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Neodarwinistische Evolutionstheorie


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Die Evolutionstheorie wurde erstmals von Charles Darwin (und fast zeitgleich auch von Alfred Russel Wallace ) formuliert. In ihrer neodarwinistischen Formulierung sind ihre wesentlichen Aussagen dass
  1. sich biologische Arten durch zufällige Einflüsse ( Mutation Variation ) und
  2. vorteilhafte Veränderungen bei gegebenen Umweltbedingungen bevorzugt ( Selektion ).

Im Zusammenspiel mit der geologischen Abfolge von Fossilien entsteht daraus ein Stammbaum der Lebewesen . Wie dieser Stammbaum der Hominiden (d.h. der Vorfahren des Menschen) aussieht trotz einer Reihe von Fossilienfunden innerhalb der Anthropologie immer noch umstritten.

Eine zur Formulierung der Theorie grundlegende ist dass Tier - und Pflanzen narten nicht statische Einheiten sind sondern Veränderungen Die dem Laien zugänglichste Beobachtung wird von gemacht die in der Lage sind Eigenschaften Pflanzen oder Tieren durch Zucht herauszubringen die nicht sichtbar waren. Charles Darwin stellt diesen in seinem bahnbrechenden Werk Vom Ursprung der Arten durch Mittel der Selektion sehr ausführlich dar.

Die Qualität der Interpretation von Fossilien seit Darwins Zeiten gewachsen und hat seine bestätigt. Erst mit Entwicklung der Mikrobiologie und der Genetik konnte der innere Mechanismus der Evolution Mutation ) verstanden werden.

Ein Grundsatz der Evolutionstheorie lautet: Es gibt keine Vererbung erworbener wie der Lamarckismus behauptet. Dies wurde von Darwin noch klar erkannt. In einigen Beispielen zeigte er vermeintliche Vererbung von erworbenen Eigenschaften die sich allerdings als falsch erwiesen.

Welche Begründungen gibt es für die Evolutionstheorie?

  1. Embryologie: Embryos entwickeln im Mutterleib Merkmale die aus Zeiten stammen die sie gar nicht mehr und die sie später wieder zurückentwickeln: Warum Embryos von Landwirbeltieren Kiemenbögen entwickeln? Warum sollen Wale Zähne entwickeln? Embryos weit entfernter Arten sich in gleichen Entwicklungsstufen ähnlicher als der mit dem erwachsenen Tier derselben Art. Diese von Ernst Haeckel ist spekulativ und inzwischen diskreditiert (veraltet).
  2. Kleine Evolutionsschritte kann man im Experiment nachvollziehen: sich schnell vermehrenden Arten wie z.B. der Drosophila kann man durch räumliche Trennung von derselben Art und durch Veränderung äußerer Einflüsse Kälte Nahrungsangebot) die Artbildung untersuchen die so gehen kann dass die Individuen zweier getrennter sich nicht mehr paaren.
  3. Geologie: Alle Versteinerungen selbst die ausgestorbener Arten z.B. die Ammoniten passen in einen konsistenten Stammbaum aller In der Regel weicht eine Form um stärker von nachfolgenden Formen ab je älter ist. Fossilien aus zwei aufeinander folgenden Gesteinsschichten weitaus enger miteinander verwandt als Fossilien aus weit auseinander liegenden Schichten.
  4. Aussterben: Das unaufhörliche Aussterben von Arten und höheren Klassen lässt sich nicht leugnen. Warum ein theoretischer Schöpfer so viele nicht lebenstaugliche erzeugt haben nur um sie dann zu Auf welche Weise lässt er die zahlreichen entstehen welche die leeren Stellen im Haushalt Natur ausfüllen sollen? Meist sind beim Aussterben Arten die biologischen Gründe wichtiger als physikalische (Eiszeiten etc.). Die besser angepassten Nachkommen einer werden daher gewöhnlich das Aussterben der Stammform
  5. Alles Leben auf der Erde besteht aus
  6. Der genetische Code ist auf der Erde
  7. Der genetische Stammbaum stammt mit dem vorher Stammbaum weitgehend überein.

