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Martin Luther


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Martin Luther

Martin Luther (eigentlich Martin Luder ;* 10. November 1483 in Eisleben ; † 18. Februar 1546 in Eisleben) ist der geistige Vater protestantischen Reformation . Als Augustiner- Mönch wurde er Theologe und Professor und wollte notwendige Reformen ohne Kirchenspaltung erreichen. Durch seine sprachliche und schriftstellerische Gabe entfaltete er breite Wirkungen; seine Lutherbibel zählt bis heute zu den wichtigsten Bibelübersetzungen .

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Als Sohn des Bergmanns und späteren Ratsherrn Hans Luder (* 1459 1530 ) und dessen Ehefrau Margarethe geb. Lindemann 1459 1531 ) wurde Martin Luther am 10. November 1483 in Eisleben (im Süden Sachsen-Anhalts ) geboren. Einen Tag später am Martinstag wurde er auf den Namen des getauft. Aufgewachsen ist Martin Luther in Mansfeld Stadt nahe Eisleben wo es der Vater Hüttenmeister im Kupferschieferbergbau zu bescheidenem Wohlstand brachte. "Lutherstädte" liegen im Landkreis Mansfelder Land und hatten damals einige tausend Einwohner.

Studien 95 Thesen und Lutherbibel

Von 1501 bis 1505 studierte Luther an der Universität Erfurt Thüringen und erhielt den " Magister Artium" der philosophischen Fakultät . Im Jahr 1505 trat er dem Augustinerorden als Mönch bei. Bis 1511 lebte und predigte Luther in Erfurt studierte die Kirchenväter und lernte antike Sprachen. 1512 wurde er Doktor der Theologie und Professor in Wittenberg und hielt Vorlesungen über die Psalmen und Paulusbriefe .

1517 änderte er seinen Nachnamen Luder in (auf Anspielung des griech. Wortes leutheros für "Befreiter frei"). Mit seinen 95 Thesen die er aber entgegen der Legende nicht am Kirchentor in Wittenberg anschlug in einigen Exemplaren publizierte protestierte er gegen in der katholischen Kirche . Der damals gebräuchliche Ablasshandel war in diesen Thesen zwar nicht einzige Thema aber der äußere Anlass. Luther nämlich die vom Bischof von Mainz und Brandenburg verfasste "Instructio die Anweisung für die im Land umherreisenden in die Hände bekommen und wollte mit 95 Thesen einen öffentlichen Disput über diese Praxis in Gang bringen. die breitere Bevölkerung verfasste Luther 1518 den vom Ablass" in dem er die Thematik seine Meinung dazu in einfacher verständlicher Weise

Mit seiner Bibelübersetzung ( Neues Testament 1521 und Altes Testament 1534 ) mit der er theologische Inhalte auch einfachen Volk zugänglich machen wollte setzte er für die deutsche Sprache . Unterstützung bei der Übersetzung der biblischen aus dem Griechischen Lateinischen und Hebräischen erhielt von Philipp Melanchthon . Als Grundlage diente ihm die griechische des Erasmus von Rotterdam .

In seinen Predigten und Schriften bedient sich Luther einer kräftigen Ausdrucksweise. Bekannt wurden viele teilweise deftige wie: "Wenn ich hier einen Furz lasse dann man das in Rom."

Beginn der Reformation

Die Bulle "Exsurge Domine" von Papst Leo X. vom 15. Juni 1520 verurteilt die 41 Schriften Luthers und ihm die Exkommunikation an also den Kirchenbann. verbrennt im Dezember 1520 diese Bannandrohungsbulle zusammen einigen Schriften der Scholastik und des kanonischen vor dem Wittenberger Alstertor. Da er nicht wird er am 3. Januar 1521 durch die Bulle "Decet Romanum Pontificem"

Am 17. April 1521 steht Luther dem Reichstag in Worms . Hier wird ihm letztmalig die Möglichkeit Widerruf eingeräumt. Da er sich nach einem Bedenkzeit weigert wird am 8. Mai 1521 die Reichsacht über ihn verhängt. Das erlassene "Wormser verbietet es im gesamten Reich Luther zu oder zu beherbergen seine Schriften zu lesen zu drucken.
Luther bekommt trotz des Edikts freies nach Wittenberg da sich zuvor sein Kurfürst Friedrich der Weise für ihn eingesetzt hat. Auf dem lässt ihn Friedrich auf die Eisenacher Wartburg entführen wo sich Luther bis zum März 1522 als Junker Jörg versteckt hält.

Mit der Reformation begründete er die lutherische Kirche . Allerdings wollte Luther zu Beginn keine vielmehr wollte er die katholische (= allumfassende) Kirche reformieren. Als die Stände 1529 auf dem zweiten Reichstag zu Speyer die Aufhebung der bisherigen partiellen Duldung Evangelischen durchsetzten legten die evangelischen Stände (5 und 14 Städte aus Oberdeutschland) die Protestation zu Speyer ein. Seitdem spricht man von Protestanten .

