Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 22. September 2019 

Kurmainz


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Kurmainz war der Staat der Kurfürsten und Erzbischöfe von Mainz im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation . Er gehörte mit Kurköln und Kurtrier zu den drei geistlichen Kurfürstentümern. Den rheinischen Erbischöfen stand zusammen mit den Pfalzgrafen bei Rhein den Markgrafen von Brandenburg den Herzögen von Sachsen und den Königen von Böhmen seit dem 13. Jahrhundert das alleinige Recht zur Wahl des Königs und römischen Kaisers zu.

| Das Grabmal Peters von Aspelt Mainzer Dom zeigt den Erzbischof und Kurfürsten den drei von ihm gekrönten Königen Johann von Böhmen Heinrich VII. und Ludwig den Bayern . |}

Inhaltsverzeichnis

Das Gebiet des Kurfürstentums und des Mainz

Die Grenzen des Kurfürstentums und des Erzbistums stimmten geographisch nicht überein. Zum Erzbistum die Diözesen Worms Speyer Konstanz Straßburg Augsburg Chur Würzburg Eichstätt Paderborn und Hildesheim .
Das Kurfürstentum umfasste nach dem Stand 1787 1. das Untere Erzstift wozu Mainz einige Orte südlich der Stadt das Rheingau die Gegend um Bingen und ein langer Gebietsstreifen nordöstlich von der sich in den Taunus hinein bis hin zur Festung von erstreckte gehörten und 2. das Obere Erzstift ein Rechteck von Seligenstadt im Norden über die Bergstrasse und den Odenwald bis Heppenheim und Walldürn im Süden zweigeteilt durch Main mit der Verwaltungshauptstadt Aschaffenburg . Dazu kamen noch einige hessische Ämter der Erfurter Staat der Eichsfelder Staat sowie Anteile an den Grafschaften Rieneck (im fränkischen Kreis) und Königsstein (im Kreis) an der Grafschaft Gleichen und an der Niederen Grafschaft Kranichfeld. Fläche des Kurfürstentums betrug insgesamt 6150 km² Einwohnerzahl 350.000. In der Stadt Mainz selbst 30.000 Menschen.

Die historische Entwicklung von Kurfürstentum und

Das Mainzer Erzbistum wurde 780 /81 endgültig begründet. Bis zum 13. Jahrhundert seine Entwicklung gekennzeichnet durch den stetigen Aufstieg Mainzer Erzbischofes zum ersten geistlichen und weltlichen Das Spätmittelalter war die Phase der Territorialisierung des Ausbaues der Besitzungen des jetzt Kurstaates Erzbistums die erst mit dem Zusammenbruch in Mainzer Stiftsfehde 1462 endete. In der Zeit der Reformation erlitt Mainz die schwersten territorialen Verluste es während der Gegenreformation und des Dreißigjährigen Krieges nur geringfügig wieder ausgleichen konnte. Vom Westfälischen Frieden bis zur Säkularisierung 1803 veränderte sich der Kurstaat in territorialer nicht mehr. Es kam zur Erstarrung und auch zum endgültigen Verlust seiner früheren reichspolitischen

Die Bevölkerungsgruppen im Kurstaat

In Kurmainz lassen sich vier Bevölkerungsgruppen Die zahlenmäßig größte Gruppe waren die Bauern die sich in einem abhängigen Status Alles Ackerland das sie bebauten gehörte den Ständen d.h. in diesem Fall dem Kurfürst Domkapitel den Klöstern und Reichsrittern die aus verschiedenen Steuern die Bauern zu leisten hatten allem dem Zehnten ein lukratives Einkommen bezogen. zweifellos einflussreichste Bevölkerungsschicht waren die Reichsritter die als Angehörige des Adels in konkurrenzlos waren da es außer ihnen nur den Dienstadel gab dessen Beamte aber zum gerechnet wurden. Die Reichsritter waren reichsunmittelbar d.h. der Souveränität und Jurisdiktion des Kurfürsten untergeordnet unterstanden direkt dem Kaiser. Die meisten Kurfürsten der Reformation gehörten selbst diesem Reichsritterstand an. privilegierter Stand waren die Reichsritter von jeglichen und Abgaben befreit. Ihnen waren alle vierundzwanzig des Domkapitels etwa 130 Beamtenstellen im Kurfürstentum etwa fünfundsechzig Ehrenposten am Mainzer Hof hohe beim Militär sowie die Besetzung der kurfürstlichen ausschließlich vorbehalten. Die letzten hier zu nennenden sind die Bürger und die Beisassen bzw. Tolerierten die hauptsächlich in den Städten vor allem in konzentrierten. Zum Bürgertum zählten die Kaufleute Geschäftsleute und Handwerksmeister Mitglieder einer Zunft da nur diese das Bürgerrecht bekamen. Bürger hatten besondere Rechte und Privilegien z.B. Freiheit sie brauchten keine Fronen und keinen Militärdienst zu leisten und zu städtischen Körperschaften gewählt werden. Unter Beisassen Tolerierten letztere waren die Protestanten und Schutzjuden man die Zugewanderten in Mainz die sich bestimmte Zeit und auf Widerruf dort niederlassen ihren Beruf ausüben durften aber kein Bürgerrecht konnten.

