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Julius Cäsar (Theaterstück)


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Julius Cäsar (englischer Originaltitel The Tragedy of Julius Caesar ) ist eine Tragödie in fünf Akten von William Shakespeare . Sie gehört zur Gruppe der sogenannten und behandelt die berühmt-berüchtigte Ermordung Julius Cäsars durch eine Gruppe von Verschwörern unter Führung von Marcus Brutus sowie das Schicksal der römischen Republik Cäsars Tod.

Inhaltsverzeichnis

Handlung und Struktur

Die Tragödie weist eine eigentümliche oft doppelgipfelige Struktur auf in deren beiden Teilen Handlungs- und Motiventsprechungen finden. Die Handlung setzt nach der siegreichen und vom Volk bejubelten Cäasars aus dem Bürgerkrieg ( 49 - 45 v. Chr. ) ein. In den ersten drei Akten ein nach immer mehr Macht strebender Titelheld den es schließlich nach der in der Verfassung nicht verankerten Königswürde verlangt. Sein engster Markus Brutus sieht diese Entwicklung mit Sorge er entschließt sich nachdem er von Gajus aufgehetzt worden ist zur Teilnahme an einer gegen Cäsar. Anfangs plagen ihn noch Zweifel er in einem langen Selbstgespräch in seinem unheilverkündende Weise von Blitzen und Meteoren erleuchteten Ausdruck gibt. Im Verlaufe dieses Selbstgesprachs findet jedoch eine Rechtfertigung für den Mord an Freund: das Wohl der Gemeinschfaft das über Loyalität gehe. Sogleich setzt er sich an Spitze der Verschwörung und duldet im weiteren Ratschläge von seinen Mitstreitern.

Cäsar stirbt voll maßlosen Erstaunens über Verrat ("Et tu Brute?" "Brutus auch du?") dritten Akt also in der Mitte des nach einer eitlen und anmaßenden Rede über Größe und Willensstärke. Im weiteren Verlauf stellt heraus dass die Verschwörer und vor allen recht unklare politische Vorstellungen haben. Entgegen dem des Cassius lässt Brutus Mark Anton einen Günstling Cäsars vor versammelter Volksmenge dem Forum reden. Obwohl Mark Anton im Stück als Opportunist gezeichnet ist hält er eine gegen Brutus mit der er das Volk Aufstand gegen die Verschwörer und zur Mordbrennerei kann. Brutus und Cassius fliehen aus Rom nunmehr unter der Dreierherrschaft von Mark Anton Octavian und Markus Lepidus dem sogenannten zweiten steht. Nach einem kleinlichen Streit zwischen Brutus Cassius im Feldlager bei Sardis erscheint Brutus Geist Cäsars und kündigt dessen Fall bei Philippi an. Überhaupt wendet sich das Glück Brutus. Ihm wird berichtet dass in Rom gegen die Anhänger der Verschwörung vorgegangen wird: den Opfern der Proskription sei auch Cicero . Außerdem muß er die Nachricht vom seiner Frau Portia vernehmen. Aufgrund seiner militärstrategischen werden seine Truppen schließlich aufgerieben und Cassius Brutus lassen sich von ihren Dienern umbringen. Schluß der Tragödie hält Mark Anton eine apotheotische Rede auf Brutus in der dieser einziger ehrenwerter Teilnehmer an der Verschwörung gegen bezeichnet wird.

Quellen

Shakespeare stütze sich hauptsächlich auf Plutarchs Griechische und römische Heldenleben ( Bioi paralleloi ) die ihm in der Übersetzung von Thomas North von 1579 vorlagen. North selbst nutzte für seine nicht den griechischen Originaltext sondern eine französische von Jacques Amyot.

Entstehungs- und Aufführungsgeschichte

Das Stück entstand mit großer Wahrscheinlichkeit 1599 . Ein Augenzeugenbericht aus dem September dieses schildert die Aufführung des Stücks im neuerbauten Eventuell wurde das Stück für die Eröffnung Theaters geschrieben. Erstmals veröffentlicht wurde das Drama 1623 im First Folio . Die dort zu findende Version geht auf ein Bühnenmanuskript zurück. Mitunter wird die Abhandlung von Portias Tod im vierten Akt Korruption des Textes betrachtet. Es besteht aber zu der Annahme dass die Doppelung von beabsichtigt ist.

