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Kloster Wiblingen bei Ulm


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Das Kloster Wiblingen bei Ulm ist eine 1093 von den Grafen Hartmann und Otto Kirchberg gegründete Benediktinerabtei die 1806 als eines der letzten im Zuge der Säkularisation aufgehoben worden ist. Wiblingen ist eine der Abtei St. Blasien im Schwarzwald. Der Abt von Wiblingen war Werner von Ellerbach.

Im Mittelalter erlangte Wiblingen Bedeutung als besonderer benediktinischer Gelehrsamkeit und mustergültiger Klosterzucht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde dem Kloster stark zugesetzt doch es nicht zuletzt durch den bedeutenden Abt Rauh (Amtszeit 1635-63) der auch Feldbischof der Armee war die schwierigen Zeiten überstehen und Kriegsende einen erneuten Aufschwung nehmen. Die wachsende und politische Bedeutung unter den Äbten Ernest Maurus Falkner und Modest I. führte schließlich Jahr 1701 zur endgültigen Lösung von der Vogtei und der Erhebung in den vorderösterreichischen

Dies dürfte der Auslöser für den gewesen sein der 1714 begann und weitgehend Spät barock geprägt ist mit Ausnahme der Kirche ein Hauptbeispiel des Frühklassizismus in Süddeutschland darstellt. mittelalterliche Klosterbau hatte eine unregelmäßige Struktur und immer wieder erweitert und verändert worden die stammte aus der Romanik . Bis in das späte 17. Jahrhundert man die Klosteranlage fortgeführt umgebaut und erweitert. das Kloster vorderösterreichisch wurde begann nach dem des Escorial in Spanien eine umfassende Neuplanung einer Kirche im Zentrum die von einem angelegten Geviert und Vorhöfen umgeben ist. Den dazu lieferte so der Klosterchronist Michael Braig bedeutende Barockbaumeister Christian Wiedemann. Nach diesem von Mosbrugger-Projekt in Einsiedeln beeinflussten Plan hat man die Vorhöfe bauen begonnen. Um 1730 erfolgte eine erste (Erweiterung) was dazu führte dass Torhaus und sich nun nicht mehr auf einer Achse (vergl. Bölz Baugeschichte 1922). Weitere Planänderungen folgten: ursprünglich vorgesehene Zentralbau wurde durch einen Längsbau (überliefert in einem Stich von Gottfried Bernhard wohl nach dem Vorbild von Weingarten und unter Einbeziehung bestimmter Einflüsse von Caspar Mosbruggers (vergl. Purrmann Aufsatz: Wiblingen und 2003). Nach dem Plan Wiedemanns wurde im des Klosters der berühmte Bibliothekssaal errichtet doch Bauleitung hatte zum Zeitpunkt seiner Vollendung (1744) schon der Neffe Wiedemanns Johann der am vorher schon als Palier mitgearbeitet hatte (vergl. Aufsatz Familie Wiedemann 2001). 1750 erfolgte die Joh. Michael Fischers als Bauleiter. Dieser überarbeitete Wiedemanns Pläne sich am besten am Holzmodell für Kloster Schussenried ablesen lassen das als weitgehende Kopie Wiblinger Planungen gelten kann). Fischers Leistung für besteht vor allem in dem neugestalteten Osttrakt er einen markanten Risalit gegeben hat und den Kapitelsaal als Zentrum der klösterlichen Organisation des Selbstverständnisses einer Territorialherrschaft ausübenden Abtei auszeichnete. dieser Fassade war das Gebäude der kaiserlichen in Wien ein bewußtes Zitat der vorderösterreichen um ihre Verbundenheit mit dem Kaiserhaus darzustellen.

Umstritten ist Fischers Planungstätigkeit für den Die so genannten "Regensburger Risse" werden heute mehr Fischer eigenhändig zugeschrieben (vergl. Dischinger Fischer 1997 und Möhring Diss. Fischer) doch hat glaubhaft gemacht dass es sich um Kopien Fischer-Entwürfen handelt die noch vieles von den des überragenden Baumeisters aufweisen darunter vor allem Prospektwirkung die ihresgleichen sucht und mit Ottobeuren und Zwiefalten leicht konkurrieren kann. Die Risse enthalten so viele Fehler und Ungenauigkeiten dass es nicht um Originalzeichnungen Fischers handeln kann sondern Zusammmenstellung des Plansatzes muss einem anderen Baumeister Fischers Abzug aus Wiblingen (1757) übertragen worden Da die Risse später nach Neresheim (und dort in das Thurn- und Taxissche Zentralarchiv Regensburg) gelangt sind kommen als Zeichner Johann oder dessen Sohn Dominikus in Frage (Dominikus arbeitete unter Balthasar Neumann in Neresheim).

Da das Kloster unter Geldmangel litt das Kirchenbauprojekt bis zum Tod des Abtes Hamberger (Amtszeit 1730-62) nicht ausgeführt werden. Auch Nachfolger Modest II. (1762-68) zeigte kein Interesse oder hatte noch keine finanziellen Mittel. Die auf beide Äbte erwähnen jedenfalls nicht dass den Kirchenbau begonnen hätten sonst aber alle so geringen Bautätigkeiten. Erst Abt Roman Fehr hat den Grundstein zu der ausgeführten Kirche der Baumeister war Johann Georg Specht der der späten Vorarlberger Bauschule hervorgegangen ist und Kirchenbau von St. Gallen und der Birnau genau kannte. Nach deren Vorbild hat seinen Bau entworfen und dieser wäre trotz Vereinfachungen wohl noch recht "spätbarock" ausgefallen wäre nicht dem Freskanten Januarius Zick der von Jakob Emele in Schussenried eine Architekturausbildung erhalten hatte Specht zu verdrängen und den Bau im Stil" d.h. im französischen Zopfstil zu vollenden. im Inneren gelang das und es ergab ein stimmiges Raumbild des frühen Klassizismus mit Reminiszenzen. Die Fassade mit über Eck gestellten (vergl. Planungen für St. Gallen) blieb unvollendet der letzte Abt Ulrich IV. versuchte noch der Franzoseneinfälle vergeblich die Fassade zu vollenden. der Südtrakt des Klostergevierts mußte unausgeführt bleiben die württembergische Heeresverwaltung angeblich nach alten Plänen Geviert im Jahre 1917 schloß.

Literatur

  • Braig (ehem. Wiblinger Konventuale): Klosterchronik Isny 1834 Neuausgabe Weißenhorn 2003
  • Bölz: Baugeschichte 1922 (nur ein Ex. in Stuttgart
  • Feulner: Kloster Wiblingen 1925
  • Schwenger: Kloster Wiblingen 1930

Weblinks



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