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Max Josef Metzger


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Max Josef Metzger (* 3. Februar 1887 in Schopfheim ; † 17. April 1944 im Ortsteil Görden von Brandenburg an der Havel ) war ein katholischer Priester der wegen pazifistischen Überzeugung vom Volksgerichtshof unter Vorsitz seines Präsidenten Roland Freisler am 14. Oktober 1943 zum Tode verurteilt und nach acht in der Todeszelle hingerichtet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Max Josef Metzger schloss seine Studien Theologie und Philosophie 1911 mit dem Dr. theol. ab schlug trotz seiner hervorragenden Begabungen die wissenschaftliche Laufbahn ein sondern widmete sich praktischen Tätigkeit. Aufgrund seiner Erfahrungen als Divisionspfarrer 1. Weltkrieg wurde er zum radikalen Pazifisten mit internationaler Ausstrahlung. Er gründete verschiedene pazifistische Organisationen darunter den Friedensbund Deutscher Katholiken Weltfriedensorganisation vom Weißen Kreuz engagierte sich in überkonfessionellen Una Sancta Bewegung und war daneben für die Christkönigsgesellschaft die sich in der engagierte tätig.

Diese vielfältigen und öffentlichkeitswirksamen Tätigkeiten ließen bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Visier der Gestapo geraten. Nach zwei kürzeren Haftaufenthalten vom Januar 1934 bis 26. Januar 1934 und 9. November 1939 bis 4. Dezember 1939 er endgültig am 29. Juni 1943 aufgrund Verrats einer Gestapobeamtin die sich als Spitzel die Una Sancta Bewegung und in sein eingeschlichen hatte verhaftet. Er hatte ihr ein den Bischof von Upsala gerichtetes Manifest anvertraut die künftigen demokratischen Strukturen Deutschlands ausformulierte.

Das Todesurteil

Max Josef Metzger wurde in einem siebzig Minuten langen Schauverfahren zum Tode verurteilt. hatte an jenem Tag in der ihm Art bereits drei "Strafverfahren" erledigt. Er lehnte ab den Angeklagten anzuhören weil es ihm sei "die politischen Tiraden Dr. Metzgers" anzuhören. Metzger die Bewegung Una Sancta erwähnte schrie "Una Sancta Una sancta - una sanctissima Una - das sind wir und weiter gibt es nichts!". Freisler "eine solche Pestbeule sei auszumerzen" und verkündete Minuten später das vorgefasste Todesurteil.

Das auch vom zweiten Berufsrichter dem Rehse unterzeichnete Urteil ist durch die Bewertungen es bei der Bewältigung nationalsozialistischen Unrechts nach des Deutschen Reiches erfuhr bemerkenswert. Zunächst wird Metzgers demokratisches mit folgenden Worten gewürdigt:

Es handelt sich also um den Entwurf Regierungssystems für Deutschland das demokratisch-pazifistisch wehrlos einer unserer Feinde unterworfen kein Einheitsstaat nicht einmal Bundesstaat sondern nur ein Staatenbund sein soll; um die Verwirklichung schlimmster Wunschträume un­serer Feinde! Ein ganz ungeheuerlicher Gedanke wie ihn nur zutiefst de­faitistischer Mensch überhaupt fassen kann. Ein ver­räterischer Gedanke wie ihn nur derjenige zu vermag der unser nationalsozialistisches Deutschland zutiefst haßt.
Dann machen die Richter deutlich dass nicht darum geht angebliches Unrecht einem bestimmten zuzuordnen sondern dass es um die Vernichtung Gegners unter dem Deckmantel der Justiz geht:
Denn die ganze Handlungsweise Metzgers ist so daß es gar nicht darauf ankommt ob sich nun juristisch als Hochverrat kennzeichnen läßt oder ob sie juristisch Feindbegünstigung ist (...) auf das alles kommt es nicht an: jeder Volksgenosse weiß daß ein solches Ausscheren einzelnen Deutschen aus unserer Kampffront eine unge­heuerliche ist ein Verrat an unserem Volke in Kampf um sein Leben und daß ein Verrat todeswürdig ist; es ist ein Verrat Richtung auf Hochverrat ein Verrat in Richtung Defaitismus ein Verrat in Richtung auf Feindbegünstigung Verrat den unser gesundes Volksempfinden für todeswürdig (§ 2 STGB. ). Deshalb müßte Metzger dieses gemeinen Volksverrates auch dann zum Tode werden (...). Metzger versuchte heute in der darzulegen daß er doch nur aus guter (...). Aber das ist eben eine ganz Welt eine Welt die wir nicht verstehen. bei uns im Großdeutschen Reich kann jeder nach den Grundsätzen verurteilt werden die bei gelten nach nationalsozialistischen Ansichten die davon so entfernt sind daß über sie eine Diskussion nationalsozialistischer Basis überhaupt nicht möglich ist - das sind die Ansichten die Metzgers Hand­lungsweise liegen - kann darf und will kein Gericht berücksichtigen. jeder muß sich gefallen lassen deutschem nationalsozialistischem Maßstab gemessen zu werden. Und sagt eindeutig daß ein Mann der so ein Verräter am eigenen Volk ist.

Juristische Aufarbeitung nach 1945

Die juristische Aufarbeitung dieses und anderer blieb sehr unvollkommen.

Die Denunziantin wurde 1947 im Rahmen Entnazifizierung von der Spruchkammer in Gießen als Hauptschuldige zu zehn Jahren Internierungslager verurteilt jedoch nach drei Jahren bereits

Die strafrechtliche Aufarbeitung war unzureichend. Zunächst die genannte Gestapobeamtin im Oktober 1951 durch Schwurgericht Limburg vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord zur Freiheitsberaubung freisprochen. Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) dieses Urteil aufgehoben hatte konnte das Schwurgericht Kassel lediglich zu einer Freiheitsstrafe von einem und drei Monaten Zuchthaus wegen Freiheitsberaubung verstehen. lehnte es ab das Todesurteil als materiell zu bezeichnen. Erst auf die erneute Revision der BGH das Urteil als Terrorurteil es sich um "Rechtsprechung" als Terrorinstrument.

Nachdem Freisler wegen seines vorzeitigen Todes zur Rechenschaft gezogen werden konnte stand nur Hans-Joachim Rehse zur Verfügung. Letztlich ist auch das ihn wegen Rechtsbeugung und anderer Delikte eingeleitete Verfahren gescheitert.

Erst 1997 ist das Todesurteil gegen Josef Metzger postum vom Landgericht Berlin aufgehoben worden.

Literatur

  • Benedicta Maria Kempner Priester vor Hitlers Tribunalen 2. Auflage 1967 ISBN 3-570-12292-1 S. 273-289

Weblinks

  • [1] mit umfassendem Lebenslauf und vollständiger Dokumentation Todesurteils sowie verschiedenen anderen Dokumenten
  • [2] mit umfassendem Lebenslauf



Bücher zum Thema Max Josef Metzger

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