Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 22. Januar 2018 

Martin Niemöller


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Martin Niemöller (* 14. Januar 1892 in Lippstadt (Westfalen) † 6. März 1984 in Wiesbaden ) war ein deutscher Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus .

Inhaltsverzeichnis

1892-1919

Martin Niemöller war der Sohn des Pfarrers Heinrich Niemöller und seiner Frau Paula Müller. 1900 zogen sie von Lippstadt nach (heute zu Wuppertal) wo er 1910 sein ablegte. Von 1910 bis 1919 war er der kaiserlichen Marine seit 1915 war er einem U-Boot stationiert und seit 1918 U-Boot-Kommandant. Nach Krieg schied er aus dem Militärdienst wegen Ablehnung der neuen Regierung aus.

1919-1930

Am 20. Juli 1919 vermählte er mit Else geb. Bremer (*1890 †1961 durch Verkehrsunfall in Dänemark). Im selben Jahr nahm eine landwirtschaftliche Lehre auf einem Bauernhof bei auf. Da das Geld nicht für den eines eigenen Gehöftes ausreichte entschloss er sich Studium der evangelischen Theologie in Münster (1919-1923). zum Studium war sein Bestreben der scheinbar gewordenen Gesellschaft durch die christliche Botschaft wieder und durch die kirchlichen Strukturen Ordnung zu Das Vikariat leistete er gleichfalls in Münster. wurde er Vereinsgeistlicher der westfälischen Inneren Mission.

Während des Ruhrkampfes beteiligte er sich an der "Akademischen

1931-1945

Der Weg in den Widerstand

1931 wurde Niemöller zum Pfarrer der Kirchengemeinde Berlin-Dahlem gewählt. Bald kam es hier Auseinandersetzungen mit den Deutschen Christen . Zwar hatte Niemöller seit 1924 nationalsozialistisch und die Einführung des "Führerstaates" 1933 begrüßt die Vermischung von politischen Aussagen mit dem lehnte er schärfstens ab. So war er Mai 1933 einer der Gründer der Jungreformatorischen und stellte sich an die Seite von Friedrich von Bodelschwingh . Nachdem der Arierparagraph eingeführt und in evangelischen Landeskirchen erste oppositioneller Pfarrerbruderschaften gegründet worden rief Niemöller im September 1933 zur Gründung reichsweiten Pfarrernotbundes auf; dem Bund traten etwa Drittel der Pfarrer bei. Der Pfarrernotbund enwtickelte zu einer der Keimzellen der Bekennenden Kirche . Dabei ging es ihm um eine Abgrenzung gegenüber den Deutschen Christen und bald um eine Durchsetzung der Beschlüsse der Bekenntnissynoden Barmen im Mai 1934 und Dahlem im 1934.

Auch wenn Niemöller weiterhin im wesentlichen dachte und empfand geriet er zunehmden in Illegalität. Höhepunkt dieser Entwicklung war ein Empfang Kirchenführern in der Berliner Reichskanzlei im Januar Dabei kam es bei zu einer direkten zwischen Hitler und Niemöller. Während Hitler den als Kampf durch die Bekennende Kirche als gegen den deutschen Staat betrachtete versuchte Niemöller deutlich zu machen dass es sich nur die Freiheit und Reinheit der Verkündigung auch politischer Verantwortung aus "Sorge um das Dritte gehe.

Niemöllers Vorträge und Predigten galten zunehmend oppositionell.

Schließlich schlug er die radikalsten Wege der Bekennenden Kirche ein. Der altpreußische Bruderrat er angehörte sah sich als "wahre Kirchenleitung". häretisch gewordener Kirchenrat könne nicht mehr Kirchenleitung Dabei fand Niemöller wenig Gefolgsleute. Viele setzten auf die vom Reichskirchenminister Kerrl eingesetzten Kirchenausschüsse denen alle kirchlichen Gruppierungen vertreten waren - Ausnahme der Bruderräte und der Thüringer Richtung Deutschen Christen.

Niemöller - immer noch Nationalsozialist - sich nicht Unrecht zu benennen und die Kirchenpolitik zu attackiern. So wandte er sich mit hunderten anderen Pfarrern gegen verbale Angriffe Alfred Rosenbergs des Chefideologen der Nationalsozialisten was 1935 einer ersten Verhaftung führte.

In Haft

Am 1. Juli 1937 wurde Niemöller erneut verhaftet und Februar 1938 zu 9 Monaten Haft verurteilt er jedoch durch seine Untersuchungshaft bereits verbüßt Einen Tag später wurde er als "persönlicher Adolf Hitlers im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. 1941 wurde er in das KZ Dachau verlegt wo er seine Zelle mit katholischen Priestern teilte.