Luther heiratete 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora die 1523 aus ihrem Kloster geflohen war und in Wittenberg lebte. Die Eheschließung war für eine logische Konsequenz seiner Lehren stieß aber viele den Kopf. Katharina war Martin in seinen und den Depressionen eine große Hilfe. Durch Beherbergung von Studenten - die zahlreiche Aussprüche Luthers aufschrieben beugte sie wirtschaftlichen Nöten vor.

Luthers Verhältnis zu den Juden unterlag einem deutlichen Wandel. Anfangs versuchte Juden zum Christentum zu bekehren z.B. in Schrift Dass Jesus ein Geborner Jude Sei ( 1523 ). Als das misslang stand er ihnen seinen letzten Lebensjahren sehr ablehnend gegenüber. Besonders kommt dies in den Schriften Brief wider die Sabbather an einen guten ( 1538 ) Von den Juden und ihren Lügen ( 1543 ) und Vom Schem Hamphoras und vom Geschlecht Christi ( 1544 ) zum Ausdruck. Darin forderte er – teils sehr derber Sprache – dazu auf Synagogen und Häuser der Juden zu zerstören in Ställen unterzubringen zu harter Arbeit zu ihnen Silber und Gold und ihre Bücher rauben und ihren Rabbinern das Lehren zu verbieten. Auch Deportation von Juden begrüßte er. Diese antisemitischen sind auch im historischen Kontext der damaligen Verbreitung des Antisemitismus zu Spätere antisemitische Strömungen berufen sich auf diese Luthers (vgl. z.B. Alfred Rosenberg ).

Römischer Prozess

Im Juni 1518 wird der Prozess gegen Luther auf Grund der Veröffentlichung 95 Thesen eröffnet. Es bestehe die Gefahr der Ketzerei was in dem Verfahren untersucht werden In den Vorlesungen die Luther als Dozent in Wittenberg hält notieren Spitzel seine Äußerungen über die Exkommunizierung. Danach wird im 1518 der Prozess auf notorische Ketzerei geändert.
Luther wird nach Rom vorgeladen um seine Aussagen zu widerrufen. Er wehrt sich gesundheitlichen Gründen gegen diese Vorladung und wünscht Anhörung auf deutschem Gebiet. Dabei beruft er auf die Gravamina deutscher Nation. Seinem Einwand stattgegeben und er wird zum Verhör durch Kardinal Cajetan am Augsburger Reichstag geladen. Am 12. - 14. Oktober 1518 spricht Luther bei Cajetan vor. Der seine Irrtümer zu widerrufen kommt er aber nach.

Von römischer Seite ist der Fall geklärt doch kommt es wegen des Todes Kaiser Maximilian I. (Januar 1519) zu einer zweijährigen Pause. hatte für die anstehende Kaiserwahl Karl V. (HRR) vorgesehen. Wegen Karls Besitztümern in Italien der Renaissancepapst Leo X. eine Umklammerung des Kirchenstaats und bemüht die Kurfürsten von Karl abzubringen. Die Beschützerrolle Friedrichs des Weisen für Luther führt dazu Rom Karl von Miltiz beauftragt den Sachsenfürst für eine friedliche Lösung der Sache gewinnen. Nach Karls Wahl zum König ( 26. Juni 1519 ) wird der Prozess gegen Luther wieder aufgenommen.

Im Juni 1520 erhält er die "Exsurge Domini" im Januar 1521 die Bannbulle Romanum Pontificem". Damit ist Luther exkommuniziert und folgt die Reichsacht . Bemerkenswert ist jedoch das nochmalige Verhör Luthers das die bestehende Differenz Papsttum und weltlichem König/ Kaiser erkennen lässt. ist der letzte König der vom Papst (nach einer Aussöhnung) Kaiser gekrönt wird. Am 17.-18. April 1521 wird Luther auf dem Reichstag zu verhört und nach verweigertem Widerruf die Reichsacht über ihn verhängt das Wormser Edikt .

Luthers Werke

Lutherstube auf der Wartburg

Reformatorische Hauptschriften

In drei reformatorischen Hauptschriften des Jahres 1520 entfaltet Luther Theologie. Mit diesen Werken findet sie weite

A) "An den christlichen Adel deutscher von des christlichen Standes Besserung". Mit der Adelsschrift wendet sich Luther in deutsch an weltlichen Fürsten denen er die Durchführung der Maßnahmen übertragen will da die Bischöfe darin seiner Meinung versagt haben. Luther argumentiert daß die Romanisten vor der Reformation hinter drei verstecken: 1. Sie stellen die kirchliche Obrigkeit die weltliche. 2. Wenn die Reformation mit der Bibel begründet wird verweisen sie darauf nur der Papst das Recht hat die endgültig auszulegen. 3. Soll zu Auslegungszwecken oder ein Konzil einberufen werden wird darauf verwiesen dass der Papst das Recht dazu besitze. Damit der Papst über dem Konzil.
Außerdem schlägt Luther in der Schrift politisches Reformprogramm vor. So soll Bildung allen zugänglich sein nicht nur dem Der Zölibat und der Kirchenstaat sollen abgeschafft der Frühkapitalismus eingeschränkt und das Betteln verboten werden. soll es eine geregelte Armenfürsorge geben.

