Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 20. Oktober 2019 

Mosaik-Zyklus-Konzept


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Das Mosaik-Zyklus-Konzept ist ein Konzept aus den Fächern Ökologie und Naturschutz . Es dient neben der fachlich-theoretischen Diskussion zur Entwicklung und Umsetzung von Naturschutzstrategien. Das wurde an Hand von Untersuchungen von Wald -Ökosystemen ( Urwaldrelikten ) entwickelt.

Die Autoren Remmert und Scherzinger beschrieben Anfang der 1990er Jahre dass (Wald-) Ökosysteme zyklisch verjüngen und die Sukzession innerhalb eines Ökosystems phasenverschoben und asynchron ablaufen kann. Die Ursachen hierfür sind endogene (innerhalb des Systems ) als auch exogene Ursachen (von außerhalb Ökosystems). Das Klimaxstadium ( siehe Sukzession ) ist nach diesem Konzept entgegen älterer kein starres Gebilde. Das Konzept sagt aus das Klimaxstadium ein Mosaik aus verschiedener Pflanzengemeinschaften Alterstufen ist.

Inhaltsverzeichnis

Zyklen und Mosaiken der Sukzession

Anhand von Untersuchungen an Urwaldrelikten wurde festgestellt dass statt eines langanhaltenden eine zyklische und unregelmäßige Entwicklung (wiederholte Sukzession aber auch abrupt eintretende Phasen) von und Zusammenbruchszuständen in Wald - Ökosystemen vorherrscht. Der Zusammenbruch wird so das durch Insektengradationen ("-plagen") Windwurf Waldbrand /Flächenbrand nach Blitzschlag Überalterung Lawinen etc. ausgelöst. weiterer Faktor kann auch Fraß von Großsäugern ( siehe auch Megaherbivorentheorie ) (hinzugefügt v.A.).

Die Zyklen können von jedem beliebigen auf jedes beliebiges vorhergendes Stadium zurückgeworfen werden. Zyklen müssen dabei nicht alle Stadien durchlaufen. kann sich ein Wald in der Plenterphase der Zerfallsphase verjüngen und direkt in die oder wieder in die Plenterphase übergehen.

Diese zyklische Entwicklung eines vom Menschen unbeeinflussten Waldes passiert nach geobotanischer Einteilung der Wälder (z.B. subalpin boreal subozeanischer Mischwald etc.) also je nach der Systeme und je nach Art der (Schadereigniss) auf unterschiedlich großen Teilflächen. Diese verschiedenen unterschiedlicher Sukzessionsstadien geben von oben betrachtet ein Mosaik ab.

(Den Nachweis wie groß die Einzelfächen Mosaike vor allem vor der letzten Eiszeit wird die Paläobotanik wahrscheinlich nicht bringen können.)

Flächengröße nach Schäden (nach Scherzinger 1991)

  • Zusammenbrechende überalterte Vegetation (Bäume bei Scherzinger): 100 m² bis
  • Windwurf im Laubmischwald: 1 - 2 ha bis 25 ha
  • Windwurf im Nadelwald : mehrere 100 ha
  • Insektengradationen: mehrere 100 ha - 100 km²

Flächengrößen der Teilstücke nach Ökosystemen (nach 1994):

  • Bergmischwald 0 2 - 0 3 ha
  • Buchenwald 1 - 2 ha
  • subalpiner Fichtenwald bis 100 km²