Während seiner Haftzeit erfuhr Niemöllers Theologie einen Neuansatz. Hatte er bislang vor den Dienst am Volk als kirchliche Aufgabe betont so erkannte in der Kreuzigung Jesu Christi nun ein für alle Völker; daher habe Kirche vor an der Überwindung von Grenzen Rassen und arbeiten. Zudem musste er einsehen dass die in Deutschland für die nationalsozialistische Machtergreifung mitverantwortlich waren.

1945 wurde er während eines Hinrichtungstransportes Südtirol zunächst von deutschen dann von amerikanischen befreit. Bis zum 19. Juni 1945 musste er amerikanischen Dienststellen noch in zur Verfügung stehen bevor er nach einem nach Deutschland zurückkehren konnte.

1945-1984

Hier hatte aber nun mittlerweile Otto die Leitung der Kirche in Berlin übernommen. Niemöller schien kein Platz mehr zu sein wenn er von 1945 bis 1955 dem der EKD angehörte und ihr Auslandsbeauftragter war. als Dibelius der mit einer bischöflichen Struktur dachte Niemöller an eine konsequente Überwindung des von bruderrätlichen Traditionen her: die Kirche solle den Gemeinden her aufgebaut sein territoriale Traditionen konfessionelle Gegensätze dürften künftig nicht mehr von sein. Inzwischen war das Beharrungsvermögen jedoch zu geworden.

Die Familie von Ysenburg-Büdingen nahm ihn seine Familie im November 1945 in Büdingen auf. Seit dem Frühjahr 1946 gestaltete den Aufbau der hessen-nassauischen Kirche mit. Es gelang ihm konzeptionelle Elemente Bruderräte in das "Leitende Geistliche Amt" einfließen lassen. Schließlich wurde er am 1. Oktober 1947 zum Kirchenpräsidenten berufen. Das Amt er bis 1965.

Im von ihm mit erarbeiteten Stuttgarter Schuldbekenntnis wird die Mitschuld der Kirchen für Nationalsozialismus betont. Damit wurde den deutschen evangelischen der Weg zurück in die ökumenische Gemeinschaft An den Vollversammlungen des Ökumenischen Rates der Kirchen nahm er von 1948 bis 1975 von 1961 bis 1968 war Niemöller einer sechs Präsidenten des ÖRK.

Scharf kritisierte Niemöller die Gründung der Deutschland die Wiederbewaffnung Deutschlands die Positionen der im Kalten Krieg sowie die Rüstungspolitik der Seine dabei oft verletztenden und überscharf formulierte brachte ihm Ablehnung wie große Beachtung ein.

1954 wandte sich Niemöller radikal pazifistischen zu um derentwillen er auch nicht die mit Kommunisten scheute. In Zeiten von ABC-Waffen ihm Krieg nicht nur absurd sondern christlich zu sein. So war in seinen Augen Ableistung von Militärdienst mit christlichem Glauben unvereinbar. seiner folgenden Reisen sollte sein Versöhnungsbereitschaft dokumentieren setzen und dem Frieden zu dienen. Während politischer Konflikte besuchte er 1952 auf Einladung russisch-orhodoxen Patriarchen Moskau. 1959 attackierte er die zum Soldaten als "die Hohe Schule für Während des Vietnam-Krieges reiste er 1967 nach Im Alter griff der die bundesdeutsche Politik und unterstützte die außerparlamentarische Opposition; auch der traute Reformfähigkeit nicht mehr zu so dass schließlich die hessen-nassauische Synode verließ.

Niemöller wurden vielfache Ehrungen zuteil. Er u. a. die Wichernplakette der Inneren Mission Lenin-Friedenspreis der UdSSR das Großkreuz des Bundesverdienstordens Albert-Schweitzer-Friedensmedaille die DDR-Friedensmedaille in Gold sowie Ehrendoktorwürden Eden/USA Budapest Göttingen Halifax/Chicago Neu-Delhi und Chicago dem Ausdruck.

Nur wenige Vertreter der Kirche besaßen Nachkriegsdeutschland ein so ausgeprägtes Profil. Zudem steht exemplarisch für viele Evangelische in Deutschland. Dem folgte das Engagement für die Ökumene begeisterung das Militär wurde durch den Pazifismus abgelöst.

In seiner Soazialethik bewegte sich Niemöller der lutherischen Prägung durch sein Elternhaus und reformiertem Einfluss. So erkannte er in engem eine relative Autonomie des Politischen an zunehmend betrachtete er politische als Glaubensentscheidungen. Die Frage "Was würde Jesus dazu sagen?" wurde zu einem Markenzeichen von Niemöllers

Ein Zitat

Als die Nazis die Kommunisten holten
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten
gab es keinen mehr der protestierte.

Weblink

Siehe auch: Soldaten sind Mörder

Weblinks



Bücher zum Thema Martin Niemöller

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Martin_Niem%F6ller.html">Martin Niemöller </a>