Zu wenig wird beachtet dass ein Zufallsmechanismus der Evolution neben der Mutation auch die Variation ist. Die Mutation ist die Veränderung Erbgutes z.B. durch radioaktive Strahlung oder durch Stoffe. Die Variation ist das neue Mischen Erbinformation bei der Fortpflanzung . Wie beim Kartenspiel werden Gene immer kombiniert und so neue nicht vorhersehbare Eigenschaften

Zuwenig wird auch beachtet dass mit Begriff "Kampf ums Dasein" häufig gar nicht direkter Kampf gemeint ist. Es geht manchmal ganz kleine unscheinbare Vorteile die ein besseres ermöglichen. Gar nicht so selten überlebt also physisch schwächere aber eben an die Umwelt angepasste.

Warum fällt es einigen Menschen schwer die zu begreifen ?

  1. Sie widerspricht dem gesunden Menschenverstand: Aus einer wird immer nur eine Maus geboren jedenfalls den Zeiträumen die der Mensch übersieht.
  2. Die Evolutionstheorie kann nicht so einfach in naturwissenschaftlichen Experiment nachgewiesen werden da sie eine von Milliarden Jahren beschreibt somit eine historische enthält. Sie kann deswegen auch am besten den Mitteln der Geschichtsschreibung belegt werden nämlich der Naturgeschichte beispielsweise mit den kilometerdicken Sedimentschichten Geologie die eine historische Abfolge längst ausgestorbener und Pflanzen dokumentieren.
  3. Die Evolutionstheorie beschreibt einen Prozess in zwei Der erste Schritt erfolgt rein zufällig: Die oder Variationen des Erbgutes. Der zweite Schritt zwangsläufig aber ohne vorhersagbares Ziel: Die Auswahl bestangepassten Formen durch den Kampf ums Dasein. Mischprozess aus Zufall und Notwendigkeit ist für Menschen schwer verständlich. Reine Ursache - Wirkungsketten reine Zufallsprozesse sind ihm verständlicher.

Eine Kritik an der Evolutionstherie ist anderem dass nur die Gene betrachtet werden nicht der ganze komplexe Organismus. Außerdem werde das Verschwinden der Arten erklärt aber nicht Entstehen.

Weiterentwicklung der neodarwinistischen Evolutionstheorie

Die neodarwinistische Sichtweise konnte zwar bereits Evolutionsvorgänge erklären hatte jedoch noch deutliche Mängel in der Erklärung der Artbildung von Symbiosen von altruistischen Verhaltensweisen.

Daher wurde sie insbesondere von Ernst Mayr zur Synthetischen Theorie der Evolution weiterentwickelt. Mit ihr wurde es beispielsweise die Entstehung von Arten weitaus schlüssiger zu Durch die Einbeziehung der informationstheoretisch geprägten Systemtheorie nach Ludwig von Bertallanfy entwickelte vor die Wiener Schule (Rupert Riedl u.a.) die Systemtheorie der Evolution . Durch Einbeziehung der Chaosforschung wurde die von Lorenzen 1988 zur Synergetischen Evolutionstheorie ausgebaut.

Siehe auch Selektion Mutation Variation Lamarck Kreationismus

Literatur

  • Dawkins Richard Der Blinde Uhrmacher dtv TB 11261
    Dieses populärwissenschaftliche und leicht lesbare Buch will nichtübernatürliche Erklärung für die Existenz komplexer Lebewesen
  • Darwin Charles Die Entstehung der Arten Reclams Universal Bibliothek 3071
    Grundlegendes Buch über die Evolutionstheorie. Sehr dick noch sehr lesenswert ein Klassiker
  • Darwin Charles Die Entstehung der Arten 1 CD-ROM. Digitale Bibliothek Spektrum Nr.2. ISBN 3-932544-51-X
  • Küppers Bernd-Olaf Der Ursprung biologischer Information Zur Naturphilosophie der Serie Piper 1313 2.Aufl.1990
  • Watson James D. Die Doppelhelix rororo TB 6803
    Schildert die Entdeckung der Erbsubstanz ein Klassiker.
  • Monod Jacques Zufall und Notwendigkeit Philosophische Fragen der modernen dtv Tb 1069
  • Hrsg. v. Rainer Brömer Uwe Hoßfeld u. A. Rupke. Evolutionsbiologie von Darwin bis heute: Verhandlungen zur und Theorie der Biologie Bd.4. 2000. 425 S. m. Abb. ISBN 3861353822
  • Riedl Rupert Riedls Kulturgeschichte der Evolutionstheorie. Die Helden ihre und Einsichten. 2003 ISBN 3540436685 Springer Berlin

Weblinks



Bücher zum Thema Neodarwinistische Evolutionstheorie

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