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Maut


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Hinweis: Dieser Artikel befasst sich mit der allgemein und bietet eine grobe Übersicht.
Siehe auch: LKW-Maut bzw. LKW-Maut in Deutschland

Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches zum Begriff

Maut ist ein aus dem gotischen mota (Zoll) abgeleiteter Name für Zoll (Abgabe) . Von der alten Bedeutung zeugen noch Bezeichnungen wie Mautgasthäuser o.ä. Allgemein wird Maut allerdings nur im Sinne von Gebühren für Nutzung von Bauwerken wie Straßen Autobahnen Brücken Tunnels verwendet.

Die Höhe einer Maut kann von Eigenschaften des Nutzers bzw. seines Fahrzeuges abhängig bzw. überhaupt erst eingeführt werden. Am häufigsten sie abhängig von der Größe Länge bzw. Gewicht des Fahrzeugs (z.B. Mautpflicht für Pkw und LKW-Maut ) aber auch andere Abhängigkeiten (Achszahl Schadstoffklasse und Wochentag Art der transportierten Güter) kommen oder sind angedacht.

Es gibt zwei grundverschiedene Arten der

  • Zeitabhängige Maut : der Mautzahler erwirbt das Recht für bestimmten Zeitraum (Tag Woche Monat Jahr) die zu nutzen ohne dass es auf die dem bezahlten Zeitraum tatsächlich erfolgte Nutzung ankommt. Art der Maut wird meist per Vignette erhoben und ist vergleichsweise einfach zu und zu kontrollieren.
  • Nutzungsabhängige Maut : Hier zahlt der Mautpflichtige abhängig von tatsächlich erfolgten Nutzung (zurückgelegte Entfernung durchfahrene Abschnitte (Tunnel-)Durchfahrten) ohne dass es auf die dafür Zeit ankommt.

Abhängig von der zugrundeliegend Art der und der realisierten Technik sind auch die und Anforderungen an die Kontrolle ( Enforcement ).

City-Maut

Neben der Beteiligung der Nutzer an Erstellungs- Wartungs- und Reparaturkosten für die "bemauteten" wird Maut zunehmend auch als Steuerungsinstrument zur Beeinflussung Lenkung von Verkehrsströmen eingesetzt.

Die Städte Singapur und Hongkong gelten unter den Verkehrsplanern als "klassische" für Verkehrsminderung und -beruhigung durch Mauterhebung für Einfahrt in den City-Bereich. Bereits Mitte der 1980er Jahre übernahmen skandinavische Städte diese Maut. Bergen (Norwegen) wurde 1985 die Einfahrt in die an die Entrichtung einer Gebühr von 25 (ca. 3 Euro) an speziellen Mautstellen gekoppelt.

Während diese City-Maut anfangs zur Straßenfinanzierung wurde begründen Kommunen die Erhebung der Straßenbenutzungsgebühr mit dem Umweltschutz. Die Verteuerung des Individualverkehrs soll Anreiz für den Umstieg auf Verkehrsmittel sein.

Es gibt es in mehreren europäischen nämlich in Oslo und London sowie einigen kleineren skandinavischen Städten wie Trondheim eine City-Maut die zu zahlen ist man mit dem Kraftfahrzeug in eine dieser fährt. Mitte Februar 2003 wurde in London City-Maut eingeführt um Stauprobleme in der Innenstadt lösen. Jeder Autofahrer der werktags zwischen 07.00 und 18.30 Uhr in die Innenstadt einfährt umgerechnet ca. 8 Euro (exakt 5 Pfund) zahlen. (Es gibt auch Varianten bei denen Zufahrtswege in die Städte bemautet werden: San Diego Tokio ).

"Gemeinsame" LKW-Straßenmaut in Europa

Bereits zum 1. Januar 1995 erfolgte den Staaten Belgien Dänemark Deutschland Luxemburg Niederlande und Schweden die Einführung einer Autobahnbenutzungsgebühr für Lkws der Basis einer EU-Richtlinie Übereinkommen über die Erhebung von Gebühren für Benutzung bestimmter Straßen mit schweren Nutzfahrzeugen (sog. Eurovignettensystem). Hierbei handel te bzw. im Fall der o.g. Länder Deutschland handelt es sich noch immer um zeitbasiertes Mautsystem im pre-paid-Verfahren. Jeder Mautpflichtige im Rahmen Systems muss vor der Nutzung eine Gebührenbescheinigung den gewünschten Nutzungszeitraum erwerben. Die Gebührenbescheinigungen werden allen Teilnehmerstaaten des Übereinkommens wechselweise anerkannt.

Die EU-Verkehrsminister sind allerdings seit längerem ein neues möglichst einheitliches Mautsystem zu etablieren. 18. Dezember 2003 überließ das EU-Parlament die Entscheidungen für Technik des jeweilige Lkw-Mautsystem den einzelnen Mitgliedsstaaten. sollen die Systeme zukünftig zueinander kompatibel sein. die Verhandlungen sind zuletzt am 9. März 2004 an Deutschland und Österreich gescheitert. Es vermutet beide wollten Berechnungsgrundlagen für relativ hohe durchsetzen.

Ab 2007 soll für die Mautsysteme der EU-Länder noch ein gemeinsames Gebührenerfassungsgerät notwendig sein. Damit der Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt die generell ein Satellitengestütztes System ab 2012 vorschreiben wollte. Nun steht die Auswahl Mitgliedsland frei. Die Systeme müssen nur kompatibel sein. Diese Entscheidung hängt nach Zeitungsberichten unmittelbar der bis lang entgegen der ursprünglichen Planung erfolgten Einführung eines satellitengestützten Lkw-Mautsystems durch Toll Collect in Deutschland zusammen ( faz.net ).

