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Jura Soyfer


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Jura Soyfer (* 8. Dezember 1912 ; † 16. Februar 1939 ) zählt zu den größten österreichischen Schriftstellern 20. Jahrhunderts besonders bezogen auf das Politische seinen Werken. Er publizierte in mehreren Zeitschriften verfasste insgesamt fünf Stücke und drei erhaltene

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jura Soyfer kommt am 8. Dezember in Charkow in der Ukraine als jüdischer des Industriellen Wladimir Soyfer und dessen Frau Soyfer zur Welt. 1921 flüchtet die Familie der bolschewistischen Revolution nach Baden bei Wien wo aus sie später nach Wien übersiedelt. 15 Jahren beginnt Jura Soyfer sozialistische Schriften studieren und wird überzeugter Marxist . 1927 tritt er dem Verband der Sozialistischen Mittelschüler bei. Da in der Familie Russisch und Deutsch gesprochen wird entwickelt Soyfer schnell Gespähr und eine Vorliebe für Sprache und 1929 wird er so Mitglied des Politischen Kabarett der Sozialdemokraten . Dort sammelt er erste Erfahrungen im Schreiben. Ab Dezember 1931 erscheinen wöchentlich politische Satiren von Soyfer der Arbeiter-Zeitung und in der sozialdemokratischen Wochenschrift Der Kuckuck . Ebenfalls verfasst er zwei Artikel für Politische Bühne . Darin fordert er eine Politisierung des Theaters und das Abschaffen bloßer Ablenkung und In dieser Hinsicht ist er dem epischen Theater von Bertolt Brecht sehr nahe. 1935 lernt Soyfer über Hans Weigel Leo kennen der als Schauspieler und Regisseur am Theater ABC tätig ist wo auch die meisten Soyfers Stücken aufgeführt werden. 1937 wird Soyfer durch eine Verwechslung mit gewissen Seidel (eigentlich Franz Marek führender Funktionär Kommunitischen Partei KP ) festgenommen. Nachdem sich herausstellt dass Soyfer durch seine kritischen Stücke genug belastendes Material wird er für drei Monate inhaftiert. Am Februar 1938 wird er im Zuge einer Amnestie für "Politische" entlassen. Lediglich 26 Tage er sich daraufhin in Freiheit; am 13. 1938 wird er beim Versuch die Grenze Schweiz zu überqueren festgenommen und ins KZ Dachau transportiert. Im Herbst wird er ins KZ Buchenwald überstellt wo er am 16. Februar an Typhus stirbt.

Werke

Soyfers erstes Stück Der Weltuntergang oder Die Welt steht auf Fall mehr lang wurde im Frühsommer 1936 uraufgeführt und am 11. Juli 1936 zum letzten Mal Es zeigt die Menschheit vor der Apokalypse Zerstörung der Welt durch einen Kometen - gewaltsame Unterdrückung revoltierender Massen und die Verblendung der die Menschen auf den Weltuntergang warten dargestellt. Der Komet schließlich bringt es nicht Herz die Erde zu zerstören was dem einen eigentlich positiven Ausgang beschert gleichzeitig aber die folgenlose Unverbesserlichkeit und Dummheit der Menschheit

Das zweite Stück Der Lechner Edi schaut ins Paradies zeigt einen Arbeitslosen der sich mit einer Zeitmaschine aufmacht den Schuldigen an seinem in der Vergangenheit zu finden. Schließlich entlarvt die Erfindung des Menschen als Schuldigen. Dennoch das Stück mit einer Aufforderung des Menschen den Menschen zur Entscheidung auch zur politischen. vollbringt hier den Sprung vom Pathos zum kabarettistischen Element der politischen Kritik.

Astoria ist das dritte Stück Soyfers und Reaktion auf die Problematisierung des Vaterland -Begriffes dem sich Österreich seit 1918 ausgesetzt sah. Astoria ist ein nicht existierendes Land an sich im Stück die Hoffnungen und Sehnsüchte Protagonisten klammern. Ihre Träume werden immer wieder die Utopie durch die Unmöglichkeit der Umsetzung Dies wird am Ende des Stücks deutlich ein Loblied das die Darsteller auf den singen während sie tatsächlich ins Gefängnis abgeführt

1937 schreibt Soyfer Vineta . Dort entfernt er sich von allen des Volksstücks und zeigt eine Absurdität von Handlung Sprache die unweigerlich dem Abgrund und der entgegensteuert. Thematisiert werden der Protest gegen Umstände als unveränderlich angesehen werden und das "Nicht-wissen-Wollen". Vineta ist eine Warnung vor dem Krieg vor Illusionen die erzeugt werden um Menschen unterdrücken.

Broadway Melodie 1942 schreibt Soyfer ebenfalls 1937 für das ABC . Es ist eine Adaption von Kolumbus von Kurt Tucholsky und Walter Hasenclever . Er übernimmt dabei die Satire auf Klerus und die Hofgesellschaft stellt allerdings die Gesellschaftskritik weitaus radikaler dar. Durch die Perspektive der Unterschicht stellt Broadway Melodie 1942 ein klassisches Volksstück dar in dem wird dass die unteren Gesellschaftsschichten der herrschenden eigentlich überlegen sind oder zumindest sein sollten.

Während seiner Inhaftierung 1937/38 beginnt Soyfer weiteres Stück zu schreiben das von der Adolf Hitler handeln sollte. Von diesen Entwürfen nichts erhalten.

Bedeutung

Das Anliegen Jura Soyfers war es Theater keine vollständigen Lösungen oder Eregbnisse zu für ihn konnten die dargestellten Probleme nur wirklichen Leben also im real existierenden Protest werden. Seine Stücke zerstören Illusionen und rufen auf die Gesellschaft wie sie ist zu Er selbst betrachtete sie als Mittel zur Propaganda direkt bezogen auf die Zeit in er lebte. Erst 1974 wurden Soyfers Stücke gesammelt veröffentlicht nachdem Mitglieder der englischen Exilorganisation Young Austria darum bemüht hatten. Seine Werke wurden aus ihrem eigentlichen Kontext gerissen und unter in der DDR als dort gültige zeitlose Gesellschaftskritik aufgeführt.

Literatur

  • Jarka Horst (Hg.): Jura Soyfer. Gesammelte Werke. Europaverlag Wien 1984 ISBN 3203507412
  • Tausig Otto (Hg.): Jura Soyfer. Vom Paradies und Weltuntergang. Berlin
  • Tausig Otto (Hg.): Jura Soyfer. Die Ordnung schuf der liebe Leipzig 1979



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