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Machtergreifung


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Mit Machtergreifung auch Machtübernahme wird die Übernahme der Regierung in durch die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler und die anschließende der Demokratie in eine Diktatur im Jahr 1933 bezeichnet. Mit der Machtergreifung begann die Zeit des Nationalsozialismus .

Inhaltsverzeichnis

Begriffsklärung

Der Begriff der Macht ergreifung suggeriert eine handstreichartige Aktion sich des Machtmonopols zu versichern während Macht übernahme eher eine legale Übergabe der Regierungsgewalt Tatsächlich ist beides falsch man sollte eher einer Machterschleichung sprechen.

Aus dem gescheiterten Putsch vom 9. November 1923 hatten die Nationalsozialisten gelernt und für "nationale Revolution" eine " Legalitätsstrategie " entwickelt sich formal an Recht und zu halten. Entsprechend bekräftigte Hitler als Zeuge einem Hochverratsprozess gegen drei Reichswehroffiziere in Leipzig September 1930 ausdrücklich dass seine Partei "auf dem der Legalität" stehe und nur verfassungsgemäß an Macht gelangen wolle.

Trotz aller fragwürdigen Umstände waren es die Wahlerfolge der NSDAP ( siehe: Reichstagswahl ) die die Grundlage zur Ernennung Hitlers Reichskanzler am 30. Januar 1933 waren -- war er zu diesem Zeitpunkt der Führer mit Abstand stärksten Partei im Reichstag . Insofern handelte es sich zunächst um legale Macht übernahme .

Titel des Völkischen Beobachters vom 30. oder Januar 1933

Begünstigt von dem Umstand dass die des demokratischen Staates durch die vorangegangenen Präsidialkabinette nur aufgrund der Unterstützung des Reichspräsidenten und Hilfe von Notverordnungen regieren konnten bereits kräftig unterhöhlt waren ihnen in der Folge innerhalb kürzester Zeit Umwandlung des demokratischen Rechtsstaats in ein (auch vielen konservativen Politikern gewünschtes) autoritäres und später System. Auch dieser Prozess folgte der Legalitätsstrategie sie sich die einzelnen Schritte von der zuständigen Instanz absegnen ließen -- wie von bereits in seiner Zeugenaussage von 1930 dargelegt war: »Die Verfassung schreibt uns nur die Methoden nicht aber das Ziel. Wir werden auf verfassungsmäßigen Wege die ausschlaggebenden Mehrheiten in den Körperschaften zu erlangen versuchen um in dem wo uns das gelingt den Staat in Form zu bringen die unseren Ideen entspricht.« Da das Zustandekommen dieser Mehrheiten dann mit wenig zimperlichen Methoden erreicht wurde markiert der Tag der Abstimmung über das so Ermächtigungsgesetz ) der 23. März 1933 die Macht ergreifung . (Trotz massiven Straßenterrors zur Einschüchterung politisch war es der NSDAP zuvor in der vom 5. März nicht gelungen die absolute der Stimmen zu erhalten).

Hitler und die NSDAP waren sowohl ihren konservativen Steigbügelhaltern als auch von ihren aus dem republikanischen Lager unterschätzt worden. Die Strategie der "Einrahmung" oder "Zähmung" der Nationalsozialisten an deren brutalem Willen zur Macht. Den schien angesichts von 6 Millionen Arbeitslosen das des Generalstreiks wenig aussichtsreich.