Mautsysteme in verschiedenen europäischen Ländern

Mautsysteme gibt es in mehreren europäischen Deutschland Österreich die Schweiz Frankreich Italien Spanien Tschechien Slowakei Ungarn Slovenien Kroatien Serbien und der Republik Mazedonien und Griechenland:

  • Deutschland:
    PKW-Maut: Eine flächendeckende Straßenmaut für PKW ist Deutschland offiziell nicht geplant. Sie wird von Politikern jedoch immer wieder in die öffentliche gebracht.
    LKW-Maut: Eine neue entfernungsabhängige LKW-Maut auf Autobahnen Fahrzeuge ab 12 Tonnen (schwere Lkw ) sollte am 31. August 2003 starten. In Erwartung der Inbetriebnahme dieses beendete Deutschland die Teilnahme an dem Eurovignettensystem. verschiedener Probleme des mit der Realisierung beauftragten Toll Collect wurde der Termin jedoch mehrfach verschoben. technisch eingeschränkte Version soll am 1. Januar 2005 starten. Näheres siehe Lkw-Maut in Deutschland .
    Maut für Einzelbauwerke: Seit September 1994 besteht mit dem FStrPrivFinG (Fernstraßenprivatfinanzierungsgesetz) die Möglichkeit den Bau die den Betrieb und die Finanzierung von Brücken Tunneln im Zuge von Bundesautobahnen und Bundesstraßen an private Unternehmen zu übertragen. Zur erhalten diese dann das Recht zur Erhebung Mautgebühren.
    In Rostock wurde am 12. September 2003 der Warnowtunnel eröffnet. Der Straßentunnel verbindet als B103n Regionen östlich und westlich der Warnowmündung zur Umgehung der Rostocker Innenstadt. Erbaut finanziert wurde der 220 Mio. Euro teure vom französischen Konzern Bouygues der auch die für 30 Jahre besitzt. Für die Fahrt den Tunnel wird für PKW eine Maut etwa zwei Euro fällig.

    Mauttafel bei jeder Auffahrt von österreichischen Autobahnen Schnellstraßen

  • In Österreich wird auf allen Autobahnen und Schnellstraßen des Landes von allen Fahrzeugen eine Maut erhoben. wird in Form von Vignetten die auf der Windschutzscheibe kleben müssen Diese Vignette gibt es für verschiedene Zeiträume 1 Jahr). Zum 1. Januar 2004 wurde darüberhinaus für Lkw ab 3 5 Tonnen Gesamtgewicht die durch eine streckenbezogene LKW-Maut abgelöst. Zusätzlich gibt es auch Sondermautstrecken denen eine zusätzliche Maut erhoben wird. Abseits den Autobahnen gibt es mautpflichtige Strecken wie Privatstraßen oder in der Erhaltung besonders aufwändige wie z.B. die Großglockner Hochalpenstraße die Malta oder die Silvretta Hochalpenstraße.
    Siehe auch: ÖAMTC
  • Schweiz
    PKW-Maut: Für die Benutzung von Autobahnen und Straßen (mit weiß-grüner Beschilderung) besteht Vignetten -Pflicht.
    LKW-Maut: In der Schweiz und Liechtenstein gibt es ein elektronisches Mautsystem für für alle Straßen. Am 1. Januar 2001 eine elektronisch erhobene entfernungsabhängige Maut für LKW 3 5 Tonnen die LSVA (Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe).
    Maut für Einzelbauwerke: Für einige Tunnels gelten Extragebühren.
  • In Frankreich wird Maut für alle Fahrzeuge auf allen Autobahnen erhoben. Die Stadtautobahnen von Ballungszentren z. B. Paris sind in der Regel mautfrei. Die erfolgt an festen Mautstellen durch Personal und durch Automaten entfernungsabhängig in der Höhe abhängig von der Art Fahrzeugs.
  • In Italien wird Maut für Autobahnen erhoben. Die der Maut ist von der Streckenlänge abhängig. der Einfahrtstation zieht man an einem Automaten Mautkarte diese führt man an der Ausfahrtstation den dortigen Automaten ein und bezahlt die Maut. Um Ballungszentren ist ein pauschaler Betrag bezahlen so kostet z.B. die Umfahrung von Mailand 1 Euro.
  • In Ungarn wird auf den Autobahnen M1 und Maut für alle Fahrzeuge erhoben.
  • In Spanien wird wie in Frankreich auf Autobahnen von der Streckenlänge abhängige Maut an Mautstellen
  • In Tschechien besteht auf Autostraßen und Autobahnen für Kraftfahrzeuge außer Motorrädern eine Vignettenpflicht. Die Höhe Maut richtet sich nach dem Gesamtgewicht von und einem evt. Anhänger. Es gibt Jahres- 10-Tages- und Eintagesvignetten.
  • In der Slowakei besteht auf Autobahnen Vignettenpflicht.
  • In Ungarn ist ein Teil der Autobahnen nämlich M1 M3 M5 und M7 Vignettenpflichtig.
  • In Slowenien ist die Autobahnmaut streckenabhängig zu bezahlen.
  • Belgien Dänemark Luxemburg Niederlande und Schweden : LKW-Maut gem. Eurovignettensystem.

Weblinks

  • Die genauen Höhen und Vorschriften zumindest soweit für Pkw-Nutzer von Bedeutung sind findet man den Autofahrerclubs:
ADAC - http://www.adac.de
ÖAMTC - http://ww.oeamtc.at

Als Maut wird außerdem in Österreich vor allem in Ostösterreich umgangssprachlich das Trinkgeld bezeichnet.



Bücher zum Thema Maut

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