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Kanton Neuenburg


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Der Kanton Neuenburg ist ein Kanton im Westen der Schweiz.

Deutsch : Neuenburg ; Französisch : Neuchâtel ; Italienisch : Neuchâtel ; Rätoromanisch : Neuchâtel ; Englisch : Neuchâtel . Der Kanton heisst offiziell République et Canton de Neuchâtel (deutsch: Republik und Kanton Neuenburg ).

Kanton Neuenburg

Flagge und Wappen des Kantons
Basisdaten
Hauptort: Neuenburg
Fläche: 803 km²
Einwohner: 166'500 ( 2002 )
Bevölkerungsdichte : 207 Einw./km²
Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1815
Abkürzung: NE
Sprachen: Französisch
Website: Kanton Neuenburg
Karte

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Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Kanton Neuenburg liegt im Schweizer Jura in der französischen Westschweiz . Die Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Neuenburg am Ufer des Neuenburgersees (fr: Lac de Neuchâtel ).


Lage des Kantons

Bevölkerung

166'642 Personen haben ihren Wohnsitz im Kanton Neuenburg der Ausländeranteil beträgt 22.8%.

Wegen des hohen Anteils an Fremdarbeitern der Wohnbevölkerung betreibt der Kanton Neuenburg seit der 1960er Jahre eine aktive und progressive Neuchâtel war u.A. der erste Kanton der der Ausländerinnen und Ausländern das Stimm- und auf Gemeinde- und Kantonsebene gewährte (nur AusländerInnen Aufenthaltsbewilligung C: nach 1 Jahr auf Gemeindeebene 5 Jahren auf Kantonsebene).

Sprachen

Die offizielle Sprache des Kantons ist Französisch . Bei der Volkszählung von 1990 gaben jedoch 7.3% der Wohnbevölkerung Deutsch respektive Schweizerdeutsch als ihre Muttersprache an 9.7% eine Nicht-Landessprache (die grössten habe Portugiesisch Spanisch Arabisch und slawische Sprachen .

Religionen - Konfessionen

Der Kanton ist traditionell reformiert heute aber konfessionell stark gemischt.

Da im Kanton Neuenburg Trennung von und Staat nach französischem Vorbild existiert gibt keine kantonalen Zahlen über die Religionszugehörigkeit wohl diejenigen der eidgenössischen Volkszählung gemäss Selbstdeklaration.

Neben der evangelisch-reformierten und der römisch- katholischen Landeskirche sind auch jüdische und islamische Gemeinden im Kanton aktiv.

Verfassung

Der Kanton Neuenburg ist eine demokratische Republik mit einer eigenen Kantonsverfassung die letztmals Jahr 2002 totalrevidiert wurde. Der Souverän ist Volk.

Legislative

Der Grosse Rat (Grand Conseil) ist das kantonale Parlament und besteht aus 115 Mitgliedern. Diese alle vier Jahre vom Volk (Ausländerwahlrecht seit im Proporzverfahren (Verhältniswahlrecht) auf Basis der 6 gewählt. Der Grosse Rat kann nicht vorzeitig werden.
Das Volk ist überdies mittels Volksabstimmungen die Gesetzgebung sowie mittels des Initiativrechts selbst an der Legiferierung beteiligt.

  • Zwingend der Volksabstimmung zu unterbreiten sind Verfassungsänderungen.
  • 4500 Wahlberechtigte können verlangen dass ein Grossen Rat erlassenes Gesetz der Volksabstimmung zu ist.
  • 6000 Wahlberechtigte können ein Gesetz eine oder eine Verfassungsänderung vorschlagen die zwingend der zu unterbreiten sind wenn der Grosse Rat Initiative ablehnt.
  • Überdies können 100 Wahlberechtigte eine Motion den Grossen Rat richten.

Exekutive

Die vollziehende Behörde ist der Staatsrat
(Conseil d'Etat) und besteht aus 5 Mitgliedern die Volk fest auf vier Jahre im Majorzverfahren gewählt.