B) "De captivitate Babylonica ecclesiae" (Von babylonischen Gefangenschaft der Kirche) behandelt die Sakramente und richtet sich in Latein an Gelehrte. Luther reduziert die Sakramente Berufung auf die Einsetzungsworte Jesu von sieben drei - Taufe Abendmahl und Buße. Da er bei letzterem ist spricht er von einem Sakrament und sakramentalen Zeichen. Doch nicht die Reduktion auf Sakramente ist das Bahnbrechende sondern die neue sie dem Wort unterzuordnen. Luther sieht im nicht mehr göttliches Gnadenmittel sondern das sichtbare Zeichen der göttlichen Verheißung.

C) "Von der Freiheit eines Christenmenschen": Schrift stellt das christliche Leben und den Menschen dar der zugleich aber dienstbarer Knecht und das von Gott empfangene Heil an seine Mitmenschen weitergibt Kor. 9 19). Der um eine Verständigung Ablassstreit bemühte Georg Miltiz rät Luther diese Papst Leo zu widmen um die endgültige noch abzuwenden. Diese Hoffnung wird aber hinfällig Luther setzt noch im selben Jahr das des Papstes mit dem "Antichristen" gleich.

Bibelübersetzung

Luthers Bibelübersetzung war nicht die erste Übertragung ins Schon um 360 entstand die gotische Wulfilabibel . Im 14. Jahrhundert war die Bibel aus der Vulgata ins Deutsche übersetzt und bis 1518 14mal hochdeutsch bzw. 4x niederdeutsch gedruckt Luthers Übersetzung die auf Anregung und Betreiben Philipp Melanchthons entstand zeichnet sich jedoch durch eine bilderreiche Sprache aus. Er übersetzte weniger wörtlich versuchte die biblischen Aussagen sinngemäß in Deutsch

Die zu seiner Zeit verbreiteten Bibelübersetzungen auf der Vulgata der lateinischen Bibel von Hieronymus die ihrerseits auf der griechischen Septuaginta beruhte ( Altes Testament ). Die aramäischen und hebräischen Urtexte des hatten also bis zum Deutschen mindestens drei die des Neuen Testaments zwei hinter sich. bemühte sich um direktere Übersetzungen aus dem bzw. Griechischen. Dabei bediente er sich einer und verständlichen Sprache die neben künftigen Bibelübersetzungen die Entwicklung des Deutschen beeinflusste.

Die Lutherbibel ist bei den Protestanten mit mehreren bis heute in Verwendung und eine wichtige der Kirchenmusik . Die zunehmend verwendete Einheitsübersetzung entstand hingegen in Kooperation von katholischen und evangelischen Fachleuten aus Bereichen.

Choräle

Luther schrieb zahlreiche Choräle . Lieder in deutscher Sprache wurden zu einer Säule der reformatorischen Gottesdienstordnungen . Folgende Kirchenlieder gehen zumindest in Teilen auf ihn

  • Ach Gott vom Himmel sieh darein
  • Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir
  • Christ lag in Todesbanden
  • Christ unser Herr zum Jordan kam
  • Christum wir sollen loben schon
  • Der du bist drei in Einigkeit
  • Die Mutter muß gar seyn allein
  • Dies sind die heil'gen Zehn Gebot
  • Ein feste Burg ist unser Gott
  • Ein neues Lied wir heben an
  • Erhalt uns Herr bei deinem Wort
  • Es spricht der Unweisen Mund wohl
  • Es woll' uns Gott genädig sein
  • Gelobet seist du Jesu Christ
  • Gott der Vater wohn' uns bei
  • Gott sei gelobet und gebenedeiet
  • Jessia dem Propheten das geschah
  • Jesus Christus unser Heiland (1)
  • Jesus Christus unser Heiland (2)
  • Komm Gott Schöpfer heiliger Geist
  • Komm Heiliger Geist Herre Gott
  • Mensch willt du leben seliglich
  • Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin
  • Mitten wir im Leben sind
  • Nun bitten wir den Heiligen Geist
  • Nun freut euch liebe Christen g'mein
  • Nun komm der Heiden Heiland
  • Sie ist mir lieb die werthe Magd
  • Vater unser im Himmelreich
  • Verleih' uns Frieden gnädiglich
  • Vom Himmel hoch da komm ich her
  • Vom Himmel kam der Engel Schar
  • Wär' Gott nicht mit uns diese Zeit
  • Was fürcht'st du Feind Herodes sehr?
  • Wir glauben all' an einen Gott
  • Wohl dem der in Gottesfurcht steht

Literatur

  • Heinrich Fausel D. Martin Luther. Sein und Werk 2 Bände Bd. 1: 1483—1521 2: 1522—1546 1996 ISBN 3-7751-2440-3 (aus Luther-Sicht)
  • Film "Martin Luther" Anfang 2004 (vom Ordenseintritt 1505 bis zum Wormser 1521 und geraffter Überblick bis 1530).

Weblinks




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