheiten Herders für welche er seit 1777 auf Badereisen Erholung zu suchen dunkle Stunden und Tage auch in diese Iahre von Herders Leben. In ebendiesen 80er entstand beinahe alles was Herders immer genialem durch innere Reife und äußere Vollendung bleibende sicherte. Bezogen sich die "Briefe das Studium Theologie betreffend" (Weim. 1780-81 4 Tle.) und Reihe von vorzüglichen Predigten auf Herders Amt nächsten Beruf so leitete das große leider gebliebene Werk "Vom Geiste der Ebräischen Poesie" 1782-83 2 Tle.) von der Theologie zur und Litteratur hinüber. Aus der tiefsten Mit-Empfindung die Naturgewalt die Frömmigkeit und eigenartige Schönheit hebräischen Dichtung wuchs ein Werk hervor von Herders Biograph (R. Haym) mit Recht rühmt es "für Kunde und Verständnis des Orients geleistet wie Winckelmanns Schriften für das Kunststudium die Archälogie". 1785 aber begann H. die seines großen Hauptwerkes der "Ideen zur Philosophie Geschichte der Menschheit" (Riga 1784-91 4 Bde.) endliche Ausführung eines Lieblingsplans die breitere Ausführung Gedanken welche er längst in kleinern Schriften die Welt gesandt hatte und wiederum die Zusammenfassung alles dessen was er über Natur Menschenleben die kosmische Bedeutung der Erde über Aufgabe des sie bewohnenden Menschen "dessen einziger auf Bildung der Humanität gerichtet ist der niedrigen Bedürfnisse der Erde nur dienen und zu ihr führen sollen" was er über und Sitten über Religion und Poesie über und Entwickelung der Künste und Wissenschaften über und histo rische Vorgänge gedacht und (wie Gegner erinnerten) geträumt hatte. Die Aufnahme des entsprach dem großen Verdienst desselben. Gleichzeitig veröffentlichte die hochinteressante und nach den verschiedensten Richtungen Sammlung seiner "Zerstreuten Blätter" (Gotha 1785-97 6 in welcher eine Reihe der schönsten Abhandlungen poetischen Übersetzungen die Geistesfülle und sittliche Grazie Schriftstellers in herzgewin nender Weise offenbarte.

Italienreise Zerwürfnis mit Goethe

Einen großen Abschnitt in Herders Leben die Reise welche er 1788-89 nach Italien Seine hypochondrische Reizbarkeil und mancherlei ungünstige Zufälle zusammen ihn eigentlich nur in Neapel zum dieser Reise kommen zu lassen; doch empfing bedeutende und bleibende Eindrücke die vielleicht noch gewirkt hätten wenn ihn nicht in Italien abermalige ehrenvolle und vielverheißende Berufung nach Göttingen und die schwere Frage des Gehens oder in Weimar ihn während der Rückreise gequält Goethe von der Erwägung ausgehend dass der dem Kathederärger in Göttingen noch weniger gewachsen werde als dem Hof- und Konsistorialärger in wirkte für Herders Bleiben und konnte im mit dem Herzog Tilgung der Herderschen Schulden und mancherlei tröstliche Verheißungen für die Zukunft In seinen freundschaftlichen Erwägungen hatte er nur dass in gewissen Lebenslagen und Gemütszuständen die Veränderung eine Wohlthat und Notwendigkeit sein kann. ließ sich mit einem gewissen Widerwillen zum bestimmen beide Freunde sollten dieser Entscheidung nur Iahre froh werden. Herders Gesundheitszustände waren nur gebessert körperliche Leiden brachen ihm Lebenslust und der fünfte Teil der "Ideen" blieb ungeschrieben bereits die "Briefe zur Beförderung der Humanität" 1793-97 10 Sammlungen) trugen die Farbe seines Geistes. Die materiellen Sorgen im Herderschen Haus sich leider nur vorübergehend gemildert und die halb gerechtfertigten Ansprüche welche H. und seine auf Grund der Abmachungen von 1789 erhoben zu einem unheilbaren Bruch mit Goethe. H. schon zuvor mit reizbarer Eifersucht die wachsende zwischen Goethe und Schiller betrachtet. So trat ein Zustand der Isolierung und kränklich verbitterten alles ihn umgebenden Lebens bei H. ein. geistigen Gegensätze in denen er sich zur Kants zur klassischen Kunst Goethes und Schillers verstärkte und verschärfte H. gewaltsam und ließ in seinen literarischen Arbeiten mehr und mehr Zwar gab er sowie er auf neutralem stand auch jetzt noch Vorzügliches und Erfreuliches.