Die Wirtschaft

Im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens des Kurfürstentums stand die Stadt Mainz. Mainz war weniger wie Frankfurt als eher Verteilungszentrum für Waren. die Stadt herum lag fruchtbares Gebiet und ausgiebige landwirtschaftliche Produktion lieferte Tabak Hanf Hirse Nüsse und vor allem Getreide für den Ebenfalls exportiert wurde Holz aus den Wäldern Taunus und Spessart. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang auch das Rheingau als bestes Weinanbaugebiet in Deutschland. Die Mainz besaß zusammen mit Köln seit 1495 Stapelrecht das den Handel auf dem Rhein Güter die die Stadt passierten mussten ausgeladen drei Tage zum Verkauf angeboten werden ehe wieder in Mainzer Schiffe eingeladen und zu endgültigen Ziel transportiert werden durften. Die Kurfürsten sehr an der Aufrechterhaltung dieses Privileges interessiert es ihnen die dabei anfallenden Gebühren als für die Staatskasse sicherte.
Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Wirtschaft noch von den Handwerkszünften beherrscht die seit 1462 schon dem fürstlichen Absolutismus unterlegen Ein vom Kurfürsten ernanntes Mitglied des Stadtrates 1782 zwei Polizeikommissare mussten bei allen Versammlungen Zünfte anwesend sein. Keine Entscheidung konnte ohne des Kurfürsten getroffen werden. Somit waren die im Grunde nur noch Staatsorgane. Insgesamt wurde unter anderem durch Abschaffung der städtischen Freiheiten 1462 wirtschaftlich von Frankfurt in den Hintergrund Erst mit der merkantilistischen Politik des Kurfürsten Friedrich (1743-1763) erfuhr der Handel eine Wiederbelegung. 1730 und 1790 war sowohl ein wirtschaftlicher als auch ein Bevölkerungswachstum in Kurmainz zu

Kurfürst und Domkapitel

Die Stellung des Kurfürsten im Römischen

Neben seinen Funktionen im Mainzer Kurstaat Erzbistum kam dem Kurfürsten noch eine herausgehobene im Römischen Reich zu. Er war Vorsitzender Kurfürstenkollegs d.h. er berief die sechs anderen zur Wahl des neuen Kaisers nach Frankfurt Dort hatte er den Vorsitz bei der und den Beratungen über die Wahlkapitulation. Auch er die Weihe und Salbung des neuen vor. Darüber hinaus war der Mainzer Kurfürst und Kopf der Reichskanzlei formal auch wichtigster im Reichstag. Er übte die Kontrolle über Reichstagsarchiv aus und hatte eine besondere Position Reichshofrat und Reichkammergericht inne. Als kreisausschreibender Fürst Direktor oblag ihm die Leitung des kurfürstliche-rheinischen Die meisten dieser Funktionen jedoch hatten eher Charakter als dass sie dem Kurfürsten politisches verliehen.

