Goethes Vater war der Kaiserliche Rat Caspar Goethe (* 1710 ; † 1782 ). Er hatte in Leipzig Jura studiert am Reichskammergericht in Wetzlar gearbeitet Reisen nach Rom und Paris unternommen und sich schließlich in seiner Frankfurt niedergelassen wo die Familie in einem Haus am Großen Hirschgraben lebte. Er ging ganz seinen Neigungen und Interessen nach; so er sich der Zusammenstellung eines Naturalienkabinetts und Sammlung von Gemälden.
Goethes Mutter Katharina Elisabeth Goethe (* 1731 ; † 1808 ) war eine geborene Textor. Die Tochter Frankfurter Stadtschultheißen hatte mit 17 Jahren den 38jährigen Rat Goethe geheiratet.
Außer der am 7. Dezember 1750 geborenen Schwester Cornelia Friderike Christiana starben anderen Geschwister früh. 1758 erkrankte Goethe an den Blattern ( Pocken ).
Goethe wurde von seinem Vater und durch Privatlehrer unterrichtet außerdem erhielt er Unterricht Reiten und Fechten.
Schon früh interessierte er sich für Literatur wobei er sein Augenmerk zunächst auf Friedrich Gottlieb Klopstock (damals hochmodern!) und Homer richtete. Außerdem bewarb er sich mit Jahren um die Mitgliedschaft in der Arkadischen Gesellschaft zu Phylandria . Auch begeisterte er sich für das - so besuchte er während der französischen Besetzung 1759 häufig das französische Theaters im Junghof. 1763 erlebte er ein Konzert des damals Jahre alten Mozart .
Am 30. September 1765 verließ er Frankfurt um in Leipzig Studium der Rechte aufzunehmen.
Von 1765 bis 1768 studierte Goethe in Leipzig . Er hörte dort die Poetikvorlesung von Christian Fürchtegott Gellert und nahm an dessen Stilübungen teil. nahm er Zeichenunterricht bei Adam Friedrich Oeser Direktor der Leipziger Akademie. Er verliebte sich Käthchen Schönkopf und besang diese Liebe in Versen in der Tradition des Rokoko (Gedichtzyklus Annette ). Auerbachs Keller und die dort beheimatete Sage von Fausts Fassritt 1525 beeindruckten ihn so sehr dass er Auerbachs Keller als einzigen konkret existierenden Ort sein Drama Faust I aufnahm. - Ein Blutsturz zwang ihn Studium abzubrechen und am 28. August 1768 Frankfurt zurückzukehren.
Es folgt eine eineinhalbjährige von manchen unterbrochene Genesungszeit. Während seiner Rekonvaleszenz wird er von Mutter und Schwester umsorgt. Eine Freundin Mutter Susanne von Klettenberg bringt ihn mit pietistischen Vorstellungen in Berührung.
Im April 1770 verlässt er Frankfurt um dem Wunsch Vaters entsprechend in Straßburg sein Studium zu beenden.
1776 tritt Goethe als Geheimer Legationsrat in Staatsdienst des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach ein und wird 1779 zum Geheimen Rat befördert. Die Entscheidung Angebot des acht Jahre jüngeren Herzog Carl in dem Weimarer Mini-Staat ein wichtiges Amt war eine für politische Reformtätigkeit. Goethe war des Kabinetts verantwortlich für eine wachsende Zahl Zuständigkeiten. Politik blieb - auch nach seinem aus dem Staatsdienst - ein Feld dem seine stetige Aufmerksamkeit schenkte. Weil es um Finanzen des Weimarer Staates schlecht stand mussten her. Goethe wählte den Weg der Abrüstung er ist bis heute der erste einzige Abrüstungsminister der deutschen Geschichte.
Seinen Aufenthalt in Italien beschreibt Goethe in der Italienischen Reise . In Rom freundete er sich 1786 mit Heinrich Tischbein an mit dem er 1787 unter anderem nach Neapel reiste. Im selben Jahr entstand auch berühmte Gemälde Tischbeins das Goethe als Reisenden der römischen Campagna zeigt (siehe abgebildetes Detail). Angelika Kauffmann lernte er dort kennen.
Goethe war - anders als viele - von Anfang an ein Kritiker und der französischen Revolution . Für ihn war sie eine einzige Tragödie. Schuld daran war in seinen Augen Aristokratie als politische Klasse die korrupt egoistisch pflichtvergessen gewesen war. Gleichwohl erkannte er dass neue Staatsform den Monarchien überlegen war. Als 30. März 1792 die alliierten Truppen der europäischen Monarchen der "Kanonade von Valmy" ihren Marsch auf Paris beenden mussten ist von Goethe (er Augenzeuge) der Satz überliefert: "Von hier und heute geht eine neue des Weltgeschichte aus und ihr könnt sagen seid dabei gewesen."
Im Jahre 1788 trifft Goethe das erste Mal mit Friedrich Schiller zusammen. Beide zeigen sich während ihrer gemeinsam verantwortlich für die Anstöße zum Sturm und Drang und zur Weimarer Klassik . Bis zum Tod Schillers verbindet die eine Freundschaft.