Die Aufgaben des Staatsrates bestehen in laufenden Regierung sowie der Überwachung der kantonalen

  • Planung und Koordination der Aktivitäten des Nach der neuen Verfassung von 2002 muss Grossen Rat alljährlich ein aktualisiertes Legislaturprogramm zur vorgelegt werden.
  • Budget und Abrechnung: Der Staatsrat ist Grossen Rat Rechenschaft schuldig und muss diesem nur ein Budget für das laufende Jahr sondern auch die kantonale Bilanz und Verwaltungsabrechnung begründen.
  • Überwachung der Verwaltung und Absicherung dass "rechtsmässig zweckmässig und effizient" ist.
  • Der Staatsrat verfolgt die Entwicklungen des und unternimmt alle Anstrengungen um diese Entwicklung
  • Koordination und Zusammenarbeit mit dem Bund anderen Kantonen und mit den Neuenburger Gemeinden.
  • Repräsentation des Kantons nach Aussen und Innen.

Der Neuenburger Staatsrat trifft sich einmal im Château de Neuchâtel um die laufenden in den verschiedenen Departemente zu koordinieren und zu treffen. Die Sitzungen an denen auch Staatskanzler teilnimmt sind nicht öffentlich.

Derzeitige Staatsräte und ihre Verantwortlichkeiten sind

  • Thierry Béguin: Präsident des Staatsrats Erziehung Kultur.
  • Monika Dusong: Justiz Gesundheit und öffentliche
  • Pierre Hirschy: Raumordnung
  • Sylvie Perrinjaquet: Vizepräsidentin des Staatsrats Finanzen Soziales.
  • Bernard Soguel: Wirtschaft.

Judikative

Die Judikative agiert unabhängig von den anderen Instanzen. Seine Mitglieder werden vom Grossen gewählt. Die Judikative des Kantons Neuenburg ist folgt aufgebaut:

  • Amtsgerichte mit ihren Gerichtsbarkeiten
    • Vormundschaftsgericht
    • Ehegericht
    • Arbeitsgericht
    • Polizeigericht
    • Strafgericht
  • Kantonsgericht
    • Schwurgericht
    • Strafgericht für Wirtschaftsfragen
    • Verwaltungsgericht
  • Staatsanwaltschaft
  • Untersuchungsrichter
  • regionale Schlichtungsstellen für Miet- und Pachtfragen
  • Steuergericht

Wirtschaft

Industrie

Wie im gesamten Gebiet des schweizerischen französischen Juras spielen die Uhren- und die Maschinenindustrie und ihre Zulieferer (Präzisionsmechanik Décolletage) in regionalen Wirtschaft eine dominante Rolle. 28% der des Kantons und 30% aller Firmen werden Uhrenindustrie zugerechnet.

Seit der Uhrenkrise zu Beginn der 80er Jahre werden gezielt Firmen aus den neuen gefördert ausländische High-Tech-Firmen angesiedelt sowie Anstrengungen unternommen das mechanische und uhrmacherische Know-How zu erhalten verstärken. Diese in der Schweiz einzigartige Wirtschaftsförderung dem Kanton Neuenburg in Wirtschaftskreisen den Übernamen Valley der Schweiz" eingebracht. Das DEN ( Développement économique neuchâtelois ) unterstützt gezielt ausländische Firmen die sich der Schweiz ansiedeln möchten und Start-ups im Allein im Jahr 2002 entstanden auf diese 27 neue Firmen im Kanton.

Auch der Ausbildungsbereich konzentriert sich auf diese Wirtschaftszweige. Eine Finanzierung von Forschungszentren wie dem renommierten Institut de Micromécanique soll die Innovation in den Hochtechnologiebereichen Mikrotechnik Mikromechanik Elektronik ) langfristig ankurbeln.

Tourismus

Neben dem Neuenburgersee mit seinen sonnigen Ufern und den für Outdoor-Aktivitäten bekannten Neuenburger Jura ist die reich an industriegeschichtlich interessanten Sehenswürdigkeiten: Asphaltminen unterirdische alte Schokoladefabrik Museum der Zeitmessung usw.

Verkehr

Individualverkehr

Der Kanton Neuenburg unternahm in den Jahrzehnten grosse Anstrengungen um an das nationale angeschlossen zu werden. Das Autobahnteilstück der A5 von Neuenburg nach Yverdon-les-Bains (Zubringer A1) sollte ursprünglich bis 2001 bis 2005 fertiggestellt und eröffnet werden. Planung Bau dieser Autobahn wurden immer wieder durch und Unvorhergesehenes unterbrochen und verschoben: ökologische Bedenken und hydrologische Probleme archäologische Notgrabungen finanzielle Probleme von bereits getätigten Budgetversprechungen durch den Bund).