Das Mainzer Domkapitel

Das Mainzer Domkapitel hatte 24 Pfründen und ein eigenes Herrschaftsgebiet das direkt Kaiser unterstellt war und für das es Kurfürsten nicht verantwortlich war. Das Gebiet schloss Ländereien ein unter anderem die Stadt Bingen 7 weitere bedeutende Ortschaften. Darüber hinaus hatte Kapitel auch Ländereien im Kurfürstentum selbst und anderen Fürstentümern. Diese Besitzungen sicherten dem Domkapitel Einkünfte die schätzungsweise ein Fünftel des Gesamteinkommens Mainzer Erzstifts ausmachten. Die Mitglieder des Kapitels z.T. aber noch andere Einkünfte die sich ergaben dass sie in weiteren Kapiteln oder saßen oder weltliche Ämter im Kurfürstentum die sie reserviert waren innehatten. Beherrscht wurde das von den Reichsrittern. Seine Mitglieder mussten einem drei Reichsritterkreise d.h. dem fränkischen schwäbischen oder angehören und nachweisen dass ihre 16 Ururgroßeltern deutschen ritterlichen Ursprungs waren. Die Lücken im wurden gefüllt durch Kooptation d.h. Ernennung der durch Kanoniker und Kurfürst. In der Praxis führte Verfahren dazu dass immer wieder Verwandte ernannt und das Kapitel von einer kleinen Gruppe Familien beherrscht wurde. Die Hauptaufgabe des Domkapitels die Wahl des Erzbischofes und Kurfürsten sowie Regierung des Kurstaates beim Tode eines Kurfürsten zur Wahl des neuen. Sein Haupteinfluss wurde durch die Wahlkapitulationen in denen jeweils alte neue Privilegien des Domkapitels festgelegt wurden und die der jeweilige Kurfürst bei seinem Regierungsantritt wurde.

Die Wahlkapitulationen

Die Wahlkapitulationen waren die Verfassung des Kurfürstentums insofern man hier überhaupt von einer sprechen kann. Ihre vollständigste Form erreichten sie der capitulatio perpetua von 1788 aufgesetzt vom Kapitel anlässlich der Wahl Koadjutors (= Amtsgehilfen) Dalberg. Diese (jedoch nie Kraft getretene) Kapitulation war als eine Art vorgesehen das nicht nur der Erzbischof und sondern auch Diener und Beamte beschwören sollten. war der Anspruch des Kapitels festgelegt die des Kurfürstentums zu sein; seit dem Bauernkrieg von 1524/25 gab es in Kurmainz Landstände mehr. Darüber hinaus war festgehalten dass Kurfürst ohne Zustimmung des Kapitels kein Land oder verpfänden und keine Schulden machen konnte. war zur Erhaltung der katholischen Religion und von Katholiken bei der Besetzung von Beamtenstellen guter Beziehungen zum Papst und der Verbindung den Habsburgern sowie zur Beseitigung von Glaubensabtrünnigen also Häretikern verpflichtet. Die Wahlkapitulationen verschafften dem Kapitel kein legislatives Veto. Nur in finanziellen Angelegenheiten Steuern Steuererhebungen Schaffung neuer Steuern war seine nötig. Im 18. Jahrhundert haben die Wahlkapitulationen an Bedeutung verloren da sie 1695 vom bzw. 1698 vom Kaiser offiziell verboten worden Jedoch konnte Kurfürst Lothar Franz von Schönborn (1695-1729) der in diesem Fall offensichtlich Seiten des Kapitels stand ein päpstliches Schreiben durch das Mainz vom Verbot der Wahlkapitulationen wurde. Als 1774 vor der Wahl des Friedrich Karl von Erthal erstmals der Einfluss Verbotes spürbar wurde ging das Domkapitel dazu eine offizielle Hauptkapitulation auszuarbeiten und dazu eine geheime Nebenkapitulation in der alle Artikel zusammengefasst die möglicherweise ein Einschreiten des Papstes oder provoziert hätten.

Zentralbehörden und Verwaltung

Der Hofrat

Der Hofrat hatte 1790 insgesamt 49 und beschäftigte sich mit dem Kriminalwesen dem Finanzangelegenheiten Werbegeschäften Religionsangelegenheiten dem Polizeiwesen und der Der Kurfürst war zwar der Präsident des hat aber im 18. Jahrhundert nie mehr den Sitzungen teilgenommen sondern verkehrte indirekt mit Behörde durch Beamte der Geheimen Kanzlei die Mitglieder des Hofrates waren. Die Entscheidungsgewalt hatte der Kurfürst inne der Hofrat hatte nur Befehle auszuführen.

