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Konjunktiv


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Der Konjunktiv ist einer der drei Modi im Deutschen (die anderen zwei sind der Indikativ und der Imperativ ). Im Deutschen unterscheidet man zwischen dem Konjunktiv I und dem Konjunktiv II die sich jedoch zunehmend vermischen insgesamt verwischen.

Inhaltsverzeichnis
1 Bildung des Konjunktivs I
2 Verwendung des Konjunktivs I
3 Beispiele
4 Die Vergangenheitsform in der indirekten Rede
5 Bildung des Konjunktivs II
6 Verwendung des Konjunktiv II
7 Konjunktiv-Form mit würde
8 Konjunktiv in anderen Sprachen

Konjunktiv I

(innerhalb des indogermanischen Systems der Konjugationen eigentlich ein Konjunktiv Präsens )

Bildung des Konjunktivs I

Die Formen des Konjunktivs I werden Wortstamm der Grundform (des Infinitivs) abgeleitet.

Der Stamm des Verbs wird genommen die Konjunktivendung werden angehängt.

Beispiel: sein


Infinitiv Indikativ Präsens Konjunktiv I
sei|n es ist es sei (selten gibt es die Form seie)

Der Stamm bekommt die Personalendung:

ich ~e
du ~est
er/sie/es ~e
wir ~en
ihr ~et
sie ~en

Verwendung des Konjunktivs I

Der Konjunktiv I wird -- vor in der Schriftsprache -- in der indirekten Rede verwendet heißt wenn man nicht in wörtlicher Rede indirekt wiedergeben will was jemand gesagt hat. diesen Modus wird kenntlich gemacht dass nicht die Meinung sondern das was jemand anders geäußert übermittelt wird. Oft wird dadurch auch eine des Sprechers zur wiedergegebenen Aussage vermittelt.

Beispiele

Infinitiv Konjunktiv I
sollen er solle
haben sie habe
können es könne
sehen er sehe

Die Vergangenheitsform in der indirekten Rede

1. Perfekt wörtliche Rede indirekte Rede
"Ich bin da gewesen." Er sei da gewesen.
"Ich habe gelacht." Sie habe gelacht.
"Wir haben geweint." Sie hätten geweint.

2. Präteritum wörtliche Rede indirekte Rede
"Ich war zu Hause." Ich sei zu Hause gewesen.
"Ich ging hinaus." Er sei hinaus gegangen.
"Ich schlief." Sie habe geschlafen.
"Wir schliefen." Sie hätten geschlafen.

Als Vergangenheitsform der indirekten Rede muss Perfekt verwendet werden. Die Formen der temporären "haben" bzw. "sein" werden in die Konjunktivform indirekten Rede gebracht.

Konjunktiv II

(innerhalb des indogermanischen Systems der Konjugationen eigentlich ein Konjunktiv Imperfekt )

Bildung des Konjunktivs II

Der Konjunktiv II wird vom Präteritum abgeleitet. Der Wortstamm bekommt die entsprechende

Beispiel: gehen


Infinitiv Indikativ Präteritum Konjunktiv II
geh|en er ging es ginge

Der Präteritumstamm bekommt die Personalendungen:

ich ~e
du ~est
er/sie/es ~e
wir ~en
ihr ~et
sie ~en

Verwendung des Konjunktiv II

Der Konjunktiv II wird auch Irrealis Möglichkeitsform genannt weil er ausdrückt was sich wünscht oder vorstellt was wahrscheinlich nicht Wirklichkeit oder nur unter bestimmten Bedingungen möglich wäre.

Indirekte Rede

In der indirekten Rede verwendet man Form des Konjunktivs I. Wenn die Formen Präsens und des Konjunktivs I gleich sind muss in die Form des Konjunktiv II werden um Missverständnisse zu vermeiden. Das ist immer bei der 1. Person Singular und (ich & wir) und in der 3. Plural (sie) der Fall. Die 3. Person dabei häufig vor; dabei wird also die des Konjunktivs II verwendet werden.

Obwohl bei regelmäßigen Verben keine Form Konjunktiv II gebildet werden kann die sich Präteritum unterscheidet verwendet man diese in der Rede da nur selten Verwechselungsgefahr besteht. Nur es wirklich Missverständnisse geben könnte sollte man 'würde' umschreiben.

Konjunktiv-Form mit würde

Oft wird heute vor allem in Umgangssprache anstatt des Konjunktivs eine Hilfskonstruktion mit würde verwendet zum Beispiel:
Er sagte er würde das machen.
anstatt
Er sagte er mache das.

Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um eine in den Konjunktiv II gesetzte Futur -Form:

Er sagte: "Ich werde das machen."
wird in der indirekten Rede zu
Er sagte er werde das machen. (Konj. I)
bzw.
Er sagte er würde das machen. (Konj. II)

Konjunktiv in anderen Sprachen

Der Konjunktiv kommt mehr oder weniger in allen indogermanischen Sprachen vor. Er heißt auch manchmal Optativ . Die meisten Sprachen haben ähnlich wie Deutsche ein oder zwei besondere Formen (wie Beispiel Konjunktiv I und Konjunktiv II ). Manche insbesondere ältere Sprachen ( Altgriechisch Sanskrit ) aber auch die Französische Sprache haben neben Indikativ und Konjunktiv noch Verbformen ( Modi ) die weitere sprachliche Nuancen ermöglichen. Im Englischen ist der Konjunktiv dagegen nur noch Rest erhalten zum Beispiel im Satz "God (statt: saves) the Queen!"

Historisch (im Latein noch gut erkennbar) war der Konjunktiv Gegenstück des Indikatives. So wie es im die drei Zeiten Präsens Präteritum und Futur I gibt (jeweils auch mit den vorzeitigen Perfekt Plusquamperfekt und Futur II ) wäre für alle diese Formen auch passende Konjunktiv-Form zu erwarten.

Während sich in den Romanischen Sprachen während der letzten zwei Jahrtausende diese teilweise verloren haben sind sie im Latein noch großenteils erhalten. Dort gibt es:

  • Konjunktiv Präsens
  • Konjunktiv Imperfekt
  • Konjunktiv Perfekt
  • Konjunktiv Plusquamperfekt

Einen Konjuktiv des Futurs kennt das dagegen nicht.



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