Julius Cäsar erfreut sich mit seinem klassischen Thema anhaltender Beliebtheit beim Publikum. In Zeit ist allerdings die Tendenz weg von historisierende Inszenierung zu beobachten. Statt dessen werden aktuelle Bezüge hergestellt. Ob der Titelfigur vollends geschieht wenn sie als faschistischer Diktator dargestellt ist jedoch fraglich.

Die deutsche Shakespeare-Rezeption wurde 1741 mit einer (schlechten) Übersetzung des Dramas Alexandrinern von Caspar Wilhelm von Borck eingeleitet. Borckschen Übersetzung folgten bald die Prosaübersetzung von Christoph Martin Wieland und die Blankvers-übertragung von August Wilhelm Schlegel . Uraufgeführt wurde Julius Cäsar 1785 in Mannheim . 1803 wurde es unter Goethes Leitung in Weimar gespielt.

Kritik

Ebenso wie die Meinungen über die Person Julius Cäsar gehen die Meinungen über Shakespeares Drama weit auseinander. Für manche Kritiker ist Julius Cäsar ein " republikanisches " Stück das den Tyrannenmord rechtfertige. Andere wiederum sehen in ihm monarchistisches Drama das das Aufbegehren gegen einen verurteile. Entsprechend wird das Stück gelegentlich entweder Indiz für Shakespeares kritische Haltung dem elisabethanischen Absolutismus gegenüber oder aber als Zeugnis für orthodoxen politischen Ansichten bewertet. Durchgesetzt hat sich Auffassung dass Julius Cäsar mit seinen Doppeldeutigkeiten ambivalente Reaktionen beim Zuschauer hervorrufe. Weder Cäsar Brutus seien als vollständig positive bzw. durch durch negative Figuren angelegt.

Politisch brisant ist der Cäsar-Stoff immer da er oft als historisches Beispiel in Diskussion um die Rechtmäßigkeit oder Verwerflichkeit des benutzt wurde. In der Renaissance wurde heftig über das Widerstandsrecht gestritten. neuerer Zeit wird von Shakespeare-Forschern deshalb angenommen sich Shakespeare mit seinem Stück an dieser beteilige indem er die politischen und ethischen der Tyrannei und des Widerstandes dagegen aufzeige.

Verfilmungen

Die frühesten Verfilmungen des Shakespeare-Stücks stammen den Jahren 1908 und 1911 . Es handelt sich hierbei um eine (Regisseure J. Stuart Blackton und William V. bzw. um eine britisch-portugiesische (Regisseur Frank R. Stummfilm-Produktion . Eine sehr bekannte Verfilmung von Joseph L. Mankiewicz mit Marlon Brando als Mark Anton James Mason als Brutus und John Gielgud als entstand 1953 . Charlton Heston spielte den Mark Anton zweimal: in Bradleys Verfilmung von 1950 sowie in Stuart Burges Julius-Cäsar -Version von 1970 .

Literatur

  • Wolfgang G. Müller: Die politische Rede bei Shakespeare . Narr Tübingen 1979 ISBN 3-87808-512-5
  • John Ripley: Julius Caesar on Stage in England and 1599-1973 . Cambridge University Press Cambridge [u.a.] 1980 ISBN 0-521-22781-X
  • Robert S. Miola: Julius Caesar and the tyrannicide debate . In: Renaissance Quarterly 38 (1985) S. 271-289
  • Hansjürgen Blinn: Shakespeare-Rezeption. Die Diskussion um Shakespeare in Deutschland . 2 Bde. Schmidt Berlin 1982 u. ISBN 3-503-01673-2 u. ISBN 3-503-02272-4
  • Jens Mittelbach: Die Kunst des Widerspruchs. Ambiguität als Darstellungsprinzip Shakespeares Henry V und Julius Caesar. WVT Wiss. Verl. Trier ISBN 3-88476-581-7

Weblinks



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