Phasen (Stadien) des Mosaik-Zyklus-Konzeptes

Zeitangaben und "Maße" sind freilich nur anzugeben!
  • (Ruderalphase) t = 0 bis 2 nach Zusammenbruch
  • Pionierwaldphase
    • t = 2 bis 15 a
    • Gehölze wenige Jahre alt teilweise Ruderalfluren
    • noch kein Kronenschluss Bäume bis 5 m und Pappeln höher Totholz nimmt ab
    • Pionierarten treten verstärkt auf wie Weiden ( Salix ) Pappeln (Populus) (Salicaceae) ; Rotbuche (Fagus sylvatica) nur in (eu-)ozeanischen Klimaten
    • Tierarten (Indikatoren): Haselhuhn (Wespen- Bussard )
    • tritt nur selten auf nach großflächiger starker (Zusammenbruch)
  • Dickungsphase
    • t = 15 - 75 a
    • Kronenschluss Bäume bis 10 m Totholz nimmt
    • Artenzusammensetzung je nach Standort
    • Indikatoren: Sperber Haselhuhn
  • Schlusswaldphase
    • t = 75 - 100 a
    • Kaum Totholz Bewuchs bis 15 (20) m
    • Buntspecht (Sperber)
  • Optimalphase größter Zuwachs Idealzustand für Forstwirtschaft
    • t = 100 - 250 a
    • vollständig geschlossenes Kronendach Totholz nimmt wieder zu erreicht Optimum 20 (30) m Starkholz nimmt
    • Buntspecht Schwarzspecht Habicht Rauhfußkauz
  • Plenterphase
    • t = 250 bis 400 a
    • umfallendes Totholz reißt Lücken Totholzanteil (liegend + zu großer Starkholzanteil
    • Weißrückenspecht Hohltaube Trauerschnäpper
  • Zerfallsphase
    • t = 400 bis 550 a
    • Lücken im Bestand und Totholz prägend
    • Schreiadler Baumpieper Gartenrotschwanz Grauspecht Waldkauz
  • Zusammenbruch

Konsequenzen für Ökologie und Naturschutzpraxis

Gegenüber der Megaherbivorentheorie bietet das Konzept den Vorteil dass sich noch heute überprüfen und verallgemeinern lässt und Überprüfung an Hand anderer Biotope um ableiten zu können). Eine zyklische Entwicklung ist auf extremen Standorten wie Mooren und Trockenstandorten zu beobachten. Jedicke (1994) dass sich viele Ökosysteme zyklisch verjüngen. Das hier nicht die Megaherbivorentheorie verneinen. Vielmehr sind komplementär zu betrachten; so ähneln Zerfalls- und des Waldes (die in ihrer zeitlichen Ausdehnung ist) einem Hutewald .

Jedicke leitet u.a. aus dieser Theorie Forderung nach langfristig zu sichernden Großschutzgebieten ab einen Prozessschutz des Ökosystems zu gewährleisten. Bei einem Windwurf in einem unter Naturschutz stehenden Wald der Status eines Natuschutzgebietes wieder aufgehoben werden der Schutzzweck "Erhaltung des Waldes" entfällt. In Konsequenz müsste der Schutzzweck auf die Prozesse Sukzession ausgeweitet werden.

Ähnliche Formen in der naturnahen Waldbewirtschaftung

Die Bezeichnungen der Phasen ähneln den von forstwirtschaftlichen Nutzungsformen: Plenterwald Femelwald als Hochwälder sowie Mittelwald und Niederwald . Tatsächlich besteht auch gewisse Ähnlichkeit. Bei Wirtschaftswäldern (Forsten) sorgt der Mensch für die des Ökosystems und fördert damit gezielt die allerdings entsteht kaum Totholz und die Artenzusammensetzung Pflanzen wird gesteuert; die ökologischen Funktionen sind geringer ( vgl.: Ersatzgellschaft). Diese Nutzungsformen sind heute nur sehr selten anzutreffen; die intensive Nutzung des überwiegt (Ähnlichkeit der Reifephase eines Altersklassenwaldes mit Optimalphase dieses Konzeptes). Wenn gleich es in gibt zum Plentern überzugehen dauert ein Umbauprozess der Forstwirtschaft Generationen.

Literatur

  • Remmert 1991: Das Mosaik-Zyklus-Konzept und seine Bedeutung den Naturschutz.
  • Scherzinger 1991: Das Mosaik-Zyklus-Konzept aus der Sicht zoologischen Artenschutzes.
  • Jedicke 1994: Biotopschutz in der Gemeinde. Neumann
  • Jedicke 1994: Biotopverbund - Grundlagen und Maßnahmen neuen Naturschutzstrategie. 2. Aufl. Ulmer Stuttgart.

Siehe auch: Portal Umweltschutz Waldgesellschaften Mitteleuropas



Bücher zum Thema Mosaik-Zyklus-Konzept

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Mosaik-Zyklus-Theorie.html">Mosaik-Zyklus-Konzept </a>