Die Entwicklung bis zu Hitlers Ernennung

--- Siehe auch: Untergang der Weimarer Republik ---

  • 24. Oktober 1929 - Beginn der Weltwirtschaftskrise von der das Deutsche Reich neben USA am stärksten getroffen wird.
  • März 1930 - Die Große Koalition zwischen SPD Zentrumspartei DVP DDP und BVP zerbricht an der Frage einer durch Massenarbeitslosigkeit notwendig gewordenen Reform der Arbeitslosenversicherung.
  • 30. März 1930 - Reichspräsident Paul von Hindenburg ernennt mit Zustimmung des Reichstags Heinrich Brüning von der christlichen Zentrumspartei zum Reichskanzler .
  • 15. Juli 1930 - Der Konflikt zwischen Regierung und Reichstag wegen eines rigiden Sparprogramms endet mit (eigentlich verfassungswidrigen) Umsetzung der abgelehnten Gesetzesvorlage als Notverordnung der Auflösung des Parlaments und der von Neuwahlen.
  • 14. September 1930 - Die NSDAP geht als zweitstärkste Partei aus der hervor; Stimmengewinne auch für die KPD; in Folge ziehen ausländische Kapitalanleger verstärkt Kapital ab die Wirtschaftskrise weiter verschärft; die SPD toleriert Regierung Brüning de facto.
  • 10. April 1932 - Reichspräsidentenwahl : Nach demagogischem Wahlkampf seitens des NSDAP-Kandidaten Hitler wird Hindenburg im 2. Wahlgang wiedergewählt; Terrorwelle von SA und SS während des führt in der Folge zum Verbot beider
  • 30. Mai 1932 - Entlassung Brünings durch Reichspräsident Hindenburg Folge von Intrigen der Kamarilla um Hindenburg.
  • 1. Juni 1932 - Einsetzung eines Präsidialkabinetts unter Kanzler Franz von Papen ; v. Papen setzt im Laufe seiner mittels Notverordnungen umfangreiche Spar- und Arbeitsprogramme durch.
  • Sommer 1932 - Aufhebung des Verbots von SA SS (infolge einer geheimen Absprache); bürgerkriegsähnliche Zustände Wahlkampf: Saalschlachten und Straßenkämpfe zwischen den einzelnen mit rund 300 Toten und über 1100 die Reichstagswahl bringt weitere Zugewinne für die Parteien: NSDAP stärkste Partei.
  • Herbst 1932 - Misstrauensvotum gegen die Regierung v. und erneute Auflösung des Reichstags; Reichstagswahl am November bringt ähnliche Ergebnisse (auch wenn die erstmals Verluste hinnehmen muss bleibt sie deutlich Partei); Pläne der Regierung v. Papen zu neuen autoritären Staatsordnung scheitern und v. Papen zurück.
  • 2. Dezember 1932 - Generalleutnant Kurt von Schleicher aus der Kamarilla des Reichspräsidenten wird Kanzler und bleibt Reichswehrminister; sein Versuch eine zur Unterstützung seiner Politik zu organisieren führt zur Spaltung der NSDAP scheitert aber letztlich.
  • 4. Januar 1933 - Geheime Besprechung zwischen von Papen Hitler.
  • 28. Januar 1933 - Rücktritt Schleichers da alle Verhandlungen Unterstützung seiner Regierung gescheitert sind und Hindenburg Staatsnotstandsplan ablehnt.