Das Neuenburger Strassennetz kann öffentlich eingesehen ( [1] )

Bahn

Die Stadt Neuenburg liegt an den SBB -Linien Basel-Sitten sowie Zürich-Genf. Mit Bern verbindet die BLS -Linie Bern - Neuenburg - La Chaux-de-Fonds Le Locle wobei der Personenverkehr auf den nach La Chaux-de-Fonds und Le Locle in letzten Jahren auf ein Minimum reduziert wurde. liegt Neuchâtel an der TGV -Strecke Bern-Paris.
Die Stadt La Chaux-de-Fonds und die Neuchâteloises werden ausserdem von den Chemin de du Jura ( [2] ) bedient.

Öffentlicher Verkehr

Der öffentliche Verkehr im Kanton wird auf oben erwähnte Bahnstrecken) durch Busse abgesichert.
Transports Neuchâteloises TN sichern den Bus- und Trolleybusverkehr in Stadt und der Agglomeration (Liniennetz unter [3] ). Die Transports Régionaux Neuchâtelois (TRN) verbinden die beiden Städte mit den Regionen (Liniennetz unter [4] ).

Schiffverkehr

Die
Navigation Lacs de Neuchâtel et Morat SA ( [5] ) sichert die regelmässigen Schiffahrtslinien auf dem sowie die Verbindung mit dem Bieler- und Murtensee.

Flugverkehr

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Bern-Belp Genf-Cointrin Besançon (Frankreich). Im Kanton Neuenburg selbst gibt ein Flugfeld in Colombier sowie einen Flugplatz La Chaux-de-Fonds.

Geschichte

Archäologische Funde legen Zeugnis davon ab das Gebiet entlang des Neuenburger Sees und Südfuss' bereits Jahrhunderte vor den Römern von Megalithkulturen und keltischen Stämmen besiedelt war. Nach dem spektakulären Fund "Gold der Helvetier" im Neuenburger Vorort La Tène wurde sogar eine kulturelle Epoche der Kultur nach dem Fundort benannt ( La Tène-Zeit ).

Im Mittelalter entstehen viele Städtchen und in den beiden Hochtälern Val de Ruz Val de Travers aber auch entlang des mit den für diese Zeit charakteristischen Kirchen Burgen von denen die meisten aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammen.

Während der Wirren der Reformation werden die dünn besiedelten Neuenburger Bergregionen Zuflucht vieler protestantischer Familien die vor der Verfolgung in Heimat fliehen mussten. Mit ihnen kommt die Uhrenindustrie und Automationstechnik in die Gegend.

1707 stirbt Marie de Nemours und Friedrich I. von Preussen wird Fürst von Neuenburg womit der dem Preussischen Staat eingegliedert wird. Der Sitz preussischen Fürsten befindet sich im Schloss von Wie in ganz Europa herrscht auch in grosse Not und Hunderte von Familien verlassen Region um sich im von der Pest entvölkerten Preussen niederzulassen. 1774 präsentieren die Brüder Jacquet-Droz die drei ihnen gebauten Automaten dem staunenden Publikum.

Die Nachwellen der französischen Revolution schwappen auch nach Neuenburg über und Jahr 1792 proklamiert Neuenburg "hauptsächlich schweizerisch" zu sein begibt sich als Kanton unter den vermeintlich Mantel der Eidgenossenschaft. 1794 wird La Chaux-de-Fonds durch ein Feuer vollständig zerstört. Der Wiederaufbau der Stadt wird dem Reissbrett geplant mit dem Ziel zukünftige zu vermeiden.

1798 werden Neuenburg und die Schweiz von revolutionären französischen Truppen eingenommen und 1805 überlässt Friedrich Wilhelm III. von Preussen das Fürstentum Neuenburg an Napoléon . Dieser setzt seinen Feldmarschall Berthier Louis-Alexandre als Fürsten von Neuenburg ein. Bereits 1813 wird Neuenburg wiederum von fremden Truppen und Friedrich Wilhelm III. von Preussen meldet Anspruch auf das Territorium an. Vom Wiener Kongress 1815 wird Neuenburg als "Schweizer Kanton und Fürstentum" anerkannt.

Im Jahr 1826 lässt der Chocolatier Philippe Suchard seine Schokoladenfabrik im Neuenburger Vorort Serrières bauen und damit die bekannte Marke Suchard. 1833 wird die Stadt Le Locle durch eine Feuersbrunst praktisch vollständig zerstört nach dem Vorbild von La Chaux-de-Fonds wieder Ein Jahr später wird in der Stadt die erste Akademie eröffnet und 1839 wird der Wildbach Seyon der die Neuenburg immer wieder überschwemmte in Rohre verlegt um die Stadt herumgeleitet. 1843 wird in La Chaux-de-Fonds die erste Synagoge des Kantons eröffnet.

