Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 22. September 2019 

Kriegsschulddebatte


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Die Debatte um die Schuld oder des deutschen Kaiserreichs für den Ausbruch des 1. Weltkrieges hat die politische Diskussion in der Weimarer Republik und seit dem Beginn der 1960er Jahre die Geschichtsschreibung intensiv geprägt.

Inhalt sowohl der politischen als auch historischen Debatte ist die Frage welches Maß Schuld und Verantwortung dem Kaiserreich für den zugerechnet werden muss.

Dieses Maß ist erheblich da die mit ihrer "Blankovollmacht" vom 5. Juli 1914 Österreich-Ungarn grünes Licht für das Vorgehen gegen Serbien gab und auf eine schnelle Aktion "um den jetzigen für uns so günstigen (für einen Angriff auf Russland ) nicht unbenutzt zu lassen" wie Wilhelm II. meinte.

Inhaltsverzeichnis

Augusterlebnis

Die Stimmungslage im August 1914 soll an zwei Zitaten verdeutlicht werden. Vorabend des Einmarsches der reichsdeutschen Truppen in fasste der britische Außenminister Sir Edward Grey seine Sicht in Worte: "In ganz Europa gehen die Lichter aus. Wir werden nicht mehr erleben dass sie angezündet werden." Ganz anders der deutsche Schriftsteller Thomas Mann : "Wie hätte der Künstler der Soldat im nicht Gott loben sollen für den Zusammenbruch Friedenswelt die er so satt so überaus hatte! ... Krieg! Es war die Reinigung was wir empfanden und eine ungeheure Hoffnung." (für die deutsche Kriegsbegeisterung siehe auch: Augusterlebnis)

Politische Dimensionen

Die Frage der deutschen Kriegsschuld hatte die inneren politischen Auseinandersetzungen sowohl im 1. Weltkrieg als auch in den Jahren der Weimarer Republik Bedeutung.

Der Botschafter des Deutschen Reiches in London Fürst Lichnowsky schrieb über seine Verhandlungen der britischen Regierung. Er offenbarte dass die Regierung jedes Angebot für eine Lösung des auf dem Verhandlungswege brüsk zurückwies. Linke Sozialdemokraten sammelten aus verschiedenen Quellen Belege die bewiesen dass die Reichsregierung Österreich-Ungarn geradezu in Krieg getrieben hatte. Die deutsche Kriegsschuld war der Konflikte die schließlich zur Spaltung der Sozialdemokratie im Verlauf des 1. Weltkrieges führte. Vollends offenbar wurde die deutsche zum Krieg durch Dokumente die von den Bolschewisten aus den russischen Archiven veröffentlicht wurde. so manchem Kriegsbefürworter - wie dem Sozialdemokraten Philipp Scheidemann - war schon im August 1914 dass die Reichsregierung nicht mit allen Mitteln hatte den Krieg abzuwenden.

Nach der Niederlage des Deutschen Reiches insbesondere Frankreich von der neuen Reichsregierung das Bekenntnis deutschen Kriegsschuld. Damit begründeten die französischen Politiker Härte der Friedensbedingungen im Versailler Vertrag . Wohl wissend dass die Siegermächte mit Verurteilung der kaiserlichen Regierung im Wesentlichen Recht lehnten die Politiker der Weimarer Koalition aus SPD Zentrum und DDP das Eingeständnis ab.

So wurde die Beseitigung des Versailler Vertrages zu einem Ziel nationaler Politk weil gleichzeitig die deutsche Kriegsschuld als falsch zurückgewiesen sollte.

Historische Debatte (Fischer-Kontroverse)

Im Oktober 1961 veröffentlichte der Hamburger Historiker Fritz Fischer Buch "Griff nach der Weltmacht" mit der "Da Deutschland den österreichisch-serbischen Krieg gewollt und hat und im Vertrauen auf die deutsche Überlegenheit es im Juli 1914 bewußt auf Konflikt mit Rußland und Frankreich ankommen ließ die deutsche Reichsführung den entscheidenden Teil der Verantwortung für den Ausbruch des allgemeinen Krieges." Er sprach damit gegen die vorherrschende das Reich sei - wie die anderen auch - in den Krieg hineingeschlittert . Eine hitzige Debatte begann die bis zwar abgekühlt aber noch nicht beendet ist.

Fischers Auffassung hat sich nicht in Punkten aber im wesentlichen durchgesetzt. Er hat dazu beigetragen dass von Historikern der anderen Staaten die Rolle "ihrer" Regierungen mittlerweile kritischer werden kann.

siehe auch: Kriegsschuldlüge Dolchstoßlegende

Literatur

  • Robert K. Massie: Die Schalen des Zorns. Großbritannien Deutschland und Heraufziehen des Ersten Weltkrieges Frankfurt/Main (S. Fischer) 1993 - ISBN 3100489071 - flott beschrieben (Grey-Zitat auf S.
  • Volker Ullrich: Die nervöse Großmacht. Aufstieg und Untergang des Kaiserreichs 1871 - 1918 Frankfurt/Main (S. Fischer) 1997 - ISBN 3100860012 - sehr abgewogene Darstellung (Mann-Zitat auf 264).
  • Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des Deutschland 1914/18 Kronberg (Athenäum) 1977 - (Zitat in Ausgabe auf S. 82) - neue Ausgabe Droste 2000 ISBN 3770009029




Bücher zum Thema Kriegsschulddebatte

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Kriegsschulddebatte.html">Kriegsschulddebatte </a>