Spätwerk

Seine "Terpsichore" (1795) welche den vergessenen Dichter Jakob Balde wieder einführte seine "Christlichen Schriften" (1796-1799 Sammlungen) in denen das unbeirrteste Gefühl für eigentlichen Kern des Christentums den schönsten und Ausdruck fand seine Aufsätze für Schillers "Horen" bewährten den alten Herderschen Geist. voll grimmer Bitterkeit und dazu mit unzulänglichen bekämpften Herders "Metakritik zur Kritik der reinen (1799 2 Tle.) und die "Kalligone" (1800) Philosophie Kants voll absichtlicher Verkennung und unwürdiger des Abgelebten und Halben richtete seine "Adrastea" 1801-1803 6 Tle.) alle ihre versteckten Spitzen die lebendige schönheitsfreudige Dichtung Goethes und Schillers. die Qual eines Zustandes der ihn tief und in dem er sich selbst bald "dürrer Baum und verlechzte Quelle" bald als und blindes Mühlenpferd" schilderte konnte diese letzte Wendung seiner literarischen Tätigkeit entschuldigen. Letzte Erquickung ihm dessen körperliche Kraft mehr und mehr die poetische Arbeit an seinen "Legenden" an Übertragung der Romanzen vom "Eid" und an dramatischen Gedichten: "Prometheus" und "Admetus' Haus". Die eines vom Kurfürsten von Bayern 1802 ihm Adelsdiploms bereitete H. schweren Ärger und seine Ernennung zum Präsidenten des Oberkonsistoriums kam zu ihm Lebensmut zurückzugeben. In den Sommern 1802 1803 suchte er Heilung in den Bädern Aachen und am Egerbrunnen im Herbste des Jahrs erfolgte ein neuer heftiger Anfall seines Leberübels dem er 18. Dez. 1803 erlag. der Stadtkirche zu Weimar wurde ihm 1850 ehernes Standbild (modelliert von Schaller) errichtet.

Würdigung

Mannigfach rätsel- und widerspruchsvoll ungleicher in Leistungen als seine großen Zeitgenossen aber unvergleichlich vielseitig voll höchsten Schwunges und schärfster Einsicht Fülle geistigen Lebens in sich tragend und sich erweckend steht H. in der deutschen In der großen Umbildung des deutschen Lebens Ende des vorigen Jahrhunderts hat er mächtiger entscheidender eingegriffen als einer und die Spuren Geistes lassen sich in der Litteratur im Sinn in Fachwissenschaften und Spezialzweigen die aus Anregungen hervorgegangen sind überall nachweisen. Der verschwenderische seiner Gedanken die Genialität seiner Einsichten und wunderbarste Anempfindung sür das echt Poetische offenbaren in beinahe allen seinen Werken; die Forderung "Humanität" der Heranbildung und Läuterung zum vergöttlichten einem Lebens- und Bildungsideal dem noch ganze nachringen können ist der durchgehende Grundgedanke in Vielheit und Mannigfaltigkeit seiner Schriften. Bei allen Gaben war ihm die künstlerische Gestaltungskraft versagt dass er als Dichter nur in einzelnen Momenten und auf dem Gebiet der didaktischen zu wirken vermochte. Die Verbindung seines eignen Pathos mit Stimmungen und Gefühlen welche ihm der Dichtung der verschiedensten Zeiten und Völker war nie ohne Reiz; sein Verdienst als Übersetzer als Aneigner und Erläuterer fremden poetischen kann kaum zu hoch angeschlagen werden. Die Zahl von Herders poetischen Übertragengen aus den Sprachen ihre Auswahl und die Resultate welche jedesmal aus ihnen zog haben einer allgemeinen die "Gelehrtengeschichte" der vorausgegangenen akademischen Perioden hinauswachsenden den Boden bereitet. Neben den "Stimmen der in Liedern" dem "Cid" den Epigrammen aus griechischem Anthologie den Lehrsprüchen aus Sadis "Rosengarten" der ganzen Reihe anderer Dichtungen und poetischer welche Herders anempfindender Geist für die deutsche gewann stehen jene morgenländischen Erzählungen jene Paramythien Fabeln die H. im Wiedererzählen benutzte Momente eignen sittlichen Anschauung seiner Humanitätslehre beizugesellen und hierdurch wieder durch ihre Vortragsweise zu seinem Eigentum werden. Höher aber als der Dichter überall der Prosaiker H. der große Kulturhistoriker der feinsinnige Ästhetiker der im Sinn Lessings doch in völlig anderer Erscheinung produktive Kritiker glänzende Essayist der gehaltreiche und in der anmutvolle Prediger und Redner. Es ist Herders Mißgeschick gewesen dass die großen Resultate seines und Strebens rasch zum Gemeingut der Bildung Anschauungen zu Allgemeinanschauungen wurden so dass es der historischen und kritischen Zurückweisung auf die die seelische Tiefe und den verschwenderischen Gedankenreichtum Herderschen Schriften bedurfte um das größere Publikum denselben zurückzuführen.