Der Geheime Rat

Dieses Gremium das den Charakter privater hatte diente dem Kurfürsten zur Besprechung von oder weniger geheimen Angelegenheiten im Kreise weniger Dazu zählten einige Räte und hohe Hofbeamte. Aufgabengebiet des Geheimen Rates war vorrangig die Von den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts verlor der Geheime Rat jedoch an Bedeutung. seine Stelle trat die Geheime Konferenz zu Beratungen die höchsten Beamten verschiedener Ressorts zusammentraten.

Die Hofkammer

Die Hofkammer war für die gesamte zuständig d.h. sowohl für die Einnahmen und für den persönlichen Haushalt und Hof des als auch für die der Landesverwaltung. Nur außerordentliche Auflagen zu erheben benötigte der Kurfürst Zustimmung des Kapitels; ansonsten konnte er die nach eigenem Ermessen verwenden wenn er den den er jeweils angeben musste einhielt.

Das Beamtentum

Die Beamten des Mainzer Staates wurden patriarchalischer Art behandelt. Die höchsten Beamten wurden hoch besoldet die übrigen dagegen niedrig was führte dass die Untertanen für die Inanspruchnahme Behörden sehr hohe Gebühren errichten mussten die Beamten als Nebeneinnahmen dienten. So hatten die nicht nur das Staatsinteresse sondern auch den Nutzen im Auge worunter die Verwaltung zu hatte. Das Domkapitel sicherte sich im Laufe Entwicklung des Kurstaates mit Hilfe der Wahlkapitulationen Posten und damit Einfluss auf die Verwaltung dass zumindest nichts ohne sein Wissen geschehen Insgesamt gesehen brachte der Verwaltungsapparat trotz einiger Mängel allein dem Kurfürsten Vorteile der damit ein Instrument verfügte dem das Kapitel nichts entgegenzusetzen hatte.

Das Verhältnis zwischen Kurfürst und Domkapitel entstehenden Absolutismus

Die reichsunmittelbare Stellung der Domherren die der Wahlkapitulationen und die Tatsache dass ihnen Ämter im Staat vorbehalten waren sicherte dem Privilegien Immunitäten und Einfluss auf die Politik. hätte sich in jedem Fall einem tyrannischen widersetzen können. Dies alles führte aber auch einem gewissen Dualismus zwischen Kurfürst und Domkapitel Hinblick auf die Macht im Kurstaat. In Praxis traf aber wohl allein der Kurfürst sein engster Beraterkreis die politischen Entscheidungen. Regelmäßige und ausgedehnte Güter ermöglichten ihm zumindest eine unabhängige Innenpolitik. Als Beamte in der Verwaltung die Domherren den Befehlen des Kurfürsten Folge um ihre Stellung nicht zu verlieren. Sie also dort eher gezwungen sich dem Kurfürsten als dass sie es sich hätten leisten die Interessen des Kapitels allzu stark zu Dies traf vor allem dann zu wenn die Domherren anstrebten Familienmitglieder in der Verwaltung Auf der anderen Seite stammten Kurfürst und meist aus der gleichen Gesellschaftsschicht und damit Insofern galt Ausgleich und Mäßigung als Verhaltensregel beiden und war auch Voraussetzung für den der Regierungsform. Die Kurfürsten hatten ein hauspolitisches möglichst viele Verwandte im Kapitel unterzubringen von vielleicht einer die Nachfolge antritt und damit eigene Regierungsweise stabilisiert. Mit diesem Ziel konnten Kurfürsten sich nicht rücksichtslos über die Interessen Domkapitels hinwegsetzen. Zwischen Kurfürst und Domkapitel existierte eine Symbiose beide waren voneinander abhängig beide die Macht des anderen einzuschränken wobei man 18. Jahrhundert jedoch eine Dominanz der Kurfürsten der aufgeklärten feststellen kann vor allem da allein der Behörden- und Beamtenapparat als Machtinstrument kam. Vielleicht trifft die Bezeichnung Wahlmonarchie am besten auf das Kurmainz dieses zu. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die dass sowohl Kurfürst als auch Domkapitel in Regel Unterstützer der habsburgischen Monarchie waren da als geistliches Territorium vom Überleben des Reiches war. Dies wiederum gab den Habsburgern die hauptsächlich durch finanzielle Mittel Einfluss auf die des Mainzer Kurfürsten zu nehmen.