Goethe ist eine faszinierende Persönlichkeit. Grund (unter anderem) ist seine Vielgestaltigkeit: er zeigt in vielen Aspekten und jeder dieser Aspekte seine eigene Biografie. Diese Biografien laufen teilweise Jahrzehnte nebeneinander her vermischen sich und gliedern gegenseitig.
Zwei spezielle Aspekte bei denen die besonders augenfällig wird sind seine Beziehungen zu - und seine Krankheiten. Wobei diese beiden einander insofern entgegengesetzt sind als Frauen häufig Anfangspunkte einer Entwicklung in Goethes Leben markieren ein neues Kapitel wird aufgeschlagen - während (teilweise schweren) Erkrankungen häufig Endpunkt Abschluss aber Flucht kennzeichnen.
Anna Katharina Schönkopf (auch "Käthchen" und "Annette") (1746–1810): Tochter Zinngießers Christian Gottlieb Schönkopf bei dessen Familie während seiner Leipziger Studienzeit den Mittagstisch nahm. lernt er 1766 das 3 Jahre ältere Käthchen kennen verliebt sich in sie eine Liebe die zur Produktion verspielter Lyrik im Stile des anregt (unter anderem die so genannten Annettenlieder ). Im Frühjahr 1768 wird die Beziehung gelöst die - Goethes extremer Eifersucht - von Anfang an unter Belastungen Während der Zeit der Beziehung entsteht Stück Die Laune des Verliebten . In diesem Schäferspiel wird ein eifersüchtiger von seiner Eifersucht geheilt als er erkennt auch er untreu sein kann. Auch nach dem Ende der Beziehung Goethe noch einige Zeit - durchaus galante - an Anna Katharina. Diese heiratete dann 1770 den achtbaren Juristen Dr. Karl Kanne später Vizebürgermeister von Leipzig wurde.
1758 : Goethe erkrankt an den Blattern (Pocken) Narbenspuren der Krankheit bleiben ihm bis ins
1768 : Während der Leipziger Studienzeit kommt es einer lebensgefährlichen Erkrankung (Blutsturz und Halsgeschwulst) die Ausdruck einer seelischen Krise sind. Goethe kehrt Frankfurt zurück. Es folgt eine eineinhalbjährige Genesungsphase von Rückfällen und Depressionen unterbrochen wird.
In seiner Weimarer Zeit begann Goethe auch naturwissenschaftlich zu beschäftigen vor allem auf Gebiet der Geologie und Botanik. Er selbst jedoch betrachtete "Farbenlehre" als sein naturwissenschaftliches Hauptwerk.
Anmerkung : Es war eine der besonderen Eigenarten begonnene Dichtungen oft Jahre manchmal Jahrzehnte liegen lassen bereits gedruckte Werke erheblichen Umarbeitungen zu und manches Fertiggestellte erst nach langer Zeit den Druck zu geben. Eine chronologische Liste Werke ist daher insofern schwierig zu erstellen der Zeitraum der Bearbeitung häufig unklar das des Erstdrucks aber oft nicht mit der Entwicklung Goethes korrespondiert. Die folgende Liste orientiert im Zweifelsfall am (vermutlichen) Zeitpunkt der Entstehung.
Die Laune des Verliebten (Schäferspiel) verfasst 1768 im Druck 1806
Die Mitschuldigen (Lustspiel) begonnen 1769 im Druck 1787
Wie kein anderer wurde Goethe schon Lebzeiten als unerreichter und unerreichbarer Gipfel deutscher stilisiert wozu sein eigenes Auftreten im Alter beitrug.
Ein Werk größeren Zuschnitts ist Mendelssohns Kantate Die erste Walpurgisnacht bemerkenswert nicht zuletzt wegen der persönlichen von Dichter und Komponist.
Auch Goethes dramatische Werke waren und eine Quelle der Inspiration für Komponisten. In heutigen Theaterpraxis werden die Schauspielmusiken etwa Ludwig van Beethovens Egmont -Musik zwar nicht mehr aufgeführt aber einige haben sich doch wenigstens im Konzert- und gehalten.
Die bei weitem stärkste Ausstrahlung hatte Faust insb. der erste Teil so etwa Robert Schumann Louis Spohr Charles Gounod Hector Berlioz . Den Schlussteil von Faust II verwendete Gustav Mahler in seiner 8. Symphonie. Von der wurden etwa 50 Faust-Bearbeitungen alleine für die nachgewiesen. Die Lied- und Chorsätze sind kaum zählbar selbst wenn man sich auf die beschränkt.
Wolfram Voigt Ulrich Sucker Johann Wolfgang von Goethe BSB B. G. Teubner Verlagsgesellschaft Reihe: hervorragender Naturwissenschaftler Techniker und Mediziner Band 38 1987
Ekkehart Krippendorff: Jefferson und Goethe Hamburg (Europäische Verlangsanstalt/Rotbuch) 2001 - ISBN 3434502106 - alles was man von Lehrern den Politiker und kritischen Zeitgenossen G. nicht