Das Ende des Rechtsstaats 1933/34

  • 30. Januar 1933 - Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. Im Kabinett sitzen nur zwei Nationalsozialisten.
  • 27. Februar 1933 - Brand des Reichstagsgebäudes ein holländischer Kommunist wird der Brandstiftung Die Frage der Täterschaft ist jedoch bis nicht eindeutig geklärt. Die Tat wird von SA und SS als Vorwand genommen um Deutschland mit Terrorwelle zu überziehen; politische Gegner werden inhaftiert oder sogar liquidiert.
  • 28. Februar 1933 - In Folge des Reichstagsbrands wird Reichstagsbrandverordnung erlassen die die wesentlichen Grundrechte außer setzt und eine scheinlegale Basis für die von politischen Gegnern schafft.
  • 5. März 1933 - Neuwahlen; trotz massiver Behinderung anderer verfehlt die NSDAP die erwünschte absolute Mehrheit.
  • 11. März 1933 - Einrichtung eines "Reichsministerium für Volksaufklärung Propaganda"; Minister wird Dr. Joseph Goebbels .
  • 21. März 1933 - Der "Tag von Potsdam". Die Sitzung des Reichstags (ohne Sozialdemokraten und Kommunisten) der Potsdamer Garnisonskirche ist ein von Goebbels propagandistisches Meisterstück: Der Händedruck zwischen Adolf Hitler dem greisen Reichspräsidenten soll die Harmonie zwischen jungen NS-Bewegung und den alten Eliten symbolisieren.
  • 23. März 1933 - Der Reichstag (nunmehr in der stimmt im Beisein von bewaffneten SA- und über das Ermächtigungsgesetz ab das die legislative Gewalt in Hände der Reichsregierung legen soll. Die Reichstagsabgeordneten KPD können an der Abstimmung nicht mehr da sie zuvor verfassungswidrig festgenommen bzw. ermordet Trotz dieser Umstände stimmen die anwesenden Abgeordneten SPD (auch hier fehlen einige wegen Festnahme Flucht) gegen das Gesetz während die Abgeordneten anderen Parteien dafür stimmen.
  • 24. März 1933 - Veröffentlichung des (eigentlich auf vier befristeten) Ermächtigungsgesetzes im Reichsgesetzblatt mit den Unterschriften Reichskanzlers Hitler und des Reichspräsidenten v. Hindenburg.
  • 31. März 1933 - Das erste "Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich" löst Landesparlamente auf und bestimmt deren Neubesetzung nach Ergebnissen der Reichstagswahl vom 5. März. Die werden zur Gesetzgebung ohne Zustimmung der Parlamente Im zweiten Gesetz vom 7. April werden den Ländern Reichsstatthalter eingesetzt die für die der "vom Reichskanzler aufgestellten Richtlinien der Politik" sollen.
  • März/April 1933 - In zahlreichen unkontrollierten Verhaftungsaktionen durch SA und SS werden die Festgenommenen in SA-Keller oder Lager verschleppt.
  • 1. April 1933 - Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte in Deutschland.
  • 7. April 1933 - Das "Gesetz zur Wiederherstellung des ermöglicht dem Regime die Entlassung politisch missliebiger "nicht-arischer" Beamter.
  • 2. Mai 1933 - Schlag gegen die Gewerkschaften: Gewerkschaftshäuser von SA und NSBO besetzt; das Vermögen der wird beschlagnahmt führende Funktionäre werden in " Schutzhaft " genommen.
  • 10. Mai 1933 - Bücherverbrennungen : In vielen Städten (u.a. Berlin Bremen Frankfurt Hannover München Nürnberg) werden in einer Aktion Werke sozialistischer pazifistischer jüdischer und liberaler ins Feuer geworfen. Dies betrifft z.B. Brecht Döblin Feuchtwanger Freud Kästner Heinrich Mann Marx Ossietzky Remarque Tucholsky Werfel Arnold und Stefan Zweig .
  • Juli 1933 - Alle Parteien außer der NSDAP verboten oder haben sich selbst aufgelöst. Das gegen die Neubildung von Parteien" zementiert den Neugründung und Fortbestand (anderer) politischer Parteien wird Strafe gestellt.
  • 12. November 1933 - Erneute Reichstags"wahl" mit NSDAP-Einheitsliste die einer " Volksabstimmung " über den Austritt aus dem Völkerbund gekoppelt ist.
  • 30. Januar 1934 - Mit dem "Gesetz über den des Reiches" wird die föderale Struktur der Republik zerschlagen. Die Hoheitsrechte der Länder gehen das Reich über.
  • 30. Juni 1934 - Der angebliche " Röhm-Putsch " dient als Vorwand für parteiinterne Säuberungen einer weiteren Machtkonzentration in der Partei. Auch politische Gegner wie Kurt von Schleicher werden
  • 19. August 1934 - Hitler lässt sich nach dem Hindenburgs durch Plebiszit zum Führer und Reichskanzler ernennen. Die wird auf Hitler vereidigt.

Weblinks



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