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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 14. Dezember 2019 

Libellen


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Insektengruppe Libellen. Für andere Bedeutungen des Wortes siehe Libelle .
Libellen
gebänderte Prachtlibelle ( Calopteryx splendens )
Foto: Matthias Zimmermann
Systematik
Stamm : Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm : Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse : Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse : Insekten (Insecta)
Unterklasse : Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung : Libellen (Odonata)
Ordnungen
  • Großlibellen (Anisoptera)
  • Kleinlibellen (Zygoptera)
  • Urlibellen (Anisozygoptera)

Die Libellen (Odonata) bilden eine Überordnung innerhalb der Klasse der Insekten . Von den bekannten 4700 Arten leben Mitteleuropa etwa 80. Die Flügelspannweite der Tiere zwischen 20 und 110 mm die Art Megaloprepus coerulatus kann eine Spannweite von maximal 150 erreichen.

Inhaltsverzeichnis

Bau der Libellen

Die Libellen zeichnen sich durch einen Flugapparat aus. Die Fähigkeit ihre beiden Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen zu können ermöglicht es abrupte Richtungswechsel zu vollziehen in der Luft zu bleiben oder (bei einigen Arten) auch zu fliegen. Die großen Vorder- und Hinterflügel annähernd gleich groß und weisen eine komplexe auf. Da ihnen das für die Neuflügler typische Flügelgelenk fehlt können sie die nicht nach hinten über den Hinterleib legen. als bei allen anderen Insekten setzen bei Libellen die Flugmuskeln direkt an den Flügeln

Facettenauge einer Libelle

Der Kopf der Libellen ist deutlich den Brustsegmenten getrennt und dadurch extrem beweglich. sind die großen Facettenaugen die bei einigen Arten aus bis 30.000 Einzelaugen (Ommatidien) bestehen können. Die Mundwerkzeuge besonders die Mandibeln sind kräftig entwickelt und bezahnt (daher wissenschaftliche Name "Odonata")

Die Brustsegmente sind sehr kräftig ausgebildet schräg gegenüber dem ersten Segment ausgerichtet. Auf Weg entsteht ein nach vorn gerichteter "Fangkorb" den Beinen. Der Hinterleib ist meist schlank und farbig. Durch die Länge bewirkt er Stabilisierung beim Flug. Die Männchen besitzen am des Hinterleibs eine Greifzange aus umgebildeten Hinterleibsanhängen Cerci ) mit der sie das Weibchen bei Paarung festhalten können.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die beiden ausgewachsenen Libellen finden sich Flug wobei nach einem Vorspiel häufig das das Weibchen mit der Hinterleibszange hinter dem ergreift. Danach biegt sich das Weibchen im nach vorn und berührt mit ihrer Geschlechtsöffnung 8. oder 9. Hinterleibssegment den Samenbehälter des am 2. oder 3. Hinterleibssegment. Dabei entsteht für Libellen typische Paarungsrad der Libellen. Das Weibchen legt nach Begattung die Eier in ein Gewässer ab.

Libelle

In diesen Gewässern durchleben alle Libellen Frühentwicklung. Im Wasser sind die Larven gut angepasste Räuber und besitzen als Organ für diese Lebensweise eine typische Fangmaske im Ruhezustand unter den Kopf gefaltet wird. ein potentielles Opfer in Reichweite schnellt dieses Instrument hervor und die Beute wird gepackt. (Zygoptera) bevorzugen als Beute vor allem Mückenlarven und Kleinkrebse wie etwa die Bachflohkrebse Gammarus pulex ). Larven der Großlibellen (Anisoptera) jagen entsprechend Beutetiere wie kleine Kaulquappen oder Insekten und deren Larven.

Zur Atmung unter Wasser besitzen Libellenlarven verschiedene Techniken wodurch sie auf den ersten unterschieden werden können: Die Kleinlibellen haben an Hinterende drei blattförmige Kiemen mit denen sie Sauerstoff aus dem aufnehmen können. Großlibellen hingegen besitzen keine Kiemen. Aufnahme des Sauerstoffes erfolgt hier durch ein Gewebe im Enddarm. Entsprechend sind besonders Großlibellen von sauerstoffreichen unverschmutzten Gewässern.