Die letzten Mainzer Kurfürsten im 18.

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1729-1732)

Da Franz Ludwig der im vorigen erwähnte Koadjutor nur drei Jahre als Kurfürst lässt sich seine Politik schwer charakterisieren. Er im wesentlichen von der Arbeit seines Vorgängers. zu erwähnen sind hier nur Reformen zur der Priester- und Richterausbildung. Mit dem Domkapitel es keine Konflikte da es die Wahlkapitulation mit ihm abgesprochen und die Einhaltung somit hatte.

Philipp Karl von Eltz-Kempenich (1732-1743)

Philipp Karl von Eltz war Domkantor Mainz und wurde 1732 mit kaiserlicher Empfehlung Kurfürsten gewählt. Er verfolgte einen traditionell habsburgischen und hatte sich sehr für die Anerkennung Pragmatischen Sanktion eingesetzt die in Osterreich die regelte. Erst als er 1742 durch seine die Wahl des bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht deutschen Kaiser entschied verschlechterte sich das Verhältnis Osterreich. Philipp Karl hatte zwei Jahre lang Collegium Germanicum in Rom besucht und besaß eine wesentlich bessere geistliche Ausbildung als andere Dies zeigte sich vor allem darin dass seine geistlichen Pflichten intensiver wahrnahm. Auch in Angelegenheiten konnte er eine zwanzigjährige Erfahrung als vorweisen. Hervorzuheben ist hier speziell der Abbau Schuldenlasten des Kurstaates.

Johann Friedrich Karl von Ostein (1743-

Mit Johann Friedrich begann in Mainz Zeit des aufgeklärten Absolutismus. In der Praxis jedoch nicht er der Herrscher im Kurfürstentum sein Kanzler Friedrich Graf von Stadion der unter den zwei Vorgängern Johann Friedrichs hohe innegehabt hatte. Stadion war beeinflusst von von französischen Aufklärung was sich in seinen Reformen Er wollte das Kurfürstentum auf den gleichen mit den weltlichen Staaten des Reiches bringen. konzentrierte er sich vor allem auf die die sehr unter den französischen Militäroperationen im 1740-1748 gelitten hatte. Zur Belebung des Handels er 1746 den Mainzer Handelsstand kümmerte sich um Ausbau der Hauptverkehrsstraßen den Bau neuer Warenhäuser Einrichtung eines dauernden Weinmarktes und zweier jährlich Messe sowie um die Verbesserung des Geldverkehrs. Handelszentrum begann sich wieder von Frankfurt nach zu verlagern. Auch die Kirche blieb von nicht verschont.
1746 wurde ein Tilgungsgesetz erlassen durch verhindert werden sollte dass weltlicher Grundbesitz in Hände überging. Dazu wurde die Rückführung von Besitz in weltliche Hände gefördert. Weitere politische während der Regierungszeit Johann Friedrichs und seines waren die Verbesserung der elementaren Schulausbildung und sozialen Systems sowie die Schaffung eines einheitlichen Landrechts (1756).

Emmerich Josef Freiherr von Breidbach zu (1763-1774)

Emmerich Josef war der bedeutendste Mainzer des 18. Jahrhunderts. Unter seiner Herrschaft wurden Prinzipien der Aufklärung in allen Bereichen konsequent Während er in der Wirtschaft die merkantilistische seines Vorgängers nur fortsetzte es gab keine Wirtschaftsreformen konzentrierte er sich um so mehr die Reformierung des Bildungswesens. Er bemühte sich allem um die Verringerung des klerikalen Einflusses der Jesuiten die die Universitäten und Gymnasien beherrschten. gelang aber erst mit der totalen Auflösung Jesuitenordens durch Papst Clemens XIV. im Jahre Um den Gymnasien und Universitäten eine finanzielle zu verschaffen ordnete Emmerich Josef die Aufhebung Klöstern Beschlagnahmung ihres Besitzes und die Einschränkung Privilegien an. Dies führte 1771 zum Streit dem Domkapitel das seinerseits den Verlust von und Privilegien fürchtete aber sich letztlich dem beugen musste. Diese Maßnahmen dienten der Verbesserung Lehrerausbildung der Einrichtung neuer Fächer vor allem und praktischer durch die die Kinder nicht mehr zu aufrichtigen Christen sondern auch zu Bürgern erzogen werden sollten wobei letzteres im stand. Zusammen mit den anderen beiden rheinischen versuchte Emmerich Josef zwischen 1768 und 1770 Einfluss des Papstes auf Angelegenheiten seines Erzbistums reduzieren. Dieser Versuch scheiterte jedoch an der der drei Erzbischöfe der fehlenden Unterstützung des und der mangelnden Bereitschaft des Papstes Konzessionen machen. Insgesamt war unter der Regierung Emmerich wie auch schon unter der seines Vorgängers Verweltlichung des Kurfürsten in seiner Politik zu sowie eine schärfere Trennung zwischen seiner erzbischöflichen seiner landesherrlichen Funktion. Von seiten der Untertanen noch traditionell mit der Kirche verbunden waren auch von seiten des Kapitels das sich seiner Stellung gemindert sah mussten die Reformen antiklerikales Vorgehen und als Bedrohung für die Religion angesehen werden. Deshalb begann das Kapitel der Zeit nach Emmerich Josefs Tod bis Wahl des neuen Kurfürsten die Reformen rückgängig machen.