Ihm zu Ehren wurde seine Büste in der Walhalla aufgestellt.

Die Familie

Herders Gattin Maria Karoline geborene Flachsland 28. Jan. 1750 zu Reichenweier im Elsaß nach ihres Vaters Tod bei ihrer Schwester Darmstadt wo sie H. kennen lernte der 1773 mit ihr verheiratete. Nach Herders Tod sie dessen literarischen Nachlaß und schrieb: "Erinnerungen dem Leben Herders" (hrsg. von J. G. Stuttg. 1820 2 Bde. ; neue Ausg.1830 Sie starb 15. Sept. 1809 in Weimar. älteste Sohn Wilhelm Gottfried v. H. geb. zu Bückeburg studierte in Jena Medizin ward Provinzialakkoucheur und 1805 Hofmedikus in Weimar wo 1806 starb. Er schrieb: "Zur Erweiterung der (Leipz. 1803) und nahm teil an der der Werke seines Vaters. Der dritte und Emil Gottsried v. H. war bis 1839 der Regierung für Schwaben und Neuburg thätig starb als bayrischer Oberforst- und Regierungsrat 27. 1855 in Erlangen. Er gab in "Herders (Erlang. 1846-47 3 Bde.) eine liebe volle des Lebens und Wirkens seines Vaters. Ein Herders war der ehemalige weimarische Staatsminister Stichling.

[Dieser Artikel basiert hauptsächlich auf dem Artikel Meyers Konversationslexikon von 1888/89.]

Ideen

Humanitätsbegriff: "(...) Betrachten wir die Menschheit wie sie kennen nach den Gesetzen die in liegen so kennen wir nichts Höheres als im Menschen; denn selbst wenn wir uns oder Götter denken denken wir sie uns als idealistische höhere Menschen."

"Ich wünschte daß ich in das Humanität alles fassen könnte was ich bisher des Menschen edle Bildung zur Vernunft und zu feineren Sinnen und Trieben zur zartesten stärksten Gesundheit zur Erfüllung und Beherrschung der gesagt habe; denn der Mensch hat kein Wort für seine Bestimmung als Er selbst in dem das Bild des Schöpfers unserer wie es hier sichtbar werden konnte abgedrückt (...)"

Einer der zentralen Begriffe im Zusammenhang Herder ist die Humanität das "Streben nach ursprünglichen Einheit des Menschengeschlechtes" ( Hans Dietrich Irmscher im Kölner Stadtanzeiger vom ).

Werke (Auswahl)

  • Fragmente über die neuere deutsche Litteratur Riga 1766-67.
  • Von deutscher Art und Kunst. Einige fliegende (1773)
  • Auszug aus einem Briefwechsel über Ossian und Lieder alter Völker (1773)
  • Volkslieder nebst untermischten anderen Stücken (1778/79 Erst in der 2. Auflage unter dem Titel Stimmen der Völker in Liedern )
  • Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit (4 Teile 1784/91)
  • Briefe zu Beförderung der Humanität; zehn Sammlungen
  • "Terpsichore" Lübeck 1795
  • "Christliche Schriften" Riga 1796-1799 5 Sammlungen.
  • "Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft" 1799 2 Tle.
  • "Kalligone" Leipzig 1800.

Siehe auch: Editionsgeschichte der Werke Johann Gottfried von Herders

Literatur

  • Michael Zaremba : "Johann Gottfried Herder - Prediger der (2002); Biografie die erstmals den gesamten Briefwechsel ISBN 3-412-03402-9
  • Herder 1) Johann Gottfried von in: Meyers Konversationslexikon 4.Aufl. 1888/89 Bd.8 S.413.

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