Die Verpuppung der Larven erfolgt außerhalb Wassers meist an den Stängeln oder auf Blättern von Wasserpflanzen bzw. Schilf. Dort schlüpft dann auch ausgewachsene Insekt ( Imago ) aus der Larvenhülle die als Exuvie

Gefährdung der Libellen

Im Jahr 2001 wurde die Plattbauchlibelle ( Libellula depressa ) zum Insekt des Jahres gewählt. Begründet wurde diese Entscheidung damit die auffällige und weit verbreitete Art stellvertretend alle Libellen (Odonata) stehen und auf deren in Deutschland aufmerksam machen soll. Die Gefahr vor allem aus von einer ständig voranschreitenden und Trockenlegung vieler Gewässer die von den als Lebensraum gebraucht werden. Die Folge: zwei der rund 80 heimischen Arten sind gefährdet Prozent sogar vom Aussterben bedroht. Da den Laien die Artunterscheidung nicht möglich ist stehen Libellenarten in Deutschland und den meisten Nachbarländern Artenschutz es dürfen also nur die leeren (Exuvien) gesammelt werden.

Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben sind ungiftig und können auch nicht stechen sie also für den Menschen völlig harmlos. Alte wie etwa "Teufelsnadel" kamen durch diese falsche zustande und brachten den Libellen einen nicht positiven Ruf bei.

Große Pechlibelle

Libellen gibt es schon seit mindestens Millionen Jahren. Damals hatten die größten (bekannten) eine Flügelspannweite von 70 Zentimetern. Die größten Libellen haben ein Spannweite von 19 cm.

Systematik der Libellen

Bei den Libellen unterscheidet man drei Bei den Großlibellen (Anisoptera ca. 2500 Arten) die Flügelpaare ungleich groß und stehen in seitlich vom Körper ab. Die Facettenaugen berühren sich meistens in der Kopfmitte. (Zygoptera ca. 2600 Arten) haben gleich große die in Ruhestellung nach hinten über dem zusammengefaltet werden. Die Augen stehen weit auseinander. Urlibellen (Anisozygoptera) existieren heute nur noch in Arten im Himalaya und in Japan

Die Arten Mittel- und Südeuropas gehören folgenden Familien an:

  • Libellen - Odonata
    • Kleinlibellen - Zygoptera
      • Prachtlibellen - Calopterygidae
        • Blauflügel-Prachtlibelle - Calopteryx virgo
        • Gebänderte Prachtlibelle - Calopetryx splendens
        • Südwestliche Prachtlibelle - Calopetryx xanthostoma (Mittelmeergebiet)
        • Bronzene Prachtlibelle - Calopetryx haemorrhoidales (Mittelmeergebiet)
      • Lestidae
        • Gemeine Winterlibelle - Sympecma fusca
        • Sibirische Winterlibelle - Sympecma paedisca
        • Glänzende Binsenjungfer - Lestes dryas
        • Gemeine Binsenjungfer - Lestes sponsa
        • Kleine Binsenjungfer - Lestes virens
        • Südliche Binsenjungfer - Lestes barbarus
        • Dunkle Binsenjungfer - Lestes macrostigma (Mittelmeergebiet)
        • Weidenjungfer - Chalcolestes viridis
      • Federlibellen - Platycnemididae
        • Blaue Federlibelle - Platycnemis pennipes
        • Weiße Federlibelle - Platycnemis latipes (Mittelmeergebiet)
        • Orangerote Federlibelle - Platycnemis acutipennis (Griechenland und griechische Inseln)
      • Schlanklibellen - Coenagrionidae
        • Frühe Adonislibelle - Pyrrhosoma nymphula
        • Scharlachlibelle - Ceriagrion tenellum
        • Zwerglibelle - Nehalennia speciosa
        • Große Pechlibelle - Ischnura elegans
        • Kleine Pechlibelle - Ischnura pumilio
        • Spanische Pechlibelle - Ischnura graellsii (Iberische Halbinsel Südfrankreich)
        • Insel-Pechlibelle - Ischnura genei (Westliches Mittelmeer)
        • Großes Granatauge - Erythromma najas
        • Kleines Granatauge - Erythromma viridulum
        • Gemeine Becherjungfer - Enallagma cyathigerum
        • Pokal-Azurjungfer - Cercion lindeni
        • Azurjungfer - Coenagrion puella
        • Vogel-Azurjungfer - Coenagrion ornatum
        • Helm-Azurjungfer - Coenagrion mercuriale
        • Hauben-Azurjungfer - Coenagrion armatum
        • Hufeisen-Azurjungfer - Coenagrion puella
        • Fledermaus-Azurjungfer - Coenagrion pulchellum
        • Speer-Azurjungfer Coenagrion hastulatum
        • Mond-Azurjungfer Coenagrion lunulatum
        • Südlche Azurjungfer Coenagrion caerulescens (Mittelmeergebiet)
        • Gabel-Azurjungfer Coenagrion scitulum (Mittelmeergebiet)
    • Großlibellen - Anisoptera
      • Edellibellen - Aeschnidae
        • Große Königslibelle - Anax imperator
        • Kleine Königslibelle - Anax parthenope
        • Schilfjäger - Brachytron pratense
        • Braune Mosaikjungfer - Aeschna grandis
        • Keilfleck-Mosaikjungfer - Aeschna isosceles
        • Herbst-Mosaikjungfer - Aeschna mixta
        • Alpen-Mosaikjungfer - Aeschna coerulea
        • Torf-Mosaikjungfer - Aeschna juncea
        • Hochmoor-Mosaikjungfer - Aeschna subarctica
        • Blaugrüne Mosaikjungfer - Aeschna cyanea
        • Grüne Mosaikjungfer - Aeschna viridis
        • Südliche Mosaikjungfer - Aeschna affinis
        • Schabrackenlibelle - Hemianax ephippiger
        • Westliche Geisterlibelle - Boyeia irene
      • Flussjungfern - Gomphidae
        • Kleine Zangenlibelle - Onychogomphus forcipatus
        • Große Zangenlibelle - Onychogomphus uncatus
        • Grüne Keiljungfer - Ophiogomphus cecilia
        • Ophiogomphus serpentinus
        • Gemeine Keiljungfer - Gomphus vulgatissimus
        • Westliche Keiljungfer - Gomphus pulchellus
        • Gelbe Keiljungfer - Gomphus simillimus
        • Asiatische Keiljungfer - Stylurus flavipes
        • Zwerg-Flussjungfer - Paragomphus genei (Mittelmeergebiet)
        • Französische Keiljungfer - Gomphus graslinii (Mittelmeergebiet)
        • Türkische Keiljungfer - Gomphus schneideri (Südosteuropa Vorderer Orient)
      • Segellibellen - Libellulidae
        • Vierflecklibelle Vierfleck - Libellula quadrimaculata
        • Plattbauch - Libellula depressa
        • Spitzenfleck - Libellula fulva
        • Feuerlibelle - Crocothemis erythraea
        • Großer Blaupfeil - Orthetrum cancellataum
        • Kleiner Blaupfeil - Orthetrum coerulescens
        • Östliche Blaupfeil - Orthetrum albistylum
        • Ramburs Blaupfeil - Orthetrum ramburii (Mittelmeergebiet)
        • Südlicher Blaupfeil - Orthetrum brunneum
        • Gelbader-Blaupfeil - Orthetrum nitidnerve (Mittelmeergebiet)
        • Gebänderte Heidelibelle - Sympetrum pedemontanum
        • Blutrote Heidelibelle - Sympetrum sanguineum
        • Sumpf-Heidelibelle - Sympetrum depressiusculum
        • Südliche Heidelibelle - Sympetrum fonscolombii
        • Gefleckte Heidelibelle - Sympetrum flaveolum
        • Gemeine Heidelibelle - Sympetrum vulgatum
        • Große Heidelibelle - Sympetrum striolatum
        • Schwarze Heidelibelle - Sympetrum danae
        • Nordische Moosjungfer - Leucorrhinia rubicunda
        • Zierliche Moosjungfer - Leucorrhinia caudalis
        • Östliche Moosjungfer - Leucorrhinia albifrons
        • Kleine Moosjungfer - Leucorrhinia dubia
        • Große Moosjungfer - Leucorrhinia pectoralis
        • Wanderlibelle - Pantala flavescens (Mittelmeergebiet)
        • Violetter Sonnendeuter - Trithemis annulata (Mittelmeergebiet)
      • Quelljungfern - Cordulegastridae
        • Zweigestreifte Quelljungfer - Cordulegaster boltonii
        • Gestreifte Quelljungfer - Cordulegaster bidentata
      • Falkenlibellen - Corduliidae
        • Zweiflecklibelle Zweifleck - Epitheca bimaculata
        • Gemeine Smaragdlibelle Falkenlibelle - Cordulia aenea
        • Glänzende Smaragdlibelle - Somatochlora metallica
        • Gefleckte Smaragdlibelle - Somatochlora flavomaculata
        • Arktische Smaragdlibelle - Somatochlora arctica
        • Alpen-Smaragdlibelle - Somatochlora alpestris
        • Gekielter Flussfalke - Oxygastra curtisii

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