Friedrich Karl von Erthal (1774-1802)

Friedrich Karl war in früherer Zeit der Konservativen und vom Kapitel in der gewählt worden den gerade begonnenen reaktionären Kurs Kaum zum Kurfürsten erhoben kehrte Friedrich Karl zum aufgeklärten Absolutismus seiner Vorgänger zurück. Er Reformen im Schulwesen durch reorganisierte die Universitäten Einführung neuer Fächer säkularisierte zur Finanzierung klösterlichen um neben nützlichen Bürgern auch ein effizientes heranzuziehen. Auch Protestanten und Juden waren jetzt Studium zugelassen. Der Protest des Kapitels war mehr so energisch wie früher da inzwischen auch jüngere Leute vertreten waren die mit Prinzipien der Aufklärung vertrauter waren. Andere Reformen der Zeit Karl Friedrichs waren die Kirchenreform die Abschaffung überkommener Zeremonien Einschränkung der Wallfahrten der deutschen Sprache in bestimmten Messen eine der Priesterausbildung Anordnung zur Aufhebung der Leibeigenschaft Verbesserung der Landwirtschaft sowie soziale Maßnahmen. Der versuchte also in alle Bereiche der Gesellschaft einzudringen und dort die Initiative zu ergreifen. vom Widerstand des Kapitels und des Volkes die Reformen zu weit gingen war auch bürokratische System überfordert. Es gab Schwierigkeiten bei praktischen Umsetzung der Reformen die zum Teil scheiterten dass die Verwaltung die Verordnungen nicht konnte.

Das Ende des Kurfürstentums und Erzbistums

1790/91 kam es in Mainz zu Handwerker- und Bauernaufständen sowie zum Zuzug französischer infolge der Revolution von 1789. Im Jahre 1792 fiel die Stadt Mainz an Frankreich und Domkapitel mussten nach Aschaffenburg fliehen. Im Teil des Erzstifts übernahm 1802 der 1787 zum Koadjutor gewählte Freiherr Dalberg die Regierung nachdem Karl Friedrich resigniert Das Domkapitel bestand zwar noch weiter hatte keinen politischen Einfluss mehr. Das infolge des Konkordates von 1801 neu festgelegte Bistum Mainz wurde dem Bischof Josef Ludwig Kolmar

Siehe auch: Liste der Erzbischöfe von Mainz

Literatur

  1. Blanning T.C.W. Reform and Revolution in Mainz Cambridge 1974
  2. Diepenbach W. und Stenz Carl (Hrsg.) Die Kurfürsten Mainz 1935
  3. Stimming M. Die Wahlkapitulationen der Erzbischöfe und von Mainz 1233-1788 Göttingen 1909
  4. Rauch G. Das Mainzer Domkapitel in der Teil 1 in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Kan.Abt. LXI Bd. 92 Weimar 1975 S.
  5. Liebeherr I. Das Mainzer Domkapitel als Wahlkörperschaft Erzbischofs in: Brück A. (Hrsg.) Willigis und Dom Festschrift zur Jahrtausendfeier des Mainzer Doms 1975 S. 359-391




Bücher zum Thema Kurmainz

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Kurmainz.html">Kurmainz </a>