Am 1. März 1848 rebelliert die Neuenburger Bevölkerung unter der von Republikanern aus Le Locle und La Chaux Fonds gegen die preussischen Monarchen. Die Bergbewohner von La Chaux-de-Fonds über die Vue des nach Valangin und nehmen die dortige Burg Mit den eroberten Kanonen bedrohen sie die Neuenburg. Am 30. April gibt sich die Bevölkerung eine republikanische und Neuenburg nennt sich fortan "République et de Neuchâtel".

Nachdem 1856 ein royalistischer Putsch niedergeschlagen wird und Bundestruppen in Neuenburg einmarschieren droht ein militärischer zwischen Preussen und der Schweiz. Unter Vermittlung von Napoleon III. wird der Streit friedlich beigelegt und preussische König verzichtet im Vertrag von Paris endgültig auf seinen Anspruch darf aber Titel "Fürst von Neuenburg" weiterhin führen. Im Jahr wird die erste Eisenbahnstrecke des Kantons zwischen Le Locle und La Chaux-de-Fonds eingeweiht.

1907 wird der Absinth in der Schweiz Das Val de Travers verliert damit einen wichtigsten Industriezweige. Die Familie Pernod verlässt die Schweiz und baut ihre im französischen Pontarlier neu auf. 1910 wird die Académie zur Université de Neuchâtel .

Städte und Orte

Die Hauptstadt ist Neuenburg. Mit fast Einwohnern ( 2002 ) ist jedoch die bekannte Uhrenstadt La Chaux-de-Fonds im Neuenburger Jura die grösste Stadt Kantons. Neuenburg folgt mit 31'630 Einwohnern (2002) an zweiter Stelle. Nach statistischen Kriterien die Stadt des Kantons ist Le Locle mit 10'247 Einwohnern (2002).

Weitere grössere Gemeinden sind:

  • Peseux 5541 Einwohner (2002)
  • Boudry 5065 Einwohner (2002)
  • Colombier (NE) 5009 Einwohner (2002)

Für die vollständige Liste der 62 Gemeinden
siehe: Gemeinden des Kantons Neuenburg

Bezirke

Der Kanton ist in vier geographische Regionen (6 Amtsbezirke ) gegliedert:

  • Le Littoral (Amtsbezirke: Neuchâtel und Boudry)
  • Val-de-Ruz
  • Val-de-Travers
  • Montagnes Neuchâteloises (Amtsbezirke La-Chaux-de-Fonds und Le Locle)

siehe auch: Bezirke des Kantons Neuenburg

Bekannte Neuenburger Namen

In Kanton Neuchâtel geboren sind unter
  • Le Corbusier (Architekt)
  • Blaise Cendrars (Romancier)
  • Louis Chevrolet (Automobilkonstrukteur) 1878 - 1941
  • Richard Pernod (Likör-Hersteller - Pernod)
  • Philippe Suchard (Chocolatier - Suchard)
  • Didier Cuche (Skirennfahrer)
  • Daniel Jeanrichard (Gründervater der Neuenburger Uhrenindustrie) 1665 - 1741
  • Léopold Robert (Maler und Graveur) 1794 - 1835
  • Numa Droz (Politiker Bundesrat) 1844 - 1899
  • Paul Bouvier (Architekt und Kunstmaler) 1857 - 1940
  • Jules Borel (Corpskommandant im Aktivdienst) 1884 - 1963
  • Louis de Montmollin (Generalstabsschef nach dem 2. 1894 - 1974
  • Sidney de Coulon (Industrieller Gründer der Ebauches (heutige SMH - Swatch Konzern) 1889 - 1976
  • Max Petitpierre (Politiker) 1899 - 1994
  • Eddy Bauer (Historiker Chronist und Journalist) 1902 - 1972
  • Denis de Rougemont (Schriftsteller) 1906 - 1985
  • Gaston Clottu (Politiker ehem. Präsident der FDP) 1912 - 1995
  • Alex Billeter (Grafiker Künstler Schriftsteller Musiker) 1914 - 1983

In Neuchâtel und La Chaux-de-Fonds gelebt u.A. auch:


Bücher

  • Histoire du Pays de Neuchâtel. De 1815 nos jours. Hauterive Editions Gilles Attiger 1993.

Weblinks

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